Programmbeirat rechnet mit ARD ab: „Ukraine-Berichterstattung ist antirussisch und einseitig“

Der Programmbeirat der ARD hat laut einem internen Protokoll, dass uns vorliegt, auf die vielzähligen Zuschauerbeschwerden reagiert. In der Sitzung wurden Vorwürfe wie „einseitig“ „tendenziös“ und „grundsätzlich gegen Russland gerichtet“ laut. Der ARD-Chefredakteur wies die Vorwürfe „energisch“ zurück.

„Antirussische Tendenzen“

Ob es die Rolle rechtsradikaler Milizen, die Bewertung des politischen Umsturzes oder die Militäroperation im Osten des Landes sind: Eher selten gingen öffentliche und veröffentlichte Meinung in Deutschland so stark auseinander wie beim Thema Ukraine. Auch die öffentlich-rechtlichen steht immer wieder im Zentrum der Kritik. Nun hat sich der ARD-Programmbeirat selbst in die Debatte eingeschaltet – mit scharfer Kritik. Das neunköpfige Gremium kritisiert unter anderem „antirussische Tendenzen“, mangelnde Recherche und fehlende Darstellung der Rolle rechtsradikaler Kräfte.

„Eindruck der Voreingenommenheit“

Aufgrund der Beobachtungen sei man zu dem Schluss gekommen, „dass die Berichterstattung im Ersten über die Krise in der Ukraine teilweise den Eindruck der Voreingenommenheit erweckt hat und tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen gerichtet war“, heißt es in einem Resümee, das „Telepolis“ in voller Länge veröffentlicht hat. Zwar seien Engagement und Einsatz der Reportinnen und Reporter vor Ort in hohem Maße anzuerkennen. An vielen Stellen sei jedoch nicht ausreichend differenziert worden. Eine gründlichere Recherche durch die politischen Redaktionen wäre für eine vollständige Hintergrundberichterstattung unentbehrlich gewesen.Von „unseriös“, „mangelhaft“ und „einseitig“ ist zu lesen.

Insgesamt musste der Programmbeirat nach einer umfangreichen inhaltlichen Analyse in zehn Punkten eine unzureichende Arbeit der ARD feststellen. Differenzierende Berichte über die Verhandlungen der EU über das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine hätten gefehlt. Die „politischen und strategischen Absichten der NATO“ bei der Osterweiterung seien kaum thematisiert worden. Die Legitimation des „sogenannten Maidanrats“ und die „Rolle der radikal nationalistischen Kräfte, insbesondere Swoboda“ hätten ebenso wenig eine Rolle gespielt wie deren Aktivitäten beim Scheitern „der Vereinbarung zur Beilegung der Krise in der Ukraine vom 21. Februar“.

Weiterhin moniert der Beirat, dass die „Verfassungs- und Demokratiekonformität“ der Absetzung Janukowitschs sowie die Rolle rechtsradikaler Kräfte bei dessen Sturz nicht hinreichend Gegenstand der ARD-Berichterstattung waren. Zudem hätte sich der Beirat eine kritische Analyse von Politikern wie Julia Timoschenko und Vitali Klitschko gewünscht. Gerade in jüngster Zeit fehlten „belastbare Belege für eine Infiltration durch russische Armeeangehörige“.

Das ganze Papier klingt wie eine Abrechungen mit dem öffentlich-rechtlichen Journalismus. Sämtliche Geschehnisse die zur Eskalation der Ukraine-Krise geführt haben wurden analysiert und die öffentliche Darstellung kritisiert.
Im nachfolgenden finden Sie das komplette interne Papier: <it-pap-tel>

ARD-Spitze weist Vorwürfe zurück

Der Chefredakteur der ARD, Thomas Baumann, teilt die die Kritik des Programmbeirats nicht. „Den Vorwurf einer einseitigen und tendenziösen Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt weise ich energisch zurück. Dies habe ich auch gegenüber dem ARD-Programmbeirat deutlich gemacht“, sagte Baumann dem Handelsblatt.

„Es gab und es gibt zahlreiche Beiträge, Sendungen und Sondersendungen im Ersten Programm, die in der Summe die Lage in der Ukraine und die Ursachen der Krise differenziert und unter verschiedenen Aspekten thematisiert haben und thematisieren.“ Sie Korrespondenten der ARD trügen zudem „unter schwierigsten Bedingungen mit ihrer Arbeit entscheidend dazu bei, unser Publikum umfassend und so wahrheitsgetreu wie möglich zu informieren“.

QUELLEN:

Handelsblatt, Reaktionen der ARD Spitze: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ruege-des-programmbeirats-berichtet-die-ard-zu-russlandkritisch/10722250.html
Telepolis, „Ukraine-Konflikt: ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik“: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html
Neues Deutschland, „ARD-Ukraineberichterstattung: Mangelhaft, Einseitig, Tendenziös“: http://www.neues-deutschland.de/artikel/946353.ard-ukraineberichterstattung-mangelhaft-einseitig-tendenzioes.html

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