Schützt Vitamin D vor einer Corona-Erkrankung?

Der Streit um den Schutz vor einer Corona-Erkrankung nimmt inzwischen nach Meinung von Beobachtern teils dogmatische Züge an. Eine der jüngeren Diskussionen dreht sich um die Frage, ob Vitamin D vor Corona-Erkrankungen schützen kann. Die Tagesschau hat zunächst mit Verweis auf einen Faktencheck der ARD selbst behauptet, „Kehrtwende des BfR: Vitamin D doch nützlich bei Covid-19“ und damit den Faktencheck sozusagen widerlegt. Der Faktencheck hatte am 10.02.2021 zu einer Meldung geführt, wonach Vitamin D nicht vor einer Covid-19-Erkrankung schützen würde.

Nun wurde am 17. Mai wiederum vermeldet: „Debatte um Vitamin: Doch keine Kehrtwende des BfR“. In der Erklärung der „Tagesschau.de“ heißt es nun: „Verschiedene Medien, auch tagesschau.de, hatten gemeldet, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung seine Meinung in Bezug auf Vitamin D zur Covid-19-Vorbeugung und -Behandlung geändert hat. Jetzt stellt die Behörde klar: Das ist nicht der Fall.“

Bundesinstitut für Risikobewertung differenziert

Die Behörde weist darauf hin, dass es in der „zitierten Mitteilung“ darum gegangen sei, dass eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung „ein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfekte wie Covid-19“ mit sich bringe. „Bisher wurde jedoch nicht gezeigt, dass die Einnahme von Vitamin D über den ernährungsphysiologischen Bedarf hinaus mit zusätzlichen Gesundheitseffekten einhergehe.“

Deshalb werde für die „gesunde Allgemeinbevölkerung“ keine Empfehlung zur generellen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgesprochen, die den Vitamin D-Haushalt regulieren sollen. Vielmehr sollte eine Überdosierung vermieden werden.

Eine Kausalität des Mangels an Vitamin-D-Mangel bei schweren Verläufen der Covid-Erkrankung sieht zudem die Fachgruppe COVRIIN am Robert-Koch-Institut als nicht erwiesen an. Auch als Medikament gebe es keine Zulassung.

Allerdings sei lt. BfR „bekannt, dass ein hoher Anteil der alten Menschen in geriatrischen Krankenhäusern und Pflegeheimen einen unzureichenden Vitamin-D-Status aufweisen.“ Deshalb könnte dort eine Vitamin-D-Einnahme „von bis zu 20 Mikrogramm pro Tag erwogen werden.“