Gesundheit und Krankenhausbewirtschaftung – eine starke Industrie

Wer in Deutschlands Krankenhäusern untergebracht wird, muss mit ernsthaften Gegnern rechnen. Dies sind nicht nur Krankenhauskeime, die zu zehntausenden von Todesfällen führen, wie teils hochgerechnet wird, sondern auch die schlechten organisatorischen Rahmenbedingungen. Das deutsche Gesundheitswesen wird effizienter – im wirtschaftlichen Sinne.

Wer alt ist und immungeschwächt, wird unter Umständen bleibende Schäden davontragen und im schlimmsten Fall sogar sein Leben verlieren. Eines der wesentlichen Probleme etwa sei, so wissen es Beobachter, auch nur die „behandlungsassoziierte Infektion in Deutschland. Mehrere hunderttausend solcher durch Behandlungen auftretenden Infektionen werden jährlich registriert. Dies führt zu mehr als 10.000 Todesfällen. Dabei soll einer früheren Schätzung nach ungefähr ein Drittel der Todesfälle sogar zu vermeiden sei. Mit anderen Worten: 3.000 bis 5.000 Todesfälle gehen auf die behandlungsassoziierten Infektionen zurück. Diese ließen sich mit mehr Hygiene verhindern.

Der Problemfall: Zu wenig Personal

Grundlage für die mangelnde Hygiene allerdings ist nicht etwa das Unwissen der Beschäftigten in den Krankenhäusern, sondern vor allem der Personalnotstand. So gibt es Studien, bei denen die Beschäftigten angaben, wegen der Anzahl der zu betreuenden Patienten die Hygienevorschriften nicht einhalten zu können. Bei einer Anzahl zwischen 21 und 30 Patienten etwa sollen gut 30 % aller Bediensteten die Vorschriften nicht mehr einhalten können. Bei einer Anzahl von 31 bis 40 der zu betreuenden Patienten sollen 39 % der Beschäftigten nicht mehr alle Hygienemaßnahmen durchführen (können). Ab 41 Patienten steigt die Anzahl der solcherart gefährdenden Angestellten auf 40 %.

Diese Erkenntnisse allerdings haben in Deutschland nicht dazu geführt, den Personalbestand aufzustocken. Aktuell bemühen sich die verschiedenen politischen Institutionen auf den verschiedenen Ebenen im Land darum, vor allem ländliche Krankenhäuser zu schließen. Dies dürfte den Druck auf die Beschäftigten erhöhen, die in den großen Krankenhäusern arbeiten. Mit der Anzahl an Patienten steigt das Risiko – denken Sie daran.