Angeblicher Termin für zweiten Lockdown

Geht es nach einem in den sozialen Medien kursierenden Video/Bericht, stünde der Termin für einen zweiten Lockdown in Deutschland fest. Der 30. August bzw. zwei oder drei Tage vorher bzw. nachher, so ein Bürgermeister aus Osthessen nach Auskunft eines Gemeinderatmitarbeiters am 20. Juni. Die Anweisung sei von ganz oben gekommen, zitiert – auch – der „Focus“ aus dem Bericht. Der „Focus“ geht in seinem Bericht davon aus,  dass diese Meldung falsch sei. Eine interessante Einschätzung der „neutralen“ Redaktion, wie Kritiker meinen.

„Klar ist auch“….

Nachrichtlich: Der Focus zitiert zum einen „T-Online“, wonach ein Schreiben „von solcher Tragweite“ nach Auskunft eines Sprechers des Hessischen Innenministeriums „bereits schon durch Mitarbeiter in unserem Ministerium innerhalb von Stunden an die Öffentlichkeit sickern“ würde.

Der „Focus“ bewertet mit einem Hinweis „Klar ist auch“, dass es einen bundesweit beschlossenen Lockdown wohl auch deshalb nicht geben könne, da die Länder für eine solche Regelung zuständig sei.

Es würde zudem in Bundesländern wie in Mecklenburg-Vorpommern „immer noch relativ wenige Neu-Infektionen“ geben. Sie seien dementsprechend weit davon entfernt, einen Lockdown zu verordnen.

Meinung: Die „Beweisführung“ ist ausgesprochen dünn. Wenn eine Behörde ein „Geheimpapier“ versendet, dessen Inhalt an die Öffentlichkeit gekommen sein soll, dann ist die Nachfrage (hier von „T-Online“) ausgerechnet bei einer solchen Behörde nun wiederum nicht zielführend. Die Nachfrage selbst beim angeblichen „Täter“, einem Länder-Innenministerium, bringt praktisch keinen Erkenntnisgewinn.

Auf der anderen Seite ist es tatsächlich wenig plausibel, dass ein solcher Termin hier mindestens zwei Monate vorher angekündigt würde. Es stellt sich damit die Frage, warum diese Nachricht ja ganz offensichtlich lanciert worden ist. Soll die Angst vor einem Lockdown für Disziplin sorgen? Wessen Agenda betreiben hier die verschiedenen Medien? Und wir erinnern daran, dass Angela Merkel – als BUNDES-kanzlerin – selbst androhte, jederzeit wieder härtere Maßnahmen anschlagen zu können.