Wissen Sie eigentlich, welche Daten Großkonzerne von Ihnen sammeln?

Konzerne sammeln so viele Daten, wie sie bekommen können. Milliarden Nutzer wissen meist gar nicht, welche Daten sie mehr oder weniger freiwillig den Großkonzernen überlassen. Viele Daten werden bereits geschickt in den Standardeinstellungen gesammelt und gespeichert. Standardeinstellungen digitaler Dienste, die die wenigsten Nutzer wirklich durchsehen. Dabei können diese von den Konzernen manipulativ eingesetzt werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Die DSGVO, die EU-Datenschutzgrundverordnung ist nun seit 100 Tagen in Kraft. Die große Abmahnwelle, wie befürchtet, ist allerdings ausgeblieben. Konsequenzen für große Internetkonzerne sind weitgehend ausgeblieben. EU-Bürger haben seitdem etwas mehr Mitspracherecht, was mit ihren Daten passiert. Doch wer liest tatsächlich das Kleingedruckte der Datenschutzbestimmungen? Die wenigsten. Über 73 Prozent der befragten Leser einer Umfrage der „Süddeutschen“ sagten, dass sie die Datenschutzbestimmungen auf Internetseiten nicht lesen und sofort auf „akzeptieren“ klicken.

Kaum einer weiß tatsächlich, was er durch „akzeptieren“ wegklickt. Die Datenschutzbestimmungen von Facebook beispielsweise beinhalteten monatelang einen doppelten Absatz. Kaum einer der Milliarden Nutzer bemängelte dies. Seit der Datenschutzverordnung hat sich wenig am Verhalten der Nutzer geändert. Zwar sind die AGBs etwas verständlicher, aber länger geworden. Unternehmen nutzen aus, dass Menschen aus Gewohnheit oder Zeitmangel das Kleingedruckte nicht lesen. Google und Facebook, die das geschickt ausnutzen, verdienen mit gezielter Werbung Milliarden. Um personalisierte Werbeanzeigen zu schalten, müssen die Konzerne viel über ihre Nutzer wissen.

Die wenigsten Menschen schauen sich die Voreinstellungen von Internetplattformen oder Programmen wirklich genau an. Sie verlassen sich darauf, dass die Standardeinstellungen schon richtig sein werden und den Datenschutzverordnungen entsprechen. Doch die Standardsteinstellungen reichen bereits weit in die Privatsphäre der Nutzer hinein. Bei Google beispielsweise wird der Standortverlauf an den Konzern gesendet. Facebook erkennt Gesichter in Fotos auf der Plattform. Im Rahmen der DSGVO mussten sich Tech-Konzerne die Einstellungen zwar von den Nutzern erneut bestätigen lassen. Dennoch wird weiterhin alles dafür getan, so viele Daten wie möglich zu sammeln. So wird es Nutzern beispielsweise schwer gemacht, Ablehnungen durchzuführen, während Zustimmungen sehr einfach gestaltet sind.

Die „Süddeutsche“ gibt hierbei nützliche Tipps, wie man recht einfach die Datenschutzeinstellungen bei Google, Facebook und Windows innerhalb von 15 Minuten prüfen kann: „Microsoft bündelt alle Optionen bei Windows 10 unter „Einstellungen >Datenschutz“. Bei Facebook sind die Menüpunkte „Privatsphäre“, „Gesichtserkennung“ und „Werbeanzeigen“ relevant. Google-Nutzer sollten den „Privatsphärecheck“ durchführen und die „Einstellungen für Werbung“ ändern, die sie beide unter „Mein Konto“ finden. Die Mühe lohnt sich“