in Gesellschaft

Aus und Vorbei für Julian Assange. Der Wikileaks-Gründer wurde vor kurzem aus der Botschaft Ecuadors in Großbritannien heraus festgenommen. Ecuador hatte ihn fallenlassen. Die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, der Aufklärung verpflichtet, der objektiven und damit so weit als möglich neutralen Berichterstattung, lieferten einige Bilder und ließen Assange schon wieder vergessen. Seit Tagen wird nicht über dessen Standort berichtet, über dessen Aussagen und über die Rolle der Justiz.

In der Schweiz gab es nun eine Initiative, ihm solle doch politisches Asyl angeboten werden. Die Initiative ging von kommunistischer Seite aus. Ähnliche Ansinnen hat diese Redaktion in Deutschland nicht gefunden. Es wäre überhaupt befremdlich, wenn lediglich die Kommunisten sich mit diesem Fall beschäftigen würden.

Schweigen im Wald

Doch zumindest würde eine aufgeklärte und an Aufklärung interessierte Öffentlichkeit gerne erfahren, wo der Mann jetzt aus welchen Gründen sitzt. Assange selbst war vorgeworfen worden, dass die von ihm gegründete Plattform Wikileaks mehrere hunderttausend US-Dokumente veröffentlicht hat. Aus diesen Dokumenten gingen sowohl Kriegsverbrechen wie auch der Bruch des Völkerrechtes hervor, wie etwa auf „publikumskonferenz.de“ erinnert wird. Ein Video, „Collateral Murder“, hatte es der Öffentlichkeit besonders angetan. Darauf wurde die regelrechte Jagd der Besatzung eines Kampfhubschraubers auf 12 Zivilisten gezeigt – und deren Ermordung.

Die US-Elite in Washington sieht in der Veröffentlichung bis heute einen „Verrat“. Hillary Clinton hat als Außenministerin der ersten Obama-Regierung offenbar sogar angeregt, Assange mit einer Drohne zu verfolgen, wie www.heise.de berichtete. Die Tagesschau hielt sich bei der Darstellung und Bewertung dieser Vorgänge (also des Videos“ etwa) auffallend zurück. Moderater Tom Buhrow bewertete in einem Beitrag die Dokumente: „Das mag interessant sein, aber die politische Bedeutung ist eher banal“.

Heute ist Tom Buhrow WDR-Intendant.

Banal ist allenfalls, so jedenfalls der Eindruck dieser Redaktion, die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zum Thema Assange und dessen aktuellen Verbleib. Assange und Co. haben der Welt zumindest Dokumente zur Verfügung gestellt, die Einblick in die Regierungs“arbeit“ geben, die auf diese Weise nicht nach jedermanns Geschmack ist. Insofern ist es höchst interessant zu erfahren, was jetzt mit dem Mann passiert. Dies wird offenbar nicht in den öffentlich-rechtlichen Medien sein.

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