in Gesellschaft

Pestizide, die Neonicotinoide enthalten, sollen Insekten töten. Leider machen die seit Jahrzehnten massenhaft in Europa versprühten Pestizide bei der Eliminierung der Insekten keinen Unterschied darin, ob es sich aus menschlicher Sicht um schädliche oder nützliche Insekten handelt. Fakt ist heute: Neonicotinoide töten Bienen und Wildbienen aller Art sowie andere Insekten, die als Pflanzenbestäuber fungieren. Doch nicht nur die nützlichen Pflanzenbestäuber werden massenhaft vernichtet.

Auch die vermeintlich nicht nützlichen Insekten, die von Vögeln gefressen werden, werden ebenfalls vernichtet. Vor dessen Tötung durch das Pestizid sind sie bereits hochvergiftet und werden, so noch lebendig, von Vögeln gefressen. Wild- und Zugvögel nehmen durch die vergifteten Insekten also ebenfalls massenhaft Pestizide auf. Fakt ist, dass heute um die Hälfte weniger Vögel auf Europas Feldern und Wiesen leben, als noch 1980. Ein Experiment hat nun zweifelsfrei festgestellt, dass diese Pestizide nicht nur Insekten, sondern auch Vögel töten.

Vogelforscher beobachten seit Jahren, dass die Zahl der Vögel in vielen Ländern stark zurückgeht. Im Frühjahr und auf den Feldern und Wiesen ist es unheimlich still, wo vor Jahren noch fröhliches Gezwitscher herrschte. Besonders drastisch ist der Vogelschwund bei Wildvögeln, die auf Agrarflächen leben, wie z. B. die Kiebitze oder die Feldlerchen. Diese Arten brüten normalerweise auf Feldern und Wiesen und suchen dort ihr Futter.

Das „Pan-European Common Bird Monitoring Scheme“ ist für die Zählung der Vögel in Europa zuständig. Dort wurde festgestellt, dass der Bestand der Agrar-Vogelarten seit 1980 um 57 Prozent abgenommen hat. In den USA haben die Vogelforscher sogar einen Schwund von 74 Prozent festgestellt.

Drei kanadische Forscherinnen der University of Saskatchewan schreiben in einer Studie, dass die Neonicotinoide beim Vogelsterben eine Rolle spielen. Denn die Vögel ernähren sich zu 80 Prozent von Insekten. Auch die Vogeljungen werde mit Insekten gefüttert. Immer häufiger finden sich verhungerte Küken in Nestern, weil die Eltern nicht genügend Insekten finden, um den ganzen Nachwuchs durchzufüttern. Zudem schaden die Pestizide den Vögeln auch direkt. Die kanadischen Forscherinnen fanden heraus, dass vergiftete Vögel weniger oder ganz aufhören zu fressen. Die Berichterstattung zum Vögelsterben und zum Insektensterben lässt leider nach – nicht bei uns. 

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