in Gesellschaft

In Deutschland zahlen die Behörden die Leistungen an „Bedürftige“ in der Regel nicht ohne Antrag aus. Verschiedene Faktoren führen einer Studie des „DIW Berlin“ nach dazu, dass bei Hartz IV die „Quote der Nichtanspruchnahme“ bei zumindest 43 % liegen würde. Unglaublich, aber wahr: Der Staat spart wahrscheinlich absichtlich.

Angst vor „Stigmatisierung“

Die Quote derjenigen, die Leistungen nicht in Anspruch nehmen, soll demnach bei sogar 43 % bis 56 % liegen. Die vorgeblichen Ziele der „Armutsbekämpfung und Umverteilung“ werden auf diese Weise noch schwieriger erreicht, so die Meinung der Forscher. Ein Grund für die Nicht-Inanspruchnahme soll die „Angst vor Stigmatisierung“ sein. Stigmatisierung ist ein soziologisch geprägter Begriff, der darauf verweist, Menschen würden mit ihren jeweiligen Merkmalen wahrnehmbar „markiert“ und in eine Nische verwiesen.

Die Angst davor würde also demnach, so weit messbar, darauf hinweisen, dass die Kandidaten auf keinen Fall ihre Arbeitsmotivation oder ihre Fähigkeiten auf den Prüfstand stellen wollten. Dabei ginge es zusätzlich um ein „positiveres Selbstbild“ und die Außenwirkung.

Auf diese Aspekte hin optimiert offenbar die SPD ihr Programm und benennt ihr Konzept für die „Grundrente“ „Respekt-Rente“. Aus Respekt für die Arbeits-Lebensleistung – nur werden ausschließlich jene berücksichtigt, für die 35 Beitragsjahre anerkannt werden. Die Stigmatisierung wird demnach lediglich für einen kleineren Teil der möglichen Antragsteller verhindert.

Kritiker wiederum sind der Auffassung, dass die behördlichen Strukturen genau darauf abzielen, dass es zu einer Stigmatisierung kommen solle. Die Abschreckungsmaßnahmen, Meldepflichten und Sanktionsmaßnahmen sind in dem Sinne bei den hohen Nicht-Inanspruchnahme-Quoten „erfolgreich“. Ein sozial orientierter Staat könne sich dies, so die Kritiker, eigentlich nicht leisten.

Die Grünen haben bislang noch nicht mit einem hinreichenden Gegenkonzept reagiert, wie es zahlreiche Anhänger der Partei wohl erwarten würden. So ist das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ wieder von den Tagesordnungen verschwunden. Wir haben es wieder auf die Tagesordnung gesetzt – hier.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Verarmung ist, wenn die Leistung ohnehin nicht zu geteilt werden, sollte es jemand mit Arbeit geschafft haben von Amts wegen als „Vermögend“ zu gelten.
    Einen kostenloser Schön Geld Rechner gibt es irgendwo im Internet.
    Es bleibt daher für fortgeschrittne Fälle nur die Wahl zwischen verballern, oder schnell zurück ins Drehrad der Maschine.
    Was sind die auch so reich geworden. Das verballern sollte man auch gut bedenken, denn nicht nur das alles unwideruflich weg ist, es gab schon Gerichtsurteile aus der FloridaRolfpresse, dass es unverhältnismässiges Verballern gibt.
    Halt du sie im Bilde ich mache ihnen die Meinung.