in Gesellschaft

Das Freihandelsabkommen TTIP ist seit Monaten in aller Munde. Und Chlorhühnchen, die eigentlich nur einen ganz kleinen ekelhaften Randbereich dieser Geschichte abdecken, werden von den Gegnern gerne als Aufmacher für ihre Argumentation ins Feld geführt.Klar, Ekel kommt an. Aber berühren die hunterttausende Tonnen an radioaktivem Wasser, die von Tepco ab sofort ins Meer entsorgt werden, die Menschen in unseren Breiten?

Da ignoriert man schon mal, dass die Weltmeere ja eigentlich miteinander verbunden sind. Dass an der Küste Amerikas und Kanadas massenweise radioaktiv verseuchte Fische gefangen werden. Und daß man nicht mehr weiß, woher der Fisch in unseren Geschäften heute kommt, kratzt auch niemanden. Aber über Chlorhühnchen mokiert man sich.
Mehr als eine Alibi- Funktion der gedankenlosen Menschen ist das also nicht.

Die Politiker heben die Vorzüge des Freihandelsabkommens hervor, stellen (was auch sonst) die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Parallel dazu aber auch einen noch gigantischeren Import von günstigeren Handelsgütern. Als ob wir das mit der Argumentation zur Globalisierung nicht schon mal gehabt hätten.

Und was haben wir nun davon? Wohlstandsschrott, der über die ganze Welt zu uns gekarrt wird. Fragwürdige Lebensmittel aus der ganzen Welt, die in Konkurrenz zur heimischen Landwirtschaft stehen.

Die Schaffung einer neuen Bevölkerungsschicht als Effizienzpuffer der Industrie. Arbeitssklaven, die auf Gedeih und Verderb den Unwägbarkeiten der Wirtschaft ausgeliefert sind. Die sich nur noch mit fressen und arbeiten am Leben erhalten. Am öffentlichen Leben aber mangels Masse nicht mehr teilhaben können. Opfer der Globalisierung, des Konkurenzkampfes mit Billiglöhnern aus Asien und vermehrt auch aus Afrika. Verlierer einer Leistungsgesellschaft, deren einziges Kalkül es ist, für sich selbst das beste heraus zu holen.

An vorderster Front natürlich die Konzerne und die Banken. Aber das hat längst übergegriffen auf die gesamte Wirtschaft in unserem Land und ist auch beim einzelnen Menschen angekommen. Das höchste Gut des Weltbildes Kapitalismus ist nun mal das Geld.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß Politiker heute unverblümt von der Relevanz der Märkte reden können. Ein beliebtes Statement von Merkel ist, daß man die Märkte nicht verunsichern darf.

Da werden natürlich auch beim Freihandelsabkommen die Vorteile  der Wirtschaft klar hervor gehoben.
„Denn wenn der Handel blüht, haben schließlich alle einen Nutzen davon!“

Früher war der Brunnen im eigenen Garten ein Luxus, der erstrebenswert war. Heute möchte man den Menschen suggerieren, daß eine Gasgewinnung hinter dem Haus doch auch etwas wäre, das uns unabhängiger und freier, ja glücklicher machen würde. Schließlich kommt Wasser heute ja eh aus dem Hahn.

Siehe auch:

http://www.neopresse.com/wirtschaft/es-war-einmal-die-schoensten-maerchen-ueber-ttip/

Schnick Schnack Schnuck

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