Steuerzahlerbund kritisiert das Umweltbundesamt

Geht es nach dem Steuerzahlerbund, hat das Umweltbundesamt sich in Steuerfragen als nichtwissend entlarvt. Die Behörde hatte gefordert, den CO-2-Ausstoß zu reduzieren und mit diesen Forderungen erhebliche Kritik ausgelöst.

Quatsch-Vorschläge

So äußerte sich der Präsident des Bundes der Steuerzahler dahingehen, diese Vorschläge seien „völliger Quatsch.“ Er werde „langsam wirklich ärgerlich, dass ein Bundesamt so wenig Grundkenntnis von der Steuer-Systematik“ besitzen würde wie das Umweltbundesamt.

Grund des Ärgers ist vor allem die Forderung, wonach die Pendlerpauschale gestrichen werden solle. Bis dato können Pendler für jeden gefahrenen KM, sofern er für die Arbeitsstrecke zurückgelegt wurde, 30 Cent von der zu versteuernden Schuld abziehen und damit je nach Einkommensteuersatz etwa 10 Cent oder etwas mehr sparen. Befürworter weisen darauf hin, dies sei steuersystematisch richtig. Steuern sind kein Lenkungsinstrument, sondern sollen nach der Leistungsfähigkeit erhoben werden. Die Fahrten zur Arbeit reduzieren allerdings die Leistungsfähigkeit.

Das Amt hingegen hatte unter anderem nicht nur die Streichung dieser Pauschale gefordert, sondern gleich noch angeregt, der Spritpreis müsse um 70 Cent angehoben werden. Auch dies ist insofern falsch – bezogen auf die Leistungsfähigkeit -, da der Spritverbrauch mit der Leistungsfähigkeit nichts zu tun hat.

Zudem hat das Bundesamt in einem wesentlichen Punkt vollkommen daneben gegriffen. Denn die Pendler erhalten nicht nur dann die Steuervergünstigungen, wenn sie das Auto nutzen. Auch als Pendler im öffentlichen Nahverkehr zahlen sie weniger Steuern. Insofern geht der Vorschlag des Amtes sogar inhaltlich daneben.

Denn wenn die Steuerpauschale gestrichen würde, bestünde kein Anreiz mehr, per Bahn und/oder ÖPNV zur Arbeit zu fahren. Besser wären dann aus wirtschaftlicher Sicht Fahrten per Auto und in Form von Fahrgemeinschaften. Zudem sind dann tendenziell Menschen auf dem Land erheblich benachteiligt. Sollte dies passieren, wäre eine weitere Landflucht wahrscheinlich. In der Stadt übrigens sind die Luftverschmutzungswerte schon heute deutlich schlechter. Die Kritik am Amt halten wir für berechtigt. Klicken Sie hier.