in Gesellschaft

Vor wenigen Tagen sorgte die französische Polizei wieder für Negativ-Schlagzeilen. Dieses Mal ging die Polizei bei einem Musikfestival brutal gegen die Besucher vor. Ein junger Mann wird seitdem vermisst – vermutlich ist er aufgrund der massiven Gewalt der Polizei in der Loire ertrunken.

Von den deutschen Medien bislang weitgehend verschwiegen, war dieses erneute menschenrechtswidrige Vorgehen der französischen Polizei in Frankeich nun endlich auch der Zeitung „Die Zeit“ einen Bericht wert.

Die Besucher des Musikfestivals in Nantes tanzten bis in die frühen Morgenstunden, als die Polizei die Festivalbetreiber aufforderte, die Musik auszustellen – die landesweite „fête de la musique“ sei nun vorbei. Doch die Festivalbesucher wollten weiter tanzen und die Musik spielte weiter. Nachdem einige Festivalbesucher mit Bierflaschen gegen die Polizisten geworfen hatten, eskalierte die Polizei die Situation. Tränengas wurde versprüht und eine Nebelgranate geworfen. Zuletzt ließ die Polizei Hunde auf die Tanzenden los.

Daraufhin verfielen viele Menschen in Panik und fielen das sieben Meter tiefe Ufer in die Loire hinunter. Die Feuerwehr konnte schließlich 14 Menschen aus dem Fluss retten, ein 24-Jähriger wird jedoch vermisst, obwohl seit Tagen mit Hunden und Tauchern nach ihm gesucht wird.

Frankreichs Innenminister Castaner hatte die Kontrollbehörde der französischen Polizei beauftragt, den Vorfall untersuchen zu lassen. Allerdings ist Castaner als Innenminister auch dafür verantwortlich, dass die Polizei seit Monaten brutal gegen die Demonstranten „Gelbwesten“ vorgeht. Die Polizei besitzt ein weitaus größeres Waffenarsenal, als die deutsche Polizei, was sie auch gegen die Demonstranten einsetzte. Während die deutsche Polizei höchstens mit Wasserwerfern und Tränengas gegen gewaltbereite Demonstranten vorgeht, setzt die französische Polizei sechs verschiedene Handgranaten und die besonders umstrittenen Hartgummigeschosse ein. Der Waffeneinsatz der französischen Polizei hat über 80 Gelbwesten schwerst verletzt und verstümmelt.

Gegen die übermäßige Polizeigewalt in Frankreich gibt es schon lange Proteste. Diese begannen schon, lange bevor die Gelbwesten auf die Straßen gingen. Die Gewalt der französischen Polizei macht auch vor Journalisten nicht halt. Die Menschenrechtschefin der UN, Michelle Bachelet, verglich Frankreich mit Unrechtsstaaten wie dem Sudan: „Ich bin besorgt über die Repression von Demonstrierenden in Venezuela, Frankreich und im Sudan“.

Auch „Reporter ohne Grenzen“ prangerten die Gewalt gegen Journalisten in Frankreich an. Trotz sichtbarer Presseweste seien Journalisten eingekesselt, verletzt und deren Kameras und Mikrofone mutwillig zerstört worden. Dies hatte Folgen für die Berichterstattung: Einige Journalisten und Fotografen wagten es daher nicht mehr, in Frankreich bei Demonstrationen zu berichten. Offenbar ist dies auch das Ziel der Polizei.

Obwohl die Polizeigewalt in Frankreich international, außer von Bundeskanzlerin Angela Merkel, kritisiert wird, ignoriert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron diese Tatsache geflissentlich. Kürzlich sagte Macron sogar in einer Debatte: „Polizeigewalt ist eine unwürdige Vokabel für einen Rechtsstaat“. Die EU muss sich auf massive Widerstände aus Frankreich vorbereiten, lesen Sie auch hier…

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Kommentar

  1. „Nachdem einige Festivalbesucher mit Bierflaschen gegen die Polizisten geworfen hatten, eskalierte die Polizei die Situation.“
    Auch wenn ich kein überzeugter Fan des Vorgehens der französischen Polizei bin, Bierflaschen werfen ist keine Eskalation?

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  • Polizeigewalt in Frankreich eskaliert bei Musikfest - Leserbriefe 4. Juli 2019

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