in Gesellschaft

Der sogenannte Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ging jüngst an „Armutsforscher“. Diese haben mit einem „experimentellen Ansatz“ die Armut der Welt bekämpft, hieß es. Inzwischen hagelt es Kritik – von Seiten vieler Ökonomen. Die experimentelle Forschung bringe wenig, so heißt es teils. Stark aber ist die Kritik von politisch interessierten Kräften:

Die Armutsforscher sind zum Ergebnis gekommen, es läge nur an „nicht-funktionstüchtigen Märkten, dass die Armut grassiere. Ausbildungsvorschriften würden die „Durchlässigkeit“ am Arbeitsmarkt erschweren. Rechtliche Bedingungen würden den Arbeitsmarkt einschnüren und so fort – dies ist schlicht ein neoliberaler Ansatz, der in diesem Fall 150 Jahre in der Geschichte zurückweist.

Regellos – und alles wird gut?

Die Idee dahinter ist, dass Verträge auf individueller Ebene jeden teilhaben lassen. A bietet seine Arbeitskraft an, B fragt diese zu einem Preis an, der letztlich über das Produkt am Absatzmarkt wieder finanziert werden kann. Diese Vorstellung ist leicht naiv, so Kritiker. Die reine Durchlässigkeit fehlt in der Tag in zahlreichen Märkten, ist aber nicht überall für Probleme verantwortlich.

Es fängt damit an, dass die Kapitalausstattung naturgemäß nicht überall gleich sei. Das ist sozusagen Karl Marx „light“: Sammelt A Kapital (Maschinen, Immobilien etc.) an und vererbt sie an A2, kann A2 mit seiner Arbeitskraft schlicht einen ganz anderen Hebel einsetzen und die Ergebnisse vervielfachen. Zur grundsätzlichen Kapitalausstattung zählen dann allerdings ebenso Randbedingungen wie das Klima allgemein, das Wetter, die Bodenbeschaffenheit, Qualität und Ausmaß der Ausbildung von Arbeitnehmern und so fort. Kurz gesagt, gibt es stets so viele Einflussfaktoren, die auf gesellschaftlicher Ebene Märkte stören können – nicht müssen. Die reine Regelfreiheit allerdings führt dazu, dass die Ungleichverteilung stets zunimmt (ohne politische Moral – aber ein Beispiel kennen die meisten von uns als Monopoly. Je mehr Runden gedreht werden, desto schneller wächst die Ungleichverteilung. Genau dies passiert allerdings auch in realen Gesellschaften, ganz ohne bösen Willen oder dergleichen).

Wenn aber die Armut strukturell bedingt immer größer werden muss, sollte eine Gesellschaft eingreifen können, meinen andere Armutsforscher. Dann stimmen die Bedingungen nicht mehr. Hier gibt es interessanteste Ansätze über verschiedene Bildungssysteme, über Steuersysteme oder das Geld an sich. Was die Armutsforscher hier leisten, ist schlicht reine Marktideologie, die beispielsweise die Rentenpolitik am Ende vollkommen schuldfrei spricht.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das ist Anarcho Liberalismus pur. Erst wird der Staat an die Wand gefahren, damit die Allmächtigkeit der Wirtschaft entstehen kann.

    Wenn es dann nicht klappt, wird nach dem Staat gerufen, der es dann richten soll. Doch der ist nur noch ein klägliches Überbleibsel.

    Damit kann dann das internationale Finanzkapital alles, wirklich alles übernehmen und wir leben in er schönen neuen Welt der NWO.

    Übrigens, wir leben gerade in dieser Übergangszeit. Die Hilferufe der Wirtschaft sind jetzt, vor der großen Rezession, schon deutlich zu hören.

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  • Nobelpreis an Armutsforscher: Eine Blamage – Die Welt 27. Oktober 2019

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  • Nachrichtencenter | News im Minutentakt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 27. Oktober 2019

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