Nie wieder arbeiten? Sendung zum Grundeinkommen auf BR

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Zur besten Sendezeit bringt das Bayerische Fernsehen am Montag dem 07.04 eine 45-Minuten-Sendung zum Thema Grundeinkommen. Das ist gut so, denn seien wir mal ehrlich – wenn man sich die Debatte der letzten Jahre dazu anschaut, drängt sich doch die Frage auf: Wer soll eigentlich über die Einführung eines Grundeinkommens entscheiden? – Die Bürger doch offensichtlich nicht, denn die werden ja von der Welt der Initiativen, Foren und Bewegungen nicht angesprochen. Wer sich über das Thema einmal grundsätzlich informieren will, wird schnell darüber belehrt, dass das nur etwas für Experten, alles sehr kompliziert und aus mindestens 23 verschiedenen Blickrichtungen zu sehen ist. Auch große Plattformen wie grundeinkommen.ch und grundeinkommen.de bieten kein Positionspapier an, aus dem hervorgeht, worauf man sich als Gemeinschaft verständigen könnte. Na dann, denkt sich der Bürger, warten wir mal, bis die sich geeinigt haben.

Grundeinkommens-Initiativen halten auf ihren Websites und Blogs unzählige Informationen bereit. Aber was tun diejenigen, die sich nicht tagelang in die Materie einlesen wollen? Ja, es gibt auch Bücher, die einen Überblick bieten; eine sehr umfassende Behandlung des Themas findet man z.B. bei  Blaschke (2010). [i] Das ist eine empfehlenswerte Schrift für alle, die sich tiefer mit der Materie beschäftigen möchten. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist sie wegen ihrer akademischen Sprache allerdings wenig geeignet. Eine abgespeckte Variante hat der VSA Verlag in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung (2012) herausgebracht. Sie trägt den Titel „Grundeinkommen. Von der Idee zu einer europäischen politischen Bewegung“ und steht zum kostenlosen Download bereit. [ii]

Nur leider ist auch diese 250-Seiten-Fassung als Instrument zur Formierung einer breiten Bewegung ungeeignet. Ich möchte den Autoren die einfache Frage stellen: Wer erklärt es denn mal dem Volk? Was glauben Sie, wer wird sich wohl mit Begriffen wie „Dekommodifizierung“ herumschlagen und einer „idealtypischen Einteilung in marktliberale und emanzipatorische Begründungs- und Ausgestaltungsansätze“ folgen können und vor allem wollen? Jedenfalls nicht die politisch mäßig Interessierten – also die herrschende Schicht in allen Demokratien dieser Welt – um die sich komischerweise niemand argumentativ kümmert (außer den Demagogen).

In einem Kommentar zu meinem Beitrag „Der fehlende Gang im Aufklärungsgetriebe“ hat der Kommentator chattison angemerkt, dass Aufklärung die Bereitschaft zur Anerkennung voraussetzt:

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„Sie erkennen etwas, sind dadurch aufgeklärt, sofern Sie das Erkannte auch anzuerkennen bereit sind.“

So selbstverständlich dies auch klingen mag, hier liegt das große Problem; denn meine Bereitschaft, etwas anzuerkennen, hängt in erster Linie davon ab, wer es mir erklärt und in welcher Form es mir erklärt wird. Die Insassen der akademischen Elfenbeintürme sind dazu offensichtlich nicht bereit und (mildernde Umstände!) meist auch nicht in der Lage. Also wäre es Aufgabe Nr. 1 für jede Bewegung, die Kerngedanken der Experten in populäre Form zu bringen, und daraus eine eigene Position zu erarbeiten, die man Außenstehenden auch vermitteln kann.

Hoffen wir also, dass die Sendung des BR etwas zur allgemeinen Erleuchtung beiträgt. Wir werden dann an dieser Stelle darauf eingehen.

[i] Blaschke, Ronald  u.a. “Grundeinkommen. Geschichte – Modelle – Debatten” Berlin: Karl Dietz 2010

[ii] Blaschke, Ronald  u.a. “Grundeinkommen. Von der Idee zu einer europäischen politischen Bewegung” Hamburg: VSA 2012

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