in Gesellschaft

Meinung. Über Jahre wurde an westlichen Schulen und Universitäten die Heilslehre des Neoliberalismus und der Globalisierung gepredigt: Möglichst keine staatlichen Regulierungen, alle Märkte durchlässig, survival oft he fittest – mit diesen Schlagworten lässt sich diese Lehre in etwa auf den Punkt bringen.

Und mit dem Predigen hüben und drüben schlug das Übel Wurzeln: Die Theorie wurde zum starren Glauben vieler Ökonomen, die heute an wichtigen Schalthebeln der Macht herumfingern, sei das in der Politik oder in der Wirtschaft, und nicht davon lassen können, das heilige Markt-ist-alles-Prinzip über sämtliche Lebensbereiche zu stülpen. In deren Wirtschaftsverständnis unterscheiden sich Windeln nicht wesentlich von Kartoffeln und Kartoffeln nicht wesentlich von Büchern – es sind schlicht Dinge bzw. Güter, die man im gleichen Marketingtopf stampft und besser oder weniger gut durch den Markt wurstelt. In Anlehnung an die letzten Gedanken nenne ich diese Kulturkrämer Knollenökonomen.

Beherrsche das Buch – dann beherrscht du das Land

Aber nicht nur Knollenökonomen bestimmen über das Schicksal des Buches, auch die CIA scheint kräftig im Kulturgeschäft mitzumischen. In dem erhellenden Arte-Bericht „Benutzt und gesteuert – Künstler im Netz der CIA“ wird deutlich, wie sehr dieser Geheim- bzw. Agitationsdienst in den fünfziger und sechziger Jahren versuchte, Europas intellektuelle Welt zu steuern und zu manipulieren. Die Schlussfolgerung, die sich daraus ziehen lässt: Die CIA hat damals so sehr den Kunst- und Kulturmarkt aufgemischt, dass dieses Interesse auch heute wohl nicht ganz erloschen ist. Und sie ist vermutlich nicht ganz unschuldig daran, dass in diesen Tagen die in den Denkschalen transatlantischer Think-Tanks gegossenen neoliberalen Betonschädel Bücher wie Kartoffeln behandeln – und natürlich dafür sorgen, dass keine allzu heißen unter ihnen auftauchen, an denen sich transatlantische Machtfinger Blasen holen könnten.

Absatzkanäle – vor allem die Großverlage (ver-)stopfen sie

Nur zu gut passt es in das angloamerikanische Konzept, dass sich heutzutage die Großverlage wie fette Kraken an den Verkaufskanälen festklammern, diese energisch mit vorwiegend politisch harmlosen oder linientreuen Büchern stopfen und dafür sorgen, dass der Buchmarkt stets übersättigt ist und unbequeme Autoren kein Gehör finden. Oder haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Udo Ulfkotte mit „Gekaufte Journalisten“ nicht in einem der vielen Verlage von Random House erschienen ist? Der gigantischen Verlagsgruppe der Bertelsmann-Stiftung (wikipedia:„wirtschaftsliberale deutsche Denkfabrik“), die 2014 einen Umsatz 3,324 Milliarden Euro (Quelle: statista.com) erzielt und weltweit zu den umsatzstärksten Medienkonzernen gehört? Dass er glücklicherweise trotzdem Gehör findet, liegt wohl einzig und allein daran, dass ein Publikum sein Gesicht bereits gekannt hatte, bevor er das System in Frage zu stellen begann.

Kurz und schlecht: Durch neoliberale Strukturen wird der längerfristige Speicher einer Kultur und damit das Denken der geistigen Elite maßgeblich zum Negativen beeinflusst, nicht zuletzt, weil kritische Bücher von unbequemen Autoren gar nicht erst in die Kanäle hineinkommen und so ihre Kontrollfunktion nicht ausüben können. Wuchernde und schädliche (transatlantische) Machtstrukturen werden nicht hinreichend benannt und Europas Rechtsstaatlichkeit stark geschwächt und unterminiert.

Auch 2012 fällt das Volk in der CH ein neoliberales Urteil über das Buch

In Anbetracht der amerika-servilen und amerika-lobhudelnden Schweizer Presse ist es nicht verwunderlich, dass 2012 in der Diskussion vor der Abstimmung über die Einführung der Buchpreisbindung vorwiegend marktwirtschaftliche Überlegungen eine Rolle spielten – und nicht kultur- und staatspolitische, die unbedingt im Vordergrund hätten stehen müssen. Nach der Volksabstimmung, die zu Ungunsten der Preisbindung ausfiel, wurden die Wunden geleckt und Forderungen nach staatlicher Förderung laut – man solle die Verleger unterstützen wie Kinobetreiber, die sich um eine Vielfalt des Angebots bemühten. Bundesrat Bersét ging darauf ein und in der Kulturbotschaft 2016 – 2020 sind Fördergelder von 2 Mio. Schweizer Franken für Kleinverlage budgetiert. Dass die allerdings gesprochen werden, ist zu bezweifeln, denn schon hat sich eine bürgerliche Koalition gebildet, um das Gesamtpaket zu zerfleddern

In den siebziger und achtziger Jahre: Ex Libris stärkt das Schweizer Verlagswesen

Dabei wäre eine Unterstützung der Kleinverlage bitter nötig. Dass sie nicht auf Rosen gebettet sind, zeigt der Umstand, dass seit den späten neunziger Jahre zwei renommierte Schweizer Verlage eingegangen (Amman Verlag, Haffmanns Verlag) und zwei weitere unter das schützende Mäntelchen von Verlagskonzernen gekrochen sind (Nagel&Kimche, Pendo). Da wünschte man sich Zustände der siebziger und achtziger Jahre zurück, als Ex Libris, ein Unternehmen der Detailhandelsgenossenschaft Migros, eine wichtige Stützfunktion für das Schweizer Verlagswesen bildete. Wollte zum Beispiel ein Verlag den Erstling eines noch unbekannten Schriftstellers herausgeben, so übernahm Ex Libris eine Lizenz und teilte mit dem Verlag das Risiko.

Patrick Süskind profitierte von Ex Libris

Auch der Erfolgsautor Patrick Süskind wurde so an die Öffentlichkeit gehoben. Daniel Keel, der damalige Chef von Diogenes, fragte Max Schmid, den verantwortlichen Lektor bei Ex Libris, an, ob er Interesse an einem Typoskript habe, und händigte ihm den Text von „Das Parfüm“ aus. Dieser erwies sich für beide Verlage schließlich als großer Glücksfall. Natürlich waren Bucherfolge nicht an der Tagesordnung, und Ex Libris konnte die Stützfunktion nur gewährleisten dank einer Quersubventionierung: Man verkaufte neben Büchern auch Plattenspieler, Kassettenrekorder und andere elektronische Geräte und konnte dank dadurch erzielten Gewinnen einen allfälligen Verlust aus dem Buchgeschäft abfedern. Mit dem Aufkommen der Discounter in der Unterhaltungselektronik fiel diese Einnahmequelle weg und die betriebswirtschaftlich orientierten Manager (bereits mit dem Virus des Knollendenkens infiziert) besannen sich auf Straffung des Sortiments. Das hieß: Abbau der bisherigen Buchklubstrukturen und Konzentration auf den Verkauf von Bestsellern.

Neunziger Jahre – eine Durststrecke beginnt

In den 90er und 00er Jahren, in denen das Mantra der Globalisierung und des Neoliberalismus in jedem Landkiosk rauf- und runtergebetet wurde und man sogar im Schulwesen nicht mehr von Schülern, sondern von Kunden sprach, hat sich diesbezüglich natürlich nichts geändert. Das Buch war mehr denn je dem Kartoffelknollendenken unterworfen. Und ganz in diesem Kartoffelknollengeist lehnte der Bundesrat 2007 die Ausnahmeregelung für ein Buchkartell ab und hob das Bundesgericht die Kartellpreisbindung auf. 2012 fasste das Parlament die Buchpreisbindung als neuen Weg ins Auge und scheiterte damit vor dem Volk.

Wegen geringen Inseratenvolumens von Leitmedien oft ignoriert

Erst zu Beginn der 10er-Jahren kommt manchen den Verdacht, dass das Wüten der Knollenökonomen zu einer Verarmung des Buchmarkts führt, da allerorts über die schweren Bedingungen der Buchhandlungen geklagt wird und nicht wenige schließen müssen. Und in der Tat, Kleinverlage und Kleinbuchhandlungen in der Schweiz haben es schwer. Eines ihrer Hauptprobleme ist es, dass die Verlagskonzerne die Verkaufskanäle für sich beanspruchen und das Lesepublikum nach aller Marketingkunst mit der Buchkost aus ihrer Großküche füttern. Nicht dass es darunter keine Festmenüs gäbe – doch das Verhältnis von Festmenüs und Lesetrockenfutter ist wohl bei den großen Verlagen nicht anderes als bei den kleinen. Letzteren fehlt für ein kräftiges Rühren der Werbetrommel aber das Geld, auch werden sie von den Leitmedien links liegen gelassen, weil sie eben nicht zu den besten Inseratenkunden gehören (und vielleicht gar die Frechheit besitzen, systemkritische Köpfe zu publizieren). Ebenso ist es ihnen in der Regel verwehrt (können sie den Obolus nicht aufbringen?), ihre Bücher auf den begehrten Auslagetischen der Großbuchhandlungen zu präsentieren.

In der Broschüre Books (Orell Füssli, Nr. 1/2015) wird deutlich: Kleinverlage fast nicht präsent

Ein Blick in die Broschüre books von Orell Füssli (Buchhändler-Platzhirsch in der CH) bestätigt den Verdacht, dass für die kleinen Verlage die Luft dünn ist. Es lässt sich nämlich feststellen, dass von 70 vorgestellten Neuerscheinungen (ausgenommen Koch-, Kinder- und Musikbücher) gerade mal zehn von unabhängigen Verlagen stammen, deren Umsatz weniger als 20 Mio. Euro beträgt und die nicht in einen der finanzstarken Verlagskonzerne eingebunden sind. Und nur von einem Schweizer Kleinverlag, nämlich Dörlemann in Zürich, wird ein Buch präsentiert. Mit anderen Worten: Diese Broschüre ist zwar kein Beweis, aber ein deutlicher Hinweis, dass Büchern von Schweizer Kleinverlagen im Vertriebskonzept der Orell-Füssli-Buchhandlungen lediglich eine marginale Bedeutung zugemessen wird.

Unbequeme Stimmen ein Muss für den Erhalt der Demokratie

Dass sich auf dem Büchermarkt etwas ändern muss, ist offensichtlich. Es ist verheerend, wenn auch in Zukunft weiterhin bloß liberal-marktwirtschaftliche Überlegungen bzw. transatlantische Think-Tank-Theorien eine Rolle spielen, die staats- und zivilisationserhaltende Bedeutung des Buches nicht stärker gewichtet wird und mächtige Verlagskonzerne das Buchgeschäft dominieren. Denn diese erweisen sich in der Regel als schlechte Förderer unbequemer Stimmen. Gehen diese aber verloren, geht auch die Zivilisation vor die Hunde, da sie unter anderem helfen, verkrustete (transatlantische) Machtstrukturen aufzubrechen und Missbrauch im Zaum zu halten.

Primat des Geistes – und nicht Primat des Geldes

Meine Hoffnung: Politiker begreifen endlich, dass sie Europa nur dienen können, wenn sie sich von der Hundchenleine der Trans-Atlantiker ebenso wie von der Doktrin des Neoliberalismus lösen. Vielleicht gelangen sie dann zur Einsicht, dass das Buch eben nicht wie eine Kartoffel gehandelt werden darf, dass es mehr als nur ein Konsumgut ist und Strukturen geschaffen werden müssen, die allen Autoren und Verlagen faire Startbedingungen ermöglichen. Und last but not least – schön wäre, wenn der Grundgedanke, der die kontinentaleuropäische Bildungslandschaft prägt, auch in der Buchförderungsdiskussion Einzug hielte: Nicht das Primat des Portmonees, sondern jenes des Geistes soll Startrampe für den gesellschaftlichen Werdegang sein.

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Kommentar

59 Kommentare

    • Das ist mal eine geistreiche Antwort! Über Inhalte kann man sicherlich verschiedener Meinung sein, aber ein … und tschüss … – Kommentar, der etwa gleichbedeutend ist mit „Halt doch die Schnauze!“ ist einer solchen Plattform, die der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt dient, und auf der Ansichten ernst genommen werden, nicht adäquat. Gut, so gesehen, hat auch der Ignorant das Recht seine Ignoranz kundzutun.

  1. so ein Quatsch, seit Jahrzehnten wird an den Unis keynesianische Schwachsinn gelehrt und Etikettenschwindel betrieben, es hat nicht ein Hauch an liberalem Denken. In der Praxis existiert seit 1913 weltweit keine liberale Wirtschaft, es wird manipuliert was das Zeug hält. Freie Märkte gibt es gar nicht. Reguliert wird nur zu Gunsten der Bankenmafia.
    Übrigens, die Bücherpreise in der Schweiz sind eine Frechheit, auch sonst werden unter dem Deckmantel der Kulturförderung tausende Bücher herausgebracht, die nur ein Ziel haben, politische Gehirnwäsche der Massen, alles Ramsch das ohne die Subventionierung niemand verlegen würde. Die Künstler sind fast ausgestorben, meist nur noch Parasiten am Tropf des Staates.

  2. An Stan: Kühl bleiben, nachdenken, dann verstehst du es: libereraler Markt führt zwangsläufig dazu, dass einige Geld akkumulieren. Das setzen sie (Oligarchen und Konzerne) dann in der Regel zu unlauterem Wettbewerb ein – Politiker schmieren, Absatzkanäle für sich beanspruchen, Geheimdienste vereinnahmen etc. Dann haben wir eben keinen liberalen Markt mehr. Paradoxie verstanden?
    Oder bist du vom JTRIG?

    • @corrazzi
      offensichtlich hast Du keine Ahnung, denn Konzentration des Reichtums in die Hände kleiner Minderheit ist genau die Folge vom Schneeballsystem das wir heute haben. Liberaler Markt kann nicht existieren, wenn „Geld“ aus der warmen Luft erzeugt wird. Klar können Oligarchen die Politclowns kaufen, wenn sie unbegrenzt Geld Schöpfen können
      Darum braucht es Goldstandard, Abschaffung des Zahlungsmittelzwangs,der Zentralbanken und der Zinsmanipulation. Von dem verstehst Du aber wie man sieht, Bahnhof.

  3. Warum denn so abfällig, beinah‘ aggressiv? Der Liberalismus im wahren Sinne des Wortes ist genau durch die Funktionen, die Marco aufzählt, zum Scheitern verurteilt. Da hilft auch kein Goldstandard. Erst müssen mal die Finanzwirtschaft und die Realwirtschaft entflochten werden. Der Spekulationswahnsinn in der Finanzwirtschaft führt zu sozialen Katastrophen – auch mit Gold wird spekuliert. Da haben wir mit der Finanzkrise 2008 und Griechenland erst einen kleinen Vorgeschmack davon erhalten.
    Aber der Artikel von U. Bigler sagt aus, dass das Buch als Kulturgut nicht gleich behandelt werden kann, wie irgendeine Ware sonst. Hier müssen die Überlegungen einsetzen, ob diese Meinung richtig ist oder falsch. Das ist in jedem System zu bedenken.

  4. na ja, eine Versammlung der Ahnungslosen, man kann ja alles behaupten, Hauptasache es finden sich genug Deppen die es glauben.

    • Mein lieber Stan, mit der Kritik an der Geldschöpfung aus dem Nichts hast du ja so recht. Aber … wenn du die Geschichte verfolgst, hat auch der Goldstandard die Wirtschaftskrisen nicht verhindert. Da liegen die Gründe um einiges tiefer. Welches ist denn der wirkliche Standard, an dem eine Währung gemessen werden kann. Das ist das Bruttosozialprodukt eines Volkes – da liegt auch der Denkfehler in der EU! Hier sollen die unterschiedlichsten Volkswirtschaften über einen Leisten geschlagen werden. Das geht nicht. Die Folge davon: Der Finanzfaschismus des Neuen Deutschen Reiches unter der Fuchtel von Merkel und Schäuble, bzw. deren Hintermacht USA. Da liegen die Wurzeln eines neuen Faschismus, vor dem uns Gott oder unsere Erkenntnis bewahre.

      • na ja Peter, bei deiner Verfolgung der Geschichte ist dir entgangen, dass es kein System gibt und niemals wird geben, in dem es keine Wirtschaftskrisen gibt. Wenn du bei deinem „Studium“ eine stärkere Luppe nimmst, wirst du feststellen, dass es unter Goldstandard nie eine derart grosse Kreditblase gab wie wir sie heute haben. Auch 1929 war es schon lange kein Goldstandard und die Krise ist klar auf das Konto Politidioten, die nach dem I.Weltkrieg das System sabotiert haben. Das BIP ist überhaupt kein Massstab solange die Berechnungsmethoden, wie kürzlich, von Politclowns beliebig manipuliert werden. Zum Beispiel das BIP der USA ist mindestens zu 65% nur ein Verschieben der IOUs hin und her, ein Luftballon der nur auf eine Nadel wartet.

  5. Natürlich, mein lieber Stan, solange die Finanzwirtschaft die Realwirtschaft dominiert, wird manipuliert. Daher muss dieser skundäre Wirtschaftskreislauf der Finanzwirtschaft entweder von der Realwirtschaft entflochten oder schlicht verboten werden. Ein Verbot der Finanzwirtschaft (Geld ist keine Ware!!!) allerdings wird schwerlich möglich werden, da alle maßgebenden Leute davon profitieren, bis die immer wieder entstehenden Blasen platzen. Dann profitieren nur noch die paar wenigen, welche die Blasen platzen lassen und die letztlich die Fäden in den Fingern haben. Du weißt von welchen ich schreibe.
    Aber eben, im Artikel von U.Bigler geht es um das Buch als Kulturgut und ob es wie jede andere Ware behandelt werden soll oder nicht …

    • offensichtlich verstehst du nicht, dass die Finanzwirtschaft nur Sympthom und Folge der ungedeckten Währung ist, na ja, manche brauchen etwas länger.
      Das Buch an und für sich ist kein Kulturgut, es gibt aber Bücher die es sind. Darum ist die Subventionierung der Kultur allgemein völlig daneben, denn 80% ist Ramsch.

  6. Oh, la, la. Dann hätte es also mit Golddeckung keine spekulative Finanzwirtschaft gegeben … Im 17. Jahrhundert herrschte in Holland Tulpenfieberwahn. Jeder wollte mit der Pflanze Geld verdienen. Selbst Dummheit schadete nicht, solange sich ein größerer Dummkopf fand, der das Gewächs teurer abkaufte. Die Preise stiegen in abenteuerliche Höhen (1 Zwiebel umgerechnet 87’000 EUR) – bis die Blase platzte. Und genau gleich wird mit Gold spekuliert … du kommst so auch mit gedeckter Währung nicht zum Spekulationswahn raus. Die Finanzwirtschaft ist eher ein Symptom des Egoismus und Machbarkeitswahns, eines falsch verstandenen Liberalismus.
    Ob Bücher Ramsch sind, überlassen wir dem Urteil der Leser. Da eine Norm zu setzen ist…

    • wie man sieht, du hast nichts verstanden, die Tulpenmania war vergleichsweise harmlos und hat vor allem die gut betuchten Schichten getroffen, gegen menschliche Dummheit ist noch kein Kraut gewachsen, an dem wird kein System was ändern. Der Grund für die Mania war aber in der massiven Ausweitung der Geldmenge, Silber und Gold aus aller Welt flossen nach Holland, weil es nur dort in einem festen Verhältnis umgemünzt wurde in Devisen, in anderen Ländern hat man betrogen. Ergo, wieder Politikerfinger drin. Egoismus ist ein Sympthom menschlicher Natur, das haben schon die Marxisten nicht begriffen und an die Nase gefallen, mit Finanzwirtschaft hat es nichts zu tun. Darum muss man den Staat aus dem Geldsystem fern halten.

      • Mein ieber Stan,
        Die treibenden Kräfte, welche die Finanzwirtschaft ankurbeln sind doch Egoismus und Machtgier … diese sind aber nur ein Aspekt des Menschen, eben seine zerstörerische Seite. Wenn du nur diese als menschlich bezeichnest, dann sind wir wirklich am Abgrund, an den uns deine sog. Politclowns und Gottes falsch verstandener Finger des falsch verstandenen Liberalismus hingeführt haben.
        Der Mensch besteht aber nicht nur aus Egoismus und Machtgier – spürst du selber nicht etwas in dir, das Vernunft heißt, Einsicht und Erkenntnis? Aus diesen Eigenschaften heraus können Wirtschaftstheorien als das durchschaut werden, was sie sind: stümperhafte, lineare Denkversuche, die nichts mit der komplexen Wirklichkeit zu tun haben.

        • du bringst mich wirklich zum Lachen, es fehlt nur noch der Vorschlag, dass wir uns alle umarmen, unser Geld zusammenlegen und dann braucht es nur noch einen weisen Mensch, der alles verwaltet und gerecht verteilt.Ende des Märchens. Für Leute wie dich würden sogar kleine Kinder vor 20 Jahren in Osteuropa Mitleid empfinden, die haben es nämlich erlebt.

    • das beste Beispiel was passiert, wenn man den Goldstandard sabotiert ist der John Law Debakel, das war genau das Vorbild der heutigen Blase.
      Die Tuplpenmania wurde in der Neuzeit völlig aufgeblasen und für Kapitalismus bashing durch die Linke benutzt. Hier in dem vorletzten Abschnitt wird es dann korrekt beschrieben.
      Was du nicht verstehst, ohne die Spekulation hätte es keine Industrierevolution gegeben und kein Risikokapital für die Wirtschaft. Heute ist es natürlich völlig anders, reines Casino Dank fiat money.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie

      • @Stan
        „Was du nicht verstehst, ohne die Spekulation hätte es keine Industrierevolution gegeben und kein Risikokapital für die Wirtschaft.“ Welche Studie belegt deine Behauptung? Kannst du die Quelle angeben?
        Oder sind für dich „Spekulation“ und „Risikobereitschaft“ Synonme?

  7. … Gesinnungstyrannei.
    Die Blase konnte damals nur entstehten, weil aus der Tulpenzwiebelspekulation ein Handel mit Schuldwechseln entsproß. Dies entspricht genau der Problematik, die wir heute in der Finanzwirtschaft haben, wo mit jeglichen Papieren gehandelt und spekuliert wird, so dass einem nur noch schlecht werden kann …

  8. Was mich befremdet in der Diskussion, ist dein Spott gegenüber einem Diskussionspartner, der sich die Mühe nimmt, sich mit dir auseinanderzusetzen.
    Haben Vernunft, Einsicht und Erkenntnis etwas zu tun mit Friede, Freude, Eierkuchen … Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn aber die Wirtschaftsdogmen den Stellenwert früherer päpstlicher Kirchendogmen erhalten haben, so wie dies sowohl bei den Anhängern von Milton Friedman als auch bei den sog. Keynesianern der Fall ist, ist man nicht offen für neue Gedanken und neue Wege. Man mache sich nur mal Gedanken über das Dogma der Preisbildung von Angebot und Nachfrage … eine neue Begriffsbildung diesbezüglich ist möglich, würde aber wohl von den dogmatischen Anhängern beider Seiten abgelehnt.

  9. ach ja? Merkwürdigerweise hat dich der Spott mir gegenüber vom Corrazzi nicht gestört und hast prompt für ihn Partei ergriffen.
    Dein Problem ist, du kannst nicht unterscheiden zwischen Dogmen gewisser möchtegern Ökonomen wie Friedman oder Keynes und der durch Tausende von Jahren entstandener Wirkung der Märkte, die auch heute noch, obwohl Jahrzehnte sabotiert, wirkt und die das Kartenhaus zum Absturz bringt. Du möchtest einfach Dogmen die nicht funktionieren durch neue ersetzen, die deiner Vorstellungen entsprechen. Du hast einfach Pech, eine intuitive Handlung von Millionen ökon. Subjekten kann man nicht nach Belieben steuern, schon gar nicht durch marxistische Apparatschiks die glauben alles besser zu wissen.

    • Sorry, du eröffnest dein erstes Statement mit „…so ein Quatsch!“ Wer so aggressiv in den Wald ruft, sollte nicht auf Mimose machen.

    • „Du hast einfach Pech, eine intuitive Handlung von Millionen ökon. Subjekten kann man nicht nach Belieben steuern … “ Sicher nicht? Vielleicht liest du mal von Tim Weiner ( National Book Award, Pulitzer-Preis …) „CIA – die ganze Geschichte“.
      Darin wird eines klar: die CIA ist nicht so mächtig, weil sie unterdessen wohl über 1´000´0000 Menschen ermordet hat, sondern weil sie die potenteste Waffe überhaupt einsetzt: Geld, Geld und nochmals Geld.
      Wer finanziert alle die braven transatlantischen Stiftungen, die politisch Einfluss nehmen? Nicht etwa die CIA?

      • mach dich nicht noch mehr lächerlich, was hat denn damit CIA erreicht? Seit 1971 geht es mit dem System bachab und wir sind nicht weit vom Totalkollaps, man kann den Markt Jahrzehnte lang sabotieren am Ende wird die Fallhöhe nur noch grösser, probiere mal zu repetieren wie eine exponentielle Funktion geht vielleicht klingelt es einmal.

        • gestern in der Sendung über Snowden auf phoenix kam Michael Hayden zu Wort: Die USA beschäftigen 100´000 Geheimdienstleute. Welches andere Land auf der Erde tut dies? Und jetzt kannst du ja mit deiner Mathematik ausrechnen, was das für eine Lohn- und Steuersumme gibt. Ich hoffe auf ein Argument und rechne mit einer Beleidigungskeule :-)

          • man braucht dich nicht explizit zu beleidigen, das besorgen deine Beiträge schon selbst. So so 100000 Spitzel, hoffentlich hast du vom lauter Erstaunen nicht vom Sessel gefallen. Das ist ein Peanut im Vergleich mit der Sowjetunion und die ist auch schon auf dem Abfallhaufen der Geschichte. Es hat auch keinen Sinn dir zu erklären, dass die Lohnsumme egal von wie viel Arbeitssklaven im Vergleich mit den Billionen Schulden und Hunderten von Billionen von Derivaten völlig irrelevant ist, du kapierst es so oder so nicht.

  10. ich bin Erstens keine Mimose, nicht ich habe mich als Erster beschwert, sondern Peter und Zweitens bin ich gewöhnt Sachen mit dem richtigen Namen zu nennen. Nach 38 jahren Praxis auf dem Gebiet weiss ich vom Thema einiges, im Gegensatz zu Hobby-Oekonomen deiner Sorte. Es ist nämlich ein totaler Quatsch was du hier bringst.

    • Irgendwie hast du die Taktik raus, dass du es verstehst, die einzelnen angesprochenen Punkte elegant zu umgehen und andere Ansichten mit Quatsch zu bezeichnen oder Beispiele zu bringen, die den Realbezug zur Gegenwart längst verloren haben (Sowjetunion-Vergleich), ansonsten könntest du vielleicht einmal versuchen zu verstehen, was Diskussionspartner ausdrücken möchten, anstatt stets zu zeigen, was für ein toller Fachmann du bist und wie selbst Friedman und Keynes in deinem Glanz müde verglimmen.

      • den Bezug zur Realität hast du verloren, die Methoden der Sowjetunion werden nämlich mit kleinen Modifikationen im Westen appliziert, vor allem in der EU aber auch in den USA. Du hast aber noch keinen Vorschlag gemacht wie man die Krise lösen kann, also los, greif in deine marxistische Mottenkiste das man was zum Lachen hat.

  11. Doch, doch, 38 Jahre Praxis, das ist schon allerhand. Und du sagst, du hast die durch Jahrtausende entstandenen Märkte durchschaut. Dann weißt du sicher, wie die Entwicklung von der Naturalwirtschaft sich zu der des Sekundär- und Tertiarsektors verhält und dass die Fortschritte durch die Ideen des menschlichen Geistes bzgl. Rationalisierung, Technologisierung und Übergang zum Dientsleistungsektor erlangt wurden. Es ist nicht die Entwicklung, die das menschliche Denken bestimmt, sondern es ist das menschliche Denken, welches zu den Fortschritten führte. Daher ist es nicht richtig, wenn du sagst, dass es ohne Spekulation die Industrielle Revolution nicht gegeben hätte. Die Erfindungen wären auch anderswie finanziert worden, aber mit Garantie.

    • na klar, vielleicht wären sie sonstwie finanziert nur hätte die Industrialisierung 200 Jahre länger gedauert. Es hat keinen Sinn über die Details zu streiten, wenn du nicht verstehst wie das Geldsystem und Kreditmarkt funktioniert, wirst du den Rest auch nicht verstehen, wir reden über Nebensächlichkeiten. Ihr könnt besser mit dem Corrazzi auf eurem ökonomischen Sandhaufen spielen,und sich gegenseitig zum Experten küren.

  12. @Stan, Beitrag „Stan 24.07.2015 um 16:19 -“
    Leider fehlt der Antwort-Button, darum hier unten.
    Jetzt wird es spannend: Meine Vermutung bestätigt sich, dass du nicht Deutsch als Muttersprache hast. „vom Sessel gefallen haben“ – das Simple Perfect wird im Englischen ausschliesslich mit „to have“ gebildet „Das ist ein Peanut …“ – peanut ist ebenfalls ein wenig gebräuchlicher Ausdruck im Deutschen, und einer, der der deutschen Sprache wirklich mächtig ist, verwendet „Sinn“ in einer anderen Wendung. Puristen verlangen nach der Formulierung: „es ergibt Sinn“. Darum nochmals die Frage: Bist du vom JTRIG oder einer ähnlichen Verbrecherbande?

    • klar Watson, du bist ein Genie, hast du es selber entdeckt oder mit fremder Hilfe?
      Klar ist Deutsch nicht meine Muttersprache, es ist Tschechisch, nach 28 Jahren in der Diktatur habe ich in die Schweiz übersiedelt, darum muss ich über eure Vorstellungen lachen, ihr habt beide Null Ahnung.
      Hast du schon unter deinem Bett nachgeschaut? Bestimmt hast du dort einen JTRIG Agent.

      • Ach so, ein Tscheche bist du. Also, da macht dich mir gleich viel sympathischer. Aber dass du noch nicht bemerkt hast, dass wir hier im Westen nach und nach in dieselbe totalitäre Jauchegrube verschwinden aus der du auftauchtest, das begreife ich nun tatsächlich nicht. Das gebe ich unumwunden zu!

        • mach dich nicht lächerlich Peter, vielleicht hast du nicht gemerkt, dass ich hier schon lange den Faschismus des Westens kritisiere, die Tatsache, dass der Westen genauso korrupt ist als der Osten es war heisst aber nicht, dass ich der Nostalgie nach Sozialismus verfalle, das konnte ich wahrlich lang genug „geniessen“, da weiss ich Bescheid.

          • Aber, lieber Stan, glaubst du, dass ich einen Sozialismus vertrete. Ich bin Unternehmer und sehe, was abgeht. Als KMU-ler gibts mir zu denken, was durch den Finanzfaschismus der Konzerne und deren Politmarionetten passiert. Wie Griechenland ausgeweidet wird … Wenn ich nach einer menschlichen Wirtschaftsweise strebe, heißt das nicht, dass diese sozialistisch sein muss. Brüderlichkeit ist ohne Freiheit nicht denkbar – und wenn du den Staat ganz ausschalten willst, willst du dann das Gewaltmonopol an irgendeinen Blackwater-Konzern verschachern? Da geht mir die libertäre Theorie zu weit. Die Wirtschaft für den Menschen, nicht umgekehrt! Dafür hat die Politik zu sorgen, welche die persönliche Freiheit zu garantieren hat und die Menschenwürde.

          • Peter du hast mich missverstanden, ich will nicht den Staat abschaffen, es braucht auch Regulation aber völlig andere als die meisten Kritiker des System verlangen. Damit es klar ist, der Staat hat im Geldsystem nichts zu suchen, muss aber ein funktionierendes Rechtssystem bereitstellen Das heisst:
            Eine Abschaffung des Zahlungsmittelzwangs, die Leute sollen selber entscheiden was sie als Geld benutzen möchten, weiter Abschaffung der Zentralbanken und der Zinsmanipulation, dafür aber Börsenzwang aller Finanztransaktionen über die Standardbörsen, kein Telefonhandel und kein graue Markt, und die Banken dürfen kein Börsenhandel in Eigenregie betreiben, nur für Kunden,dann ein Verbot der Futurekontrakte nur Optionshandel für Private erlauben

          • Lieber Stan, unkonventionelle Gedanken sind gut!
            Solche Überlegungen dürfen nicht illusionistisch angegangen werden:
            – Was ist die Natur der Zahlungsmittel, egal welcher Art?
            – Was ist die Aufgabe der Zahlungsmittel, egal welcher Form überhaupt?
            – Was ist Urproduktion?
            – Was ist Organisation der körperlichen Arbeit?
            – Was bedeutet Rationalisierung in der Industrie?
            – Kommt der Preis zwingend nur durch Angebot und Nachfrage zustande?
            – Was ist ein gerechtes, frei erworbenes Einkommen?
            – Welchen Anteil am BIP umfasst dieses?
            – Was ist Kapitalbildung?
            – In welchem Verhältnis stehen Natur, Grund und Boden (Ressourchen) – Arbeit (Wertbildung) – Kultur (Entwicklung, Fortschritt, Forschung, Kunst, Recht)

            – Das sind weiterführende…

          • … Fragen, die dann erst in die Problematik des Börsenhandels und der Spekulation einmünden. Diese müssen im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang betrachtet werden und nicht losgelöst von diesen Fragen. Vielleicht findest du noch weiter Felder, die diskutiert und ganz neu betrachtet werden müssen. Die Denkgewohnheiten diesbezüglich sind verheerend.

  13. Oho, das ist aber hart! Wieso soll ich denn das Geldsystem und den Kreditmarkt nicht verstehen? Eben weil ich es verstehe, sehe ich, dass das, was abläuft, in den von Menschengiergedanken kreierten Versklavungssystem seinen Ursprung hat. Es ist keinesfalls so, dass dieses aus dem Nichts entstanden ist – höchstens so, wie heute das Geld aus dem Nichts geschaffen wird … auch das ist ja eine menschliche Idee und nicht gott- oder naturgegeben. Daher kann es auch verändert werden in einem für die menschliche Gesellschaft günstigeren Sinn. Das geht aber nicht mit selbsternannten Päpsten, sondern nur mit lebendig denkenden Zeitgenossen.

    • @Peter
      nein, du irrst dich gewaltig, die Leute brauchen niemanden der ihnen erklärt was Geld ist und was die Aufgabe des Geldes ist,sie haben es Tausende Jahren gewusst, die letzten 120 sind nur winzige Episode, das Gleiche bei der Arbeit und was gerecht ist, du bist ein Sozi pur und weisst es nicht einmal. Und was du nicht verstehst, es gibt Niemanden der einen gesamtwirtschaftlichen Überblick hat, es kann auch Niemanden geben denn es gibt zu viele Variablen und die Statistiken sind Falsch. Das ist genau der Grund warum die Geldpolitik der Zentralbanken und der Politik allgemein immer daneben ist, ihre Trefferquote ist höchstens 5%. Was du hier bringst sind leere Worthülsen, so reden die Sozi möchtegern Intellektuellen auf ihrem…

      • @ Stan: Schade, ich hätte mich gerne auf eine Entwicklung von Gedanken zu diesen Fragen eingelassen. Wenn du mich als KMU-ler zu den Sozis zählst, dann ist das deine Sache. Dies zeigt mir aber, dass du in Vorurteilen gefangen bist. Damit, dass du sagst, dass niemand den Gesamtzusammenhang verstehen kann, blockierst du jedes Streben nach Wissenserweiterung und jeglichen Fortschritt. Das ist ein Bremsklotz-Dogma. Aber auch das ist deine Sache. Wirklich schade, dass du dich nicht darauf einlässt. Nun, ich Sozi-Möchtegern-Intellektueller entdecke gerne immer weitere und tiefere Zusammenhänge. Ob das dann jemand interessiert, kann ich nicht beeinflussen. Auf jeden Fall ergeben sich daraus Resultate, die sich in Mikroökonomie schon mal bewähren.

        • nein Peter das ist kein Dogma, das ist das zwangsläufige Ergebnis der 100 Jahren des Versagens, Regierungen, IMF, Weltbank Zentralbanken usw. beschäftigen Zehntausende Experten die jährlich Tonen von wertlosem Papier produzieren, beim Vergleich mit der Realität liegen sie regelmässig falsch. Und du stellst dir vor, dass plötzlich aus dem Nichts geniale Experten auftauchen und auf wundersame weise alles überblicken, das ist gelinde gesagt naiv. Die Wirtschaft ist Summe vom Agieren und Reagieren von Millionen Subjekten, das kann niemand richtig einschätzen. Du hast offensichtlich nicht gemerkt, das die Menschheit trotzt technologischem Fortschritt überhaupt nicht klüger ist als im Mittelalter.

          • Genau ein Argument, das ich von einem amerikanischen Geheimdienstler zur Augenwischerei erwarten würde: „Die Wirtschaft ist Summe vom Agieren und Reagieren von Millionen Subjekten, das kann niemand richtig einschätzen.“
            Und wenn du die Presse in der Hand hast, kannst du die grösste, abgrundtiefste Schweinerei begehen, ohne dass du Konsequenzen fürchten musst. Du kannst zum Beispiel zwei hohe Türme mit mehreren tausend Menschen darin zusammenstürzen lassen und dann das einem Gegner in die Schuhe schieben. Funktioniert ganz prima, die Leute kaufen das ab! Sind also ganz berechenbar!

          • Natürlich, wenn du davon ausgehst, dass sich das Bewusstsein der Menschen nicht entwickelt, dann kannst du alles der Natur überlassen … Oder denen, die überzeugt sind davon, dass dem nicht so ist. Diese packen die Gelegenheit und entwickeln ihr Bewusstsein so weiter, dass es ihnen zum Vorteil wird. Sie führen die Dummgebliebenen an der Nase herum und machen mit ihnen, was sie wollen. Es gibt Gesetzmäßigkeiten in der Natur, die nach und nach durchschaut werden. Ebenso gibt es solche im Weltenall. Also wir dringen im Mikrokosmos sowie im Makrokosmos in immer neue Dimensionen vor. Wieso sollte das im Bereich der Wirtschaft nicht möglich sein? Da verhältst du dich wie die päpstliche Inquisition im Mittelalter. Was nicht sein darf, ist nicht.

          • @ Marco Corazzi: Diese Überlegung drängt sich hier natürlich auf, das ist wahr. Gedanken darüber wie sich die Millionen und Millionen Subjekte weltweit manipulieren lassen werden seit immer gemachen. Heute einfach noch viel raffinierter. Daher, um auf das Buch zurückzukommen, ist es auch offensichtlich, dass große Verlage bestimmen, was veröffentlicht werden soll und was nicht. Denken wir nur an Amazon-USA: Da gibt es an Autoren Vorgaben, was Erfolg hat und was nicht.

          • @corrazzi
            hast du heute schon unter deinem Bett gewischt? Es wimmelt dort von Geheimdienstlern. Soeben untersuchen sie deinen Nachttopf auf „Sprengstoff“.

          • @ Stan
            Deine „amüsanten“ Zwischenspiele lassen mich vermuten, dass du doch nicht so kompetent bist, wie du vorgibst.
            Du lässt dich nicht ein auf die grundlegenden Fragen der Ökonomie und schiebst Millionen und Millionen von menschlichen Subjekten vor, aber für Sprengstoff im Nachttopf hast du jede Menge Sinn … komisch das!!!

          • @Peter
            ihr seid beide wirklich Einfaltspinsel, was du nicht kapierst, die Massen lassen sich politisch manipulieren und an der Nase führen, dass geht aber nur solange der letzte Trottel nicht merkt, dass es wirtschaftlich zu seinem Nachteil ist, dann ist fertig, das war im Ostblock so und bei anderen Pleitestaaten auch und so wird es bald auch in der EU und USA sein. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Wirtschaft nicht vom Schreibtisch eines Apparatschiks gesteuert werden kann, das gilt für jedes Regimes egal wie manipuliert oder demokratisch. Ihr seid beide oekonomische Analphabeten die über eine Entwicklung neuer Wirtschaftssysteme diskutieren möchten, lächerlich.

        • @peter
          Eine letzte Bemerkug, zur grundlegenden Fragen der Ökonomie hast du hier bisher kein Wort verloren, nur leere Floskeln und Worthülsen, eben typisch Sozi

          • Natürlich. Ich habe ja die Fragen mal in den Raum gestellt, weil ich sehen wollte, was du darauf sagst. Wenn du dich darüber austauschen willst, dann sag mal, wo wir beginnen wollen.

  14. @Peter @Stan
    Ja, Stichwort Amazon – bekanntlich haben sich die CIA und Amazon sehr lieb, Amazon verwaltet ja die Daten der Agency. Darum empfehlenswert für jeden Autor mit Ambitionen: kindle-self-publishing. Den Zensoren gerade mal das Werk als Erste vorlegen, damit sie dich mit ihren Trollen nachher fleissig im Internet bekämpfen können!
    Wie war das doch gleich in der Dikatatur in Tschechien?

  15. Erzähl mal! Wie war das denn in Tschechien mit der Diktatur. Damals war das doch noch die Tschechoslowakei. Aber ich als Westler weiß da viel zu wenig von. Erzähl mal im Zusammenhang mit Amazon und CIA. Das interessiert mich nun aber echt.

    • Frage an mich gerichtet? Die Zensur bei Amazon: sie verbieten ein systemkritisches Buch nicht, haben aber ihr Trolle, die sie darauf loshetzen. Sie lassen sich auch ohne viel detektivischen Spürsinn in der Regel entarnen (dazu braucht es keinen Holmes, da reicht ein Watson). Wenn sie es auf ein Buch abgesehen haben, rezensieren sie zunächst andere Bücher, um sich Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Auffallen tun die Trolle, wenn einer von ihnen innerhalb eines Monats 20 – 30 Bücher rezensiert. Diese Zahl ist eben auf seriöse Weise nicht möglich.

  16. Ja, erscheint logisch. Und du denkst, dass dies in der Diktatur der Tschechoslowakei oder halt dann des ganzen damaligen Ostblocks gleich funktionierte?
    Was meint denn da unser Tscheche dazu?

    • Tja, ich denke – im Westen schleicht die Zensur auf Samtpfoten daher, im Osten war es die Dampfhammermethode. Aber mal ehrlich, ohne Stans altmeisterliches Abkanzeln wird die Runde langweilig …
      Ich hatte ihm nur noch sagen wollen, dass ich keinen Sprengstoff im Nachttopf brauche – ich verlasse mich ganz und gar auf meine Mainzelmännchen. Die würden, dessen bin ich sicher, noch so gerne einem Ami-Spitzel mit dem Schlapphut den Hinter versohlen, wenn er denn unter mein Bett kriechen wollte.