in Gesellschaft

Nachdem Hacker sensible Daten von hunderten Politikern, Journalisten und Prominenten veröffentlicht haben, fürchten sie noch brisantere Leaks. Bislang wurden nur relativ banale Inhalte wie Telefonnummern und Adressen veröffentlicht. Dennoch hat die Bundesregierung Cyber-Alarm ausgerufen. Gerüchten zufolge sollen bald wesentlich pikantere Leaks, als nur Adressbücher oder belanglose Email-Korrespondenz veröffentlicht werden. Diese könnten nicht nur die gesamte Bundesregierung entlarven, sondern sämtliche Politiker in Berlin.

Schon im November 2018 kündigte der Twitter-Account „G0d“ an, dass es im Dezember bald zu „Adventskalender-Enthüllungen“ kommen werde, die für manche „heftig“ werden könnten. Am 1. Dezember gab es dann tatsächlich jeden Tag Veröffentlichungen. Obwohl die Behörden informiert waren, reagierten sie offensichtlich nicht. Über tausend Datensätze von allen Bundestagsfraktionen, von ARD und ZDF sowie von Prominenten sind veröffentlicht worden. Es wurden zumeist Daten über private und dienstliche Telefonnummern veröffentlicht, vor allem aber auch Emails und Chats zwischen Politikern und Journalisten, die in offenbar sehr offenem und engem Verhältnis zueinander stehen.

Jetzt befürchten auch andere Medien, dass sie bald von weiteren Leaks betroffen sein könnten. Auch die Politik ist in Aufruhr. Vor allem die Grünen, darunter Robert Habeck, Claudia Roth und Katrin Göring-Eckhardt sollen in heller Aufregung über die Leaks sein. Politiker und Prominente haben sich jetzt deswegen an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gewandt. Es müsse schnell und genau aufgeklärt werden, welche Behörde was wusste und wie darauf reagiert wurde, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Funke-Mediengruppe. „Es geht um den Schutz der Demokratie“, so Klingbeil. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik müsse den Vorgang zügig und lückenlos aufklären, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch und forderte zudem eine Neuaufstellung der Behörde. Grünen-Politiker Hofreiter sagte der Funke-Mediengruppe, dass es um die IT-Sicherheit in Deutschland offenbar schlecht bestellt sei. Der Schutz digitaler Infrastrukturen sei absolut unzureichend.

Medienberichten zufolge sollen jetzt Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) die Wohnräume eines 19-jährigen in Heilbronn durchsucht und den Mann verhört haben. Der 19-jährige arbeite im IT-Bereich und werde derzeit als Zeuge in dem Verfahren gegen den Hackerangriff geführt. Interessant, dass kurz nach Veröffentlichung der Leaks so schnell ein Verdächtiger gefunden wurde – im Vorfeld aber wider besseres Wissen nichts gegen die Hacks unternommen wurde.

Diese Nachricht, die in alle Medien breitgetreten wird, mutet wie das Legen einer falschen Fährte an – eine neue „Geschichte“ à la Relotius, um der Öffentlichkeit zu „beweisen“, wie einfach es selbst für Jugendliche ist, umfassende Daten zu hacken und zu veröffentlichen. Dementsprechend laut muss folglich der Aufschrei von Politik, Prominenten und Journalisten nach noch mehr Datensicherheit, Zensur und Überwachung durch offizielle Behörden sein. Sonst macht das ganze Medienspektakel keinen Sinn.

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  1. Es wäre einen Oskar wert und die Bundesbürger sollten alle 10 Euro stiften für die Enthüllungen. Alles was diese Personen schreiben, denken, verhandeln und untergraben muss an das Tageslicht. Es sollten dann an jeden Bürger kostenfrei Bücher mit dem Inhalt verteilt werden. Die Personen haben doch nichts zu verheimlichen oder? Warum also Panik, die Bürger sollen doch auch alle die Hosen runder lassen vor diesem Zeug.