in Gesellschaft

Jeffrey Epstein ist Investor, Multimillionär und verurteilter Sexualstraftäter. Der 66-Jährige wurde amerikanischen Medienberichten zufolge am Samstag verhaftet. Bereits 2007 stand Epstein unter Anklage. Damals berichtete der „Miami Herald“ in seiner Untersuchungsreihe „Perversion of Justice“, wie es Epstein gelang, durch ein Plädoyer zu entkommen, das ihm und seinen Komplizen Immunität gab.

Epstein wurde vorgeworfen, zwischen 1999 und 2006 fast drei Dutzend minderjährige Mädchen in seiner Villa in Florida missbraucht zu haben. Er soll den Mädchen 200 Dollar für eine Massage gezahlt und diese dann missbraucht zu haben. Er bezahlte die Mädchen außerdem dafür, andere Mädchen anzuwerben. So gelang es Epstein laut Medienberichten bis zu vier Mädchen am Tag zu missbrauchen.

Epstein besitzt die „Jungferninsel“ „Little St. James“ in der Karibik, auch bekannt als „Orgieninsel“ oder „Lolita-Island“ sowie mindestens einen privaten Boeing Jet 727, der den Beinamen „Lolita-Express“ trägt. Auf der Insel befinden sich neben luxuriösen Unterkünften und Konferenzräumen auch ein Tempel in ägyptischer Bauart. Sowohl Bill Clinton als auch Hillary Clinton sollen mehrfach Gäste auf Epsteins Insel gewesen sein, zusammen mit vielen bekannten Politikern, Unternehmern und Menschen aus der Unterhaltungsbranche Hollywoods. Auch der englische Prinz Andrew soll öfters Gast auf der Insel gewesen sein.

Trotz Untersuchungen des FBI und einer 53-seitigen Anklageschrift gelang es Epstein, sich damals einer Haft zu entziehen. Seine Anwälte handelten mit der Bundestaatsanwaltschaft einen „Deal“aus: Epstein bekannte sich in zwei Fällen der Prostitution schuldig und musste lediglich 13 Monate in einem privaten Trakt eines Gefängnisses schlafen. Tagsüber hatte Epstein Freigang, um zu arbeiten.

Im Gegenzug stellte das FBI die Ermittlungen ein, hielt den Bericht unter Verschluss und sicherte Epsteins Umfeld Anonymität zu. Dies ist besonders brisant, weil Epstein auch Kontakte zu Bill Clinton und dem britischen Königshaus pflegte. Alexander Acosta war damals der Bundestaatsanwalt, der auf den „Deal“ eingegangen ist. Acosta ist heute Arbeitsminister im Kabinett von US-Präsident Donald Trump. Konnte Trump Acosta dazu bewegen, den Fall wieder ins Rollen zu bringen?

Der „Miami Herald“ machte im Zuge der #MeToo-Debatte mutmaßliche Opfer Epsteins ausfindig und interviewte sie. Ein US-Bundesrichter urteilte im Februar dieses Jahres, dass die Staatsanwälte damals rechtswidrig gehandelt hätten. Ein New Yorker Berufungsgericht entschied schließlich vergangene Woche, dass 2.000 Seiten weitere Akten im Fall Epstein geöffnet werden sollen.

Wie der „Miami Herald“ berichtete, ist Epstein nun am Samstag nahe New York verhaften worden. Zudem durchsucht das FBI Epsteins Wohnung nach belastenden Beweisen. Die Akten könnten mächtige Politiker und Geschäftsleute entlarven. Epstein soll demnächst einem Richter vorgeführt werden. Hinter diesem Skandal könnte ein noch wesentlich größeres Netzwerk agieren. Wir sind dran. 

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