in Gesellschaft

Von Thalif Deen – (IPS) – Während ein noch nie dagewesener Zustrom von Hunderttausenden Migranten und Flüchtlingen aus Kriegsländern nach Europa anhält, geht eine neue Studie davon aus, dass die umfangreiche Zuwanderung aus ärmeren in reiche Staaten jahrzehntelang Einfluss auf die globale Wirtschaft nehmen wird. Ein renommierter Demografie-Experte sieht die Welt an der Schwelle zu einer neuen „Internationalen Bevölkerungsordnung“.

Laut der gemeinsamen Untersuchung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF), die am 7. Oktober veröffentlicht wurde, ist derzeit ein tiefgreifender Bevölkerungswandel im Gang, der die wirtschaftliche Entwicklung langfristig verändern wird. Einerseits wird dieser Wandel eine Herausforderung sein. Zum anderen weist er einen neuen Weg zur Beendigung extremer Armut und zu gemeinsamem Wohlstand, sofern die richtigen evidenzbasierten Strategien auf nationaler und internationaler Ebene umgesetzt werden.

Bevölkerungswachstum hat langfristige Wirtschaftsfolgen

Joseph Chamie, ein unabhängiger Demograf und ehemaliger Direktor der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen, sagte im Gespräch mit IPS, dass der Report von Weltbank und IWF, anders als die kürzlich von den UN angenommenen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), das Bevölkerungswachstum nicht außer acht lasse, sondern seine wesentliche Bedeutung für die Weltwirtschaft und die Entwicklungsbemühungen berücksichtige.

Rasches demografisches Wachstum in einigen Regionen und ein Bevölkerungsschwund in anderen Gebieten, eine alternde Bevölkerung, höhere Lebenserwartung, Urbanisierung, internationale Migration einschließlich zunehmende Flüchtlingsströme sowie andere entscheidende demografische Trends würden in eine „neue internationale Bevölkerungsordnung“ münden, meint Chamie.

Nach Ansicht von UN-Beamten musste sich die Weltorganisation gleichzeitig mit zwei Modellen auseinandersetzen: einer neuen Internationalen Wirtschaftsordnung und einer neuen Weltinformations- und Kommunikationsordnung. „Diese neue Bevölkerungsordnung hat immer größere Auswirkungen auf die sozialen und ökonomischen Bedingungen, die politische Repräsentation sowie die internationalen Beziehungen. Dennoch ignorieren Politiker und ihre strategische Berater weitgehend diese Dynamiken, außer wenn sich eine Krise anbahnt, wie jetzt durch den Zustrom von Flüchtlingen aus dem Mittleren Osten“, sagte Chamie. Kein einziger Bereich der Entwicklung – wie Armut, Hunger, Wohnen, Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Umwelt – würde nicht davon profitieren, wenn das rasche Bevölkerungswachstum gebremst werde.

Das ‚Wall Street Journal‘ hob hervor, dass die Miliz Islamischer Staat (IS) Ärzte, Lehrer und Facharbeiter anwerben und verhindern wolle, dass sie nach Europa flüchteten. Denn die militante Organisation braucht dringend solche Fachkräfte. „Die Beschäftigung des Islamischen Staats mit der Migrantenkrise spiegelt die wachsende Sorge über einen ‚brain drain‘ auf ihrem Territorium wider, welches sich über Teile des Iraks und Syriens erstreckt“, sagte Chamie.

Die Zeitung zitiert einen Bewohner der irakischen Stadt Mossul, der erklärte:

„Sie sagen den Leuten, dass diese Migrationsbewegung eine Verschwörung gegen den Islamischen Staat ist und dass die europäischen Länder, die auch sie vor langer Zeit erniedrigt haben, nun wieder versuchen, sie zu versklaven.“

Anteil der arbeitsfähigen Weltbevölkerung sinkt

Laut dem Bericht von Weltbank und IWF hat der Anteil der globalen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter den Scheitelpunkt von 66 Prozent überschritten und geht inzwischen zurück. Der Anstieg der Weltbevölkerung wird sich voraussichtlich von mehr als 2,0 Prozent in den 1960er Jahren auf ein Prozent verlangsamen. Der Anteil der älteren Menschen wird den Voraussagen nach bis zum Jahr 2050 auf 16 Prozent steigen und sich damit nahezu verdoppeln. Die Zahl der Kinder pendelt sich bei insgesamt zwei Milliarden ein.

Ausrichtung und das Tempo des globalen demografischen Übergangs unterschieden sich von Land zu Land und hingen davon ab, wo sich der jeweilige Staat auf dem Spektrum der Alters- und Wirtschaftsentwicklung positioniere. Dessen ungeachtet könnten alle Länder den demografischen Übergang als riesige Entwicklungschance nutzen, heißt es in der Studie.

„Mit den richtigen Strategien kann dieses Zeitalter des demografischen Wandels zu einem Wachstumsmotor werden“, sagte der Vorsitzende der Weltbank-Gruppe, Jim Yong Kim.

„Wenn Staaten mit einer alternden Bevölkerung Flüchtlingen und Migranten ermöglichen können, an ihrem Wirtschaftsleben teilzuhaben, wird jeder davon profitieren. Alles spricht dafür, dass die Migranten hart arbeiten und mehr an Steuern zahlen werden, als sie an Sozialleistungen in Anspruch nehmen.“

Arme Länder verzeichnen rascheren Bevölkerungsanstieg

Dem Bericht zufolge konzentriert sich mehr als 90 Prozent der Armut auf der Welt in Ländern mit niedrigeren Einkommen, deren Bevölkerung jung ist und rasch wächst. Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter dürfte in diesen Staaten also erheblich ansteigen. Mehr als drei Viertel des globalen Wachstums werden allerdings in Ländern mit höheren Einkommen generiert, in denen weniger Kinder zur Welt kommen, weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter sind und der Anteil der Älteren weiter zunimmt.

Wie Chamie erklärt, wird die Bevölkerung der am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) aufgrund substantieller Unterschiede beim demografischen Wachstum spätestens im Jahr 2030 wahrscheinlich größer sein als die der Industriestaaten.

Auf internationaler Ebene werden laut den Autoren der Studie große Wanderungsbewegungen – Flüchtlinge und illegale Armutsmigranten – auch in der Zukunft zu beobachten sein. „Es ist offensichtlich, dass die demografischen Entwicklungen die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Jahren vor fundamentale Herausforderungen stellen werden“, so Chamie. „Unklar, wenn nicht zweifelhaft, ist aber, ob die führenden Politiker diese Probleme effizient lösen können.“

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22 Kommentare

  1. Das ist natürlich Unsinn. Die Weltregierung hat beschlossen, die Strukturen, besonders in DEUTSCH zu zerschlagen, die Kultur und die Sprache zu zerstören und eine bipolare, sich gegenseitig hemmende Gesellschaft zu erzeugen. Das ist alles.

  2. Das riecht kräftig nach Unsinn. Die Weltregierung, wei man den Rat der 13 auch nennen könnte, hat beschlossen, die Strukturen, besonders in DEUTSCH zu zerschlagen, die Kultur und die Sprache zu zerstören und eine bipolare, sich gegenseitig hemmende Gesellschaft zu erzeugen. Das ist alles.

    • Auf der Hand liegende Ziele sind:
      1. Die höhere Verschuldung von DEUTSCH bei den Illuminaten-Zentralbanken.
      2. Die Erzeugung einer inhomogenen Bevölkerung mit der Möglichkeit, dieses aufeinander zu hetzen mittels der gleichgeschalteten Medien.
      3. Die Erzeugung von Konflikten innerhalb des Landes, um Überwachungsgesetze durchzuwinken, die denen des „Patriot Actes“ entsprechen und der Aussetzung der „Bürgerrechte“ entsprechen. Die Vereinigung von Polizei und Geheimdienst und damit die totale Überwachung wie bei der Gestapo.
      4. Die Zerstörung der Kultur und Sprache.

  3. „Jeder Deutsche hat die Freiheit, dieses Land zu verlassen“
    Vertreibung des Deutschen Volkes. Eiskalt planen und organisieren. Echt Demokratisch: 1944 + 2015.
    Wie lange wollen wir uns noch von dem demokratischen Besatzungs-Regime verhöhnen lassen?
    Was Du schon immer über die Westliche-Werte-Demokratie wissen wolltest… und – was Du tun kannst… Denn die Befreiung fällt nicht vom Himmel.
    https://www.facebook.com/WolfgangRGrunwald/photos/a.743825455643487.1073741828.690003071025726/1244957005530327/?type=3&theater
    https://www.youtube.com/watch?v=six0lLJId9I&lc=z122stkqmmuvh5fy404cdhrjko3ucxuhgn00k
    http://www.gehirnwaesche.info/

    • Ja, sehe ich genauso. Man kann „Jude“ von damals durch „Deutscher“ von heute ersetzen, und schon sind wir wieder da, wo wir mal waren – nur, dass es dem eigene Volk jetzt an den Kragen geht. Auch vorm 2. Weltkrieg ging es mit Ausgrenzung und Beschneidung der freien Meinungsäußerung los.

      • Richtig ! Genau mein Gedanke seit einigen Wochen.
        Gewittert, dass die mit uns noch nicht fertig sind, hab ich seit ich denken kann. Hab immer gesagt, die Endabrechnung kommt noch, mir war nur nicht klar in welcher Form. Stellte mir was finanzielles vor, was ja auch so ist, aber perfideres war ich unfähig mir auszumalen. Die ungeahnte tiefe des Hasses auf uns ist wahrscheinlich schon genetisch und Generationunabhängig. Ja, sie wollen uns, das deutsche Volk zerschlagen. Wir sollen, wie einst sie selbst, Heimatlos in der Welt herumirren, ohne Rückzugsmöglichkeit. Das ist, der durch USA und BRDgmbh unterstützte, große Plan. Und die Welt schaut genüsslich triumphierend dabei zu. Es geht um unsere Rasse, die Rache schmecken soll !

  4. Wenn die Lage nicht so ernst wäre, könnte man es fast süß finden, dass da jemand wirklich glaubt, dass wir tatsächlich noch eine Wirtschaft haben werden mit all den „Bereicherern“, die Deutschland endlich mal zeigen soll, was „wahre“ Kultur ist. Hallo? Ein Großteil kommt doch gar nicht zum Arbeiten her und schon gar nicht achten sie unsere Grundrechte, Regeln und Meinungsfreiheit. Echt, wie naiv kann man eigentlich sein?

  5. Den Thesen des Th. Barnett folgend
    ist ein genetischer Holocaust vorgesehen .
    Eine einheitliche hellbraune Rasse für Europa

    Toleranz und Hilfe
    sind Schmiermittel zur Umsetzung dieser These .

  6. Auch diese Studie ist mir zu einseitig quantitativ, nach dem Schema, wo es einen hohen Anteil von Menschen im erwerbsfähigem Alter gibt, dort stellt sich auch Wohlstand infolge von Wirtschaftswachstum ein. Eine zwangsläufige Korrelation beider Bezugsgrößen sehe ich nicht. Sie lässt erstens die weitere Automatisierung und Digitalisierung außer acht und damit die Frage, ob es auch entsprechend mehr Arbeitsplätze geben wird und ignoriert zweitens das Faktum, dass die westlich-industrielle Art des Wirtschaftens mit laufender Grundlagenforschung und Produktentwicklung, soziale und mentale Voraussetzungen erfordert, die nicht in jeder Kultur vorhanden sind – außer im Westen wohl nur im nicht-muslimischen Asien.

  7. Die Frage ist ob die Menschen in Europa davon profitieren werden und da kann man klar NEIN sagen denn man braucht blos nach Afrika, Suedamerika, USA, Mexico, Kanada usw. zu gucken. Die Masse der Menschen ist bitterarm lebt in Slums und ist Gewalt und der WIllkür der Konzerne ausgeliefert. Der IWF ist ein Werkzeug der USA und die USA ist ein Feudalstaat der von einigen Familien beherrscht wird. Der IWF bringt Völker die vorher Selbstversorger waren in Abhängigkeit. Afrika, Suedamerika, USA usw. wird komplett von Konzernen also einzelnen Familien beherrscht. Waalstreet also Finanznassauer sind nichts anderes als Lakaien, genau wie MIlitär oder Gehimdienste der herrschenden Familien. Ebenso Wissenschaft, Justiz bis hin zu Polizei die nur…

    • Schlägertrupps der Feudalisten sind. Siehe Mexico, Suedamerika, USA. IN den USA leben 40 Millionen von Essensmarken. Die Arbeiterklasse sind quasi obdachlose Nomaden. Wer kann in Europa daran Interesse haben eben nur die superreichen Familien die schon seit eh un je verbunden sind. Siehe Buisness Roundtable. Aber sie sind nur Menschen. Das System funktioniert mittels Desinformation und Gehirnwäsche. Das gesamte Selbstverständnis eines jeden Menschen ist programmiert.

  8. So so die Menschenfreunde von der Weltbank und vom IWF. Ja, die wissen bescheid. Und ich nun auch. Flüchtlinge sind eine gute Sache. Die können dann meine Rente erarbeiten. Aber mit so einem Werksvertrag bei Mc Donalds kommt ja nicht viel raus um meine Rente zu bezahlen, da werden wir aber viele Rentenzahler brauchen. Aber wir können dann ja ein anderes afrikanische dritte Welt Land in die Steinzeit zurück bomben. Obwohl hmmm diese High Tech Bomben kosten ja zich tausend Euro. Wollen wir dann nicht lieber die Palestinenser zu uns holen. Die sind doch schon von den Israelis in die Steinzeit gebombt worden und bevor sie da an dreck Wasser verrecken sollen sie lieber hier meine Rente erarbeiten. Hmm…

  9. …aber viele haben die Israelis nicht übrig gelassen und dann kommt ja auch ein gewisser Prozentsatz an Schwund dazu wenn sie auf dem Weg zu uns im Mittelmeer ersaufen. Hmm schwierige sache. So ein Afrikaner oder Libanese bekommt ja auch schon bei +10 Grad im unbeheizten Zelt schon Schnupfen. Ne, das ist nicht gut. Und die sind ja auch so schwarz, die sieht man ja nachts garnicht. Da könnten die Unfallzahlen steigen. Wenn da so ein Neger vorne an meinen Mercedes Stern klebt ist das nicht so schön. Hmmm was machen wir nur? Ich habe es. Wir holen uns Russen.Jetzt macht die Kriegshetzte unsere Medien Sinn. Die laufen doch noch bei -10 Grad mit T-Shirt durch die gegend und wärmen tun sie sich mit Vodka. Jaaa….

  10. …so macht das Sinn. Mit den Slaven Sklaven sind wir ganz weit vorne. Die hatten wir doch eh schonmal hier als Sklaven. Da kennen wir uns aus. Und wenn sie dann hier sind können wir ja ihre Rohstoffe einsacken damit sie auch was zu bearbeiten haben. Mensch, wieso habe ich das nicht schon früher durschaut. Die Bild hatte doch recht. Ja, wir brauchen russische Flüchtlinge. Unsere Wirtschaft braucht euch und ich will möglichst bald in Rente. Liebe Weltbank und IWF, ihr wisst doch wie man sowas einfädelt. Strengt euch mal bischen an. Ich möchte schonmal 10 vorbestellen. Und diese Russinen sind doch sooo hübsch, da hätte ich auch gerne eine von.
    Danke

  11. Ich finde es gut, wenn es zu einer neuen „Internationalen Bevölkerungsordnung“ kommt, die die wirtschaftliche Entwicklung langfristig verändern wird. Das ist doch genau der richtige Weg! Denn langfristig kann ein friedliches Miteinander auf der Welt doch nur erreicht werden, wenn sich die Wohlstandsniveaus anpassen. Womit hat man es als Europäer verdient in der ersten Welt zu leben? Weil man hier geboren wurde? Weil es vorherige Generationen erarbeitet haben? Unfug! Pures Glück und ungerecht ist es auch noch. Man sollte dankbar sein, sich mit wenig zufrieden geben und versuchen seinen Mitmenschen zu helfen. Der Mensch hat schon ganz andere Krisen durchgemacht. Mit der heutigen Technik kann er viel erreichen, man muss nur wollen.

  12. Wenn eine Ordnung von einer zentralistischen Minderheit wie den Superreichen und ihren Handlangern bestimmt wird wie es aktuell realität ist dann entspricht das der Definition Faschismus. Im Grunde eine Wiederholung der Nazizeit nur mit transatlantischen Vorzeichen.

  13. Daher also weht der Wind! Wir sollen glauben, dass die totale Vermischung aller Völker, Kulturen und Errungenschaften „alternativlos“ sei – kein Wunder, dass gerade Merkel den Vorreiter für eine solche „Willkommenskultur“ macht!

    Eine ganz andere Frage ist,dass wir gut daran tun, arme Länder zu unterstützen statt sie auszunutzen und sie in Kriege zu stürzen. Wenn Menschen, die wir brauchen können, einwandern wollen,sollten wir sie allerdings nicht wie bisher verjagen. Wo stünden denn heute die USA, Kanada, Australien und Neuseeland ohne den ewigen „brain drain“ aus Europa?