in Gesellschaft

In Frankreich gibt es heute wie vorab berichtet „Massenproteste“. In Paris findet die  Hauptkundgebung statt, in anderen Städten, beispielsweise in Bordeaux, Rennes oder Marseille werden ebenfalls Kundgebungen stattfinden. Grund dafür ist die Rentenreform des Präsidenten Emanuel Macron, der das Renteneintrittsalter von 62 Jahre auf 64 anheben möchte. Dies könnte analog zu den „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich auch die EU insgesamt betreffen – die Regierungen wie etwa in Deutschland haben mit der Rentenregelung ebenfalls große Probleme. Die Altersarmut wächst, wie jetzt auch das „statistische Bundesamt“ bestätigte.

Die Entwicklung in Frankreich hatten wir im Vorweg angekündigt:

Von den deutschen Medien weitgehend unbeachtet haben die französischen Gewerkschaften auch über Weihnachten beinahe das ganze Land lahmgelegt. An Heiligabend sowie an den anderen Weihnachtsfeiertagen ging in Paris nichts mehr. Schon seit dem 7. Dezember legen Streiks das Land weitgehend lahm. Die Streiks richten sich gegen die Rentenreformpläne Macrons. Auch die Neujahrsansprache des französischen Präsidenten konnte die Gewerkschaften nicht besänftigen. Sie kündigten ab dem 9. Januar 2020 neue Massenproteste gegen Macrons Politik an, denn Macron will an seinen Rentenreformen weitgehend festhalten, auch wenn „er hofft, mit den Gewerkschaften einen schnellen Kompromiss zu finden“.

Der Generalsekretär des großen französischen Gewerkschaftsbundes CGT rief für die kommende Woche zu Streiks „überall“ auf, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Macron hingegen will die „Rentenreform zu Ende bringen“, wie er in seiner Neujahrsansprache im Elysée-Palast sagte. Es handle sich „um ein Projekt der Gerechtigkeit und des sozialen Fortschritts. Wer schwere Arbeit leiste, solle aber die Möglichkeit haben, früher aufzuhören“, sagte Macron. Er könne zwar „nachvollziehen, dass die getroffenen Entscheidungen verletzen und Befürchtungen und Widerstand wecken können. Dies sei jedoch kein Grund, auf Änderungen zu verzichten“, so Macron.

Macron will das Rentensystem „vereinfachen“ um das Milliarden-Defizit in den Rentenkassen abzubauen. Besonders umstritten ist die Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre. Die Gewerkschaften hatten gehofft, dass Macron in seiner Neujahrsansprache Abstriche von der Reform ankündigt. CGT-Chef Martines sagte im französischen Fernsehen, dass die Rede Macrons „nichts Neues“ enthalten habe. Macron sei in seiner „Gedankenblase gefangen und denke, es sei damit alles gut für das Land“ kritisierte Martinez. Die Gewerkschaften seien zwar zur nächsten Verhandlungsrunde mit der Regierung am 7. Januar bereit, fordern aber weiterhin die Rücknahme der Rentenreformpläne.

Die CFDT, die größte Gewerkschaft Frankreichs sieht mit dem Vorhaben Macrons, das Renteneintrittsalter auf 64 Jahre anzuheben, „eine rote Linie überschritten“. Die Streiks in Frankreich hielten auch über Silvester und Neujahr an. In Paris sind am Neujahrstag wieder tausende Reisende „gestrandet“. Für den 9. Januar sind bereits die nächsten Massenproteste geplant. Dann wollen Lehrer, Hafenarbeiter, Krankenhausangestellte und Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst sich dem Streik der Verkehrsunternehmen SNCF und RATP anschließen.

Die Franzosen zeigten sich solidarisch mit den Streikenden. Die Streikkassen erhielten zur Jahreswende mehr als eine Million Euro an Spenden, da es in Frankreich während eines Streiks keine Lohnfortzahlung gibt. Die Streikenden sind auf Spenden und Zahlungen der Gewerkschaften angewiesen. Weitere Hintergründe finden Sie hier.

 

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Kommentar

  1. Da ist ja Frankreich noch human, wir sollen am Besten bis 70 arbeiten. Im TV sah ich, das jetzt 3mal mehr Menschen über 60 noch weiter arbeiten, aber kein Hinweis, da die Rente nicht mehr reicht zum leben und gezwungen sind zu arbeiten. Unser Staat weiß genau, das unser Rentensystem nicht zukunftsfähig ist schon über 20 Jahre und macht nichts, nichts gar nichts. So was von unsozial und unfähig.

  2. Geld ist in Deutschland genügend da, man redet zwar immer davon, den älteren Menschen helfen zu wollen, aber ändern wird sich mit Schwarz, Rot und Grün daran nichts. Wenn diese Leute könnten wie sie wollten, und wenn wir diesen Treiben nicht bald Einhalt gebieten, dann wird jeden Rentner, der es nicht mehr schafft bis 80 zu arbeiten oder von seinen paar Groschen nicht mehr leben kann, die End Pille verschrieben. Mit dieser kann sich er dann unbemerkt verabschieden. Bitte nicht lachen, nichts ist in diesen Lande unmöglich. Wer hätte jemals gedacht, dass er im Ruhestand, als Umwelt Sau bezeichnet werden darf !!!!!!

Webmentions

  • Massenproteste in Frankreich – EU vor Problemen – Die Welt 10. Januar 2020

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