in Gesellschaft

Die Welt wird nicht an der Wahlurne gerettet. Egal wie sehr Martin Schulz als #Gottkanzler gefeiert wird, obwohl er keine Aussagen über tiefgreifende Reformen macht. Und ich bin genervt von diesem Hype. Ein Kommentar.

Nach wie vor hält Schulz am Gestell der Agenda 2010 fest. Kein Wort zur Arbeitsverdichtung. Kein Wort dazu, dass Menschen im Hartz4 Bezug alles „weggepfändet“ wird, was sie sich in ihrem Arbeitsleben angespart haben. Kein Wort dazu, dass seit 30 Jahren etwas grundlegend falsch läuft. Und trotzdem trottet ihm eine große Schar Menschen hinterher. Neumitglieder, die sich eine bessere Welt wünschen. Altmitglieder, die sich einen neuen Willy Brandt wünschen. Medien und Sonstige, die sich einfach jemand anders als Angela Merkel wünschen. Aber eine Verlängerung von Arbeitslosengeld I auf maximal 48 Monate sowie eine Deckelung von Managergehältern auf mehrere Millionen Euro, löst kein Problem.

Nein, Schulz ist kein deutscher Bernie Sanders oder Jeremy Corbyn. Schulz ist seit über 19 Jahren Mitglied im SPD Parteivorstand und war jahrelang das Aushängeschild der europäischen Sozialdemokratie. Er hat mit aller Macht CETA gefördert, selbst gegen seine eigene Fraktion. Schulz ist keiner, der gegen die kapitalistischen und bürgerlichen Eliten kämpft. Er gehört selbst dazu.

Und er ist auch nicht der erste, der Versprechungen macht, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eingelöst werden. Hannelore Kraft versprach im Landtagswahlkampf der SPD 2012 in NRW: Wir lassen kein Kind zurück. Und wie sieht es heute aus? Marode Schulen, ein unsoziales Schulsystem, zu wenig LehrerInnen und Universitäten die für die Wirtschaft lehren, anstelle für die Allgemeineheit.

Martin Schulz hat genau drei Vorteile gegenüber anderen KanzlerkandidatInnen: Er ist nicht Teil des Bundestages, er war nicht direkt an der Agenda 2010 beteiligt und er ist nicht Angela Merkel. Wenn das reicht, um Kanzler zu werden, melde ich mich freiwillig.

Hunger, Wassermangel, Umweltzerstörung, Arbeitsverdichtung und mehr machen den Menschen weltweit zu schaffen. Doch auf diese Fragen gibt es keine Antworten von der Sozialdemokratie. Ich schüttle weiter den Kopf voller Unverständnis. Ich muss ganz stark an ein Zitat von Volker Pispers denken, wenn ich über Schulz und die Wahlumfragen lesen:

„Der Deutsche mag keine Veränderungen. Wenn der Deutsche seinen Hund, um den Block gassi führt, und dabei in einen Hundehaufen tritt, dann schimpft er die gesamte Runde um den Block über die Hundescheiße. Aber wenn er einmal rum ist, tritt er wieder rein, und schimpft wieder. Wenn man dem Deutschen vorschlägt, doch mal einen Bogen um den Hundehaufen zu machen, dann sagt er ‚Keine Experimente! Es könnte noch schlimmer kommen!‘. Lieber tritt er nach jeder Runde um den Block wieder in den Hundehaufen.“

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19 Kommentare

  1. schulz ist nur das, was uns die medien tag_täglich vorgaukeln!!

    unterm strich ist er genau das was ihm in seinem spiegel entgegschaut.
    ein kleiner diebisch_dreckiger sozialschmarotzer, mit wehtuh fraze.

  2. Ein schöner Beitrag! Schulz wird Kanzler, weil er nicht Merkel ist und wegen seiner Funktion als Präsident des Europäischen Parlaments doch als irgendwie bedeutender Mensch gilt. Da reißt er sogar die seit der Agenda 2010 lendenlahme SPD mit sich.

    Es ist ebenso wie in den USA, wo es schon was bedeutet, dass die böse Frau Clinton nicht Präsidentin wird und deshalb auch ein egomaner Milliardär schon Hoffnung auf eine bessere Welt aufkeimen lässt.

    Schulz’s Chancen sind sogar noch besser als die von Trump, weil er kein Psychopath ist und außer, dass er während der Gemeinheiten der Arbeiterpartei gegenüber dem eigenen Wahlvolk nicht in der Regierung saß.

  3. Die SPD, man sollte sie in Sozial Terroristische Partei umbenennen, ist verantwortlich für den Kurs der Ausbeutung von Arbeitnehmern und Rentnern. Sie steht für Umverteilung von unten nach oben und ist m. E. durch und durch mit korrupten Spitzenpolitikern konterminiert. Die SPD steht des weiteren, wie auch Union und Grüne, für Selbstbereicherung, kolaborieren mit Drohnenmördern und völkerrechtswidrigen Natoaggressionen, geplant und finanziert durch die Verbrecherkonglomerate der Rohstoffdiebe. Der einzige Unterschied zu Union und Grünen ist, dass sich die Sozen einen sozialen und arbeitnehmernahen Anstrich geben möchten.

    Tarnung!!

    Der Kurs, der aus zwei gleichen Parteien entstandenen GROKO, hat die FDP überflüssig werden lassen. Die Grünen, auch auf Sinkflug, sitzen dumm herum und hecheln wie der Pawlowsche Hund nach Futter, nach der Macht und den übervollen Fleischtöpfen. Dabei kriechen sie jetzt schon der unsäglichen Merkel tief in den rectus abitus. Nun gut, die FDP ist weg und bleibt es hoffentlich auch, dafür kommt nun die nächste und noch massiver kapitalistische Partei um die Ecke, die AfD. Von Eliten für Eliten gegründet, schaffen sie es, mit brauner Gesinnung ausgerechnet jene zu überzeugen, die sich durch die Politik von SPD, UNION, FDP und GRÜNEN abgehängt fühlen.

    Wie absurd.

    Wenn es einen politischen Paradigmenwechsel geben die soll – und dieses Wechsels bedarf es dringend – muss das über die Linke erfolgen. Nur in ihrem Programm findet sich dafür die strategische Ausrichtung.

    Wer nicht wählt, unterstützt die GroKo. Dann heißt es wieder vier Jahre Merkels nicht mehr nachvollziehbare Entscheidungen zu ertragen. Dann wird wieder ein m.E. korrupter Schäuble weiter die schwarze Null anbeten, und er wird weiter cum cum und cum ex oder ähnliche Geschäfte vertuschen und damit der Hochfinanz weitere Milliarden an Steuergeldern zuspielen. Alles natürlich zu Lasten der Steuerzahler, Rentner, Erwerbslosen und deren Familien. Der Geldbedarf zur Finanzierung des Reichtums weniger wird weiter wachsen. Für soziale Projekte gibts ebensowenig Geld, wie für den Ausbau der Infrastruktur, Sozialwohnungen, Bildungswesen und einiges mehr.

    Ach so: wer immer noch in der Linken die Nachfolger der SED sieht, erhält den ersten Preis im Bullshitbingo.

    • @Ingo Hinrichs
      Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur besten Agi-Prop-Veranstaltung.
      Ihnen scheint entgangen zu sein, dass die Linken in den gleichen Denk-Müll-Fabriken wie auch der Rest des korrupten Establishment sitzt und auf Linie gebracht wird.
      Was Paradigmenwechsel betrifft, schaue ich ganz genau nach Thüringen, was der Linke „Inchallah Ministerpräsident“ so von sich gibt. Der ist ja noch „Merkelscher“ als Merkel. Seine Entscheidungen gehen auch zu Lasten der Steuerzahler, Rentner, Erwerbslosen und deren Familien. Im Übrigen ist die Umverteilung von „unten“ nach „oben“ ausschließlich und nur der Funktionsweise unserem Geldsystems geschuldet. Aber ‘Sparen’ hingegen kann man dennoch prächtig, nämlich an den Legionen von unfähig-unnützen Bürokraken-Wasserköpfen, Politdarsteller-Dilettantentum, interessengeleiteten Systemexperten, sowie an sonstigen nutzlosen, “Eliten”Staatsparasitentum.
      Zu guter letzt die Preisfrage: wem glauben sie nützt es, wenn sie die Polarisierung der Linken gegen den „Rest der Welt“ vertiefen und vorantreiben? Kleiner Tip, die von ihnen beschriebenen Steuerzahler, Rentner, Erwerbslosen sind es nicht.

  4. Seit 1994 ist er bis vor kurzem in der EU als Paralleluniversum tätig gewesen. Er hat keinen Bezug zur Realität des Bürgers. Allein CETA einzuführen, hat er die Parlamente umgangen.
    Er darf nicht gewählt werden, denn eine Abschaffung des Bargeldes im Namen des Neoliberalismus wäre eine Konsequenz und eine Einschränkung unserer Zahlungsfreiheit.

  5. Seine juedischen Wurzeln hegen den Verdacht sich auf Kosten von anderen gerne zu bereichern. Steuerhinterziehungen und überhöhte Spesen sind in sozialen Medien überprüfbar.

  6. Wir dürfen uns keine großen Hoffnungen von Schulz machen, er ist Teil des Establishments und wird wie seine Vorgänger eine unsoziale Politik betreiben. Ihr kennt den Gazprom-Aufsichtsrat G.Schröder: die Aufsicht über das Finanzsystem gelockert bis zum HartzIV-Elend. Er hatte sich schon früher für die Wirtschaftsgrößen eingesetzt, von C.Maschmeyer bis zu VW… bleibt auch heute ein Politiker der Bosse.
    Uns rief man berechtigt zu: „auch unter Bundeskanzler Schröder kommt nichts raus“-Unrecht obsiegt.
    So ist es auch mit Schulz. Die Roten Stehkragenproletarier versprechen den kleinen Leuten wenig und liefern den Finanzeliten, Bossen viel.
    Zuletzt setzen auch sie auf Polizei, Militär, Verwaltung, um Macht und Privilegien zu sichern.

    • Die Leute werden vermutlich eher Schulz wählen.
      Wie in der griechischen Mythologie. Wenn man zwischen zwei Seeungeheuern hindurch muss, links Skylla und rechts Charybdis, nimmt man hoffnungsvoll das, was etwas weniger grausam erscheint: wollt ihr weiter die Partei der Bosse und damit Merkel? Schlimm wird es so oder so.

  7. Wenn der Rattenfänger die Fäuste ballt, um sich als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit in Szene zu setzen, tritt eine schweinchenrosa Hautfarbe des wohlgenährten EU-Apparatschiks aus seinem Inneren hervor. Nach Angaben von mail online ist er ein herausragendes Negativbeispiel für Steuergeldverschwendung. Und er setzt sich für die Einschränkung der Meinungsfreiheit ein, wenn sich diese gegen die Ziele der EU richten.