in Gesellschaft

Trotz der massiven Streiks in Frankreich seit dem 5. Dezember 2019 hat die Macron-Regierung am Freitag die umstrittene Rentenreform beschlossen. Als Folge gab es in den 15 größten Städten Frankreichs riesige Protestmärsche, die bereits am Donnerstagabend mit riesigen Fackelumzügen begannen und bis Samstag anhielten.

Für Freitag hatten die Gewerkschaften zu neuen Streiks und Protesten aufgerufen. Der landesweite Streik, einer der größten und längsten seit Jahrzehnten, markierte den 50. Tag seit Beginn der Streiks und ist der siebte landesweite, gewerkschaftsübergreifende Protest. Der Eiffelturm blieb gesperrt, ebenso die Eingänge zu zahlreichen Metrostationen. Zudem wurden auch viele Buslinien bestreikt. Es ist die nächste Eskalationsstufe einer Machtprobe zwischen Regierung und Gewerkschaften.

Laut Innenministerium sollen in ganz Frankreich etwa 250.000 Menschen auf die Straße gegangen sein, davon 31.000 in Paris. Die tatsächliche Zahl der Demonstranten dürfte wesentlich höher gewesen sein. Die Gewerkschaft CGT, eine der Arbeitnehmervertretungen, nannte am Freitag 1,3 Millionen Teilnehmer an den Protesten.

Die Regierung ist der Ansicht, dass das derzeitige Rentensystem für die heutige Berufswelt ungeeignet sei. Das Gesetz sieht vor, ein universelles Rentensystem, das die derzeitigen 42 Systeme ersetzen soll. Die verschiedenen Rentenkassen bringen allerdings zahlreiche Sonderregelungen und Privilegien mit sich, die künftig eben wegfallen sollen.

Ein großes Problem für die Macron-Regierung ist die Finanzierung des Rentensystems. Daher hatte die Regierung vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 anzuheben. Diese Anhebung des Renteneintrittsalters soll aber (vorerst) gestoppt worden sein. Einen ähnlichen Protest wird es in Deutschland nicht geben. Die Altersarmut wird zwar immer wieder thematisiert, hier scheinen sich jedoch hunderttausende von Rentnern nicht verständlich machen zu können. Auch die SPD hält eisern am Status quo fest. Die GroKo hat jüngst zugelassen, dass sogar mehr Steuern fällig werden. Eine Rentenreform wäre überfällig.

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  1. Die Deutschen sollten selber sicher sparen. Nicht Geld anhäufen sondern nur sparen. Geld ist nichts anderes als das Versprechen eines anderen dafür etwas zu tun. Ansonsten ist es nur Papier und Zahlen. Wenn Sie wissen wollen wie man sicher und unangreifbar spart dann rufen Sie mich an unter der Rufnummer 0721 / 94549792 oder per email.

  2. Das Volk hat die Macht sehen wir hier deutlich. Bei uns wurde dies nur in der DDR sichtbar wie das Volk protestierte und damit die DDR zu Fall und uns die Wiedervereinigung brachte. Aber nichts draus gelernt, das westliche Volk von Schafen unternimmt nichts und beschimpft obendrein die Ostländer weil die als Einzige das nicht gefallen lassen wollen.

  3. 1848 und 1918 haben gezeigt, `Tombola Rosa´ ist nicht Sache der Deutschen. Die lieben das unverbindliche Schwabenmotto: „Hannemann, geh‘ du voran!“
    Nebenbei: Gewalt ist ein Mittel zur Zerstörung, Intelligenz ein Mittel der Gestaltung. Letzteres ziehe ich vor. Im Kampfsport habe ich gelernt, die Anwendung des Ju Jutsu-Prinzips ist der intelligenteste und eleganteste Weg: Der Gegner schlägt sich mit der Wucht seiner Aggression selbst.
    Es ist herauszufinden, wie jeder Veränderungswillige das Ju Jutsu-Prinzip zur Klärung und Umgestaltung der not=wendigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen selber anwenden kann.
    Die Zeiten der `fürsorglichen´ Autoritäten sind vorbei. Unsere Zeit verlangt von uns, Eigenverantwortung einzuüben.