Konstantin Wecker: „Wir sind eine sehr kriegerische Gesellschaft geworden“

Der deutsche Liedermacher, Autor, Komponist und Musiker Konstantin Wecker redet in einem Interview mit „deutsche-wirtschafts-nachrichten“ über die Militarisierung und den Aufbau der Rüstungsindustrie durch gezielte Berichterstattung über die Schwäche des deutschen Bundesheers. Außerdem spricht er über die einseitige Berichterstattung und den fatalen Folgen für die Gesellschaft. Er selbst ist 1947 geboren und hat somit die Nachkriegszeit in aller Form miterlebt.

Er hat damals noch in Ruinen gespielt und die Folgen des Krieges hautnah miterlebt. Er denkt, dass die Journalisten kriegstreiberisch berichten, da Sie das schreiben, was ihre Vorgesetzten lesen wollen und aufgrund des Alters, welches meistens zwischen 30 und 45 liegt, gar nicht wissen wie grausam Krieg ist und es nur eine „theoretische Möglichkeit“ sei. Außerdem sind die Zeitzeugen fast alle verschwunden. „Heute haben wir keinen körperlichen Bezug mehr zu Krieg, Der Krieg wird virtuell geführt“, so Konstantin Wecker.

Deutsche Medien auffallend einseitig

Konstantin Wecker sagt, dass er einige hervorragende Journalisten kennt, deren Texte nicht mehr veröffentlicht werden da diese zu wenig dem Ideal der Mainstreammedien entsprechen. Außerdem erzählt er, dass kritische Leserbriefe nicht mehr abgedruckt werden.“Vielleicht kommt das auch wegen der großen Nähe vieler Redakteure zu den Politikern“, so Wecker. Auf die Frage welche Veränderungen er bei den Medien feststellt, antwortete er wie folgt:

„Seit der vorletzten Sicherheitskonferenz habe ich den Eindruck, dass es eine Militarisierung gibt. Die Politik betreibt eine Art psychologischer Aufbereitung dieser Militarisierung, wie ich es in den vergangenen 40 Jahren nicht erlebt habe. Nehmen Sie nur mal die penetrante Berichterstattung zur Zeit über die marode Bundeswehr mit ihren angeblich untauglichen Waffen. Das ist doch eine Vorbereitung auf weitere, kostspielige Bewaffnung. Die jammernden Waffenhersteller wie Rheinmetall AG wird es freuen. Und sie scheinen an dieser Kampagne nicht unbeteiligt zu sein.“

„Wir sind eine sehr kriegerische Gesellschaft geworden“

Auf die Frage, ob man trotz des langen Friedens die Kultur des Friedens verloren hat, sagt der Liedermacher, dass wir eine sehr kriegerische Gesellschaft geworden sind. Von klein auf wird uns eine Wirklichkeit gezeigt, die auf Kampf aus ist. Die Politiker sind abhängtig von den großen Konzernen. Je mehr Kriege es gibt, desto stärker profitiert die Rüstungsindustrie davon.

 „Wir treiben die nächste Generation unweigerlich ins Kriegerische. Wir haben das verloren, was der Psychologe Arno Gruen den „Verlust des Mitgefühls“ nennt.“

Quellen:
Das komplette Interview finden Sie hier.                                                                                                                                                                                   Person Konstantin Wecker: http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Wecker