in Gesellschaft

„Wenn Sie erstmal alles auf Klick abrufen können, werden Sie süchtig. Starten Sie eine Serie wie ‘Breaking Bad’ nicht ohne ein paar freie Tage. Wenn Sie mal angefangen haben, schauen Sie immer weiter. Das wird ihre Produktivität ruinieren.”

Netflix-Chef Reed Hastings

Vor dem Hintergrund, dass sogar öffentliche Vertreter von Medien-Angeboten sagen, dass ihre Produkte, wenn sie im Übermaß genossen werden, schädlich sind, finde ich es erstaunlich, dass viele Menschen sich Medienkonsum im Übermaß antun. In Deutschland lag im Jahr 2010 die durchschnittliche Fernsehzeit pro Person an einem Tag bei 223 Minuten. Dabei müssen wir bedenken, dass wir ja heute nicht nur das Fernsehen als Unterhaltungsmedium haben. Auch andere Endgeräte, wie Computer, Laptops, Tablets, Smartphones usw. bieten ja auch die Möglichkeit fast an jedem Ort und auch zu jeder Zeit Unterhaltung in multimedialer Form zu genießen.

Vom Fernsehen allein kann man schon sagen, dass die Vielfalt der Programme in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Wenn wir vor ca. 30 Jahren oder mehr es mit nur 3-5 Programmen zu tun hatte, so haben wir heute so viele Fernsehprogramme, dass es wahrscheinlich jedem normalen Menschen schwer fallen wird, eine Liste von all den Programmen zu erstellen. So eine Liste können Sie aber bei Wikipedia einsehen. Ich persönlich habe da den Eindruck, dass man mit Programmen geradezu überschüttet wird.

Mir fällt auf, dass wohl ab und zu in Zeitung oder Fernsehen von der Schädlichkeit von heutigen Medien für verschiedene Altersgruppen gesprochen wird, aber das offenbar mit wenig Wirkung bei den Leuten ankommt oder überhaupt gar nicht ernst oder auch wahrgenommen wird – sonst würde es ja diese Statistik nicht geben, dass man hierzulande durchschnittlich 223 Minuten am Tag passiv vor dem Fernseh verbringt, wobei die Zahl allerdings aus dem Jahre 2010 ist und vielleicht jetzt viel höher liegt.

An dieser  Stelle können Sie 2 Videos von Youtube sehen, die sich mit der Thematik „Macht Fernsehen dumm + gewalttätig?“ auseinandersetzen:

Klingt sicherlich hart, dass man an übermäßigem Fernsehkonsum regelrecht verdummen kann! Ich würde das sicherlich nicht so hart formulieren, aber ich habe nichts dagegen, wenn das jemand anders so offen anspricht und das zudem dann auch noch so gut und cool belegen kann.

Aber im Grunde genommen ist es auch logisch, denn Fernsehen ist eine passive Aktivität, die sicherlich nicht so anspruchsvoll und auch bereichernd ist wie ein Gespräch von Person zu Person, wo etwas diskutiert, Meinungen ausgetauscht werden oder sonst wie etwas passiert, woran man auch selber aktiv teilnehmen kann. Fragen Sie sich doch mal selber, ob Sie sich wirklich so wohl fühlen, wenn Sie übermäßig viel Fernseh konsumieren! Fehlt da nicht irgend etwas im richtigen Leben?

Überhaupt treten reale Dinge, die normalerweise von Mensch zu Mensch passieren, immer mehr in den Hintergrund. Erleben und Leben findet immer mehr in der digitalen Welt des Fernsehens und anderen Medien, wie z. B. dem Internet statt. Nicht selten kommt es vor, dass junge Leute so mit ihrem Smartphone, Facebook, WhatsApp usw. so beschäftigt sind, dass sie von ihrer Umwelt kaum noch war wahrnehmen. Finden Sie das nicht auch eigenartig, wen Sie das beobachten und vielleicht noch zu der Generation gehören, die noch weiß, wie gut eine Tasse Kaffee oder Flasche Bier mit einem guten Gesprächspartner schmeckt?

Haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl, dass Sie erheblich weniger echte Freunde und Bekannte haben als bei Facebook und anderen „sozialen“ Netzwerken? Denken Sie, dass das normal ist? Kommt es Ihnen nicht auch manchmal vor, dass Sie selber und andere Menschen in der digitalen Welt immer mehr innerlich verkümmern?

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar

  1. Guter Artikel! Er stellt Fragen und lädt zum Diskutieren ein. Es ist wie mit Allem: Es kommt auf das Maß an. Allerdings: Von einem miesen Wein will ich eigentlich nicht mal nippen, wem will schon schlecht werden…

  2. Wenn man erst einmal ein paar Bücher oder Videos (Interviews) von Investigativen zum Hintergrund von Hollywood und speziell einer Filme (viele!) sich zu Gemüte geführt hat, läßt man die Finger von nahezu allem was aus der Indoktrination und Verblendungs-Fabrik kommt. Anscheinenend „nette“ Serien bilden da keine Ausnahme. Das kann man auf die No-Stars aus Musik und sonstigen Business ausweiten (nein, man muß!), siehe Miley Cryrus usw.

  3. „Bücher sind sehr gefährlich!“

    So, oder so ähnlich formulierte es einmal Schoppenhauer zu einer Zeit, als es noch kein TV gab.

    Die von ihm gesehene Gefahr lag darin, dass der Leser die Gedankengänge des Autors unreflektiert übernimmt, ohne sich die Zeit für eigene Gedanken und Gegenargumente zu nehmen.

    Dieses Fehlverhalten auf die Spitze getrieben manifestiert sich dann in einem Bachelor-Master-System an heutigen Unis. Der Student soll gezielt keine Zeit mehr haben, das Gesagte zu reflektieren, zu hinterfragen.

    „Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – Nie war eine Uni- und TV-Gesellschaft so auf der Gegenfahrbahn unterwegs.

    • In Konsequenz führt dies dann dazu, dass die Fachwelt dann kollektiv den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik als unanzweifelhafte Wahrheit anbetet, obgleich die Erkennbarkeit einer rein technischen Problematik erkennbar ist, die physikalische- hingegen mit simpelsten Modellen belegbar.

      „Ihr bewegt falsch!“ sagte Schauberger.

      „Die Leistung des Windes verhält sich proportional zur dritten Potenz seiner Geschwindigkeit“ der Prof. an der Uni.

      Doch dazu müßte man nachdenken…

      „Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
      wer nie die Plancksche These maß,
      die Sinne nur mit Simplem geht zu kleistern,
      – wird letztlich auch im Geist nichts meistern!“

    • Ja, finde auch, dass man heutzutage mit so vielen Informationen jeglicher Art zugeworfen wird, dass man gar nicht die Zeit hat, darüber nachzudenken und das mal in Ruhe zu reflektieren.

      Deswegen ist einfach nur „Nachdenken“ schon ein ziemlich seltenes Hobby in unserer Zeit geworden.

  4. Zu viele Menschen haben angefangen nachzudenken und ihre Erkenntnisse publik gemacht. Dehalb haben wir auch ein Wirrwahr von „Wahrheiten“ und „Fakten“ in zunehmendem Maß. Dabei ist es nicht entscheident durch welches Medium sich verschiedene „Anregungen“, Theorien, Fantasien u.s.w. zu bestimmten Themen in der Allgemeinheit verbreiten. Jeder Schluß des individuellen Nachdenkens hat unmittelbar mit den eigenen Erfahrungen, Bildung und Inteligenz zu tun die sich zur eigenen Wahrheit oder Logig zusammen setzt.
    Zeit zum nachdenken wird nicht benötigt da sich bei jedem Sinneseindruck die Gedanken automatisch im Gehirn manifestieren und sogleich bestimmte Schlüsse ziehen. Wer sich Zeit nimmt die Gedanken zu ordnen wird verwirrt sein.