in Gesellschaft

Plötzlich so scheint es, verändert sich die Geschichte direkt vor unseren Augen ohne dass es jemanden großartig interessieren oder stören würde. Und wenn es doch jemand mitbekommt und kritische Fragen zu dieser Veränderung der Geschichte stellt, wird der- oder diejenige so dargestellt, als ob er oder sie geradezu eine häretische Frage gestellt hat.

Natürlich lehrt jedes Land ihre Geschichte entsprechend dem eigenen, von staatlicher Seite genehmigten Narrativ. In Deutschland ist das nicht anders als in der Schweiz, Österreich, Türkei, Israel oder Saudi Arabien. In der Schule lernen wir alle die Geschichte so wie es das jeweilige Kultusministerium freigibt oder vorschreibt (was am Ende aufs gleiche herauskommt), was niemals dem tatsächlichen Geschehen in der Vergangenheit zu 100% entsprechen kann. Der Unterschied zwischen zum Beispiel Deutschland und Saudi Arabien oder auch Israel ist, wie offen das jeweilige Kultusministerium mit den Ergebnissen der Geschichtsforschung umgeht und ob es bei etwaigen Abweichungen zum bisherigen Kenntnisstand, die notwendigen Schritte zur Anpassung des Lehrmaterials vornimmt.

Nehmen wir nur mal die Beispiele des Ersten und Zweiten Weltkrieges, weil diese eine ganze Zahl von verschiedenen Ländern und damit auch divergierender Geschichtsschreibungen betraf. Es versteht sich von selbst das jedes involvierte Land eigene Interessen verfolgte und somit eine eigene Propaganda vor und während der Kriege betrieb. Erst nach den Kriegen und den darauffolgenden Friedenskonferenzen änderte sich dieser Verlauf. Während die Siegermächte weiter ihre eigenen Interessen verfolgten, ihre eigene Propaganda weiter betrieben und sogar die Geschichte des Krieges selbst definierten, waren die Verlierer weder in der Lage ihre eigenen Interessen durchzusetzen, noch ihre zuvor geführte eigene Propaganda weiter zu führen. Selbst in der Interpretation und schliesslichen Darstellung der Geschichte waren sie gezwungen zumindest den Rahmen des Narrativs der Siegermächte zu übernehmen, was naturgemäss weder der eigenen zuvor geführten Propaganda noch sehr oft der tatsächlichen Realität entsprach.
Erst im Verlauf von Jahrzehnten nach diesen Kriegen, nachdem sich Historiker, Journalisten und Schriftsteller mit der Aufarbeitung der Geschehnisse befassten und Zugang zu zuvor klassifizierten Dokumenten erhielten, findet jeweils eine Überarbeitung des bisherigen Narrativs statt. Ob diese neuen Erkenntnisse Zugang in die Geschichtsbücher des Staates finden, ist wieder eine andere Sache.

Unabhängig davon wie die einzelnen Länder mit ihrer Geschichte umgegangen sind und nach wie vor umgehen, waren sich die Siegermächte im Wesentlichen doch einig darüber wer der wahre Feind auf dem Alten Kontinent war, nämlich das Dritte Reich der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler, was für Verbrechen begangen wurden und wer einen wesentlichen Beitrag zum Sieg über Hitler-Deutschland geleistet hat. Es versteht sich von selbst dass die zwei grössten „Beitraggeber“, USA und Sowjetunion, sich in ihrer eigenen Darstellung als die ultimativen Entscheidungsträger für diesen Sieg betrachteten und ein entsprechendes Narrativ voller eigener Helden aufgebaut haben.

Hinblicklich des aktuellen Krieges in der Ukraine und der daraus resultierenden internationalen Krise die mit dem Potential zu einem Flächenbrand ungeahnten Ausmasses ausufern droht, kann man aus Sicht des Beobachters wunderbar dieselben Kräfte feststellen die bereits vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg eingewirkt haben.

Es ging in der Ukraine von Anfang an nicht um das was ein Teil der Ukrainer wollte, sondern um das was prinzipiell die USA und Russland wollten. Die Meinung jener Menschen die Tag und Nacht auf dem nun berühmten Maidan Platz in Kiev verbrachten und gegen eine Entscheidung des Präsidenten Viktor Janukovitsch protestieren – den viele von ihnen selbst ins Präsidialamt gewählt haben nebenbei bemerkt – wurde von Anfang an von den USA und von der Europäischen Union benutzt um es als Vorwand für die lange geplanten, aber unterschiedlichen Ziele zwischen EU und USA zu missbrauchen (siehe „Warum Ukraine?„).

Alle Länder die irgendwie direkt oder indirekt mit der Krise in der Ukraine in Verbindung stehen, verfolgen selbstverständlich eigene Interessen. Sie alle arbeiten mit aggressiver Propaganda um die breite Masse der Bevölkerung zu manipulieren. Diese zwei Punkte an sich wären weder etwas Neues noch Aussergewöhnliches. Was es aber aussergewöhnlich und sogar gefährlich macht, ist die grosse Anzahl von Ländern die aktiv und in immer übereinstimmenderer Propaganda unter der Führung der USA teilnehmen und versuchen gemeinsam gegen ein einziges Land vorzugehen.

Zu diesem Zweck weicht die bisherige Geschichtsschreibung immer mehr auf. Das die in der Ukraine regierenden Putschisten und Faschisten ihre Geschichte leugnen und eine neue nationale Identität schaffen möchten, kann man sogar noch nachvollziehen. Aber dass diese Geschichtsleugnung selbst auf deutschem Boden geduldet und sogar noch verteidigt wird, ist eine alarmierende Entwicklung.

Zuerst war der von den USA auserwählte Putschist und heutige Ministerpräsident der Ukraine, Arsenij Jatsenjuk, zu Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, wo er die Behauptung aufstellte dass nicht etwa Nazi-Deutschland die Ukraine überfallen hätte, sondern die Sowjetunion. Als Russland daraufhin Druck auf Berlin ausübte um diese Geschichtsleugnung- und Verdrehung klarzustellen, hieß es aus dem Auswärtigen Amt nur lapidar, dass es sich bei dieser Aussage Jatsenjuks um seine eigene Meinung handelte und das im Einklang mit der Meinungsfreiheit in Deutschland steht.

Die deutschen öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF weigern sich immer wieder von Faschisten oder Nazis zu sprechen die an der Seite der Regierungstruppen kämpfen und für die schrecklichsten Verbrechen verantwortlich sind. Selbst wenn eindeutige Symbole wie Hakenkreuze oder SS-Runen gezeigt werden, werden diese Männer lediglich als „Freiwilligenbatallione“ bezeichnet. Als ein paar Wochen nach diesem denkwürdigen Auftritt von Arsenij Jatsenjuk im deutschen Fernsehen der ukrainische Botschafter in Deutschland zu Gast bei Günther Jauch war, wurde er auf diese sogenannten „Freiwilligenbatallione“ mit Nazi-Symbolen angesprochen. Daraufhin musste der Botschafter wohl oder übel zugeben, dass sie zu den ukrainischen Streitkräften gehören und man es „ohne diese Freiwilligenverbände viel schwerer gehabt hätte als Russland letztes Jahr angegriffen hat„.

Wie schon die Geschichtsverdrehung durch Jatsenjuk zuvor, blieb auch dieses Geständnis des ukrainischen Botschafters in Deutschland über offene Naziverbände in den Streitkräften unkommentiert. Ganz im Gegenteil, das Zweite Deutsche Fernsehen verzettelte sich nur noch tiefer in die Propaganda gegen Russland als es um sogenannte „Beweise der russischen Invasion“ ging, und man russische Panzer als Beweis lieferte die aber bereits 2008 im Einsatz in Georgien waren.

Zum Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers von Auschwitz durch sowjetische Truppen, beteiligte sich selbst der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna an der Geschichtsverdrehung als kurzerhand die Einladung für die Gedenkfeier für einen russischen Vertreter ausgerechnet der Ukraine übergeben wurde, und als ob das nicht schon Affront genug gewesen wäre, meinte Schetyna dass die Ukrainer Auschwitz befreit haben.

In Warschau wurden ganz in diesem Sinne anti-russische Plakate aufgehangen um die Stimmungsmache der polnischen Regierung gegen Moskau zu verdeutlichen.

anti-russische Propaganda in Warschau
Nicht nur die Polen sind aktiv an dieser Hetzkampagne gegen Russland beteiligt. Angeführt von den USA, die gegenüber 2014 das Propaganda Budget um 100% erhöht haben um „der Lüge mit der Wahrheit zu begegnen“, folgen natürlich Grossbritannien, Schweden, Norwegen und die baltischen Staaten diesen Kurs. Etwas weniger aggressiv im Tonfall folgen Deutschland, Frankreich, Tschechien und Rumänien. Das deutsche Auswärtige Amt ging aber sogar soweit und stellte einen „Realitätscheck“ für die Mitarbeiter und Diplomaten aus, so dass alle die gleiche staatlich geförderte Story in offiziellen Gesprächen verwenden, die natürlich ebenfalls anti-russisch ausgerichtet ist. Der litauische Aussenminister übte sich nicht weniger in „kraftvoller“ Ausdrucksweise gegenüber Moskau, während der britische Verteidigungsminister prompt vor einer russischen Invasion des Baltikums warnte.

Unterdessen reiste Arsenij Jatsenjuk nach Washington um sich dort für Waffenlieferungen stark zu machen, und forderte prompt in einem TV-Interview mit FoxNews den gemeinsamen Angriff auf Russland.

Auch die mittlerweile berüchtigte Abteilungsleiterin des US-Aussenministeriums für Europa, Victoria Nuland, feuert diese Propagandaschlacht weiter an und berichtet vor dem Auswärtigen Ausschuss des Kongresses Lügen als Tatsachen, die nicht einmal mehr unter Propaganda zu führen sind sondern als absichtliche Täuschung zu bezeichnen wären.

Jatsenjuk wird vom österreichischen EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik, Johannes Hahn, über die Masse bei seinem Besuch in Kiev für die „großen Reformbemühungen trotz externer Bedrohung“ gelobt. Auch das gehört zur Propaganda, wenn man die Realität ausschaltet und anfängt die Propaganda für die Realität zu halten.

Trotz dieser Tatsache dass die Propaganda sehr erfolgreich ist, oder vielleicht auch gerade deswegen, regt sich in Teilen der Bevölkerung doch der Unmut über diese blatante Fehlberichtung unserer Medien. Von einem „rapiden Vertrauensverlust“ und einer „breiten Glaubwürdigkeitskrise“ spricht sogar die FAZ, was insbesondere eben jenen Medien zugute kommen die von den bisherigen Marktführern im Nachrichtengeschäft als „Propagandablätter“ abgetan wurden. Langjährige Showmaster und Moderatoren Ikonen von CNN wie Larry King und Jim Clancy laufen ihnen davon, genauso wie Max Keiser der wegen der Israel Zensur BBC verlassen hat. Das sind nicht nur gute Aussichten für Al Jazeera, RT oder Sputnik News, sondern auch für deutschsprachige Portale wie NEOPresse. Das ist aber auch das einzige Positive das man der US-angeführten (oder sogar von Deutschland angeführt wenn man die Tabelle unten betrachtet) Propaganda entnehmen kann.

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Kommentar

  1. Früher hielten sich die Könige Hofnarren, die die Wahrheit sagen durften. Was halten sich die Banken?

    Politiker – dürfen die die Wahrheit sagen?
    Die Presse – die dürfen Propaganda treiben

  2. Wahrheit vs. Progaganda – was ist was?

    Den Bezug auf die Geschichte des Zweiten Weltkrieges halte ich für problematisch, da es gerade dort erkennbar so massive Geschichtsfälschungen gegenben hat, dass sich für den Betrachter die Frage stellt, ob er heute die Wahrheit tatsächlich kennt.

    Vor kurzem lief im TV erst eine Doku über Stalingrad, bei der heraus kam, dass Stalin diese Geschichte fälschte, um als der große Stratege da zu stehen.

    Und was ist mit dem Rest? Ist das denn die Wahrheit?

    Ein Bobby Fischer, der dies anzweifelte wurde von der „politisch korrekten“ Gesellschaft bis zum Nordpol gehetzt.

    Ist dies eine aufgeklärte Gesellschaft – oder ist die Geschichte zum Teil Propaganda? Was wissen wir wirklich sicher?

  3. Wenn man die archäologischen(Wetteränderung nach 2,5mio Jahren, innerhalb von 10000 Jahren, Ackerbau, ab 4000vC Kapitalismus, in Europa ab 400-1000nC Kapitalismus) historische, mythologische Fakten(Religionen), Umgang mit Kritikern und der nicht vorhandene Wahrheitswert(Das eine wird gesagt das Gegenteil gemacht und verfolgt siehe TTIP, Datenschutz. Demokratie, Recht) der heutigen Politiker zugrunde legt kann ich sagen das unser heutiges Selbstverständnis zum größten Teil auf Gehirnwäsche beruht und fast alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens betrifft. Die Neuzeit wie wir sie heute kennen ist konstruiert.