Kommentar: Flüchtlingsstrom – Zufall oder doch geplant?

Hast du dich schon mal gefragt, ob es Zufall ist, dass sich so viele Flüchtlinge zeitgleich auf dem Weg nach Europa machen? Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, keine Frage, aber hat vielleicht jemand nachgeholfen? Dieser Frage würde ich gerne nachgehen.

Ich möchte als Erstes über Fluchtursachen sprechen. Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht. Sie fliehen unter anderem vor Krieg, Gewalt, Unterdrückung, Hunger oder weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Letztere werden oft Wirtschaftsflüchtlinge genannt. Es wird davon ausgegangen, dass diese Menschen keine Hilfe benötigen. Das mag vielleicht auch sein, aber würdest du nicht in ein anderes Land auswandern, wenn dir in deiner Heimat keine Perspektiven geboten werden?

Wir leben nur einmal und das Leben ist oft kürzer als man denkt. Kann man es jemandem verübeln, wenn er das Beste daraus machen möchte? Ich denke nicht.

Mir wäre es auch lieber, wenn niemand flüchten müsste. Niemand möchte, dass seine Heimat von Fremden überrannt wird. Auch ich, die als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist, möchte das nicht. Es ist einfacher Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, wenn sie einzeln kommen. Wenn eine unüberschaubare Menge an Flüchtlingen kommt, wird es deutlich schwerer. Besonders, wenn ein Teil der Bevölkerung keine Flüchtlinge aufnehmen möchte. So sehr ich diese ablehnende Haltung verstehen möchte, kann ich es nicht.

Hier in Europa, geht es uns sehr gut und das ist so, weil wir durch das Leiden der Anderen profitieren. Für viele Krisenherde sind wir mitverantwortlich, denn wir sind es, die Waffen verkaufen. Wir beuten Afrika aus und profitieren von der Armut.

So funktioniert Kapitalismus. Damit einer reich ist, müssen viele arm sein. Ohne Verlierer, gibt es keine Gewinner. Was viele nicht bedenken, man kann nicht ewig andere ausbeuten. Irgendwann klopft das Elend an die Tür.

Da viele den Zusammenhang nicht verstehen, möchte ich es gern ganz einfach erklären.

Nehmen wir den Großkonzern Nestlé. Dieser kauft in Afrika nach und nach das Grundwasser auf. Dabei spielt Korruption eine bedeutende Rolle. Der Bevölkerung wird das Wasser abgedreht und Nestlé füllt das Wasser in Flaschen ab, um es uns zu verkaufen. Wenn du dann in den Supermarkt gehst und eine Flasche Wasser von Nestlé kaufst, finanzierst du diese Art von Ausbeutung mit. Ohne deine finanzielle Unterstützung wäre das alles nicht möglich. Also bevor du dich beschwerst, warum so viele Menschen aus Afrika flüchten, wirf erst mal einen Blick in deinen Einkaufswagen. Das war nur ein Beispiel von vielen. Wie gesagt, es war absehbar, dass Menschen auf der Hoffnung nach einem besserem Leben, nach Europa kommen werden. Doch kann es kein Zufall sein, dass so viele auf einmal kommen.

Nachdem im Nahen Osten mehrere Länder durch die Kriegseinsätze des Westens destabilisiert worden sind, sind Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Sie haben Zuflucht in Flüchtlingslagern in den umliegenden Ländern gesucht. Nachdem sich Millionen Menschen dort angesammelt haben, hat man entschieden, die finanzielle Unterstützung massiv einzuschränken. Wenn man einen Flüchtlingsstrom hätte verhindern wollen, hätte man dann nicht nach finanzieller Unterstützung gefragt?

Die deutsche Waffenindustrie verdient sehr gut an Kriegen. Ein Bruchteil ihres Gewinnes hätte schon genügt, um die Menschen weiterhin zu versorgen. Das wäre deutlich günstiger geworden, als die Kosten, die nun auf uns zukommen und da sie an der Krise nicht unbeteiligt sind, wäre dies auch gerechtfertigt.

Die Menschen sind in ihrer Verzweiflung in rostige Boote gestiegen und haben ihr Leben riskiert, um nach Europa zu kommen. Sie haben ihr letztes Geld den Schleppern übergeben, um hoffnungsvoll in eine neue Zukunft zu starten. Einige haben es nicht geschafft. Ihre Leichen wurden dem Mittelmeer übergeben. Auch Kinder waren darunter. Ich habe von einer Geschichte gehört, die schrecklicher nicht sein kann. Als eine syrische Familie in einem Boot saß, fing das Baby an zu schreien und es hörte nicht auf. Der Schlepper, der bereits aggressiv war, warf das Baby, während der Fahrt, einfach ins eiskalte Wasser. Die Mutter und auch der Vater sprangen hinterher. Sie waren mitten im nirgendwo und sind wahrscheinlich ertrunken.

Die Menschen, die die Flucht überstanden haben, sind meist in Griechenland angekommen.

Griechenland. Das Land, das von den Banken und der vorherigen korrupten Regierung ausgenommen worden ist. Ich werde ein andermal über die Griechenland Krise schreiben. Was du aber wissen solltest, um die Zusammenhänge zu verstehen, ist, dass die Bankenkrise ein abgekartetes Spiel war. Die Banken haben gezockt. Sie und die reichen Griechen haben sich die Taschen vollgemacht bis alles zusammengebrochen ist. Dann haben sie sich von der deutschen Regierung die „Verluste“ auszahlen lassen. Deutschland hat durch niedrigere Zinsen auf Staatsanleihen an der Krise verdient, und auch die Banken haben daran verdient. Verloren haben eigentlich nur die Griechen. Und zwar die, die nichts dafür konnten.

Die Flüchtlinge kamen also in Griechenland an, wo sie wenig auf finanzielle Hilfe hoffen konnten. Also sind sie weitergezogen. Dort hin, wo es den Leuten besser geht. Das ist unter anderem Deutschland. Zum einen hatte es sich herumgesprochen, dass die wirtschaftliche Lage hier stabil ist und zum anderen, dem wird oft wenig Beachtung geschenkt, hat man im Nahen Osten die Werbetrommel für Deutschland gerührt. Man hat den Leuten erzählt, dass Deutschland Zuwanderung möchte.

Hier bekäme jeder Arbeit und eine bestimmte Summe für den Start ins neue Leben. Die Enttäuschung war natürlich groß, als sie hierhin gekommen sind und erst mal monatelang mit mehreren Personen auf engsten Raum leben mussten. Natürlich kommt es dann zu Auseinandersetzungen. Das wäre bei uns nicht anders.

Die geflohenen Menschen sind frustriert und die Bevölkerung ist aufgebracht. In den Medien wird dem Normalbürger vermittelt, dass Flüchtlinge alles bekommen und sich an keinerlei Gesetze halten müssen. Zum Teil werden sie auch bevorzugt behandelt, aber hast du dich mal gefragt, wieso das so ist?

Ich habe mich das gefragt und ich glaube, es liegt daran, dass man uns gegeneinander aufhetzen möchte. Solange wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen, können die da oben sich alles erlauben. Sie treffen Entscheidungen, die zu unserem Nachteil sind, sie werfen mit unseren Steuergeldern um sich, als gehöre es ihnen, sie erlauben Giftstoffe in unseren Lebensmitteln und treffen geheime Abkommen mit den Konzernen und den Banken. Sie lenken uns ab, indem sie uns Angst machen, damit wir mit unseren Sorgen beschäftigt sind und sie ungestört ihren kriminellen Machenschaften nachgehen können.

Ich weiß nicht was du denkst, aber ich denke, es reicht! Ich habe genug davon, die Konsequenzen für das Handeln von korrupten Politikern und gierigen Konzernen zu tragen. Wir müssen endlich erkennen, wer uns den Schaden zufügt. Wir müssen die Ursache bekämpfen und nicht die Symptome anprangern. Nicht die Flüchtlinge sind das Problem. Das System, in dem wir leben ist es. Kapitalismus bring Leid und Qual über die Welt und zerstört dabei unseres Planten. Setzen wir dem Ganzen ein Ende, bevor es zu spät ist.