in Gesellschaft

Schleichend hat die Digitale Wende längst begonnen und merklich nimmt sie an Fahrt auf. Sie geht jeden etwas an, da sie unsere Grundwerte und die Art wie wir leben in Frage stellt und sie transformieren wird. Das ist nicht das Ende der Spezies Mensch, es ist das Ende eines uns bekannten und wohl vertrauten Systems, einer uns bekannten Lebensweise und Lebensform.

Drastischer ausgedrückt, die Digitale Wende bringt die Ordnung durcheinander, reißt Mauern und Wände ein, die zuvor als nicht abreißbar galten. Das Tempo der Veränderung, welche die Digitale Wende weltweit angestoßen hat, ist bereits in vollem Gange und keiner wird sie mehr aufhalten. Allenfalls werden Despoten und extreme Strömungen sie hinauszögern, einen Wimpernschlag lang sie aufhalten können, mehr aber auch nicht. Die gestrigen Rezepte von einst zünden nicht mehr und sich abschotten in einer stetig zusammenwachsenden Welt funktioniert ebenso wenig.

Der Westen, welcher dem größeren restlichen Teil der Welt seine Kultur, in Form einer Materialschlacht, von jeher missionarisch aufgezwungen hat und auch krampfhaft weiter versucht aufzuzwingen, wird zum Opfer seiner eigenen Taten werden. Sogar im Kleinen spürt jeder bereits im Alltag, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird, doch sich damit konfrontieren zu müssen, fällt schwer. Denn keiner weiß so wirklich sich darauf einzustellen, insbesondere nicht auf die Folgen der Veränderungen, da sie nicht abschätzbar sind.

Doch die Veränderungen werden kommen, daran ändert auch die Vogelstrauß-Technik nichts. Politiker reden hierzulande von Wirtschafteswundern und anderen Großtaten, obwohl es schon lange keine mehr gibt und abgesehen davon in der letzten Zeit auch keine mehr gab. Es ist verzweifelte Durchhalte-Paroli aufgebaut auf geschönten Statistiken.

Und so hat auch längst die Statistik ihre Gültigkeit verloren und jene die sie nachplappern ebenso. Weil es die Realität nicht mehr abbildet. Allenfalls bildet die Statistik eine Traumwelt ab. Lange Zeit wurde diese Traumwelt – diese Filterblase – geglaubt und ausgelebt, als Realität empfunden, nicht weil es überschaubar war, sondern weil sie begrenzt war, aus heutiger Perspektive künstlich begrenzt.

Doch der überdimensionale Bildschirm, der uns als Wahrheit verkauft und von wenigen bedient und gesteuert wurde, hat Risse bekommen. Risse die uns erahnen lassen, dass das, was wir glaubten, wovon wir als westliche Gesellschaft überzeugt waren, eine Illusion ist, da nun jeder hinter seinem eigenen Bildschirm sitzt. Und dadurch erkennt wie brüchig unsere Überzeugungen sind und zugleich wie einfach es doch ist die Wirklichkeit zu manipulieren.

Unsere Illusion, ist die Abbildung unsrer Realität, unserer rein subjektiven Realität, mit der wir von Kindesbeinen an konfrontiert werden. Und der Schmerz ist so groß, dies erkennen zu müssen, dass ihn die meisten nicht wahrhaben wollen. Denn an was soll dann noch geglaubt werden, wenn es nicht mehr diese Krücke gibt! Die postkolonialen Versuche, die übrige Welt in Schach zu halten versagen, da dass Geheimnis der westlichen Dominanz und seiner vermeintlichen Verheißungen gelüftet ist.

Die Ausgeschlossenen, die ein solches Lebensmodell zwangsläufig verursachen muss, wussten das schon immer. Seien es die Flüchtlinge oder neuerdings der White Trash in den USA, die jugendlichen Arbeitslosen innerhalb der EU oder das Heer der Hartz-IV-Empfänger in Deutschland, die als Synonyme stellvertrendend für so viele vermeintlich Abgehängte und Aussortierte stehen. Sie alle haben das System durchschaut und sie werden von Tag zu Tag mehr, da es immer mehr Opfer fordert, dass System am Leben zu halten, nicht nur mehr Opfer außerhalb, auch immer mehr innerhalb.

Jenes System das sich westliche Werte nennt und als Synonym den Beinamen Demokratie trägt, jedoch ein Pyramidensystem darstellt, in dem es immer nur um Macht und um Machterhalt aber nie um Demokratie ging, ist ins wanken geraten.

Dass was wir derzeit erleben, ist sozusagen ein letztes Aufbäumen, bevor das System, das im Kern zentralistisch aufgebaut ist, kollabiert. Einerseits weil es keine Rückfahrtkarte „in die gute alte Zeit“ von anno dazumal gibt, wie es sich die Weltenlenker zurück wünschen. Andererseits und das ist viel entscheidender, lösen sich die künstlich gezogenen Grenzen auf. Jene künstlich geschaffenen Trennungen in „wir“ und die „anderen“ ergibt plötzlich keinen Sinn mehr.

Die Schleier lüften sich, es wird transparent, wie einst die Kleider des neuen Kaisers. Denn egal auf welcher Seite ein jeder steht, die Sicht, auf die jeweils andere Seite, ist gegeben und sie durchdringt von Tag zu Tag immer weitere Lebens- und Daseinsbereiche weltweit, eine globale Erfahrung die es nie zuvor gab.

Und in dem Moment wo sich diese Durchdringung ereignet, genau genommen in diesem, jeden Moment unseres Daseins, werden beide Seiten eins werden und die Kannibalisierung tritt ein. Denn ein System das Weltherrschaft anstrebt, wie das westliche Modell und Weltherrschaft erlangt, kann sich in seiner Endform nur noch kannibalisieren und selbst zerstören, da es die Verdrängung und das Feindbild des andersartigen zwingend benötigt, um bestehen zu können.

Es ist wie mit einem Feuer, dass nur so lange wärmen kann, wie es Brennstoff gibt. Die Digitale Wende ist dahingehend eine Offenbarung, in Form eines zivilisatorisch bewusstseinserweiternden Prozesses. Doch zuvor muss jeder Einzelne für sich, der mutig genug ist, den gegenwärtigen Zustand hinter der eigentlichen Fassade erkennen beginnen, bevor es zu spät ist.

Gewiss ist dies ein Prozess, der vieles fordert, aber nur wenig garantieren kann. Dezentralisierung ist das Schlüsselwort der Veränderung. Viele kleine Keimzellen der Erneuerung werden sich bilden und sich netzwerkartig zusammenschließen, um gemeinsam konstruktiv und friedlich an einer Grundlage zu arbeiten – für eine gerechtere Welt von morgen.

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Kommentar

  1. Die Zentralisierung von Macht nimmt zu,
    weil es die Kombination aus Kapital und Technik ermöglicht,
    dass immer kleiner werdende Gruppen Massen immer konsequenter Beherrschen .
    Alleine die Durchsetzung des Diktates, dass die Abschaffung von Volks-/Staatsgrenzen ein positives Ziel und alternativlose Konsequenz
    des Forschritts sei, ist haarsträubender ideologischer Unsinn .
    Wo ist die Internationale Verständigung zwischen Arbeitern ? Man muß in der Geschichte weit zurückgegen um an den Punkt zu gelangen, an dem Arbeiter so völlig beliebig durch das Kapital ausspielbar waren .

  2. Ich versteh den ganzen Beitrag nicht. Der Autor kündigt in immer neuen Wendungen an, dass die digitale Welt alle bekannten gesellschaftlichen Strukturen beseitigen werde. So viel Einführung könnte einen gewaltigen Hauptteil mit der Beschreibung der digitalen Welt und ihren Mechanismen der Zersetzung der alten Welt tragen. Was aber folgt, ist: Nichts.

  3. Ich kann dem Optimismus des Autors nicht folgen. Schauen wir z.B. in die USA. Dort war es möglich, dass eine Kriegsverbrecherin sich um das höchste Amt bewirbt und nur was die Anzahl der Stimmen angeht nur haarscharf verliert. In Deutschland sieht es nicht anders aus. Seit 20 Jahren wird eine Politik gegen die große Mehrheit der Bevölkerung gemacht und dennoch werden diese Parteien jedesmal wieder mit einer satten Mehrheit ausgestattet. Die einzige Partei, die zumindest im Programm eine Politik gegen Großkapital, Konzerne und Banken, hat , DIE LINKE, ist mehr oder weniger bedeutungslos.
    Ja, viele sind aufgewacht, aber es sind noch viel zu wenige und der Rest wird nach wie vor über die veröffentlichte Meinung manipuliert und träumt weiter.

    • .. Und auch die Linke ist stark Kapitalinteressengesteuert wenn sie (Wagenknecht ausgenommen) blindlings der Globalisierung zuspielt.

  4. Ich empfehle jedem sich das Thema Künstliche Intelligenz mithilfe der IT- Forscherin Yvonne Hofstetter näher anzuschauen. Auf YouTube gibt es zahlreiche Videos.
    Eine gesellschaftliche Veränderung findet gravierend statt.