in Gesellschaft

Am 14. März 2013 erlag Daniel S. im niedersächsischen Kirchweyhe seinen schweren Verletzungen, die ihm vier Tage zuvor zugefügt wurden. Vor einigen Tagen kam das Amtsgericht zu einem Urteil gegen den Hauptverantwortlichen der Tat – mit einem nüchternen Ausgang.

Was passiert ist.

Am 10. März nahm Daniel S. an einer Disco-Tour teil, die von einem Bekannten organisiert wurde um seinen Geburtstag nachzufeiern. Nachdem die Gruppe aus der Großraumdiskothek im benachbarten Wildeshausen zurück in Kirchweyhe ankamen, soll es bereits im Vorfeld zu einigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Nationalitäten gekommen sein. Beide Fraktionen sollen im Laufe der Rückfahrt so stark aneinander gekommen sein, dass beide Gruppierungen Verstärkung gerufen haben. Diese Verstärkung soll laut Angaben von Zeugen bereits bei der Ankunft des Bus am Busbahnhof gewartet haben.

Cihan A. ist der 20-jährige Haupttäter, der vor einigen Tagen für seine Taten zur Rechenschaft gezogen worden ist. Zwar gibt es widersprüchliche Aussagen von Zeugen, aber im Gesamtbild scheint es, dass Cihan A. kein Gefühl davon hatte, in wie fern dieser Daniel S. verletzen würde. Einige Zeugen berichten, dass Cihan A. mit Anlauf in den Rücken von Daniel S. gesprungen ist und dieser gegen den Bus geschleudert worden ist. Freunde erkannten, dass Daniel S. schwer verletzt im Schnee lag und brachten ihn in ein Wartehaus, informierten Rettungsdienst und Polizei. Cihan A. und seine Kumpanen flüchteten, konnten jedoch später von der Polizei gestellt werden und Cihan A. wurde in Haft genommen.

Es fehle der Vorsatz

Richter Joachim Grebe vom Landgericht Verden hat sich durch diesen Prozess mit Sicherheit nicht unbedingt neue Freunde gemacht. Auf faktischer Ebene hat Herr Grebe jedoch Recht – man darf ein Urteil nicht aufgrund von Emotionen und Mutmaßungen begründen. Weiterhin fehle der Beweis eines Vorsatzes von Cihan A. Die Auseinandersetzung im Vorfeld und die „Beorderung“ von Verstärkung zum nächsten Busbahnhof scheint mir jedoch, dass sowohl Cihan A. als auch die Gruppe um Daniel S. mehr erreichen wollten aus diesem Streit. Laut der lokalen Zeitung „Weser-Kurier“ soll der 20-jährige Cihan A. Drohungen ausgesprochen haben, darunter: „Einer wird diesen Abend nicht überleben.“ Weiterhin sollen laut dem Kurier auch fremdenfeindliche Äußerungen gefallen sein, wie: „Raus mit dem Affen“. Beim besten Willen, wenn ich alle Augen zudrücke, ist das minimal eine fremdenfeindliche Äußerung. Stellt man weiterhin beide Aussagen nebeneinander, kann jeder normal denkende Bürger erkennen, welche Behauptungen ein Vorsatz sein könnte und welche Behauptungen den Streit provoziert hat.

5 Jahre und 9 Monate für ein Menschenleben

Cihan A. kann sich nun knapp 6 Jahre Gedanken machen und hoffentlich lernen, diesen Vorfall zu bereuen und den inneren Frieden mit sich selbst finden. Man kann nur hoffen, dass Cihan A. sein weiteres Leben nach der Haft geregelter auf die Reihe bekommt – trotz sehr schlechter Zukunftsaussichten. Für die Familie von Daniel S. kann man nur hoffen, dass diese das Urteil hinnehmen kann und auch sie den inneren Frieden finden kann. Am 14. März soll es eine Mahnwache geben. Bereits im Vorfeld kam es zu einigen Komplikationen. Der Weser-Kurier hat diese Mahnwache mit rechtsextremen Vorsätzen verbunden und somit die Wut der trauernden Bürger auf sich gezogen. Besonders nachvollziehbar ist die Wut, da bekennende rechtsextreme Gruppierungen diese Tat zur Instrumentalisierung ihrer Ideologie genutzt haben.

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