In Afrika entsteht eine 8.000 Kilometer lange Mauer

Bereits vor zwölf Jahren hat die Afrikanische Union begonnen, einen 8.000 Kilometer langen Grünstreifen quer durch den afrikanischen Kontinent zu pflanzen. Schon bei der Verkündung des Projekts war klar: Das Projekt ist ambitioniert. Der Grünstreifen, der einmal zu einem Baumwall heranwachsen soll, verläuft unmittelbar südlich der Sahara und soll 15 Kilometer breit werden. In der sogenannten Sahelzone lebt der Großteil der Menschen außerhalb der Städte von Landwirtschaft. Doch die Landwirtschaft wird von der Wüste bedroht.

Da die Sahara Wüste immer weiter voranschreitet, hat die Afrikanische Union 2007 beschlossen, die „Große Grüne Mauer“ entlang der Sahara von der West- bis zur Ostküste Afrikas zu pflanzen, um die Gegend wieder zu begrünen. Dadurch sollte sich das Leben der in der Sahel-Zone lebenden Menschen wieder verbessern. Die Grüne Mauer soll helfen, die natürlichen Böden in der Sahel-Zone zu erhalten sowie Dürren zu verhindern. Vorbild für den Baumwall in Afrika ist die Grüne Mauer in China, das größte bislang bekannte Aufforstungsprojekt. Auch dort soll der Grünstreifen als Schutz vor Wüstenstürmen und der Ausbreitung der Wüste dienen.

Doch das Projekt in Afrika stellte sich schnell als nicht zielführend heraus. Zum einen ist nicht nur die Ausbreitung des Sandes für das Fortschreiten der Wüste verantwortlich. Vielmehr ist zu wenig Regen und eine einseitige Landwirtschaft der Bevölkerung für die Ausbreitung der Wüste verantwortlich. Ein Grünstreifen aus Bäumen hätte nur wenig Einfluss auf das Makroklima und aufgrund des fehlenden Niederschlags wären die Pflanzen vermutlich zu achtzig Prozent einfach vertrocknet.

Dennoch wurde das Projekt aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse nicht aufgegeben. Vielmehr wurde es an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Zudem wurde die nachhaltige Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen verstärkt gefördert. Die lokale Bevölkerung wurde in die Initiativen zu nachhaltiger Landwirtschaft sowie dem Pflanzen von Bäumen miteinbezogen. So entwickelte sich mit der Zeit ein Netzwerk aus verschiedenen lokalen Initiativen, die das Großprojekt als Ganzes unterstützen und so für eine nachhaltige Wiederaufforstung der Sahel-Zone sorgen.

In den trockenen Gegenden werden Bäume gepflanzt, die an die Gegebenheiten angepasst sind und nicht gewässert werden müssen, die Akazienbäume. Zudem dienen die Akazien als Rohstoff für Marmeladen und Honig sowie weitere Produkte im Lebensmittelbereich. Immerhin konnten inzwischen 15 Prozent der ursprünglich geplanten Bepflanzungsmenge auch tatsächlich gepflanzt werden. Die Pflanzen dienen als CO2-Speicher und als Sauerstofflieferant. Sie beeinflussen das Mikroklima positiv und ziehen zahlreiche Tierarten an, die sich in den breiten Grünstreifen wieder angesiedelt haben. Bodenerosion wird in den Gebieten an den Grünstreifen verhindert.

Das Projekt wird deshalb inzwischen als Erfolg angesehen und dessen geplante Umsetzung soll auch in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden.