in Gesellschaft

Die Regierungen in der EU haben höchst unterschiedliche Konzepte, mit der Arbeitslosigkeit umzugehen.

In Deutschland wurde das Aufstocken, also die Auffüllung geringer Löhne aus der Staatskasse gerade eingedampft. Der Mindestlohn gilt. Die Auswirkungen des Mindestlohns in Deutschland bestehen darin, daß etwa 200.000 Minijobs weggefallen sind. Das heißt, die staatliche Sozialleistung wird in diesen 200.000 Fällen nicht mehr „aufgestockt“. Da es vor allem Rentner und Studenten betraf, erscheint das nicht in der Statistik.

Finnland will angeblich gerade das Gegenteil organisieren, wie alle großen Zeitungen berichteten und ein Grundeinkommen für Erwachsene von 800 € im Monat einführen, womit viele  Sozialleistungen abgegolten sind. Mit einem Grundeinkommen würden Menschen eher bereit sein, eine schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Momentan sei dies hingegen mit verringerten Sozialleistungen verbunden. So das Kalkül der Anhänger des Grundeinkommens.

In Deutschland hat der Staat früher schlechte Löhne mit Steuergeld aufgestockt, mit Grundeinkommen soll das magere Steuergeld mit schlechten Löhnen aufgestockt werden, was in der Geldbörse des Geringverdieners zum Schluß dasselbe ist.

Wie die Regierenden mit der Arbeitslosigkeit umgehen ist offensichtlich konjunkturabhängig. Finnland mit einer hohen Arbeitslosigkeit liebäugelt angeblich mit der Ausweitung des  Niedriglohnsektors, Deutschland mit einer derzeit guten Wirtschaftslage verbaute diese Möglichkeit.

Wie lange kann Deutschland den derzeit eingeschlagenen Weg angesichts der Asyl- und Wirtschaftsflüchtlingskatastrophe durchhalten? Gute Frage!

In Deutschland wurden 2012 pro Kopf 10.000 € Sozialleistungen ausgezahlt, pro Monat waren das 830 €. Ein Grundeinkommen von 800 € läge darunter. Das Grundeinkommen ist also kein schlechtes Geschäft für den Steuerzahler.  Es würden sich viele Fragen auftun: Wer bezahlt teure Operationen, was ist mit dem Vertrauensschutz bei hohen Pensionen und hohen Renten? Und vor allem: Was macht man mit einer Million überflüssigen Beschäftigten in der sozialen Verteilbürokratie?

Dass Grundeinkommen in Finnland wird nicht kommen. Es war eine Zeitungsente der Lügenpresse. Das konnte man schon daran erkennen daß über Details nichts berichtet wurde. Es wird auch in Deutschland nicht kommen, weil diejenigen, die jahrzehntelang in Versorgungssysteme eingezahlt haben, starken Widerstand leisten werden. Wir müssen uns nur erinnern: Thüringens Ex-Ministerpräsident Althaus hatte die Idee des Grundeinkommens eine Weile lang propagiert, und zwar so lange bis er in der West-CDU harten Widerstand spürte. Von einer Werbereise nach Nordrhein-Westfalen kam er geläutert zurück. Der Bonbon mit dem Grundeinkommen war danach gelutscht.

Die finnische Sozialversicherungsanstalt hat die Meldungen der deutschen Lügenpresse über das finnische Grundeinkommen übrigens hier offiziell dementiert.

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25 Kommentare

  1. Ja so ein Grundeinkommen wäre genau das Richtige um allen Menschen in diesem Land zu erlauben Ihre Würde zu behalten in Zeiten in denen es Ihnen schlechter geht, oder es mal nicht so gut läuft. Und was ich auch echt toll daran finde ist, dass es den Menschen erlaubt sich selbst zu verwirklichen und den Job zu machen, den sie lieben und nicht den, den sie machen müssen um zu überleben. Wir brauchen das dringend!

  2. Mal allein auf die Überschrift bezogen, da den Text nicht gelesen,und ich dieser zustimme..
    In diesem System wird es das bedingungslose Grundeinkommen mit ziemlicher Sicherheit auch nicht geben.
    Ergo…????

  3. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass der Autor dieses zweitklassigen Artikels, ein Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens ist.

    In seiner Hoffnung, dass das Thema nun durch ist, kann ich ihn leider nicht bestätigen. Es nimmt in Wirklichkeit jetzt erst gerade richtig Fahrt auf.

  4. das BGE ist nicht nur ein Märchen, sondern ein dummes Märchen. Marxismus pur in einer neuen Verpackung, wahrschenlich von den ewig gestrigen Nostalgikern des Realsozialismus auf dem Abfallhaufen der Geschichte aufgelesen.

  5. Diese Regierung will nicht oder braucht es nicht diesen Wirtschaftswachstum, denn je ärmer die Menschen im Land, umso geringer das Kaufverhalten.
    Das Zeigt aber auch, dass diese Regierung dieses Wachstum nicht mehr nötig hat, weil sie offenbar zu viel Geld hat. Umso mehr wundert es mich, dass man diese einmalige Chance verwirft.

  6. Ein BGE muss natürlich langfristig (fast) alle Sozialleistungen sowie alle Steuervergünstigungen ersetzen. Dazu gehören auch Renten und Pensionen. Diese sollten Bestandsschutz haben bzw. Wahlrecht der Versicherten beinhalten. Für spätere Generationen kann es keine Rente oder Pensionen geben weil es keine Soz.Vers.Beiträge mehr gibt. Einher gehend muss natürlich auch ein einfaches und gerechtes Steuersystem eingesetzt werden in dem auch jeder seine tats. Steuerlast zahlt sowie eine kostenfreie med. Grundversorgung. Wie im Artikel bereits erwähnt, das meiste Geld ist ja jetzt schon da und wird für Tausende Einzelleistungen ausgegeben. Der Bürokratieabbau + Binnenaufschwung sorgen für weitere Finannzierung.

  7. Um noch mal klarzustellen: Ein BGE ist ein GRUNDEINKOMMEN. Wer mehr will – und das dürften fast alle sein – muss sein Geld dazuverdienen. Dazu muss das BGE anrechnungsfrei sein. Wer mehr arbeitet, muss auch mehr verdienen. Das geht NUR mit dem BGE. Jetzt ist es leider immer noch oft so – arm trotz Arbeit. Jeder kann allerdings selbst entscheiden, ob er Vollzeit, Teilzeit oder nur ein paar Stunden arbeitet. Das würde auch Familen und Alleinerz. entlasten. Zudem würde Arbeit besser verteilt, Arbeitnehmer- wie auch Arbeitgeberrechte gestärkt und die Straßenkriminalität effektiv gesenkt (oft gehts bei Diebstahl, „Abziehen“ und Raubüberfällen nur um kleine Beträge).

  8. Es würde mind. 80 % der Menschen besser gehen, aber dafür eine politische Mehrheit in einer Demokratie zu bekommen ist schwierig…viele können sich einfach ein Leben in Kooparation, ohne Zwang nicht vorstellen und würden es erst Recht keinem anderen gönnen wollen …. außer Ihren „Haltern“ natürlich, denn das war schon immer so…da kann man nichts machen…dann lieber arbeiten als Lohnsklave, Steuersklave und Abgabensklaven und auf die System bedingten gefallen Armen herab blicken und hoffen, dass man es ins Rentenalter schafft….stimmts ? ;-)

    • @Alexander
      Hierbei kommt ein ganz elementarer, psychologischer Trick zum tragen: kennt man Einen dem’s schlechter geht als einem selbst, fühlt man sich gleich besser. Dass es Einen gibt dem’s noch besser geht, wird dadurch eher toleriert. Die Armen sind genau aus diesem Grund sehr willkommen, sind quasi die Bestätigung der Hierarchie/Rangordnung. Die Armen sind zu schwach dagegen anzugehen und der Mittelstand ist froh nicht arm zu sein. Effekt: der Reiche kann in aller Ruhe reich sein ! = Feudalherrschaft ! Dieses System müssen wir aufbrechen ! Noch ein System-Trick: wer spenden darf, dessen Gewissen ist beruhigt. Und immer schön brav über rechenschaftspflichtige Vereine, wegen der Kontrolle. Mein Tipp: lieber öfter mal cash direkt !

  9. Adenauer hatte den Spitzensteuersatz auf 96% ab 250 Tausend DM Jahreseinkommen festgesetzt. Das war Grundgesetzkonform. In Artikel 20 steht: „Eigentum verpflichtet.“ Das Geld floß ohne Umweg zurück in den Wirtschaftskreislauf und der Staat hatte genügend Geld für Schulen, Kindergärten und Straßenreparatur.
    Heute ist das Steuerrecht ein Dschungel. Der Großverdiener leistet sich einen Steuerberater, der ihm eine Bresche durchs Dickicht schlägt zu einer Steueroase, Andorra (schaut mal unter Andorra!), Luxemburg, die Schweiz und seinen Steuerbeitrag auf Null senkt. Wer zahlt, das ist die soziale Unterschicht, ich, und das Grundeinkommen für Facharbeiter sehe ich auch auf mich zukommen.

  10. Unsere Gesellschaft erwirtschaftet gigantische Überschüsse – Geld dass in die Taschen einiger weniger fließt. Noch kann sich das Establishment gegen den Druck der – noch nicht komplett verarmten – Masse wehren, mit Hilfe der Medien, der korrupten Politiker und der Justiz. Da die Schere zwischen Reich und Arm aber jedes Jahr weiter auseinanderklafft und die Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs durch Bildung immer kleiner werden, wird auch der Druck durch die Masse immer größer.
    Wie ein Dampfkessel der langsam hochkocht.
    Irgendwann fliegt uns die Scheiße um die Ohren.