in Gesellschaft

„Wir stehen am Rande eines Bürgerkrieges!“ Das Zitat stammt von Patrick Calvar, Direktor der französischen DGSI (Direction générale de la sécurité intérieure). Der Terrorismus -und Sicherheitsexperte, dessen Behörde dem französischen Innenministerium untersteht, hat in der Vergangenheit mehrmals über die Gefahren eines Krieges im Inneren Frankreichs und auch in anderen europäischen Ländern gewarnt.

Im Mai dieses Jahres referierte Calvar vor einer Kommission des französischen Parlaments, zuständig für die nationale Verteidigung, über die großen Gefahren denen Europa ausgesetzt sei. „Der Extremismus ist überall auf dem Vormarsch und wir wenden jetzt unsere Aufmerksamkeit einigen weit rechts stehenden Bewegungen zu, die eine Konfrontation vorbereiten.“

Am 12. Juli sprach er zur gleichen Thematik ebenfalls vor einer Kommission des Parlamentes, die sich mit der Analyse und Aufarbeitung der Terroranschläge im Jahr 2015 befasst. Von welcher Art Konfrontation sprach Calvar? Er drückte es aus als „interkommunale Konfrontationen“, eine verharmlosende Formulierung für einen möglichen inneren Krieg gegen Muslime. „Noch ein oder zwei weitere Terroranschläge“, so Calvar, „und wir könnten auch einen Bürgerkrieg erleben!“

Die Geheimdiensterkenntnisse in Frankreich weisen auf starke, rechts stehende Kräfte und Extremisten hin, die nur auf noch mehr Terroranschläge warten, um sich in gewalttätiger Konfrontation zu engagieren. Die Geschehnisse in Nizza, am Nationalfeiertag, mit den erneut vielen unschuldigen Opfern sind weiteres Feuer, um einen viel größeren Flächenbrand auszulösen. Eine große Problematik liegt hierbei auch im Versagen des Staates.

Frankreich ist das Hauptziel des islamistischen Terrors in Europa. Die meisten der Taten wurden von französischen Muslimen begangen. Nach allen bisherigen Anschlagsversuchen und Anschlägen weigerte sich Präsident Francois Hollande den Feind klar zu benennen. Klar benannt werden muss der Islamismus, vor allem der französische Islamismus und der französische Staat täte gut daran diesen als Feind der französischen Bürger zu bezeichnen. Für Hollande bleibt der Feind anscheinend eine „Abstraktion“. Immer wieder handelt es sich in seinen Aussagen um „Fanatiker“ oder „Terroristen“. Der französische Präsident weigert sich trotz aller Geschehnisse konsequent zu handeln, in dem er beispielsweise salafistische Moscheen schließt, die Muslimbruderschaft und salafistische Organisationen in Frankreich verbietet.

Stattdessen bekräftigt der Präsident seine Entschlossenheit für militärische Aktionen im Ausland. „Wir werden unsere Aktionen in Syrien und im Irak verstärken“, sagte Hollande nach dem furchtbaren Attentat von Nizza. Der Feind der französischen Republik sitzt aber im Inneren. Der Ausnahmezustand und der Einsatz von Soldaten in der Heimat dient vorwiegend defensiven Ausgaben, hauptsächlich im Bereich Objektschutz und Präsenz.

Keine offensive Haltung gegen einen mächtigen inneren Feind. Mit diesem offensichtlichen Fehler einer gewählten Regierung, die den Auftrag hat das Land durch nationale und internationale Krisen zu führen, ist es kein Wunder, dass sich im Untergrund paramilitärische Gruppierungen und Organisationen formieren, um sich zu wehren. Mathieu Bock-Côté, aus Kanada stammender Soziologe sagte hierzu gegenüber der Zeitung „Le Figaro“:

„Westliche Eliten wehren sich mit einer selbstmörderischen Hartnäckigkeit dagegen, den Feind zu benennen. Konfrontiert mit Anschlägen in Brüssel oder Paris, ziehen sie es vor, sich einen philosophischen Kampf zwischen Demokratie und Terrorismus vorzustellen, zwischen einer offenen Gesellschaft und Fanatismus, zwischen Zivilisation und Barbarei“.

Dabei begann dieser „Bürgerkrieg“ im Inneren Frankreichs eigentlich schon vor 16 Jahren mit dem Beginn der zweiten „Intifada“. Während die Palästinenser in Tel Aviv und Jerusalem Selbstmordanschläge ausführten und die Jugendlichen auf den Straßen der von Israel besetzten Gebiete rebellierten, begannen französische Muslime in Frankreich lebende Juden zu drangsalieren. Seit 16 Jahren zieht sich eine Welle der Gewalt und des Antisemitismus durch Frankreich, so dass seither über 30.000 französische Juden das Land verlassen haben. Wenn französische Muslime anderen französischen Bürgern mit einem anderen Glauben den „Krieg“ erklären, wie nennt man dann so etwas? Die französische Regierung und die Eliten des Staates nennen es ein bedauerliches Missverständnis zwischen zwei „ethnischen Gemeinschaften“.

Für die französische Regierung und das stets korrekte Establishment beginnt ein „Bürgerkrieg“ augenscheinlich erst dann, wenn jemand gegen die französischen Muslime zurückschlägt. Wer beklagt sich in Frankreich am meisten über die muslimische Einwanderung? Wer leidet am stärksten unter dem lokalen Islamismus? Es sind die Armen und Alten, die in den sozialen Brennpunkten in der Nähe von muslimischen Gemeinden oder oft mittendrin leben, weil sie sich keine andere Wohnung leisten können und nicht über die finanziellen Mittel verfügen woandershin umzuziehen.

Im Ergebnis sind Millionen dieser Bevölkerungsschicht bereit, Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei „Front National“ zur nächsten Präsidentin der Republik zu wählen und sei es nur aus dem einfachen Grund, dass der „Front Nationale“ die einzige Partei ist, die willens ist, illegale Einwanderung zu bekämpfen. Gleichzeitig wird hiermit die Bevölkerungsschicht der Armen und Alten zum Dorn im Auge der Regierung und der großen Oppositionspartei, den Konservativen. Eine Botschaft des „Front Nationale“ lautet: „Wir werden Frankreich als eine Nation von französischen Menschen wiederherstellen!“ Ein Versprechen, dem die Alten und Armen glauben, weil sie keine andere Wahl haben.

Ganz ähnlich verhielt es sich in Großbritannien während des Referendums zum „Brexit“. Besonders die Alten und die Schicht der Bevölkerung mit niedrigem Einkommen nahm das erste Werkzeug, welches ihnen geboten wurde zum Anlass ihrer Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Es war ein Protest gegen eine Gesellschaftsordnung, in der sie nicht mehr leben möchten. Eine Ablehnung gegenüber einer globalen Elite, welche die ihnen bekannte Ordnung von Grund auf verändert und ihnen noch weniger Perspektiven zugesteht. In Frankreich entschied diese Elite, dass die Wählerschicht, die dem „Front Nationale“ Stimmen gibt, zu dumm, zu rassistisch und zu unvernünftig ist, um die Schönheiten einer Gesellschaft zu erkennen, welche offen ist für Menschen, die sich oft nicht assimilieren wollen. Im Gegenzug wollen diese, dass sich die anderen unterordnen und sie drohen unverhohlen mit Gewalt, wenn diese es nicht tun.

Die globalen Eliten haben noch eine Wahl getroffen. Sie stellen sich gegen die Alten und Armen der Gesellschaft, da diese sie nicht mehr wählen wollen. Den Islamismus im Inneren nicht entschieden zu bekämpfen hat auch hiermit zu tun. Im Jahr 2012 wählten 93% der Muslime in Frankreich den amtierenden Präsidenten Francois Hollande. In anderen europäischen Ländern sehen die Ergebnisse und Studien ähnlich aus und in der Regel wählen 70-80% der Muslime die Regierungs- oder andere etablierte Parteien.

Solange die Regierungen und Eliten sich uneinsichtig geben oder bewusst wegsehen und den inneren Feind der extremistischen Muslime nicht klar benennen wird die Gefahr immer weiter ansteigen. Solange als Feindbild der „Front National“ in Frankreich, die „AfD“ in Deutschland oder die „schwedischen Nationalisten“ angesehen werden, ist „Bürgerkrieg“ nahezu unausweichlich. Frankreich und andere europäische Länder haben Militär, Spezialeinheiten und Polizei die stark genug ist, um gegen einen inneren islamistischen Feind zu kämpfen. Es bedarf dringender Maßnahmen, um ganze Schichten einheimischer Bevölkerungen in ihrer Verzweiflung nicht allein zu lassen.

Quellen: lexpress.fr, ibtimes, DGSI, Patrick Clavar, lefigaro.fr, audiatur-online.ch, Le Monde, Yves Mamou (France, The coming civil war, aus dem Englischen)

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16 Kommentare

  1. CIA-Bürgerkriegspan für Frankreich geht ihrem Finalen Ende entgegen! Ich frage mich wer ist als nächstes dran? Österreich? Deutschland? Italien? Wir werden es sehen! Haben sich auch alle mit Kriegsreserven an Nahrungsmitteln legalen und ilegallen Waffen eingedeckt? Sensen und Mistgabeln geschärft? Äxte sind ja dem islamischen Terroristen vorbehalten!

      • Tja, liebe Leser, so ist das eben !
        Wer jetzt gerne wissen möchte auf welche Aussage Claudias, sich Karls Frage bezieht, der muss bei NP bitte bitte machen, vielleicht gibt der Herr seinem Hund das Stöckchen ja zurück !?
        Liebe NP, es ist pädagogisch nicht sinnvoll ins Kinderzimmer zu schleichen und den Kleinen die Bauklötze zu klauen, während sie gerade mal die beworbenen Produkte kaufen gehn !

    • Islamisten, wie der ISIS befolgen nur strikt den Lehren des Islams, Koran und Sure. Ihr Glaube ist so stark, dass diese Attentäter der festen Meinung sind, dass alle Andersgläubigen die Bösen sind und wie im Islam beschrieben, bestraft werden müssen. Genau genommen sind die Islamisten in ihren Kulturkreisen die Guten und alle Anderen die Bösen. Ob Gut oder Böse ist eben eine Ansichtssache und auf welcher Seite man steht. Von den muslimischen Attentätern geht genauso viel Gefahr aus, wie von jedem anderen Menschen auch. Es ist der starke Glaube zum Islam, von dem die Gefahr ausgeht. Und wenn unterschiedliche Kulturen mit solch großen Unterschieden in der Moral zusammen kommen, gibt es immer Probleme, wenn man Morde als Problem überhaupt nennen darf. Wenn der Text gefällt, darf er geteilt werden!

    • Karl Gerhardt Zu Falkengrab , Islamisten, wie der ISIS befolgen nur strikt den Lehren des Islams, Koran und Sure. Ihr Glaube ist so stark, dass diese Attentäter der festen Meinung sind, dass alle Andersgläubigen die Bösen sind und wie im Islam beschrieben, bestraft werden müssen. Genau genommen sind die Islamisten in ihren Kulturkreisen die Guten und alle Anderen die Bösen. Ob Gut oder Böse ist eben eine Ansichtssache und auf welcher Seite man steht. Von den muslimischen Attentätern geht genauso viel Gefahr aus, wie von jedem anderen Menschen auch. Es ist der starke Glaube zum Islam, von dem die Gefahr ausgeht. Und wenn unterschiedliche Kulturen mit solch großen Unterschieden in der Moral zusammen kommen, gibt es immer Probleme, wenn man Morde als Problem überhaupt nennen darf. Wenn der Text gefällt, darf er geteilt werden!

  2. Der Artikel skizziert hervorragend das Versagen der Eliten in Frankreich!
    Das ganze Grundproblem hat sich daraus ergeben, dass man eine zu große Zuwanderung von Moslems in die europäischen Gesellschaften zugelassen hat.
    Dies ist nicht rassistisch, sondern eine nüchterne Analyse! Kulturen, die soweit auseinanderliegen, geographisch, geistig, mental, können niemals ohne schwerwiegende Probleme miteinander auskommen! Das ist so logisch und klar, dass man es hätte voraussehen müssen. Ab den 60er Jahren wurden diese Probleme importiert, die jetzt zur Gefahr eines Bürgerkrieges führen. Das Überleben Europas hängt von einer ganz eindeutigen Beschränkung moslemischer Bevölkerungsanteile ab. Dies kann man friedlich in die Wege leiten!

  3. Geprobt wird hier aber in Wirklichkeit überall der Krieg gegen die eigene Bevölkerung u.nicht gegen die „Kulturbereicherer“!
    Und um zu verhindern das „Brüder auf Schwestern“ schießen, bzw. das eben nicht machen(wollen), wird es so kommen, das dann ausländische Einheiten die Aufstände niederschlagen.
    Zu Frankreich kann man nur sagen, sie bekommen das zurück was sie Jahrhunderte ihren Kolonien angetan haben! Jahrhundertelang andere Völker u.Länder unterdrückt u.ausgeplündert. (U.das machen sie bis heute noch in Afrika, da gab es mal einen guten Artikel bei DWN).
    U.in manchen franz.Problemvierteln kann die Polizei nur mit gezogenen Waffen durchlaufen, das ist nichts neues, so ist es da schon lange, aber wird uns so nicht gezeigt.

      • @Eber
        Frankreich kann seinen Status nur mit Ausbeutung der ehemaligen Kolonien halten
        Deutsche Wirtschafts Nachrichten  |  Veröffentlicht: 15.03.15 01:12 Uhr
        (Sollte so leicht, im Netz, zu finden sein)

        „Der französische Staat kassiert von seinen ehemaligen Kolonien jährlich 440 Milliarden Euro an Steuern. Frankreich ist auf die Einnahmen angewiesen, um nicht in der wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken, warnt der ehemalige Präsident Jacques Chirac. Der Fall zeigt: Eine gerechte Welt ist schwer möglich, weil die ehemaligen Kolonialmächte von der Ausbeutung selbst abhängig geworden sind.
        In den 1950er- und 60er-Jahren entschieden die afrikanischen Kolonien Frankreichs, sich unabhängig zu machen. Zwar …

        • … akzeptierte die Regierung in Paris die Unabhängigkeitserklärungen formal, verlangte jedoch, dass die Länder einen sogenannten „Pakt zur Fortsetzung der Kolonialisierung“ unterzeichnen. Darin verpflichteten sie sich, die französische Kolonialwährung FCFA („Franc für die Kolonien Frankreichs in Afrika“) einzuführen, das französische Schul- und Militärsystem beizubehalten und Französisch als Amtssprache zu etablieren.
          Aufgrund dieses Gesetzes sind 14 afrikanische Staaten nach wie vor dazu verpflichtet, etwa 85 Prozent ihrer Währungsreserven in der französischen Zentralbank in Paris zu lagern. Dort unterstehen sie der direkten Kontrolle des französischen Finanzministeriums. Die betroffenen Länder haben keinen Zugang zu diesem …

  4. Es werden Systematisch Menschen ermordet und die nächst darauf folgenden politische Aktion zu begründen und zu rechtfertigen….. die welt ist krank der Arzt hat frei..schnell ein Brötchen mit kartoffelbrei…..

  5. Und was sagt ihr zu Würzburg, München und heute Ansbach ?
    NP bringt ja keine Art. darüber, die sind zu höherem berufen, da geht es nur um die ganz große Politik !
    Also, was schon mal feststeht ist, das uns die Polit-Verarscher weiter verarschen, was ja auch nicht weiter verwundert, denn was sollten Ärsche auch anderes tun !?
    Allesamt keine Terroristen, sondern Amokläufer, also sowas wie ein Flitzer mit Dachschaden !
    Macht ja nix, kommt ja überall mal vor !

    Muslime, ich rate euch, bringt eure Radikalen zur Vernunft, oder es nimmt für alle ein böses Ende !!!

  6. Der Terror ist hausgemacht.
    Zum einen um die Kriege gegen muslimische Staaten zu ermöglichen – so wurde in der Nähe des Anschlagortes in Paris ein syrischer Pass gefunden und am folgenden Tag starteten französische Kampfflugzeuge gegen Syrien-
    ein weiterer Grund ist darin zu sehen, dass die französiesche Regierung den Ausnahmezustand verhängen konnte und damit die Demonstrationen gegen den Sozioalabbau unterbinden konnte.
    Und ganz allgemein ist Terror ein hervorragendes Mittel, um interessen zu kanalisieren.