in Gesellschaft

Mollath, Twitter und die Polizei

So gering der Vorfall auch klingen mag, so unglaublich brisant ist er zugleich. Nach dem eine engagierte Frau sich via twitter für den seit 7  Jahren scheinbar zu unrecht weggesperrten Gustl Mollath einsetzte, erschien kurze Zeit später die Polizei vor ihrer Tür. Auf Nachfrage bestätigte sich, dass die Polizei tatsächlich wegen eines tweets (Kurznachricht auf twitter) der besagten Frau einen Besuch abstatte. Wollte man hier einschüchtern?

Vorgeschichte:

Der Fall Mollath konnte in den vergangen Wochen bereits für angeheizte Gemüter sorgen. Insbesondere weil immer weitere Einblicke in den Fall beleuchtet und von führenden Medien, nach Jahren des Schweigens publiziert werden. So ist nun mittlerweile einer breiten Masse bekannt, dass während des Urteil einige Verfahrensfehler unterlaufen sind. Verfahrensfehler? Ok, nochmal schnell zum Anfang. Gustl Mollath bemerkte, dass seine Frau Petra Mollath sich der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung schuldig machte. Darüber hinaus konnte er, wohl wegen der Tätigkeiten seiner Frau, weitere Personen ausmachen welche sich gar der systematischen Steuerhinterziehung schuldig machten. Dazu genutzt haben sollen sie unter anderen ein internes Bankensystem zur Verschiebung auch großer Summen Geld. Als besonders schwierig sollte sich diese Arbeit nicht heraus stellen. So waren Petra Mollath und einige andere Mitarbeiter der Hypovereinsbank. Hypovereinsbank, war nicht Uli Hoeneß deren „Maskottchen“, und hat sich selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt? …ups.

Mollath seit 7 Jahren in in Psychiatrie eingesperrt

Nun aber wieder zurück zu Mollath. Dieser ist nun seit 2006 in Bayreuth in der forensischen Psychiatrie gegen seinen Willen, nun ja, nennen wir es beim Namen: eingesperrt. Seit nun mehr 7 Jahren ist er kein freier Mann. Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Wie kam es dazu? Das in voller länge aufzuzählen würde hier mehr als den Rahmen sprengen, so war es ja eigentlich Thema über den Polizeibesuch wegen eines tweets zu berichten. Nach dem er weiteren Druck auf die Personen, die er der Steuerhinterziehung, Druck aufbaute und diese bat dies zu beenden, zeigte Petra Mollath ihren Mann wegen Körperverletzung an. Desweiteren hat wird er beschuldigt mehrere Reifen zerstochen zu haben.

Zwischen Verfahrensfehler und Verschwörung

Ob dies nun stimmt oder nicht, kann nur schwer beurteilt werden. Fakt ist aber, das es eine ganze Reihe von, nennen wir es mal, Verkettung ungünstiger Umstände gab. Einmal zu nennen wäre da die Befangenheit des ehemals zuständigen Richter Brixner. So war er nicht nur, nicht nur mit dem heutigen Freund von Petra Mollath, sondern habe durch einen Telefonanruf bei den zuständigen Finanzverwaltung bewirkt, dass diese den Vorwürfen, bzw. der Anklage die Gustl Mollath stellte nicht weiter nachgingen. Noch vor einem Psychiatrischem Gutachten tat man ihn als Spinner ab. Die von Mollath 106 Seite Dokumentation welche die Steuerhinterziehung belegen sollte, wurde nach eigener Angabe von Brixner gar nicht erst eingeschaut. Auch die Staatsanwaltschaft oder Steuerfahnder interessierten sich zum damaligen Zeitpunkt für Mollaths wohl recht akribisch gemachten Ausführungen. Stattdessen attestierte man ihm eine Geisteskrankheit, die besagt, dass er sich ein paranoides Gedankensystem aufgebaut, betreffend Steuerhinterziehung, hat und immer weitere Personenkreise darin einschloss. Somit stufte man ihn als gemeingefährlich ab und ließ ihn in die Psychiatrie in Bayreuth unterbringen.

Wusste man von Mollath´s Unschuld?

Zwei bis drei weitere Umstände lassen den Fall, nach einer sehr ungünstigen Verkettung von Umständen, um nicht zu sagen Verschwörung aussehen. Da wäre einmal Zahnarzt  und Freund von Mollath  Edward Braun, welcher unter Vereidigung aussagte, dass Petra Mollath ihm mitteilte, wenn Gustl Mollath nicht aufhöre sie und Kollegen wegen Geldwäsche  zu beschuldigen mache sie ihn fertig. Gesagt getan, so zu mindestens der Anschein. Somit stünde bereits die Aussage von Gustl Mollath und Edward Braun gegen die von Petra Mollath.

Da  man hier dann aber lieber von der „Schuldsvermutung“ gebraucht macht, zeigt sich dann spätestens nach dem der prüfinterne Revisionsbericht der Hypovereinsbank bekannt wurde. Wo Steuerfahnder, Rechts- und Staatsanwälte nicht nachgingen prüfte die Hypovereinsbank die Anschuldigungen die Herr Mollath stellte sehr wohl. In der Zusammenfassung hieß es sinngemäß:

„Gustl Mollath hatte Insiderwissen. Alle nachprüfbaren Informationen haben sich als richtig heraus gestellt.“

Darauf hin wurden nicht nur einige Mitarbeiter entlassen, sondern auch die bayrische Justizministerin Beate Merk informiert und ihr der Bericht vorgelegt.

Für alle, für die hier immer noch keine Verschwörung erahnen: Beate Merk, als eine der einzigen Personen welcher der Revisionsbericht der Hypovereinsbank vorlag, gab im Landtag Auskunft über den Fall Mollath. Darin verlautbarte sie erschreckender Weise, und ganz zum Nachteil von Gustl Mollath, das alle getroffenen Anschuldigungen durch Herrn Mollath, sofern sie nachfolgbar waren sich als NICHT richtig aufwiesen. Eine glatte Lüge muss man im Nachhinein feststellen. Eine Lüge die Gustl Mollath wohl möglich viele Lebensjahre gekostet hat.

Ich habe hier nur ein paar wenige der Auffälligkeiten aufgezählt. Für ein Gefühl dafür, dass es bei diesem Fall wohl nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, sollte es aber weit mehr als genügen.

Einen weiteren ersten Eindruck verleiht diese Dokumentation sehr eindrucksvoll:

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=8z99MO8uv2U[/youtube]

Nun aber zurück zum  twitter Vorfall. Dieser ereignete sich am gestrigen Tag, dem 10.06.2013 als eine engagierte Bürgerin zum Thema #Mollath twitterte. Das Zeichen # ist ein sogenannter Hashtag und dient dabei die Kurznachrichten des Dienstes Twitter entsprechend zu kategorisieren. Kurz nach dem die Ursula Gresser einen wohl ungemütlichen tweet (Kurznachricht) über Beate Merk zum Thema Mollath versendete klingelte es an ihrere Tür. Es war die Polizei in zivil.

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Kommentar

  1. Das Justizministerium hat dazu mittlerweile eine Stellungsname formuliert, in der es heißt, dass dr tweet nicht der Auslöser gewesen sei. Uraula Gresser gab an, dass man bereits einige Tage zuvor auf sie aufmerksam wurde, als sie sich damit Beschäftigte eine Veranstaltung zu „stören“ der Merk beiwohnte. …Tja die Inizialzündung war dann aber wohl doch der tweet….

  2. Unsäglich, wie hier mit Menschen umgegangen wird. Zwangspsychiatrie kenne ich nur aus dem ‚Ostblock‘. Mit richterlicher Hilfe einem Mann sein Leben so gründlich zu zerstören ist einfach krank.

    Bitte bei Gelegenheit den Artikel noch mal lesen und korrigieren. Tippfehler sind ja OK, aber sinnentstellende Sätze machen das Lesen schwer.

    Rufus