in Gesellschaft

In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ warnt der ehemalige Intendant des WDR vor dem Verlorengehen der Meinungsvielfalt. Das Verlorengehen der Meinungsvielfalt sei der schleichende Tod der Demokratie. Diese dürfe daher nicht verlorengehen. Leider sieht Pleitgen in Deutschland dafür deutliche Anzeichen: „In vielen wichtigen Fragen beobachte ich eine homogene Berichterstattung. Alle marschieren in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik. Bedenklich!“

Der inzwischen 81-jährige Fritz Pleitgen war früher unter anderem als Auslandskorrespondent in Russland, Ostdeutschland und in den USA tätig. Früher habe es mehr Richtungsstreit gegeben, meint Pleitgen und prangert die heutige Debattenkultur an. Er sei zudem besorgt, wie schnell und „wirkungsvoll über das Internet bösartige Stimmung gemacht werde. Das gefährde den inneren Frieden. Gegen das Gift anonymer Verunglimpfungen helfe nur guter Journalismus am wirkungsvollsten“, so Pleitgen. Dieser gute Journalismus müsse der Bevölkerung seriöse Informationen zur Orientierung bieten.

„Bösartige Stimmung würden vor allem oftmals genau diejenigen verbreiten, die sich auf Demokratie und Meinungsfreiheit berufen würden, tatsächlich aber eine besondere Vorliebe dafür entwickeln würden, Menschen mit einer anderen Meinung zum Schweigen zu bringen. Als solcher Stimmungsmacher würde sich vor allem der Verein „CORRECTIV“ betätigen, der von sich behaupte, Journalismus für die Gesellschaft und mit der Gesellschaft zu machen“, so Pleitgen im Interview.

Die folgenden Worte von Hanns Joachim Friedrichs seien offenbar vergessen: „Das habe ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“

Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten mit ihrem Privileg des Rundfunkbeitrags die Pflicht, ihren Auftrag zu erfüllen. Mit Sparankündigungen allein sei es allerdings nicht getan, so Pleitgen. Es komme auf das Programm an. Darüber sollte mehr geredet werden als über Geld. Es sei zudem eine Selbstverständlichkeit, dass die Öffentlich-Rechtlichen mit den Mitteln aus den Rundfunkbeiträgen der Bürger behutsam umgehen müssten, so Pleitgen.

Pleitgen ist nicht der Erste, der die schwindende Meinungsfreiheit und -Vielfalt in Deutschland kritisiert. Auch der ehemalige Chef des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen beklagte die mangelnde Meinungsvielfalt in Deutschland. Eine kürzliche Umfrage ergab, dass nur noch jeder Fünfte sich traut, seine Meinung frei zu äußern. Hier erfahren Sie mehr über Meinungen, die andernorts verschwiegen werden….

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Kommentar

  1. Meinungsvielfalt?
    Bitte welche Meinungsvielfalt denn?
    Die des Einheitsmainstreams vielleicht?
    Alternative werden entweder ausgesperrt oder es wird sonstwie versucht sie mundtot zu machen.