in Gesellschaft

Die EU vernichtet die Existenz kleinerer Bauernhöfe, so der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe. Die Heinrich-Böll-Stiftung hatte zusammen mit anderen berichtet, die EU würde Gelder so verteilen, dass es in den EU-Ländern zu einem größeren Ausmaß am Sterben von Höfen gekommen sei. Die Verteilung funktioniert auf solche Weise also nicht. Nur: Die europäische Debatte dreht sich derzeit darum, die direkten Zahlungen an die Größe der jeweils bewirtschafteten Fläche zu binden. Dies aber kann zum Nachteil werden.

Je größer der Hof, desto mehr Geld fließt

Das heißt, die Höfe, die überhaupt noch gefördert werden und damit eine Chance haben, würden relativ betrachtet immer größer. Die EU weist deutlich weniger Bauernhöfe auf, die zur Ernährung in Deutschland bzw. der EU beitragen würden. Umgekehrt ist die Zahl von Höfen, die über 100 Hektar als Fläche ausweisen, um 16 % aufwärts geklettert. Sie würden dabei mehr als 50 % der gesamten in Deutschland zur Verfügung stehenden Nutzfläche bewirtschaften. Der Anteil an allen Höfen beträgt wiederum lediglich 3 %.

Der Preis ist hart: In den Jahren 2003 bis 2013 sind 25 % der Bauernhöfe innerhalb der EU eingestellt worden. Die Tendenz indes missfällt den Deutschen. Laut Forsa waren jüngst mehr als 70 % der Befragten der Meinung, die kleineren und mittleren Höhe sollten „stärker“ auftreten. Dabei fordert auch der „BUND“, die Fördermittel „sinnvoll“ anzulegen. Sowohl tiergerecht wie auch umweltfreundlich. „Pauschale Flächenprämien“ seien demgegenüber ungeeignet. Ob sich die kritischen Stimmen durchsetzen werden, hängt auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die Landwirte werden sich im kommenden Jahr bei steigenden Zinsen nach neuen Finanzierungsquellen umsehen müssen, wenn Großprojekte noch finanziert werden sollen.

Fest steht jedoch, dass zumindest kleinere Höfe in Deutschland bestehen bleiben sollten – die wirtschaftliche Abhängigkeit von großen Höfen könnte sonst zu stark steigen. Die Situation sieht indes nicht „nur“ kritisch aus. In Deutschland sollte nur der Umschwung vergleichsweise rasch kommen.

 

 

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Die Tendenz indes missfällt den Deutschen.“

    Guten Morgen allerseits.

    Diese Politik betreibt die EU, je nachdem wie die jeweilige Staatsregierung kuscht oder soar ideologisch mitspielt doch bereits schon seit Jahrzehnten so.

    Das Bauernsterben hat zusätzlich zur Folge, daß excellente Nischensorten, bzw. höchstwertige Produkte aus den Angebotsregalen verschwinden,
    Die wahre innere Qualität eines Produktes wird und muß weichen durch pseudo Qualitäts Regularien, wie:
    ein Tafelapfel muß 70mm Durchmesser aufweisen. Alles darunter (ein EU erschffenes Untermaß) geht an die Lebensmittel Industrie u. führt zu billigstem Rohstoff- Einkauf.
    Die Gurke muß eine gewisse Länge und darf keine Krümung aufweisen.
    Dergleichen Auflagen u. Liste ist lang.

    • Es dürfte jedem einleuchten, daß großflächig produzierte Massenerzeugung aus Monokulturen einer intensiven Behandlung mit Pestiziden ausgesetzt ist.
      Die Gegenüberstellung mit allen Kontrasten ist der BIO-Klein Betrieb.

      Ein Kunde mit Bewußtseinsbildung entscheidet in seiner Ausrichtung:
      investiere ich mein Geld heute in gesunde Lebensmittel, die ich zu mir nehme, denn was ich esse, das werde, das bin ich,
      oder greife ich später tief in die Tasche um sein Errafftes für gesundheitliche Korrekturen, soweit noch machbar an Ärzten, Klinken und allen, die daran mitverdienen abzuliefern.
      Die Umverteilung, daß gesund lebende Menschen ein Lebenlang einzahlen für die, die hirnlos herumsteuern dürfte überarbeitet werden.