in Gesellschaft

Ökonomie, Ökologie und Gemeinwohl als gleichrangige Gesellschaftsziele
Quelle (komplett): Piratenpartei NRW

Das Streben nach Wirtschaftswachstum darf nicht zu einem Selbstzweck werden, indem es wahllos alles misst und wägt, was sich „verbrauchen“ lässt. Dadurch verkommt Wachstum zu einer Art Konsumbarometer. Wirtschaftswachstum kann aber erst dann zu einem gesellschaftlich akzeptablen Kernziel werden, wenn es auch dem Gemeinwohl dient – also die Zufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten erhöht. Dazu hat das Wachstum der letzten etwa 15-20 Jahre nachweisbar nicht mehr beigetragen. Wenn sich z.B. die Behandlungskosten psychischer Belastungsstörungen im letzten Jahrzehnt vervielfacht haben, kann dies schlecht als Erfolgs unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bezeichnet werden.

Die dringend notwendige Begrenzung unseres Ressourcenverbrauchs wird aber nicht allein mit mehr Produktion bei weniger Energieverbrauch und Umweltverschmutzung erreicht werden können. Jede Art von Produktionswachstum erfordert auch mehr Rohstoffe, deren Ausbeutung wiederum Umweltzerstörung nach sich zieht.

Wenn wir also unseren jetzigen Lebensstil fortsetzen, keinen Verzicht üben, unsere Ansprüche nicht herunterschrauben wollen, dann sollten wir uns auch nicht mehr über zunehmende Verschuldung, Verarmung der Wachstumsverlierer, leer gefischte Meere, vergiftete Landstriche und ansteigende Meeresspiegel beklagen. Wie viel Krisen brauchen wir eigentlich noch, bis eine Mehrheit begreift, dass Glück und Lebensqualität keine Fragen des Konsumniveaus sind.

Mahatma Gandhis Mahnung, dass die Welt groß genug ist für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner, ist heute aktueller denn je. Bedauerlicherweise hat diese Erkenntnis auch über 60 Jahre nach seinem Tod weder das politische Handeln noch das Anspruchsverhalten des Einzelnen maßgeblich beeinflusst. Unser heutiger Konsumbegriff, der auf der herrschenden Wirtschaftswachstums-Ideologie beruht, führt sowohl zum Interessenkonflikt zwischen Ökonomie und Ökologie als auch zu Verteilungskämpfen und Wachstumsverlierern. Die Piratenpartei NRW ist davon überzeugt, dass eine Wirtschaftspolitik der Zukunft nur dann nachhaltigen Bestand haben kann, wenn sie andere Zielparameter definiert als ein rein quantitatives Wirtschaftswachstum.

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