in Gesellschaft

Kennen Sie Gott? Nein? Sie sind Atheist? Macht nichts – warum sollte Gott das interessieren, wie sie sich die Welt zurecht denken? Sie sollten sich schnellstens um Gott kümmern – er ist gerade dabei, Ihre Welt zu übernehmen, so, wie er es früher schon getan hat. Klar, Sie glauben lieber an Darwin – aber wen sollte das interessieren? Welche Angebote kann Darwin schon machen? Gott hingegen – hat beste Beziehungen zu den Präsidenten der USA – man kann sagen: er hat sie fest in seiner Hand. Die letzten beiden – um nur ein Beispiel zu nennen.  Bush war ein „wiedergeborener Christ“ – und für Obama sprach der Evangelikale Rick Warren ein Fürbittgebet beim Amtsantritt. Gut – das Verhältnis zu Obama hat sich etwas abgekühlt … aber das kann sich auch jederzeit ändern, denn die Macht des Herrn Warren ist groß, siehe Süddeutsche Zeitung:

Als Obama und John McCain im Sommer 2008 das erste Mal im Fernsehen miteinander diskutierten, noch vor den offiziellen TV-Duells, taten sie das bei Rick Warren, der die beiden Kandidaten in seine Saddleback Church eingeladen hatte.

Wenige Menschen machen sich Gedanken über Gott, wenige Menschen machen sich Gedanken über Religion – gerade in Deutschland wird das gerne reduziert auf „Glauben“ … man „glaubt“ oder „glaubt nicht“, alles wird reduziert auf persönliche Vorlieben … und so werden Sie, als strenger, stromlinienförmiger Atheist auf einmal zum Teil einer neuen Religion, ohne es zu merken, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen. So etwas geht leicht bei Menschen, deren Wissensdurst sich auf „glauben“ reduziert hat.

Sie sind so Teil einer gewaltigen neuen Religion, deren Anhänger in die Millionen gehen, erste Ableger in Deutschland verfügen schon über ein- bis zwei Millionen aktive Anhänger. Sie arbeiten offensiv, gezielt, geplant, mit militärischer Disziplin und Struktur (siehe Willowcreek.de), sie arbeiten in aller Öffentlichkeit, ihre Bücher stehen wochen- oder monatelang auf Bestsellerlisten, ihre Philosophie bestimmt die deutsche Sozialgesetzgebung, fördert den Hass auf Arbeitslose, Arme, Kranke und prangert offiziell jeden Gegner als geistig nicht recht zurechnungsfähig an. Es ist die Religion eines neuen Zeitalters, einer neuen Weltordnung (von der der Herr Bush schon gesprochen und die Herr Obama weltweit in die Tat umgesetzt hat), sie ist überall präsent … und kaum jemand nimmt sie wahr, weil sie so selbstverständlich geworden ist, als hätte es sie schon immer gegeben.

Es ist eine Religion, die ganz offen und für jedermann einsichtig echte Propheten präsentiert, die im Namen Gottes seinen Willen in der Welt verkünden … und selbst in den Konkurrenzunternehmen (den Kirchen) regt sich wenig Widerstand gegen sie, so begeistert ist man von der Tatsache, dass es „christliche“ Religion wieder schafft, Menschenmassen zu begeistern. Nun – sein Seelenheil darf jeder selbst finden … aber ein Gott, der sich in die Weltpolitik einmischt, sollte einem schon seltsam vorkommen. Er verspricht den Menschen das Himmelreich auf Erden, wie eine Sammlung der „Bürgerinitiative Grundeinkommen“ zeigt:

Was würde eine solche geeinte Weltföderation bewirken?

  1. Das Ende der Kriege zwischen Nationen und der Beilegung von Streitigkeiten durch Morden
  2. Das Ende von elender Armut, von Verhungern und der Massenausbeutung von Menschen und Ressourcen durch die Machthabenden.
  3. Das Ende der systematischen Umweltzerstörung auf der Erde
  4. Einen Ausweg aus dem endlosen Kampf um mehr und
  5. Die wahrhaft gleiche Chance für alle Menschen, zum höchsten Selbst-Ausdruck zu gelangen.
  6. Das Ende aller Beschränkungen und Diskriminierungen, die die Menschen niederhalten – sei es nun im Bereich des Wohnens, am Arbeitsplatz, innerhalb eines politischen Systems oder in den persönlichen sexuellen Beziehungen.

Hört sich gut an, oder? Das würde doch jeder klar denkende Mensch unterschreiben. Diese Philosophie stammt von Neale Donald Walsch, es gibt aber noch weitere Propheten, die – überraschenderweise – im Prinzip alle dasselbe predigen. Rick Warren zum Beispiel denkt ähnlich: Gott selbst ist es, der einem seine Bücher (und die von Walsch) in die Hände drückt (siehe Warren Smith, Betrogen mit Visionen), es ist Gottes persönlicher Wille, dass dies in diesem Moment geschieht.

Das Schöne ist: wir brauchen in diesem Moment gar nicht weiterlesen, können uns die Lektüre all dieser heiligen Bücher aus den USA ersparen – egal, ob wir nun an Gott glauben oder nicht.

Regelt Gott jedes kleinste Detail in Leben persönlich – ja, dann brauchen wir nichts mehr tun. Alles was ist, ist gut. Es gibt nichts Böses auf der Welt. Alles folgt bis ins Detail Gottes Plan, der gerade SIE als Atheist entworfen hat wie Sie sind. Damit nicht genug: letztlich sind Sie selbst Gott (so Walsch) oder – wie beim „Kurs in Wundern“, Jesus;  haben selbst ihr Leben so eingerichtet, dass ihre Seele den größten Profit daraus schlagen wird, „the secret“ macht ihr Universum zu einer andauernden „Wünsch Dir was“ Sendung, in der jeder bekommt, was er verdient: manche eine Million – andere eine Kugel. Letzteres wird von den Autoren allerdings nicht so deutlich herausgestellt.

Sie glauben nicht an Gott und denken, deshalb kann Ihnen das alles egal sein?

Stellen Sie sich einfach mal vor, dass sich Millionen von Menschen nicht dafür interessieren, wie Gott Sie gerade „aufgestellt“ hat – und sich auch nicht von Ihrem Glauben beeinflussen lassen. Stattdessen arbeiten sie gezielt am Aufbau einer neuen Weltordnung, an der Geburt einer neuen Philosophie, die man getrost die Philosophie des absoluten Grauens nennen kann.

Wenn es nichts Böses gibt, wenn die Welt in allem gut und gerecht ist, nur Gottes geheimen Plan folgt – mögen wir dann wirklich noch Ausschwitz verurteilen? Oder die Atombombe? Oder die Anschläge von nine-eleven? Wenn sie doch nötig sind, um Gottes Plan der neuen Weltordnung in die Tat umzusetzen … und doch jeder, der bei diesen Anschlägen ums Leben gekommen ist, diese „Teilnahme“ durch sein Denken selbst in sein Leben „gezogen“ hat: was wollen wir uns darüber noch Gedanken machen? Außerdem:

„Die Tode vom 11. September 2001, die des Tsunami von 2004, die der Wirbelstürme von 2005, des des Völkermordes in Dhafour und die des Holocaust werden alle erhoben, um einen Ehrenplatz einzunehmen“ (Walsch, Zu Hause in Gott, Arkana 2006, Seite 215).

Erinnert an den Islam, der auch einen besonderen Platz für „Märtyrer“ hat. Man fragt sich nur, warum Gott – der hier selber spricht – die Leute so besonders erheben will, wo sie sich doch ihr Leben durch eigenen Willen selbst „angezogen“ – sich also quasi freiwillig für den Holocaust gemeldet haben.

Es ist auch fraglich, warum eigentlich diese Propheten Organisationen ins Leben rufen, die Welt zu verbessern, wo doch eigentlich alles schon von Gott sehr fein geregelt ist? Nun … es geht ums Geld, siehe Wilfried Plock bei Betanien:

Hinter dem 40-Tage-Konzept steht eine riesige Marketing-Kampagne. Im Herbst 2004 nehmen nach Angaben der Purpose-Driven-Organisation weltweit mehr als 10’000 Gemeinden an der Kampagne „40 Tage – Leben mit Vision“ teil. Der englische Originaltitel „Purpose Driven“ ist sogar ein rechtlich geschütztes, eingetragenes Markenzeichen. Außer einer ganzen Reihe auch auf Deutsch erhältlicher Bücher „LMV – Gebetstagebuch“, „Jugendarbeit mit Vision“, „Praktische Schritte zu einer Kirche mit Vision“ und dementsprechenden Hörbüchern und CDs („Leben mit Vision Playback – eine musikalische Reise zum Sinn des Lebens“) werden (zumindest in den USA) bis hin zu Kaffeetassen, T-Shirts usw. allerhand Utensilien rund um dieses Produkt angeboten.
In Deutschland werden nach amerikanischem Modell 40-Tage-Kampagnen für ganze Gemeinden angeboten – und hohe Teilnahmegebühren dafür verlangt. Erfolgsgarantie natürlich inbegriffen, zumindest in Zahlen ausgedrückt.
Erfolg wird bei „Purpose Driven“ meist in Zahlen gemessen – Mitgliedszahlen, Verkaufszahlen, Zahlen erreichter und beeinflusster Menschen. Auf der offiziellen Webseite www.purposedriven.com werden sogar Karrieremöglichkeiten in den Bereichen Kundendienst, Finanzen, Marketing und Medien angeboten.

Möglicherweise … hat Gott die Welt der neuen Propheten noch nicht ganz im Griff, jedenfalls sollte an der finanziellen Ausstattung der Propheten (Walsch trägt gerne Armani, das kostet) noch gezielt gearbeitet werden.

Die Religion der neuen Weltordnung ist nicht neu, im Gegenteil: sie ist uralt.

Es ist die Religion der Reichen (und die Religion der Städte, siehe Thom Hartmann, Unser ausgebrannter Planet, Seite 139 – 273), die  – nach Erlangung dieses Reichtums durch Erbschaft, Raub, Krieg, Betrug, Folter, Erpressung, List und Tücke … oder einfach durch überhöhte Preise dazu neigt, die Beute als „Gott gegeben“ absegnen zu lassen. Es ist die Religion der Könige und Mächtigen, die jetzt neu aufgelegt wird: wer soviel Geld angezogen hat, wird schon richtig gedacht haben, richtig gefühlt haben, richtig gebetet haben. Der König war auch König von Gottes Gnaden – weshalb kein Bauer danach trachten konnte, ihn zu ersetzen.

Und wer arm ist?

Ist selbst Schuld. Soll´ er doch besser denken, besser fühlen, besser beten … oder besser dienen, dann klappt es vielleicht auch mit dem Reichtum. Noch weit entfernt? Als „Selbstverantwortung“ ist das das Standardschlagwort für jede neoliberale Wirtschaftspolitik, die selbst gerne von der Gemeinschaft nimmt aber nie etwas für sie geben möchte.

Aus: „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ wird: „nimm von Deinem Nächsten soviel wie geht und behalte alles für Dich“.

Wir können dieser Religion auch einen Namen geben: Amerikanismus. Völlig neu ist der Begriff nicht, er wird in den deutschen Medien sehr oft gebraucht, aber direkt ist er mir noch nie aufgefallen. Kritisieren Sie aber mal die Politik der USA: sofort wird Ihnen in breiter Front „Anti- Amerikanismus“ vorgeworfen (zum Beispiel „den Deutschen“ im Spiegel wegen ihrer Meinung zur Ukraine, der Begriff befindet sich original im Titel der Link-Adresse), von „rechten“ wie von „linken“ Medien – und das mit einem Eifer, den nur Religionen erzeugen können. Der Nationalsozialismus war eine ähnliche Religion, die nur wenige als solche erkannt haben … mit schrecklichen Folgen.

Der neue Herrenmensch ist natürlich nicht nur blond. Ist sogar fast egal, wie er aussieht (außer Indianer, das geht gar nicht): man erkennt ihn am Anzug, der Yacht, dem Privatjet, der Autosammlung (Ferrari, Rolls Royce, Porsche), den diversen Wohnmöglichkeiten … ja, aufgrund seiner Omnipräsenz, seiner Fähigkeit, in allen Medien zu erscheinen und jeden Ort der Welt erreichen zu können, kommt  er sogar dem Bild eines Gottes sehr nahe … und bemüht sich durch den Einsatz vieler Stylisten, auch im Äußeren möglichst Perfektion auszustrahlen. Mächtig wie ein Gott ist er schon – nur heilig gesprochen worden noch nicht. Das geschieht gerade.

Natürlich verspricht die „geeinte Weltförderation“ viel. Kann man bei Immanuel Kant („Zum ewigen Frieden„) nachlesen – ganz ohne Gott. Wäre einfach vernünftig – aber wer braucht schon noch Vernunft, wenn er Gott hat.

Die Frage ist: hält Gott, was seine Propheten versprechen … oder ist die neue Weltordnung nicht die hemmungslose Ausbreitung eines asozialen Amerikanismus, der einen weltweiten Faschismus ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen wird? Eines Faschismus, den Gott natürlich gewollt hat – wie man sich schon jetzt denken kann.

Alles ist richtig, was Sie glauben. Sie sind ja Gott selbst – auch als Atheist. Alles ist ok, sie dürfen jederzeit zum „höchsten Selbstausdruck“ gelangen – solange es den Willen Gottes nicht untergräbt, dass die Reichen reich zu sein haben.

Amerikanismus – ist die Heiligkeit des Reichtums und die Heiligsprechung der Egozentrik im Alltag. Seine Propheten tragen Armani. Wer ihm dienen will, kauft sein Leben lang, soviel er kann. Sieger ist derjenige mit der miesesten Umweltbilanz … wie man es negativ ausdrücken könnte. Positiv gesehen hinterläßt er einen deutlich größeren Haufen Konsummüll als der Zweitplatzierte: Yachten, Villen, Flieger- und Autoschrott, eine enorme Vergeudung menschlicher Arbeitskraft.

Ziehen Sie ein in das Weltreich des Amerikanismus – und Sie werden mit etwas Glück die Wiederkunft des mittelalterlichen Feudalstaates erleben. Mit etwas Pech wird es ein neues Drittes Reich – aber mit anderen Uniformen, soviel Antifaschismus muss sein. Der Führer wird auch nicht mehr Hitler heißen – versprochen!

Hören wir zum Abschluss nochmal Gott selbst, wie er durch seinen Propheten Walsch spricht (zitiert bei Horusfalke)

Es gab unter euch Führungspersönlichkeiten, die einsichtig und mutig genug waren, den Beginn einer solchen neuen Weltordnung vorzuschlagen. Euer Präsident Bush, den die Geschichte als einen Mann beurteilen wird, der weitaus mehr Weisheit, Weitsicht, Mitgefühl und Mut zeigte, als die zeitgenössische Gesellschaft anzuerkennen willens oder fähig war, war eine solche Führungspersönlichkeit.

Mehr – kann man dazu eigentlich nicht sagen. Man macht sich ja auch sonst noch des Antiamerikanismus schuldig – welch´ Frevel. Der ganze Islam wird gerade deswegen verfolgt.
Denkt man sich jedoch, dass diese Menschen, die aus Hiroshima ein Selbsterfahrungs-Happening machen, Macht über jene haben, die Horishima jederzeit neu starten könnten, merkt man, dass das Reden über Gott alles andere als Privatsache ich – und mit einem „ich glaube nicht an Gott“-Spruch nichts bewirkt wird … außer dass man im Sinne der neuen Weltordnung und Weltreligion an seinem Selbstausdruck arbeitet.

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Kommentar

23 Kommentare

  1. Der Gottesdienst dieser – übrigens gar nicht so neuen – Weltreligion ist die Sonntagsrede. Hier wird geheuchelt, was das Zeug hält. Den Naiven und Gutgläubigen werden Tugend und Moral als Leitmotive ins Hirn gefräst. So kann man sie am leichtesten ausbeuten. Die „Eingeweihten“ aber wissen, dass dies nur die „Sprachregelung“ ist. Der Erfolgsmensch weiss (und behält es für sich): „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“

  2. Ja diese neue Religion ist schon ein Problem. Manch einem wird dieser Text die Augen öffnen. Allerdings weist der Text gewisse Mängel auf.
    Ich schlage vor Sie lesen den Text noch einmal und fassen das ganze dann ein bisschen geordneter, verständlicher und vor allem kürzer zusammen.

    • @Bernd: wozu sollte ich das tun? Und wer bezahlt mich für die Extraarbeit? Sie? Nur zu: wird aber teuer, meine Zeit ist knapp. Meine Schreibarbeiten sind pure Geschenke an Leute, die sie mögen. Das sind – je nach Artikel – bis zu 60 000. Wem das nicht gefällt, der kann gerne woanders lesen. Mir bereitet diese Art zu schreiben Vergnügen – und bringt mich auch geschäftlich mit sehr interessanten Menschen in Verbindung, die zwischen den Zeilen lesen können. An einer anderen Art zu schreiben habe ich kein Interesse. Ich rege gerne zum Nachdenken an. Täglich neue Sensationen in die Tasten kloppen – wäre mir zu öde. Sprachmelodie braucht Raum, sich zu entfalten. Manche mögen das – reizt ja auch zum Lesen an – anderen ist das zu lang. Ist auch ok.

      • Ich habe nicht nach einer Rechtfertigung ihres Handelns gefragt sondern lediglich darauf hingewiesen das dieser Text äußerst unverständlich geschrieben ist. Weiterhin entstand der Eindruck, dass Sie an einer Aufklärung interessiert sind. Allerdings haben Sie mich von diesem Irrtum befreit indem sie sehr deutlich, wenn auch unnötigerweise, auf Ihre eigentlichen Interessen (Geschäftskontakte) hingewiesen haben und diese Gelegenheit auch für sonstige Selbstbeweihräucherung genutzt haben.

        • @Bernd: na – wer wird denn gleich persönlich werden. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Da Sie so gut schreiben können … schreiben Sie es selbst doch einfach besser! Das ist auch viel einfacher, als andere zu weiterer, mundgerechter Gratisarbeit aufzurufen. Also: ich fände das Klasse, wenn da ein weiterer Aufklärer aktiv wird. Gibt noch viel zu wenig davon!

  3. Sie wirkt vielleicht nicht neu – aber sie stellt eine völlig neue Qualität da, die 3000 Jahre Kulturgeschichte in Frage stellt. Ich wollte nicht allzusehr dramatisieren, sehe aber, dass es aus moralphilosophischer Sicht gerechtfertigt wäre, diese Religion „satanisch“ zu nennen. Sie hebt alle zehn Gebote auf, die im Ursprung natürlich Gebote von Nomadenstämmen waren, die das Zusammenleben der Gemeinschaft regeln sollten. Und der Gottesdienst findet eher im Bohemian Grove statt – einem Ort, der viel zu wenig Beachtung fndet. Aber in der Tat: der Adel hatte Kirche tausend Jahre lang fest im Griff – jeder zweitgeborene landete dort und handelte im Sinne der Familien. Deshalb rufen die auch heute laut: die Kirche ist böse – statt der Adel…

  4. Einfach prachtvoll, wie kritisches Denken Realitäten sichtbar macht. Vilen Dank für diese Demonstration!

    Wir müssen lernen, es ernst zu nehmen, wenn jemand so dummes Zeug verbreitet wie dass Gott Amerika liebt. Es war ja schon Hybris, dass das Volk Israel sich damit brüstete, Gottes Volk zu sein.

    Wer behauptet, auserwählt zu sein, wird nicht rational handeln. Er wird auch keine fremden Interessen außerhalb seiner Sendung fördern. Eher segnet er die Waffen für die nächste Eroberung.

    Was aber heißt Amerikanismus? Gewiss nicht (mehr) ein besonderes Maß an Freiheit und anderen Bürgerrechten. Sicher hat das auch nichts mit Demokratie und Mitbestimmung zu tun. Was bleibt ist nur die Unterwerfung unter das Diktat der…

    • Die Realität des Amerikanismus beinflusst unser Leben mehr, als viele wahr haben wollen. Man könnte ein Buch darüber schreiben, welche Lebensbereiche davon alle betroffen sind. Ein großer Teil der „Lebensratgeberliteratur“ – um nur ein Beispiel zu nennen- ist durchsetzt davon – ohne das die meisten Autoren das überhaupt bemerken.

  5. Auf die Bücher von Neale Donald Walsch kann ich nur spucken und habe es auch schon getan. Dieser „Prophet Satans“ ist ein geblendetes Werkzeug seiner eigenen Unwissenheit.

    • @Gast: eine verständliche Reaktion. Leider ändert sich dadurch nichts. Die Propheten des Amerikanismus treiben weiter ihre Blüten … und womöglich brauchen sie auch gerade wieder einen heiligen Krieg gegen Russland. Die denken dort noch nicht positiv, die handeln noch pragmatisch.

  6. Die Saugkräfte unserer emotionalen Bedürfnisse haben dominanten Einfluß, wie weit man z.B. vom Amerikanismus indoktriniert werden kann. Wer nicht rechtzeitig die Verwerfungen in seiner Gedankenwelt beachtet, wird bald Dingen folgen, die außerhalb von seinem eigenen Wesen und Nutzen liegen. Anstatt sich selbst zu genügen, läuft der Mensch dann einer ihm eigentlich artfremden Sau nach. Dies könnte sein Schicksal werden, doch selbst dann noch kann er mit einer wieder neu gefundenen Erkenntis erfolgeich gegensteuern.
    Hauptsache man tut es.

    Amerikanismus ist keine unheilbare Krankheit.

    • Richtig. Danke für den Kommentar. So etwas macht Mut. In der Tat ist der Amerikanismus nicht unbesiegbar noch unaufhaltsam. Der Amerikanismus nutzt unseren Hang zur Egozentrik – so würde ich das nennen. Folgen wir Frank Schirrmacher (Buch: „Ego“), so ist selbst diese Egozentrik schon das Ergebnis gezielter Manipulation von Wissenschaft, Wirtschaft und Militär. Wie man ein manipulierbares „Wir“ bildet, hat man in Deutschland ja studieren können.

  7. Laßt uns jedwedem Aufkommen von Antiamerikanismus, der nichts anderes als eine Form des Faschismus ist, entschlossen entgegen treten!

    Wer ist Amerikaner?

    Amerikaner ist derjenige, welcher der einzig wahre und ursprüngliche Eigentümer, Bewohner und völkerrechtliche Besitzer des traumhaften Kontienents Amerika ist.

    Als da wären: Apache, Irokesen, Mohikaner, Komanchen, Inkas, Mayas…to be continued.

    Laßt uns verurteilen und ablehnen jene völkermordenden Faschisten, welche in einer Mischung aus Völkermord und Menschenrechtsverbrechen das Land der Amerikaner raubten!

    Gib Antiamerikanismus keine Chance – boykottier Usrael!

    • @Richard: wird nur ein wenig kompliziert. Da wohnen jetzt überall Menschen, die sich keiner Schuld bewusst sind – in Israel sogar noch welche, die wie die Indianer verfolgt wurden und ausgerottet werden sollten. Nichts gegen Indianerrechte – die haben viel zu wenige davon. Schon allein normale Menschenrechte sind für sie schwer zu erreichen, von den Besitzrechten an ihren angestammten Ländereien ganz zu schweigen.

  8. @Richard
    Was du da schreibst ist feinsinniger „Quatsch“ , denn die rechtmäßigen Eigentümer dieses Kontinents , also die Apachen, Irokesen, Mohikaner, Komanchen, Inkas, Mayas… usw., waren keine Amerikaner, sondern Indianer – und man nennt sie heute noch so.

    Wer heute „Amerika“ sagt, meint erstrangig die USA.
    Um rethorischen Spitzfindigkeiten zu begegnen sollte man seine Wortwahl dann präzise machen.

    • Dieser „feinsinnige Quatsch“ ist tatsächlich das Völkerrecht.

      Irritierender Weise wird ein auf Völkermord und Sklaverei aufgebautes Imperium heute einfach so anerkannt und als Amerika bezeichnet.

      Die letzte Ausrottungs- und Zusammentreib-Aktion lief vor grad mal ca. 120 Jahren. Und die Hawaianer durften noch im 20. Jahrhundert nicht mal ihre eigene Sprache sprechen.

      Die USA hat überhaupt keine völkerrechtliche Legitimation. Darum ging es.

      • @Richard: auf Völkermord und Sklaverei aufgebaute Imperien habe wir aber noch mehr – nicht nur die USA. Holland, Belgien, England, Frankreich, Spanien, Portugal … der „Westen“ hat da eine lange Tradition. Land und blutig. Dieser Tradition verdanken wir übrigens unseren Reichtum – als „europäischer Kontinent“. Einfach mal in die Museen schauen – da ist auch noch Beute des deutschen Kaisers zu finden.

  9. @ Richard, die Hawaianer werden auch im 21. Jahrhundert nicht ihre eigene Sprache öffentlich nutzen dürfen. – Entspricht bestimmt nicht den Regel dessen was man gemeinhin als Völkerrecht bezeichnet.

    Aber Thema war der Begriff. “ Amerikanismus “ und ich verstehe darunter den üblen Mundgeruch der von dem US Faschismus ausgeht.

    Ich finde Mundgeruch ekelhaft und vermeidbar.

  10. Hallo Zusammen, das ist mein erster Kommentar hier bei „Neopresse“.
    Grundsätzlich sollte man zwischen dem Gott der Religion und dem Gott der Bibel (echtem Glaube) unterscheiden. Auch die Kreuzzüge wurden von der Kirche iniziert, hat aber nicht mit biblischem Glauben zu tun.
    Das Religion und Politik in der „Endzeit“ koalieren werden, ist schon seit mehr als 2000 Jahren durch Johannes, in dem Buch der Offenbarung, prophezeit worden. Biblische Prophetie erfüllt sich vor unseren Augen!!!!

    PS: Für Leid, Betrug, Lüge,… ist nicht Gott schuld, sondern vielmehr der Satan (Diabolos -Zerstörer).

    Danke und Gruß,
    Eddy

    • Hallo Eddy. Herzlichen Dank für den Kommentar, den ich sehr begrüße, weil er den Artikel sinnvoll ergänzt. Wir differenzieren zu wenig zwischen Gott … und denen, die in seinem Namen handeln. Und die, die Gott für sich gepachtet haben, eilen von einem Triumph zum anderen. Wird wahrlich Zeit, diesen Gott durch Vernunft „zurückzuerobern“.

  11. Zwischenzeilenverstärkung: Gehirnwaschklassiker Dale Carnegie, die Ersatzreligionen Links-/Rechts-Faschismus (Kommunismus/Kapital.,…).
    Zu „Wissensdurst auf “glauben” reduziert“.
    Wie kommen wir aus dieser mehrtausendjährigen Rückschritts-Nummer der Unmündigkeit heraus? Rückschritt in Relation zu unserer steigenden Erdschädlichkeit. Mittelbar sind Hunger, Krieg, Mord & Totschlag seit gestern Volkes Wille, also demokratisch legitimiert, wenn wir fehlerarme Datenerhebung/-selektion unterstellen: „Mehrheit will mit Steuermehreinnahmen nicht Schulden abbauen“ (www). Die Schulden sind ohne Systemänderung oder Massensterben nicht abbaubar. Siehe dazu NEOpresse…

  12. @Eddy: Am Anfang erschuf der Herr die Bibel und das Unheil nahm seinen lauf. Und ich las sie, erkannte sie, verbrannte sie und sah dass es gut war. Wenn ich mal Lust auf ein Märchen habe , greif ich dann doch lieber nach einer Brüder Grimm oder Anderssen Lektüre. Die sind nicht ganz so verstörend und menschenverachtend.