in Gesellschaft

Vom Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter! Medien durchdringen das politische, wirtschaftliche und private Leben bis in den letzten Winkel. Angesichts der immer dichteren Verflechtung traditioneller und digitaler Kommunikationskanäle ist die Vorstellung medienfreier Räume zur Illusion geworden. Was bedeutet diese ebenso faszinierende wie beunruhigende Entwicklung? der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen  geht von einer zentralen These aus:

In der digitalen Moderne ist jeder Mensch zum Sender geworden ist. Blitzschnell sind Transparenz und Aufklärung möglich – und in rasender Geschwindigkeit verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen, bilden sich Protest- und Wutgemeinschaften, die mit Schicksalen auf einer weltweit sichtbaren Bühne spielen …

Natürlich ist das eine Gefahr für den Staat, wenn er ein wichtiges Machtmittel nicht mehr kontrollieren kann. So hatten über Jahrzehnte wenige Zeitungen, Magazine, TV-Sender und Journalisten die Meinungshoheit – sogar über die heute so nicht mehr existenten Stammtische. Dafür gibt es heute die Webportale und -foren – Facebook steht gerade am Pranger, weil dort auch Hass- und Hetze verbreitet wird. Das ist immer blöd, wenn man das nicht steuern kann.

Früher hat der Staat selbst Kritiker der Atomkraft per Medienkampagenen in die Nähe von Staatsfeinden gerückt – das ist heute schwieriger – klappt aber immer noch ganz gut, wie man bei Umweltaktivisten sieht, die Umweltschweinereien thematisieren, wie etwa die erbarmungslose Verseuchung der Atemluft und dabei gezielt Roß und Reiter nennen.

Weil wir gerade das „Lutherjahr „feiern“, sollten wir einmal überlegen, was mit einem modernen Luther heute geschehen würde. Einige Thesen an eine Kirchentür zu nageln, was ja eine Legende sein soll, hat immerhin zu einer erheblichen Erschütterung vorhandener Macht und Gesellschaftsstrukturen geführt. Wer schon mal ein gesellschaftskritisches Forum im Web besucht hat oder betreibt, der weiß, dass das gar nicht so einfach ist, im Web solche Beben zu erzeugen. Ein Flashmob ist zwar flux angeleiert, aber heute, wo viele kritisch im Web schreiben, müsste ein moderner Luther hart arbeiten, um Deutschland und Europa so zu verändern, wie es Luther ohne Internet gelang.

Wer im Web einen Shop betreibt, der kennt das gut: In kurzer Zeit zum Millionär, das haben nur wenige geschafft. Das Web ist so riesig und die Konkurrenz groß, dass man sich etwas einfallen lassen muss, um seine Produkte zu verkaufen.

Auch die Webnewsportale haben es nicht einfach, Leser zu finden. Zumal der User von Informationen regelrecht erschlagen wird. 8 Sekunden hat er an Aufmerksamkeit für eine News übrig, dann lockt bereits die nächste Sensation und man scrollt weiter. Durch das schnelle Scrollen mancher Web-Junkies haben sich neue Augenleiden und psychosomatische Störungen entwickelt.

Wie schnell man im Web überfordert ist, sieht man an einer umfangreichen Freundesliste. Bei meinen knapp 600 FB-Freunden habe ich fast schon den Überblick verloren. Viele posten hochinteressante Themen, da wäre ich alleine den ganzen Tag beschäftigt, das alles zu lesen. Andererseits kann ich auch niemand böse sein, wenn ich vermeintlich hochinteressante Artikel einstelle, die dann niemand teilt.

Das Phänomen ist: Man trifft viele gut informierte User, die aber kaum Zeit haben, all die Themen zu vertiefen. Eine gewisse Oberflächlichkeit bleibt vorprogrammiert – manche kapitulieren und nutzen das Web überwiegend zur Unterhaltung. Wer da mal von einem Onlinespiel oder Pokemon angefixt ist, der verbringt dann Stunden im Web, ohne überhaupt von der Informationsflut groß abgelenkt zu werden.

Weil die Entwicklungen im Web rasant voranschreiten, gibt es kaum wirklich gute Studien dazu. Zwar stellen sogenannte Experten jede Menge Erkenntnisse ein, besonders zu den Bildungsfernen und den armen Seelen, die im Web wie in einer Selbstbestätigungsblase gefangen sind. Wie gesagt, – wegen der relativ kurzen Zeit, in der sich das Web so rasant entwickelt hat, muten mir diese „Experten“ selbst schon wie „Verschwörungstheoretiker“ an, obwohl sie vorgeben, diese zu entlarven.

Die Gefahren des Web, die auch von der Kanzlerin immer wieder angesprochen werden, sind bei genauerem Hinsehen oft nur eine Gefahr für die jeweiligen Strategen selbst, weil man heute nicht mehr so leicht tricksen kann. Das Web sieht alles – vergisst nichts!

Das Internet ist für die Allgemeinheit deswegen ein Segen, weil es dort anarchischer zugeht, als es diejenigen zulassen wollen, die mit gewissen „Ordnungen“ ihr Geld verdienen? Denn wenn wir uns den Brexit und die US-Wahl ansehen, dann ist da scheinbar etwas aus dem Ruder gelaufen.

Aber nur scheinbar. Denn die Nobelpreisträger der letzten Jahre haben schön gezeigt, dass sie der Bevölkerung um viele Jahre voraus sind – sie diese auch weiter gut im Griff haben.
So hat die Bundesregierung die Herausgabe von Akten trotz Gerichtsbeschluss genau mit diesem Argument verweigert: man brauche als Regierung einen „Vorsprung vor der Bevölkerung“ – angeblich ist die aber der „Souverän“ – schöner Jux!

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. wenn sie unter „staat“ zentralbank verstehen, kommen sie der wahrheit schon etwas näher, herr frankenberger.
    eine auseinandersetzung über die „fünfte macht“ setzt voraus, deren gefüge und deren komplexe 3dimensional zu scannen.
    für diese in_sich einfache aufgabe, müssten aber zuerst morgen ein paar ausserirdische landen und die sapienstrukturen röntgen.

    alles andere ist heisse luft mit murmelspielerei, oder puristische vorblöckerei.

  2. Die fünfte Gewalt ist einzig und allen dem Versagen der etablierten Massenmedien zu verdanken. Sie verlieren im Eiltempo an Glaubwürdigkeit, schreiben und wünschen sich Kriege und Krisensituationen im Namen von Think-Tanks und anderen Wahnsinnigen herbei!

    Glaubwürdigkeit, Pluralismus, sachliche Informationen sind von den Mainstreammedien nicht mehr zu erhalten. Sie haben sich fast schon selbst abgeschafft. Die 5. Gewalt ist daher zurecht in diese Lücke gestoßen!

    Dennoch sind auch viele Alternativmedien mit Vorsicht zu genießen! Soweit möglich, am besten vor Ort selbst recherchieren, alles infrage stellen und möglichst vielfältig informieren – und das Denken nicht vergessen!

  3. Tatsächlich kann man über dieses Thema nicht gut reden, wenn man nicht weiß, dass die vierte Gewalt vollständig von der Politik und diese von den übermächtigen Kräften aus der Wirtschaft vereinnahmet worden ist – und damit auch das zarte Pflänzchen Demokratie, in der wir Bürger nur alle paar Jahre mal aus dem Kreis der etablierten Politiker auswählen dürfen, wer in der nächsten Zeit ihren Vormund abgibt!

    Die 5. Gewalt ist derzeit nicht mehr als eine irre kleine Hoffnung ohne Macht und Einfluss.

    • die „5 macht“ sollte hier als das netz im netz verstanden werden.
      das gelenkt_überwachte individuum,
      der gesteuerte glasmensch,
      oder auch $ions hausschaf.
      „welche macht“ die netzwerke schon in ihrem jetzigen anfangsstatus besitzen können wir nur erahnen,
      die hoffnung das dass alles gut kommt ist schon fast „irr“

  4. Die Rechnung ist doch einfach. Je mehr widersprüchliche Aussagen es zu einem Thema gibt, desto schwerer ist es, dahinter zu blicken. Allerdings wird man jedoch auch eher darauf aufmerksam, dass man vielleicht nicht jeder Quelle ohne Weiteres trauen kann.