in Gesellschaft

Der neue Armutsskandal in Deutschland: Gut 30 % Rentenverlust

Altersarmut in Deutschland wird gerne verschwiegen. Die Diskussionen um die Essener Tafel haben gezeigt, dass offenbar viel mehr Menschen von Armut betroffen sind als je angenommen. Die ausgezahlten Gelder reichen nicht, um Menschen zu versorgen. Punkt. Aus. Eine neue Studie zeigt nun, dass bei uns in Deutschland alles noch viel schlimmer ist.

Gut 30 % Kaufkraftverlust

Die Studie kommt von der Privatbank Berenberg und heißt übersetzt: „Die Rentenversicherung – Die nächste Etappe der Krise“. Der Titel ist unauffällig, der Inhalt dagegen ist brisant. Die Rentenzahlungen werden demnach pro Kopf in den nächsten Jahrzehnten um gut 30% sinken. Ein unfassbarer Wert, der näher beleuchtet werden sollte.

Schon heute sind die Rentenzahlungen in Deutschland – sofern nicht Beamte als Pensionäre kassieren – sehr niedrig. Wir bemühen an dieser Stelle keine offiziellen Statistiken, die ohnehin nur auf Daten basieren, die schon wieder veraltet sind. Aber die durchschnittlichen Rentenzahlungen je Mann liegen bei etwa 1.000 Euro, für Frauen noch darunter. Tatsächlich sind es offiziell etwa 1.200 Euro monatlich. Umgerechnet ergäbe sich dann ein Auszahlungsvolumen in Höhe von ungefähr 800 Euro.

Dabei wird die Inflation nicht berücksichtigt. Wenn die Inflationsrate wie offiziell gewünscht bei 2 % jährlich liegt oder läge, entstünde daraus innerhalb von 20 Jahren noch einmal ein Inflationsverlust in Höhe von etwa 50 %. Die tatsächliche Kaufkraft würde also in den kommenden 20 Jahren dann so weit absacken, als hätten Rentner heute noch 400 Euro monatlich. Die Rente wird sich – über den Daumen kalkuliert – also nach dieser Studie und unserem Inflationsabschlag um rund zwei Drittel reduzieren!

Harte Worte in der Studie

Die Studienexperten kommen denn auch zu einem harten Urteil. Die „Entwicklung“ solle demnach eine stärkere Wucht mit sich bringen als etwa die Finanzkrise vor 10 Jahren. Das ist noch hübsch ausgedrückt.

Wir unterstellen, dass die Entwicklung deutlich massiver unser ganzes Leben beeinflussen wird. Denn: Die Entwicklung ist nicht wie vor gut 10 Jahren mit billigem Geld einfach wieder zurückzudrehen. Die Staaten könnten auf die Idee kommen, neues Geld zu produzieren, etwa über weitere Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank EZB. Das aber würde nicht helfen – dieses Geld müsste über die Staatskassen dann an die Rentenkassen gehen. Die bisherige Rentensystematik wüsste aber gar nicht, wie dieses Geld dann – begründet – in den Kreislauf fließen sollte. Die Staaten müssten die Rentensätze schon drastisch anheben, womit sich wiederum ein dauerhafter Finanzierungsbedarf einstellt.

Die Bank übrigens zieht natürlich ihre eigenen wohlverdienten Schlüsse aus der Situation: Die Bürger würden sich bislang in Finanzdingen nicht sonderlich gut auskennen (also benötigen sie staatliche Hilfe dabei). Außerdem seien die Rentenversicherungen derzeit dabei, „still auszubluten“. Mit anderen Worten: Die Beitragssätze würden oder werden deutlich steigen.

Da sich die Kritik vor allem an Europa richtet und hier auch die deutsche Situation ausdrücklich mit angesprochen ist: Bislang hat die Bank in ihrer Studie auch die explodierenden Kosten der Pflege noch nicht mitberücksichtigt. Die Pflegekosten steigen dank angeblich besserer Techniken und wegen der höheren Lebenserwartung. Zudem klettern die Kosten der Wohnungsbeschaffung in Deutschland für einen immer größeren Anteil der Bevölkerung mittlerweile dramatisch.

Bilanz

Die Studie hat in groben Zügen zusammengefasst, wie die Altersarmut in Deutschland sich tatsächlich darstellt und wie sie sich entwickeln wird:

Die demografische Entwicklung mit immer mehr Rentnern und weniger Zahlenden belastet das System grundsätzlich.
Zudem sind – das hat die Studie nicht erwähnt – die Rentenkassen auch systematisch durch den Staat geplündert worden.
Inflationsbereinigt reichen die Renten schon in 20 Jahren bei weitem nicht – 400 Euro monatlicher Kaufkraft sind ein Armutsurteil.
Die längere Arbeitszeit hilft nur bedingt: Schwächt sich die Konjunktur wieder ab, dann hilft dieses Konzept nicht weiter.
Die Antwort der Politik ist beschämend: Die GroKo möchte bis 2025 die Rentenbeitragssätze stabil halten und die relative Rentenhöhe ebenso. Wie sie das machen möchte, hat sie nicht durchblicken lassen.

Und nach uns die Sintflut – das ist die Devise für die Zeit nach 2025. Ob das der sozialdemokratischen Klientel gefallen wird?

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Was kann man anderes erwarten in einer Parteiendiktatur die sich
    nur nach den Vorgaben der Finanzoligarchen richtet!

  2. Für die halbe Welt sind hunderte Milliarden T€URO da nur für die eigenen Leute nicht,die Krieg treibenden und Deutsch hassenden Christen Deutschlands unterstützt von den Deutschhasser Grünen und der SPd-die Partei der Lumpen-Rentendiebe und Deutschlandverräter werden weiter von den Gewerkschaftsmillionären hochgepuscht immer und immer wider wird für die TOPP-Verdiener zu Aufständen/Streiks aufgerufen um im Nachhinein das gemeine Volk die Summen durch Beitragserhöhungen von Lebensmitteln,Benzin-Öle-Diesel, PKW’s Sachleistungen wie Strom und Wasser/Abwasser bezahlen zu lassen.
    Bsp. Piloten , Polizei , der ÖD. Beamte !!-zahlen in keine GRV oder GKV ein, diese ganze Politmafia in Berlin,furchtbar.
    Da handelt der D. Tramp aber.
    MfG Bernd Welzel

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  • Der neue Armutsskandal in Deutschland: Gut 30 % Rentenverlust | rittervonrost 1. Juni 2018

    […] Redaktion NEOPresse in Gesellschaft | 28. Mai 2018 […]