Das Individuum und Ich: Was bedeutet Individualismus?

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Eine der wichtigsten Eigenschaften eines modernen aufgeklärten Menschen, so sagt man uns, ist es individuell zu sein. Ständig hört man es:“ Sei individuell“. Sei es aus den Medien, der Werbung oder sogar von Politikern. Und weil wir alle individuell sind haben wir alle unsere eigene Meinung, unseren eigenen Stil, unser eigenes Verhalten und unsere eigene Lebensweise.

Doch ist das wirklich so?

Meistens besteht unsere sogenannte eigene Meinung nur aus der Wiederholung von Worten die wir im Fernsehen hören, in der Zeitung lesen oder von anderen gesagt bekommen. Unser Stil besteht lediglich aus den Dingen die wir von der Modebranche aufgezwungen kriegen. Verhalten tun wir uns meistens so, wie es sich andere Wünschen, um nicht anzuecken. Und unsere Lebensweise übernehmen wir von unseren ach so vergötterten Stars und der Werbung.
Scheinbar sind wir also als Individuen doch nicht so individuell, wie es uns immer suggeriert wird.

Hier drängt sich natürlich zunächst die Frage auf : Was ist ein Individuum und was bedeutet individuell zu sein eigentlich?

Individuum heißt aus dem lateinischen übersetzt Unteilbares oder Einzelding. Die grundlegende Eigenschaft eines Individuums ist es, dass es sich von anderen Dingen, also seiner Umwelt, unterscheidet. Dazu benötigt es eine eigenständige Identität, sprich gewisse Merkmale anhand derer man es von anderen abgrenzen kann.

Hieraus lässt sich ableiten, dass individuell zu sein bedeutet: Merkmale bzw. eine Identität zu besitzen, die einen selbst von anderen unterscheidet.

Wir sehen also, dass wir uns als Individuen dadurch definieren, dass wir uns von anderen unterscheiden. Und hier kommen wir auch zum entscheidenden Punkt, nämlich die Art und Weise wie wir uns von anderen zu unterscheiden versuchen.

Dies geschieht in der Regel über die Kleidung, das Auto, die Frisur, die Wohnungseinrichtung, den Partner und nicht zuletzt durch die Menge an Geld die wir besitzen. Von all diesen Sachen denken wir, dass sie uns zu dem machen was wir sind.

Doch eine Sache haben alle diese Dinge gemeinsam, sie sind materiell. Es sind Sachen. Wir definieren uns persönlich darüber was wir an materiellen Gütern angehäuft haben.
Das ist auch gezielt die Sichtweise die uns die Medien jeden Tag aufs neue, mit allen möglichen Marketingtricks, einhämmern. Denn wenn wir glauben, dass wir uns über unseren Besitz definieren, kaufen wir alle Sachen von denen wir denken, dass sie uns individuell machen.

Von psychologischer Seite gesehen erhoffen wir uns unterbewusst, dass die Eigenschaften, die wir den Gegenständen zu schreiben, auf uns übergehen.

Aus dem selben Grund wurden früher auch in manchen Regionen Löwenherzen gegessen, man wollte, dass der Mut des Löwen auf einen selbst übergeht.

Das weiß natürlich auch die Werbeindustrie und versucht gezielt, gewisse von uns erwünschte und erwartete Eigenschaften, künstlich mit den zu verkaufenden Produkten zu verbinden.

Wir kaufen uns den neuen Sportwagen nicht, weil er so praktisch ist und wir schneller an das Ziel kommen, sondern weil der Kerl, der in der Werbung hinter dem Steuer sitzt, jede Frau mit dem Wagen abschleppt. Wir hoffen also unterbewusst, dass die Männlichkeit, die wir dem Sportwagen zuschreiben, auf uns übergeht und uns somit attraktiver für das weibliche Geschlecht macht.

Im Grunde ist das definieren über materielle Gegenstände kein Individualismus, sondern ein verkappter Konformismus. Denn die Dinge die uns von außen propagiert werden, dass sie uns zu einem eigenständigen Wesen machen, kommen nun eben nicht von uns selbst. Sie sind konform, das heißt sie stimmen den, sei es künstlich geschaffenen oder bereits vorhandenen, Werten der Gesellschaft, also der breiten Masse überein. Ich kann mir sozusagen gewisse von der Gesellschaft abgesegnete Charaktereigenschaften auswählen. Das widerspricht aber vollkommen der Bedeutung vom Individualismus, denn wie kann ich einzigartig sein, wenn ich mir meinen Charakter aus einer Reihe von erlaubten Eigenschaften auswähle?

Die Antwort lautet: Gar nicht.

Darüber hinaus ist das auch die Ursache für Konflikte, Streit und Rassismus, denn wenn wir uns nur auf die materiellen Unterschiede konzentrieren, wie z.B. die Hautfarbe oder die Kleidung, dann haben wir auch den Drang uns von anderen durch ein Besser und Schlechter abzusetzen.

Was ist es also, dass uns als Individuum wirklich ausmacht?

Es ist unsere Essenz, das was bereits in uns ist und was wir aus uns selbst heraus kultivieren. Es ist also etwas geistiges. Denn alles, das von außen kommt und unreflektiert von uns aufgenommen wird, sind nicht wir. Es kann erst zu einem Teil von uns werden, wenn wir uns aktiv damit auseinander setzen.
Schon Immanuel Kant sagte:

“Sapere aude, habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“.

Denn erst, wenn wir selber anfangen zu denken, können wir unseren eigenen Charakter entwickeln und erweitern.

So unterscheiden wir uns auch wirklich von anderen und sind individuell, nämlich durch unsere einzigartige, weil von uns selbst entwickelte, Sichtweise auf die Welt.
Der bedeutende Unterschied liegt darin, dass wir uns hierdurch auf unsere Einzigartigkeit konzentrieren und nicht auf die materiellen Unterschiede.

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