Das Anthropozän – Der Mensch und die Natur

In der Geschichte des Planeten hat es immer wieder Epochen gegeben, in denen ein bestimmtes geologisches Element bestimmend war für die Entwicklung der Menschen auf der Erde. Bekannte Beispiele solcher geochronologischen irdischen Epochen sind die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit. Zunehmend argumentieren Wissenschaftler, dass wir in der Epoche des Anthropozän leben: der moderne Mensch ist selbst zu einem geologischen Faktor geworden.

Bisher waren es geologische Elemente der Natur, die das Leben und die Entwicklung der Menschen beeinflusst bzw. vorbestimmt hat. Seit ca. 2 Jahrhunderten ist das anders: zunehmend ist es der Mensch, der das Ökosystem Erde auf den Hörnern hat.

Der Einfluss des modernen industrialisierten Lebensstils des Homo Sapiens, oder eher des Homo Oeconomicus, auf die Natur ist dramatisch angestiegen.[1]

Die ‘Grenzen des Planeten’ (Planetary Boundaries) ist eine Klassifizierung, an der sich sehr gut erkennen lässt, in welchem Bereichen der Mensch besonders in die Natur eingreift und gravierende Spuren hinterlässt.

Eine kürzlich veröffentliche Studie im renommierten Wissenschaftsmagazin ‘Science’ kommt zu dem Schluss, dass bereits vier (!) der 9 Grenzwerte überschritten sind: die Artenvielfalt geht dramatisch zurück, der CO2 Grenzwert ist überschritten, in der Landwirtschaft sind die Böden überdüngt und die Waldflächen wurden enorm dezimiert.[2]

“Das Problem dieser Grenzwerten in der Umwelt ist, dass sie sich nicht linear verhalten, was das Verständnis der Konsequenzen schwer verständlich macht. Sobald ein Grenzwert einmal überschritten wird, ist der Energieaufwand zur Wiedereinhaltung des Grenzwertes um ein vielfaches höher verglichen mit der Prävention zur Einhaltung.”[3]

Es ist das Gleichgewicht das aus den Fugen gerät, was zur Folge hat, dass sich die Systeme gegenseitig beeinflussen und sogar verstärken können. Somit könnte die Entwicklung über die Grenzen hinaus irreversibel sein.[4] Zu erkennen sind die Konsequenzen vielerorts: Kalifornien hat seit 1930 rund die Hälfte des Waldbestandes verloren[5] und Wasserreserven könnten schon in wenigen Jahren verbraucht sein.[6] Gletscher gehen fast ausnahmslos zurück

Die Verantwortung dafür tragen die Menschen. Der Leiter der Untersuchungsgruppe Professor Will Steffen kommt zu dem Schluss: “Seit 1950 ließ sich beobachten wie die Veränderungen der Systeme der Natur mit den Veränderungen der globalen Wirtschaft einhergehen.” Der moderne Mensch lebt auf Kosten der Natur und folglich auf den Kosten der kommenden Generationen. Wenn es nicht bald ein Umdenken gibt, wird der Umgang mit der Natur gravierende Folgen für den Planeten und seine Lebewesen haben.

Quellen: