in Gesellschaft

Der chinesische Sensationsprozess ist zu Ende gegangen und alles deutet auf ein politisch beeinflusstes Urteil hin. Die ehemalige Juristin und Autorin, die bereits im Vorfeld den Giftmord an einem Briten im November 2011 gestanden hatte, bedankte sich sogar für die „gerechte Todesstrafe“.

Dies bedeutet für Gu Kailai, dass ihre Strafe nach zwei Jahren – sofern sie keine weiteren Straftaten begeht – in lebenslängliche Haft umgewandelt werden wird. Sie sollte mit dem Urteil zufrieden sein, den im chinesischen Rechtssystem kommt eine „bedingte Todesstrafe“ zwar vor, ist aber für einen vorsätzlich geplanten Mord, mehr als ungewöhnlich. Mit dieser Entscheidung wurde aber ein Kompromiss geschaffen, der alle Beteiligten zufrieden stellen wird: National wird nicht dem Gesetz widersprochen und international werden keine Stimmen gegen die Todesstrafe laut. Vor allem gibt es keinen Skandal, vor der, alle 10 Jahre stattfindenden, Machtübergabe der Regierungsführung in Peking, die in diesem Oktober anfangen wird. Präsident Hu Jintao wird den Parteivorsitz an den Vizepräsidenten Xi Jinping übergeben. Ob einem anderen chinesischen Bürger, in einem Prozess der weniger Aufsehen erregt, die gleiche Milde zuteil werden würde, bleibt aber sehr fraglich.

Die Frau des mittlerweile abgesetzten Politikers Bo Xilai, sagte aus, dass sie mit dem Mord nur ihren Sohn Bo Guagua, schützen wollte. Ihr Opfer, Neil Heydwood, hatte angeblich in einem Geschäftsstreit angedroht, diesem schaden zu wollen. Der Brite verhalf dem jungen Mann zu einem Studium an britischen und US-amerikanischen Hochschulen und wollte, laut ihrer Aussage, diesen Trumpf ausspielen. Anderen Quellen zufolge, war die Tat dazu gedacht, dubiose Geschäfte zu verschleiern und somit Bo Xilais politisches Ansehen zu wahren.

Ein weiterer mildernder Umstand für das Urteil, war auch der, von der Anklage, angesprochene Geistesszustand von „Madame Bo“. Sie soll schon seit Jahren an Depressionen, Angstzuständen und Paranoia leiden und war deswegen auch schon in psychiatrischer Behandlung. Aufgrund dieses Umstandes, könnte die Frau sogar nach neun Jahren schon frei kommen.

Der wegen Beihilfe zum Mord mitangeklagte Haushälter der Familie, Zhang Xiaojun, muss sich auf eine neunjährige Haftstrafe vorbereiten. Der Assistent der 53-Jährigen, soll nur ihre Anweisungen befolgt haben.

Von Bo Xilai wurde schon seit Monaten nichts mehr gesehen. Es ist fraglich, ob der Politiker auch noch vor Gericht gestellt werden wird. Die Meinungen der chinesischen Experten gehen diesbezüglich auseinander. Theoretisch könnte er wegen Korruption, Vertuschung oder Behinderung der Justiz, verklagt werden. Im Vorfeld der Regierungsübergabe, sollte dies jedoch unwahrscheinlich sein. Es ist auch nichts bekannt, ob andere Mitwisser in dieser Affäre, ebenfalls noch belangt werden.Von denen soll es aber einige geben.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar