CDU-Politiker: „Homosexualität ist nicht normal“

Es gibt schon lange Uneinigkeiten zwischen den Koalitionspartnern in Hessen: CDU und Bündnis 90/Die Grünen streiten schon ewig über Parteiangelegenheiten und Zielsetzung. Dem Koalitionsvertrag zufolge wollte man sich in gesellschaftlichen Angelegenheiten deutlich fortschrittlicher geben. Doch diese Vereinbarungen scheinen in der Praxis keineswegs umgesetzt zu werden. Vor wenigen Tagen hatte der Vorsitzende der Grünen in Hessen, Klose, in einem Interview mit HR-online die Umsetzung des Koalitionsvertrags gefordert. Es ging um die offene Kommunikation über das Thema der Homosexualität im hessischen Schulunterricht. So antwortete der Vorsitzende auf die Frage, ob es nicht in der Macht der Eltern läge über dieses Thema zu sprechen, wie folgt:

Selbstverständlich werden alle an Schule Beteiligten in diesen Prozess einbezogen. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Wir haben vereinbart, dass wir diesen Bereich anpacken wollen und dass wir unter anderem die SchLAu-Projekte stützen wollen als ein Angebot, das Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler annehmen können. Selbstverständlich sind auch die Eltern – wie übrigens im kompletten Bereich Sexualerziehung – einzubeziehen.

Der Supergau

In der Frankfurter Neuen Presse antwortete Hans-Jürgen Irmer wie folgt auf die Forderungen: “Gut Ding will Weile haben. Innerhalb der beiden Regierungsparteien gibt es dazu derart unterschiedliche Grundsätze, dass dabei noch viel Klärungsbedarf besteht”, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzender ist. Er fügte hinzu:

Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt.

Hans-Jürgen Irmer stellte sich nicht zum ersten mal gegen Minderheiten: Die Linken sprachen von Hass, den der CDU-Politiker durch seine wiederholten menschenverachtenden Äußerungen gegen Muslime, Homosexuelle, Roma und Sinti schüre. Trotzdem genieße er offenbar Narrenfreiheit, kritisierte die Fraktionsvorsitzende Janine Wissler. “Was ‘normal’ ist und was nicht, bestimmt zum Glück nicht Herr Irmer”. Wissler forderte die Grünen auf, vom schwarzen Koalitionspartner “endlich Konsequenzen” einzufordern. Auch Andere Parteien und Abgeordnete sprachen sich gegen Herrn Irmer aus. Er selbst äußerte sich nicht sdazu.

Quellen:

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_53276465
http://www.fnp.de/rhein-main/Irmer-sorgt-fuer-Sturm-der-Entruestung;art1491,1088792
http://www.fnp.de/rhein-main/Hessens-Gruene-suchen-die-Machtprobe;art801,1087240
http://www.queer.de/detail.php?article_id=22521