in Gesellschaft

Symptome wie z.B. häufige Kopf- und Bauchschmerzen, innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und Antriebslosigkeit bis hin zur Erschöpfung sind häufige Anzeichen von zu viel Stress, sofern keine andere Erkrankung vorliegt. Chronische Erschöpfung, Depressionen oder gar das Burnout-Syndrom können mögliche Folgen sein. Und das kann uns nicht nur in der Schule, der Universität oder am Arbeitsplatz passieren.

Hohe Erwartungen und Leistungsdruck führen zu gefährlichem Stress

Der Leistungsdruck auf die arbeitende Bevölkerung ist bekannt. Nahezu jeder Arbeiter unterliegt Leistungsdruck in verschiedensten Formen. Und Arbeit kann – zumindest zeitweise – auch ganz schön viel Stress verursachen. Projekte müssen in nur noch wenigen verbleibenden Wochen oder Tagen vollendet werden, es häufen sich Überstunden an, die Arbeit wird nicht mehr am Arbeitsplatz belassen, sondern gar mit nach Hause genommen. Das klingt gelesen schon nicht gesund und in der Realität ist es das auch nicht.

Stressbedingte, psychische Symptome treten meist erst dann auf, wenn der Druck durch Erwartungen an uns entweder stetig zunimmt und/oder längere Zeit anhält. Jeder Mensch ist davon unterschiedlich schnell oder stark betroffen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind hier gefährdet, da deren natürlich Abhärtung gegen Stress geringer ist. Wie wir berichteten, leiden mehr als eine Million Kinder und Jugendliche unter Symptomen von psychischen Stress, ausgelöst durch Leistungsdruck. Und oftmals beginnt dieser Druck nicht etwa irgendwo, sondern im eigenen Privatleben.

Burnout macht vor dem Privatleben nicht Halt

Und auch wir Erwachsenen können erheblichem Stress im Privatleben ausgeliefert sein. Burnout im Privatleben? Ja, das kann passieren. Und zwar allen Menschen, quer durch alle Schichten, geschlechtsunabhängig. Anhaltende Probleme im sozialen Umfeld oder bei den Finanzen können bereits ausreichend sein. Häufig auch Arbeitslosigkeit. Die zugrundeliegende Ursache ist dabei stets dieselbe, erklärt Mirriam Prieß, Ärztin und Führungskräftecoach: „Die Betroffenen versuchen, etwas zu erfüllen, was sie nicht sind, und erschöpften sich daran.“

„Diejenigen, die ein Burnout-Syndrom haben, sind die Leistungsträger, die bis zum bitteren Ende die Fassade aufrecht erhalten“, erklärt Prieß weiter. Leistungsträger, das kann hierbei auch die Mutter sein, die durch einen Unfall ihren Ehemann verlor. Oder der Vater, der durch plötzliche Arbeitslosigkeit seine Familie nicht mehr ordentlich ernähren kann. „Alleinerziehende und pflegende Angehörige sind etwas häufiger betroffen“, klärt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, auf. Die Betroffenen erkennen die Symptome meist viel zu spät, die typischen, deutlichen Erschöpfungssignale von Bunrout sind zumeist schon lange eingetreten.

Behandlungen möglich, Frühwarnzeichen sollten jedoch nicht ignoriert werden

Deshalb raten Experten, wie u.a. auch Mirriam Prieß dazu, eindeutige Symptome – wie oben aufgeführt – ernst zu nehmen. Vor allem dann, wenn diese Symptome über einen längeren Zeitraum (2-3 Monate) auftreten oder gar zunehmen. Sollte dies der Fall sein, gilt es den Hausarzt aufzususchen. Sollten sich die Symptome dann als psychosomatische Symptome entpuppen (es gibt also keine körperliche Ursache), wird die weitere Behandlung durch einen Psychologen fortgeführt.

Möglichkeiten zur erfolgreichen Therapie von stressbedingten, psychischen Symptomen und/oder Erkrankungen gibt es viele. Nicht immer muss dafür eine stationäre oder teilstationäre Behandlung nötig sein. Vor allem dann nicht, wenn frühe Warnzeichen erkannt und ernstgenommen werden. Rot-Sackenheim rät deshalb an, auch auf das eigene Umfeld zu hören: „Man sollte es ernst nehmen, wenn das Umfeld einem sagt: Ich erkenne dich nicht wieder, ich glaube, das ist alles zu viel für dich.“ Das soziale Umfeld gilt – ganz allgemein – in der Psychologie als wichtiger Faktor. Familie und Freunde können zwar keinen Psychotherapeuten ersetzen, aber erheblich zum Erfolg einer Therapie beitragen.

In keinem Fall allerdings sollten sich Betroffene zurückziehen. Es ist wichtig, dass Aktivitäten aufrechterhalten bleiben, wie zum Beispiel das gemeinsame Essen und auch Spaziergänge. Struktur und ein geregelter Tagesablauf sind ebenfalls wichtig. Burnout ist keine Seltenheit mehr in unserer Gesellschaft und die Psychologie in Deutschland kennt sich sehr gut damit aus. Ganz gleich, ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt. In jedem Fall gilt Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst. Auch das Privatleben kann (zu) überfordernd sein.

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