in Gesellschaft

Schockierende Bilder: Ein Patrouillenboot der Guardia Civil kommt angeprescht und rammt in voller Fahrt ein Flüchtlingsboot vor der Küste der Kanaren-Insel Lanzarote. Das jetzt von Cadena SER veröffentlichte Video widerspricht der offiziellen Version des “Unfalls” sehr deutlich. Die sieben Toten an diesem Tag waren alles andere als ein Zufall, wie den Bildern zu entnehmen ist.

Am vergangenen 13. September im Morgengrauen um 2:17 Uhr fährt eine “Patera”, ein mit 25 Personen besetztes Flüchtlingsboot, von Afrika kommend, auf die Küste der Insel Lanzarote zu (im Bild von links nach rechts). Alle kanarischen Küsten sind vor Jahren auf Kosten der EU flächendeckend mit dem sündhaft teuren elektronischen Frühwarnsystem S.I.V.E. versehen worden, das auch nachts das Meer vor den Küsten absucht, um den europäischen Kontinent gegen Flüchtlinge abzuschotten. Eine der S.I.V.E-Kameras, nur 1,2 Kilometer weg vom Geschehen, filmt den Hergang.

Der Tathergang im Bild:

http://elpais.com/elpais/2013/03/11/videos/1363009644_407919.html

Als der Bootsführer der Nussschale das Patrouillenboot der Guardia Civil bemerkt, dreht er um und versucht, aufs offene Meer zu flüchten (im Bild von rechts nach links). Flüchtlingsboot und die Polizeipatrouille kreuzen sich in diesem Moment. Die Patera fährt weiter mit maximaler Geschwindigkeit meereinwärts, das Polizeischiff dreht um, folgt den Flüchtlingen. Man sieht im Film, dass ein Polizist als Beobachtungsposten direkt am Bug steht und das Geschehen genau im Blick hat.

Als der Führer des Flüchtlingsbootes merkt, dass er nicht entkommen kann, nimmt er das Gas weg und dreht bei (1:25 Min. im Film). Als die Flüchtlinge darauf warten, übernommen zu werden, prescht das Polizeiboot mit hoher Geschwindigkeit heran , rammt die Patera und überfährt sie regelrecht (1:39). Danach sucht der Mann, der die Kamera bedient, nach den Flüchtlingen, die im Meer treiben, während das Flüchtlingsboot absäuft. Danach noch einmal die Zeitlupe der Szene mit einem roten Kreis um den Beobachtungsposten im Bug des Polizeibootes.

Einer der Polizisten wirft den marrokanischen Flüchtlingen Rettungsringe ins Wasser. Die kleine Zodiac, die an Bord ist und in solchen Fällen gewöhnlich zu Wasser gelassen wird, kann nicht eingesetzt werden, sie ist seit Monaten kaputt. Erst danach wird Hilfe vom Seenot-Rettungsdienst angefordert. Eine Leiche wird geborgen. Sechs weitere junge Männer sind “verschwunden” (also auch tot), 17 überleben diesen Vorfall. Die Polizei wird später erst sagen, es sei ein “Unfall” gewesen. Später wird die Version korrigiert. Der Führer des Flüchtlingsbootes habe die Nussschale bewusst gegen das Polizeiboot gesteuert, was eine Kollision unausweichlich machte. Die Bilder sprechen eine ganz andere Sprache.

Ganz generell hat es schon oft Vorwürfe insbesondere von Hilfsorganisationen gegeben, die den Polizeibooten und vor allem den Frontex-Einheiten Misshandlungen von Immigranten, illegale Zurückschiebungen und Menschenrechtsverletzungen aller Art vorgeworfen haben. Das war nur nie wirklich zu beweisen, auch wenn in vielen Fällen kaum jemand am Wahrheitsgehalt zweifeln mochte. Aus unserer Zusammenarbeit mit Elias Bierdel, Gründungsmitglied und Vorstand von “Borderline-Europe – Menschenrechte ohne Grenzen e. V.” – viele Leser werden sich an den Namen über den Fall der “Cap Anamur” erinnern – kennen wir genügend solcher Geschichten.

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