Berlin: 6000 Menschen demonstrieren gegen Cannabis Verbot

In Berlin haben im Zuge der 18. Hanfparade ungefähr 6000 Menschen gegen das geltende Cannabis Verbot demonstriert. Die Veranstalter hatten aber mehr Zulauf erwartet. Hoffnung auf mehr Teilnehmer hatte den Hanf-Fans ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln aus dem Juli gemacht. Das Gericht hatte geurteilt, dass chronisch Schmerzkranke unter bestimmten Umständen zu Hause Cannabis für den Eigenbedarf anbauen dürfen.

Cannabis „Nicht gefährlicher als Schokolade“

„Die Veranstaltung begann am Washingtonplatz am Hauptbahnhof. Von dort führte sie in einem Bogen durch die Stadt zunächst in Richtung der Parteizentrale der Grünen und schließlich vor das Brandenburger Tor. Es sei »zu befürchten, dass die Große Koalition der Bundesrepublik vier Jahre drogenpolitischen Stillstand bringt«, heißt es im Aufruf zu der Parade. Ebenso sei zu befürchten, »dass auch im Jahr 2014 wieder Hunderttausende Strafverfahren gegen harmlose Hanfnutzer Existenzen vernichten und Familien auseinanderreißen«. Die Organisatoren verweisen dagegen auf Wissenschaftler, die sich für eine andere Drogenpolitik aussprechen. “ so die Zeitung „Neues Deutschland“.

„Das ist halt nicht das Teufelszeug, vor dem man uns gewarnt hat, sondern ein ganz normales Genussmittel, wie es viele andere auch gibt. Nicht gefährlicher als Schokolade.“

So der Sprecher der Berliner Hanfparade Steffen Geyer. Er beruft sich damit auf viele Studien und die Forderung einiger Strafrechtler im bundesdeutschen Gebiet.

Immer noch „illegales Suchtmittel“

Cannabis-Produkte gehören nach deutschem Recht zu den illegalen Suchtmitteln. Besitz, Anbau und Handel damit sind verboten. Das Betäubungsmittelgesetz sieht Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft vor. 2,9 Millionen Menschen greifen nach dem Drogenbericht der Bundesregierung gelegentlich zu Joint und Co.

Viele Gegner des Cannabis Verbots in Deutschland sehen die Gefahren jedoch deutlich geringer. Es gehe um ein Genussmittel, wie Alkohol oder Tabak. Das Argument, dass der Kauf von Cannabis eine Art Einstieg in härtere Drogen ist, weißen sie zurück. Gerade weil Gras verboten ist – und von Dealern mit härteren Substanzen gekauft werden muss – ist es eine Einstiegsdroge. Eine Legalisierung würde dieses Argument beseitigen.

Grüne und Linke grundsätzlich positiv gestimmt

Aus den Reihen der Grünen gibt es unterdessen einen neuen Vorstoß für eine „ideologiefreie und ehrliche Drogenpolitik“, der vom bayerischen Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek und Nordrhein-Westfalens Grünen-Chef Sven Lehmann vorgelegt wurde, wie der „Spiegel“ berichtet.

Auch die Linke zielt auf „eine staatliche Regulierung des Cannabismarktes unter Gewährleistung des Jugendschutzes“, heißt es. Gemeinsam mit den Grünen wurde ein Antrag in den Bundestag eingebracht, der verlangt, die Auswirkungen des Betäubungsmittelrechts zu überprüfen. »Rund die Hälfte aller Strafrechtsprofessoren unseres Landes fordert in einer Resolution an den Bundestag eine Evaluierung des Drogenstrafrechts.

QUELLEN:
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/vermischtes/…
http://www.nwzonline.de/panorama/6000-demonstranten-wollen-legal-kiffen_a_17,0,584595400.html
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2014/08/hanfparade-berlin-fuer-legalisierung.html
http://www.neues-deutschland.de/artikel/941900.hanfparade-fordert-legalisierung-von-cannabis.html