in Gesellschaft

Der Gedanke eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ist von großer Faszination. Überall, wo man ihn in die Diskussion wirft, entflammen die Leidenschaften. Es nimmt also nicht wunder, dass der jüngst von James Morris verfasste Artikel zu den meist gelesenen auf NEOPresse gehört. Der Autor liefert dort eine gut fundierte Begründung der Notwendigkeit eines BGE, abgeleitet aus gestiegener Arbeitsproduktivität und damit verbundener Abnahme klassischer Beschäftigungschancen. Die Gegenargumente werden allerdings nur kurz gestreift. In den Kommentaren findet sich deshalb neben Zustimmung auch viel Skepsis, welche meist der Frage entspringt: ist der Mensch dafür reif? Der Autor moderiert die Kommentare sehr gut und erwidert an einer Stelle:

„Wenn man will, wird man zig Gegenargumente finden, um das BGE als “unmöglich” oder lächerlich darzustellen. … Verwendet die wertvolle Zeit und Energie lieber darin, das BGE weiterzuerzählen, im Freundes- und Familienkreis, damit sich die Idee weiterverbreitet. Alles andere ist wenig effektiv.“

Dem kann man sich voll anschließen – wir brauchen diese breite Debatte – doch auch für dieses „Weitererzählen“ muss man argumentativ gewappnet sein. An dieser Stelle soll deshalb auf die ethischen und sozialpsychologischen Aspekte, die ein bedingungsloses Grundeinkommen flankieren,  näher eingegangen werden.

Zunächst muss man wissen, dass dieses Thema überhaupt nicht neu ist. In den 80er Jahren entfachte es bereits eine heiße Diskussion, die im Zuge der Wiedervereinigung und des Umbruchs in Osteuropa für längere Zeit unterbrochen wurde. Aber die Idee reicht viel weiter zurück. Der Engländer Thomas Paine (1737 – 1809) proklamierte bereits ein Naturrecht auf soziale Sicherheit, welches er in einem garantierten Einkommen verwirklicht sehen wollte. An dieser Stelle soll auf die Überlegungen von Erich Fromm näher eingegangen werden. In fast allen Schriften dieses genialen Denkers stellen wir eine nicht nur bleibende, sondern stetig steigende Aktualität und Brisanz fest. Sein Hauptwerk „Haben oder Sein“ [i] widmet sich zwar nur am Rande einem jährlichen Mindesteinkommen, jedoch mit der Fromm eigenen verbalen Durchschlagskraft.

„Diesem Vorschlag liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch, gleichgültig, ob er arbeitet oder nicht, das bedingungslose Recht hat, nicht zu hungern und obdachlos zu sein. Er soll nicht mehr erhalten, als zum Leben nötig ist – aber auch nicht weniger. Dieses Recht scheint uns heute eine neue Auffassung auszudrücken, doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine sehr alte Norm, die sowohl in der christlichen Lehre verankert ist als auch von vielen »primitiven« Stämmen praktiziert wird: dass der Mensch das uneingeschränkte Recht zu leben hat, ob er seine »Pflicht gegenüber der Gesellschaft« erfüllt oder nicht. Es ist ein Recht, das wir unseren Haustieren, nicht aber unseren Mitmenschen zugestehen.“

Den Unterschied zu bereits existenten sozialen Sicherungssystemen beschriebt er ebenfalls sehr prägnant:

„Die Betroffenen werden nach wie vor von einer Bürokratie »verwaltet«, kontrolliert und gedemütigt. Ein garantiertes Einkommen würde bedeuten, dass niemand einen »Bedürftigkeitsnachweis« zu erbringen braucht, um ein bescheidenes Zimmer und ein Minimum an Nahrung zu erhalten. Es wäre daher auch keine Bürokratie zur Verwaltung eines Wohlfahrtsprogramms mit ihrer typischen Verschwendung und Missachtung der Menschenwürde vonnöten.“

An diesem wunden Punkt setzt er auch gleich an, um die Verweigerer zu charakterisieren:

„Das garantierte jährliche Mindesteinkommen bedeutet echte Freiheit und Unabhängigkeit. Deshalb ist es für jedes auf Ausbeutung und Kontrolle basierende System, insbesondere die verschiedenen Formen von Diktatur, unannehmbar. … Dieser Gedanke wird all jenen undurchführbar oder gefährlich erscheinen, die überzeugt sind, dass »die Menschen von Natur aus faul« seien. Dieses Klischee hat jedoch keine faktischen Grundlagen; es ist einfach ein Schlagwort, das zur Rationalisierung der Weigerung dient, auf das Bewusstsein der Macht über die Schwachen und Hilflosen zu verzichten.“

Bereits zehn Jahre zuvor hatte sich Erich Fromm in einem Essay[ii] den sozialpsychologischen Aspekten eines Grundeinkommens gewidmet. Darin macht er deutlich, dass die Epoche, in der ausreichend materielle Güter vorhanden sind, um die Bedürfnisse aller zu befriedigen, menschheitsgeschichtlich erst sehr kurz ist. Das eingefleischte Denken und Handeln konnte sich auf diese Situation noch nicht einstellen.

„Der Übergang von einer Psychologie des Mangels zu einer des Überflusses bedeutet einen der wichtigsten Schritte in der menschlichen Entwicklung. Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus … Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glauben an das Leben und Solidarität. Tatsache ist jedoch, dass die meisten Menschen psychologisch immer noch in den ökonomischen Bedingungen des Mangels befangen sind, während die industrialisierte Welt im Begriff ist, in ein neues Zeitalter des ökonomischen Überflusses einzutreten. Aber wegen dieser psychologischen „Phasenverschiebung“ sind viele Menschen nicht einmal imstande, neue Ideen wie die eines garantierten Einkommens zu begreifen, denn traditionelle Ideen werden gewöhnlich von Gefühlen bestimmt, die ihren Ursprung in früheren Gesellschaftsformen haben.“

Eingehend beschäftigt er sich mit der Frage, ob ein garantiertes Einkommen die Arbeitsmotivation untergraben würde. Er verweist auf die vielen Beispiele für Anstrengungen in Hobby und Sport, wo keine materiellen Anreize gegeben sind. Als namhafter Psychoanalytiker weiß er, wovon er spricht, nämlich

„dass der Mensch nicht nur aus materiellem Anreiz arbeiten und sich anstrengen will, ergibt sich aus der Tatsache, dass der Mensch unter den Folgen von Untätigkeit leidet und eben gerade nicht von Natur aus träge ist. Sicher würden viele Leute gerne für ein oder zwei Monate nicht arbeiten. Die allermeisten würden aber dringend darum bitten, arbeiten zu dürfen, selbst wenn sie nichts dafür bezahlt bekämen. … Vermutlich würde der Missbrauch des garantierten Einkommens nach kurzer Zeit wieder verschwinden, genauso wie auch die Leute, wenn sie für Süßigkeiten nichts zu bezahlen brauchten, sich nach ein paar Wochen nicht mehr daran überfressen würden.“

Den schwerwiegendsten Einwand gegen ein BGE bringt Fromm allerdings selbst vor. Während die meisten Verfechter des BGE, wie Götz W. Werner, das Anfachen des Konsums als positive Begleiterscheinung sehen, gibt Fromm zu bedenken, dass die Industriegesellschaft den Menschen in einen homo consumens verwandelt hat, mit unstillbarem Hunger nach immer mehr Konsum, der den Level der Bedürfnisse immer mehr anhebt. Ein Grundeinkommen müsste beständig an diesen Level angepasst werden, und dessen Befriedigung könnte schlussendlich keine Wirtschaft mehr leisten.

„Aus diesen Gründen glaube ich, dass das garantierte Einkommen nur gewisse (wirtschaftliche und soziale) Probleme lösen würde, dass es aber nicht die erwünschte radikale Wirkung hätte, wenn wir nicht gleichzeitig das Prinzip des maximalen Konsums aufgeben. … All das bedeutete, dass wir Prinzipien eines garantierten Einkommens mit der Orientierung unserer Gesellschaft vom maximalen zum optimalen Konsum kombinieren müssten, und dass es zu einer drastischen Verschiebung von der Produktion für individuelle Bedürfnisse zu einer Produktion für öffentliche Bedürfnisse kommen sollte.“

Dieser Einwand unterstreicht noch einmal, dass ein BGE aktuell keiner finanziellen oder technokratischen Lösung bedarf, sondern dass ihm der lange Prozess einer Wertebestimmung in der Gesellschaft vorausgehen muss. Ohne die Verständigung der Gesellschaft auf eine nicht konsumorientierte Entwicklung wird ein Experiment Grundeinkommen wohl unweigerlich ins Fiasko führen.

Ein Ansatz für eine Übergangslösung könnte aber sein, das Grundeinkommen auf dem Gebiet öffentlicher Leistungen zu gewähren, d.h. auf Feldern, auf denen nicht nach „mehr“ sondern nach „genug“ verlangt wird. Wenn z.B. alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei sind, ist nicht mit einem Überkonsum, einer Überbeanspruchung von Bus und Bahn zu rechnen, sondern es wird sich ein vernünftiger Level einstellen. Wenn alle kulturellen Einrichtungen kostenlos nutzbar sind, werden die Leute nicht jeden Abend ins Theater gehen und alle Konzertsäle hoffnungslos überlasten. Gleiches gilt für sämtliche Bildungseinrichtungen, Kindergärten, Schulessen, Sportstätten, Musikschulen, Gesundheitswesen … Addiert man den geldwerten Vorteil solcher öffentlichen Leistungen, kommt man dem, was als Höhe des BGE üblicherweise gehandelt wird, schon sehr nahe. Die eingeschränkte Teilhabe ärmerer Schichten, insbesondere der Kinder, an gesellschaftlichen Aktivitäten und Bildung wäre vollständig beseitigt. Wäre das nicht eine Diskussion wert?

Aber wenn wir miteinander diskutieren, werden wir um die Fragen „Was ist uns wichtig?“ „Was ist sinnvolle Arbeit?“ und „Wie viel ist genug?“ nicht herumkommen. In dieser Debatte wird sich erweisen, ob der Mensch in der Lage ist, eine neue Stufe auf der Sprossenleiter der Evolution zu erklimmen.


[i] Erich Fromm „Haben oder Sein“ Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1976

[ii] Erich Fromm „Psychologische Aspekte zur Frage eines garantierten Einkommens für alle“ (1966) in: Erich Fromm „Über den Ungehorsam“ Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1982

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Kommentar

18 Kommentare

  1. Das Argument mit dem „maximalen Konsum“, der letztlich die Fähigkeiten der Gesellschaft überfordern würde, leuchtet nicht ein.
    Jeder bekommt ein Grundeinkommen, von dem er leben kann. Und zwar bescheiden leben, nicht in Saus und Braus. Wer mehr will,muss halt arbeiten. Und weil die meisten mehr wollen, besteht auch gar keine Gefahr, dass die notwendigen Tätigkeiten eventuell nicht ausgeführt werden könnten. Gerade hier würde „der Markt“ das wunderbar regeln, die unbeliebtesten Arbeiten würden am besten bezahlt.

    Dass das beliebte Argument „unbezahlbar“ bisher nicht gefallen ist, muss man als positiv bewerten. Wer so argumentiert, hat von Wirtschaft rein gar nichts verstanden, denn es geht immer nur darum, dass genügend Waren…

    • Erich Fromm prophezeit, „dass die, welche auf dem Niveau des garantierten Einkommens leben, sich frustriert und minderwertig fühlen.“ Er befürchtet eine noch krassere Teilung der Gesellschaft in Gierige, die hart arbeiten und nach immer mehr Konsum streben, und diejenigen, die sich bewusst für ein einfacheres Leben entscheiden möchten, aber in der Gesellschaft nicht den Rahmen für ein sinnvolles Dasein und die entsprechende Anerkennung finden. Im Ergebnis werden die Gierigen doch wieder den Maßstab für alle setzen. Ich glaube schon, dass diese Bedenken berechtigt sind.
      Die am Schluss von Ihnen aufgezeigten Gefahren sind groß – wir müssen ständig wachsam sein!

  2. Fortsetzung:
    Einen Pferdefuß gibt es aber doch: Das BGE würde neben vielen anderen positiven Ergebnissen die Menschen auch weitgehend frei machen, das heißt, die Menschen würden sich der Kontrolle und dem Zwang des Staates weitgehend entziehen können.

    Das ist etwas, was einem freien Bürger zwar ohnehin zusteht, was aber der Geld- und Machtelite gar nicht gefallen würde. Deshalb werden die alles tun, um das BGE zu verhindern. Die Trolle sind schon unterwegs.

  3. die gezielte globale verarmung der merheit der weltbevölkerung scheint die einzige möglichkeit zu sein um die begrenzten ressourcen der erde zu schonen und somit einen totalen kollaps der weltwirtschaft zu verhindern z.b. wenn kein erdöl mehr zur verfügung steht bricht alles zusammen da hilft dann auch kein geld drucken mehr–die frage ist nur: wann ist mit der erdölförderung schluss ? vielleicht schon bald und die regierungen lassen ihre freiwilligen sklaven in dem glauben es lohne sich weiterhin fleißig zu malochen

  4. Auch in diesem Artikel wieder – ausmalen der sicherlich notwendigen Humanisierung der Arbeitslosensituation und andererseits komplettes Nichtthematisieren der Instrumentalisierung des BG durch das Kapitals a la FDP.

    Wer sich die BG-Variante angeschaut hat, erkennt dann auch bald den Haken: Entlassung der Unternehmen aus der paritätischen Finanzierung der SVs.

    Klar verspricht die FDP dann den Bürgern den Himmel auf Erden – müssen sie diesen ja nicht mehr mitfinanzieren.

    Von daher ist die Finanzierung des BGs keinesfalls sicher. Vielmehr kommt für den Staat eine Kostenwelle durch komplette Finanzierung der SVs sowie die Zusatzkosten des BGs im Vergleich zum Hartz4 hinzu. Da geht er bald in die Knie.

    • @Richard. Sie haben zwar recht.
      Wird BGE im Rahmen des aktuellen Systems eingeführt, dann wird es den Staat, genauer den normalen Einkommensbzieher belasten.
      Man darf aber auch nicht vergessen, dass man mit der Einführung immense Kosten für Verwaltung der jetzigen Arbbeitslosen spart.
      Besser – wenn auch derzeit kaum vorstellbar – wäre natürlich, wenn das Ganze mit einem Umbau des Finanzsystems einhergehen würde. Denn die Umverteilung von Arm nach Reich wäre sonst insgesamt nicht gestoppt.

  5. Die Überlegungen über die Ausgestaltung eines BGE machen nur Sinn, wenn man sich gleichzeitig Gedanken über ein „Bedingungsloses Maximaleinkommen“ machen würde.

    Es ist der Gedanke der Gemeinnützigkeit bei der Verteilung von Einkommen unter Beachtung von Würde und Selbstachtung des Menschseins in Ansatz zu bringen.

    Dummheit und Faulheit dürfen nicht subventiuoniert werden, und Raffgier und Betrug dürfen nicht sanktioniert werden.

    Das System des Berufsbeamtentums gehört verboten, denn das ist das eigentliche Krebsgeschwür in unserer Gesellschaft.

  6. Fromm ist immer wieder lesenswert. Man siehe nur seine Ausführungen zur Marketing-Gesellschaft, in der wir heute leben…

    Was ist problematisch am BGE? Daß das Kapital – unheilbar krank – den Ärmsten noch die restlichen Pfennige nicht gönnt.

    Die betriebsblinden Betriebswirtschaftler sollten jetzt mal die Klappe halten und wenigstens ansatzweise versuchen, ihr Hirn einzuschalten. Volkswirtschaftler sind größere Verbrecher, gewiß, – sie sollte dermaleinst eine größere Strafe treffen.

    Wir sind absolut pervertiert. Siehe Naturvölker. Wie schaffen sie es nur, den Krösus-Möchtegern außen vorzulassen…?

    Das könnten wir auch. Wenn wir nur wirklich wollten.

    Gruß L.

  7. So wie die ganze Welt Hanf legalisieren wird – nur Detschland nicht, so wird auch die ganze Welt für ein Auskommen ihrer Mitbürger sorgen – nur Detschland nicht. Zu sehen an diversen Kommentaren und der Polemik des Freibier für alle. Wer so argumentiert hat nicht kapiert das es auch ums Überleben geht…
    Ging, denn hier ist der Zeitpunkt verpasst und auch für die Gierigen heisst es nur noch Friss und stirb…

  8. Nach einm relativ guten Einstieg in das Thema kommen jetzt doch wieder die – milde ausgedrückt – „Nichtversteher“ zu Wort.

    @EuroTanic
    Mit den Menschen, die nicht mitmachen wollen, machen wir gar nichts. Wer sein BGE nicht haben will, soll es lassen. Niemand braucht diese Leute. Nichts fehlt. Nichts passiert.

    @Richard
    Wenn Sie durch die Einkaufsstraßen und Super-Märkte gehen, haben Sie dann das Gefühl, dass zu wenig Waren vorhanden sind? Und nur darauf kommt es an.
    Diese Waren müssen einigermaßen gerecht verteilt werden. Nur dafür brauchen wir das Geld. Und dann müssen die Waren neu geschaffen werden, dafür brauchen wir arbeitende Menschen, aber bei weitem nicht alle. Der Rest lebt einfach. Wo ist das Problem?

    • Ihre Ausführungen sind zweifellos zutreffend – und deshalb auch unstrittig.

      Das Problem sehe ich in zwei Punkten:

      1. Wie bereits geschildert eine Instrumentalisierung des BGs für Kapitalinteressen – ohne dass die wünschenswerten Maßnahmen dann tatsächlich umgesetzt werden, also eine rosarote Leimrute.

      Diese These wird auch durch die Unsachlichkeit der jeweiligen Autoren bei diesem Punkt unterstützt. Dass die FDP das BG proklamiert ist einfach schon zu verräterisch.

      2. Eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung ist vom Besatzer nicht erwünscht. Keiner der Autoren erwähnt auch nur mit einem Wort, wie er den Machtwechsel, der immanent für das geschilderte BG ist hinbekommen will. An der Stelle wird das BG zur Luftnummer.

      • Sie berufen sich auf ein Papier, welches ich nicht kenne, und zu dem ich deshalb auch nichts sagen kann. Aber doch noch zwei grundsätzliche Anmerkungen:

        1) Wenn dieses Papier von der FDP unterstützt wird, sollte man es ablehnen bzw. ungelesen in den Papierkorb werfen.

        2) Wir brauchen ein komplett anderes/neues Finanzsystem, mit oder ohne BGE. Das vordringlichste Ziel dabei muss sein, dass es zu solchen dramatischen Anhäufungen von Geld und Macht in den Händen von Wenigen, wie wir das heute haben, nie mehr kommen kann.

        Würde Punkt 2 erfüllt, könnte die Menschheit „auf ewig“ in Frieden und Wohlstand leben, wenn nicht, ist es sowohl mit Frieden als auch mit Wohlstand bald vorbei.

  9. Ich verstehe das BGE als Übergangsschritt in eine geldlose Gesellschaft, die die Gierhälse zum Teufel gejagt hat.
    In meiner Umgebung gebt es mittlerweile mehr übersättigte Menschen, die einen sinnvollen Ort für ihre angehäuften und unbenutzten Dinge suchen, als Gierhälse, die mehr und mehr wollen.
    Das BGE gibt den getretenen und abgeurteilten Menschen ihre Würde zurück. Ich fragte mal in meinem Umfeld, was die Menschen tun würden, wenn es kein Geld mehr gäbe. Das Ergebnis war nicht in Bali am Strand liegen, sondern viele sagten: Das Gleiche wie bisher oder sie antworteten in dem Sinne: um meine Kinder kümmern, die Gesundheit wiedererlangen, mir eine Arbeit suchen, die spaß macht und nicht frustriert.

    • Das trifft die Situation schon recht gut. Nur sehe ich gegenwärtig keine politische oder zivilgesellschaftliche Bewegung, die stark genug wäre, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
      Was die Würde betrifft: Es stimmt schon, ein Teil davon kann dem Menschen durch ein garantiertes Einkommen zurückgegeben werden. Aber das Entscheidende – sich nützlich zu fühlen – wird damit nicht erreicht. Ein Folgebeitrag wird sich deshalb in Kürze mit der Untrennbarkeit von Grundeinkommen und Recht auf Arbeit beschäftigen.

  10. Das Geld welches unsere ReGIERigen an ausländische Banken und marode Staaten verschleudern plus das Geld was im Inland die überdehnte Hartz-4- und Sozialindustrie täglich vernichtet würde mehr als nur ausreichen um jedem Bürger so viel zu geben daß er „nicht zu hungern und obdachlos zu sein“ braucht.

    Weil aber die Steuergeldverschwender die Mehrheit und damit das Sagen haben, und nicht der Netto-Steuerzahler, wird es kein BGE geben. Die Nichtsnutze in Politik, Sozialindustrie, Arbeitslosigkeits- Armuts- und anderen sinnlosen Verwaltungen würden sich damit nämlich selber abschaffen.

  11. Meiner Meinung ist dieses Einkommen schon lange überfällig.
    Wir wissen alle, dass durch die ständigen Innovationen bsw. bei den Fertigungstechniken immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden.
    Es gibt jede Menge hochqualifizierter Rentner, die jedem, sogar Minderqulifiziertem, Fertigkeiten andienen können. Hungerlöhner vegetieren nur dahin. Es wäre ein weites Feld der Vorteile für die produzierenden und instandhaltenden Gewerbe wenn neue zahlungskräftige Kunden entstehen würde. Allerdings müßten die Investorjuden Zutrittsverbot erhalten, sonst wird es nicht gehen. das wäre mal eine vrenünftige Politik der Jüdin Kasner/Merkel

Webmentions

  • Ganz falsche Freunde – Emanzipatorisches Grundeinkommen 16. Oktober 2014

    […] wo man diese Formulierung findet (ich vermute, es gibt deren mehrere), ist sein Artikel „Bedingungsloses Grundeinkommen – die nächste Stufe der Evolution?“ vom 28.2.2014. Der Artikel würdigt u.a. Erich Fromms Beitrag zur Grundeinkommensdebatte […]