in Another View

Woher kommen sie? Warum kommen sie? Wer darf überhaupt kommen? Wohin können wir sie abschieben? Wie lange dürfen sie bleiben? Wieviel kostet uns das? Welche Länder sind sicher?

Solche und ähnliche Fragen werden zur Zeit am heißesten in Deutschland diskutiert, wenn es um die Flüchtlings- und Migrantenkrise geht. Entsprechend dieser Linie richtet sich dann auch die Politik, was an sich ein gutes Zeichen ist. Denn es zeigt, dass die Regierung durchaus auf die Meldungen der Strasse hört. Was aber nicht so gut daran ist, ist die Geschwindigkeit wie schnell die Regierung das macht. Normalerweise bewegt sich die Politik sehr langsam und kann nicht Schritt halten mit rasanten Entwicklungen in einer Krise, auf die man offenkundig nicht vorbereitet war. Weil sich aber die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einigen Fragen sehr schnell bewegte, deutet es  darauf hin, dass diese Fragen im Einklang mit der Agenda stehen (oder zumindest der Agenda nicht im unüberwindlich im Wege stehen) und dem Volk suggerieren soll, dass die Regierung durchaus auf Kritik reagiert.
Solche Beispiele sind Afghanistan, Marokko, Algerien und Tunesien.

Als Ende Oktober bekannt wurde das Deutschland Flüchtlinge aus Afghanistan abschieben möchte, indem das Land kurzerhand als ein „sicheres Herkunftsland“ klassifiziert wird, gab es in der Bevölkerung einen grossen Aufschrei über diesen Schritt. Zurecht wurde darauf hingewiesen, dass diese völlig absurde Begründung von Innenminister Thomas de Maizière nicht im Geringsten der Realität entspricht. Und prompt wurde nur ein paar Tage später Afghanistan aus der Liste der sicheren Herkunftsländer gestrichen.

Ganz anders im Fall von Menschen aus Nordafrika nach den Silvestervorfällen in Köln und vielen anderen europäischen Städten. Als sich die öffentliche Meinung in der Mehrheit auf Nordafrikaner als Täter geeinigt hat (nachdem der Versuch gescheitert ist Araber aus Syrien und anderen Ländern miteinzubeziehen), wurde der Druck auf die Politik verständlicherweise massiv erhöht. Die Regierung musste immerhin dringend wieder etwas an Boden gut machen, nachdem klar wurde das mindestens 48 Stunden lang nach diesen Vorfällen versucht wurde, durch Zensur eine Erklärung zu formulieren. Nur zwei Wochen später standen bereits Pläne bereit, die Maghreb Staaten Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsländer einzuordnen um die Menschen per Eilverfahren abschieben zu können. Genau das was die wütende Bevölkerung fordert. Obwohl alle wissen das diese Länder nur einen Bruchteil der Menschen ausmachen, die bisher nach Deutschland gekommen sind. Aber das spielt gar keine Rolle: Hauptsache ist, dass es überhaupt so ein Eilverfahren gibt und somit der erste Wutimpuls der Bürger gestillt ist.

Das bringt aber rein gar nichts. Es wird weder die Menschen aus diesen Ländern hindern sich auf den Weg zu machen, noch wurde von der Regierung die Ursache dieser grössten Migrationsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg angesprochen. Von realistischen Lösungsansätzen gar nicht erst zu sprechen.
Deutschland steht in dieser Hinsicht aber beileibe nicht allein da. Egal ob Großbritannien, Frankreich oder Dänemark, sie alle reagieren ähnlich wie die Bundeskanzlerin. In britischen Cardiff werden Flüchtlinge gezwungen farbige Bänder zu tragen, damit sie überhaupt als Flüchtlinge registriert und entsprechend versorgt werden. In Middlesbrough wurden die Türen von Flüchtlingshäusern farbig angestrichen, um die Häuser klar zu markieren in denen sich Flüchtlinge befinden. In beiden Städten kam es aufgrund dieser Massnahmen zu gezielten Angriffen der lokalen Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen. Kein Wunder gab es dann die ersten Vergleiche mit den gelben Bändern die Juden während der Nazizeit tragen mussten oder ihre Häuser ebenfalls markiert wurden.

Das es aber die Regierungen in London, Paris und Berlin – und natürlich Washington – waren die hauptsächlich für diese Migrationswelle verantwortlich sind, indem ganze Regionen durch illegale Kriege, Sanktionen und Ausbeutung destabilisiert werden, ist sich offensichtlich nur ein kleiner Teil der jeweiligen Bevölkerungen bewusst. Es gab in keinem einzigen europäischen Land Massendemonstrationen, die gezielt die Absetzung einer Regierung gefordert hat die sich an solchen illegalen Praktiken beteiligt hat. Es gab keinerlei Stimmen die die Verhaftung der verantwortlichen Politiker gefordert haben, um sie vor den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu stellen.

Tony Blair, der ehemalige britische Ministerpräsident und als George W. Bush`s „Pudel“ bezeichnet wurde, weil er durch Lügen und Betrügereien zusammen mit den USA einen illegalen Krieg gegen den Irak vom Zaun gebrochen hat, wird zwar von einem gewissen Teil der britischen Bevölkerung aufrichtig für seine Rolle gehasst. Das ist aber nur ein kleiner Teil. Deshalb konnte sich Blair letztes Jahr auch vor die Kameras stellen und ohne Rot zu werden diesen Mist von sich geben. Das war nichts weiter als eine völlige Verhöhnung der hunterttausenden Todesopfer aufgrund dieses illegalen Krieges. Aber er muss keine Angst davor haben sich eines Tages vor einem internationalen Strafgerichtshof für seine Rolle zu verantworten.

Wir stellen uns diese Fragen nach den Urhebern dieser Katastrophe einfach nicht. Viele Menschen wissen zwar, dass der sogenannte Islamische Staat und die vielen wahhabitischen Terroristen in Syrien und im Irak erst durch die Invasion des Iraks aufgekommen sind, aber niemand fordert von den Urhebern sich der Verantwortung zu stellen.

Wir wissen auch das Libyen bis 2011 ein stabiles, ein wirtschaftlich prosperierendes Land war bis die NATO das Land in Schutt und Asche gebombt hat. Und wofür? Heute wissen wir, dass die Geschichten mit den angeblichen Massakern durch das Regime von Gaddhafi und die Containerladung voll Viagra für die bevorstehenden Massenvergewaltigungen alles nur Lügen waren. Die E-Mails von Hillary Clinton, der ehemaligen US-Aussenministerin und nach wie vor potenziellen US-Präsidentin, haben entlarvt worum es in diesem Überfall ging: es ging um Silber, Gold und Öl. Und der Gefahr für die NATO, dass Libyen eine Währung einführt die durch Gold gesichert ist, um den künstlichen Petrodollars und Euros in Afrika Konkurrenz zu machen.

Wurde Hillary Clinton, Nicolas Sarcozy oder der jüdische Philantrop und Kriegshetzer Bernard-Henri Levy für ihre Rolle in Libyen vor ein Gericht gestellt? Nein, stattdessen freute sich Clinton über die unmenschliche Hetzjagd auf Gaddhafi. Und als er vergewaltigt und getötet wurde, kommentierte sie es mit einem „wir kamen, wir sahen, er starb“.

Es sind die Urheber dieser Katastrophe die uns überrollt, die wir für unsere tatsächlichen und eingebildeten Probleme zur Rechenschaft ziehen sollten. Nicht die Menschen die vor ihren Konsequenzen fliehen. Wir sollten endlich anfangen die richtigen Fragen und Forderungen zu stellen.

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19 Kommentare

  1. Da von Pudel die Rede ist, fehlen die Angaben der deutschen Pudel, Paladine der NGO BUND ihres Vorsitzenden Soros.

    Die Firmen-Ländlein-Parteien- paladine teile herrsche versklave

  2. Siehste, geht doch. Problematisch wird es nur mit der Renitenz der Netzwelt, die Jahrzehnte mit den falschen Antworten indoktriniert worden ist.

    Außerdem darf man nicht verkennen, daß sehr mächtige Leute kein Interesse an den richtigen Fragen, vor allem nicht an den richtigen Antworten haben und ihre Schergen lossschicken.

    • Wie jetzt – siehste geht doch !?
      Welche Frage haben wir denn nicht in den letzten 4 Monaten gestellt und welche Antworten hat der Autor denn gegeben !?

      Ja, das ist ja toll, dass die EU so mächtig ist, nur leider will die in eine völlig andere Richtung arbeiten als die Völker es wollen, was nicht zuletzt an der Unterminierung der USA in der Brüsseler Hauptkomandozentrale liegt !

      NUR über Nacht aufhören die Waffen zu verkaufen ???, sach ma hope – Du bist doch sonst nicht so Realitätsfern ! Ohne Generalstreik, ausgehend von Deutschland, ist dabei aber kein Land in Sicht !!!
      Das ist m.E. die einzig mögliche Antwort die es geben kann auf den Faschismus, um nur einen einigermaßen Erfolg zu verzeichnen !
      Endkampf = Klassenkampf !

      • Nicht die USA sind das Problem, sondern die deutsche Politik, die ihnen den Zugang gewährt.

        Die USA sind bloß das Ablenkuntgsmöver, um sich nicht mit den konkreten Personen in unserem Bundestag zu beschäftigen.

        Zur Korruption gehören ja mmer noch Zwei.

        • … wie auch immer, es ist und bleibt eine korrupte, kapitalistische Faschistenbrut und die wird sich nicht von frommen, demokratisch geäußerten Wünschen beeindrucken lassen !
          Was die brauchen ist eine klare, unmißverständliche, eindeutige und unumstößliche Ansage !!!
          Ganz klar macht es keinen Sinn, wie ein verstörtes Huhn abwechselnd über den Teich u. nach Berlin zu gackern, unser Kampf findet nicht in Amiland sondern bei uns statt ! Die Faschistenhochburg in Berlin stellt aber nur den Anfang dar, hier sitzt der Faschistenkern Europas !
          PS: …ich red‘ mich noch um Kopf u. Kragen !

      • Was mich persönlich entsetzt, daß der UNO-Bericht niemanden entsetzt? Das ist eine ganz allgemeine Erscheinung.
        Oder die Möglichkeit, die deutschen Waffen einfach ins Inland zu liefern?
        Für die Umstellung zur Berufsarmee waren auch die Grünen. Und die Bundeswehr im Innern einzusetzen, ist nicht aus der Debatte.
        Die Protagonisten des Polizeistaats sitzen im deutschen Parlament und werden von deutschen Bürgern gewählt.
        Das Netz reagiert im allgemeinen wie die Politik, drohende Gefahren blendet es aus und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, schreien alle durcheinander. Konkret werden nur eine Handvoll Bürgerinitiativen.

  3. „Europa hat bereits jetzt mehr Soldaten als die USA, Deut­schland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt und al­les was es tun muss, um diese für Europa zu nutzen, ist ein­fach über Nacht aufhören diese Waffen zu verkaufen. Es hat außerdem das größte stehende Heer in der EU und hat die Bundeswehr von der Wehrpflicht auf eine Berufsarmee um­gestellt. Wer das nicht glaubt, kann sich davon auf der Seite ‚globalfirepower.com’ überzeugen. Rechnen sie einfach alle Daten für die europäischen Län­der zusammen und vergleichen sie dies mit den Angaben zu den USA. Wenn die Europäer alle ihre militärischen Mittel vereinen würden, so würde dies die USA bei weitem über­treffen. Es ist nur eine Sache des Willens, des Drucks der Um­stände und der…

    • … Organisation. Mit dem Organisationstalent der Deutschen wird es kein Problem sein, diese Aufgabe zu meistern. Und es ist bereits im Gange.“

      Siehe Link im Nick

      Die Seite ist unbedingt empfehlenswert!

  4. „Tödliche Geschäfte – Waffen aus Deutschland“

    Link im Nick

    „Kleinwaffen sind Massenvernichtungswaffen

    „Mit sogenannten Kleinwaffen wie zum Beispiel dem deutschen G3-Gewehr von Heckler & Koch aus dem Schwäbischen werden jedes Jahr 500.000 Menschen getötet. Das sind täglich 1440 oder stündlich 60 Menschen. 90 Prozent der Opfer sind Frauen und Kinder. Das hat eine UNO-Konferenz 2003 festgestellt.“ eco-world

    Zu dieser Thematik gibt es eine Reihe ausführlicher Youtoube-Videos und Internetsseiten.

  5. Der Artikel ist geistiger Dünnschiß

    Die Weltbank beziffert die Tatsächlichen Verbindlichkeiten der BRD auf rund 10 Billionen € Das bedeutet die Weltbank hat nur ein Bruchteil der Renten und Pensionsverpflichtungen als Verbindlichkeiten eingestellt, die Zahlungen an Länder wie Griechenland etc auch nur Teilweise berücksichtigt.

  6. Die Schulden wurden von der BRD GmbH mit 25000€ Stammkapital gemacht.

    Bei wem ohne Sicherheiten? Ohne staatliche Absicherung? Oder wie sieht der Betrug denn aus?

    Zlatko tschitsch

  7. dem geld gehoehrt die welt?… waffen oder weizen…egal. handel auf kosten von mill. leben … und das schon seit ueber 2000 j. ich denke die natur wird alles regeln… nicht fuer unsere generation oder unsere kinder… aber dann und ich hoffe es gibt nur noch geld und gold zu essen !!!

    • PS: in vielen afrikanischen staaten fressen die schafe papier (normal) für alle multis hoffe ich das es spaeter noch papiergeld gibt…

  8. der Journalist spricht mit aus der Seele. Wahrscheinlich werde ich noch lange warten müssen bis jemand im öffentlich-rechtlichen Fernsehen diese Fragen stellt. Anstatt über Obergrenze zu reden und ein Land nach dem anderen als sicheres Herkunftsland zu erklären, sollten wir lieber unsere Fehler eingestehen, und uns von den Imperealisten lösen und anschließend schleunigst zusehen wie man diese Regionen wieder stabilisiert