Satire: Das Dschungelcamp wurde in die Schweiz verlegt

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Es gibt Meldungen, da reibt man sich beim Lesen zuerst mal die Augen oder hinterfragt sie grundsätzlich. Ich überlasse es dem Leser, was er mit dieser Schlagzeile anfangen will. Aber viele Indizien sprechen dafür, dass die Dschungelcamp-Kandidaten das Land gewechselt haben. Sehen wir uns doch mal die einzelnen Hinweise genauer an.

Tagelang schwirrten über der Ostschweiz die Blechbienen mit lautem Geflabber und transportierten die Requisiten des Camps nach Davos. Damit beim Zuschauer der Eindruck eines echten Dschungels vermittelt wird, schafft man ca. 2500 verschiedene Kriechtiere dorthin, ganze Lastwagen mit Futter und unzählige, knapp bekleidete „Tierpflegerinnen“, die während Tage des Treffens für die tausenden krabbelnden Viecher jederzeit zur Verfügung stehen müssen. Das macht schon Sinn. Es wäre peinlich, wenn die Sendung aufgrund mangelnder Pflegedienste vorzeitig abgebrochen werden müsste.

Zudem haben die Verantwortlichen erkannt, dass man heute mit Mehlwürmern den TV-Voyeurismus des durchschnittlichen Fernseh-Konsumenten nicht mehr genügend befriedigen kann. Also wird hingekarrt, was kreucht und fleucht. Eine neue Hauptrolle in diesem Camp bekommen die Heuschrecken. Gut getarnt mit Krawatte erkennt man sie nicht auf den ersten Blick, doch die Spur ihrer gesellschaftlichen Verwüstungen ist unübersehbar. Natürlich dürfen die Sch(w)aben nicht fehlen. Die Grösste von ihnen ist jedes Jahr dabei und schaut, dass sich alle wohlfühlen. Eigentlich fressen sie sich in der Natur ab und an gegenseitig auf, doch im Dschungelcamp herrscht ausnahmsweise Frieden unter ihnen. Das grosse Fressen kann ja danach wieder weitergehen, wenn die Medienvertreter nicht mehr da sind. Ansonsten könnten sich einige Zuschauer angewidert von diesem maßlosen Gelage abwenden. Das schadet den Einschaltquoten.

Die Prüfungen der Kandidaten wurde ebenfalls etwas abgeändert. Mussten in Australien die Auserkorenen mit Abscheulichkeiten irgendwelche Plastiksterne ergattern, dürfen sich die Prüflinge in Davos zuerst die Nase voll pudern, bis sie nur noch Sterne sehen. So erspart man dem Zuschauer den Fremdschäm-Ekelfaktor. Nur das mit dem Auszählen gestaltet sich etwas schwieriger, wenn in den Hirnwindungen der vollgedröhnten Protagonisten die inneren Sterne wie Supernovae explodieren. Dieses Problem lässt sich aber mit Zuschauerumfragen lösen. Wer den unglaublichsten Schmus von sich gibt, erhält die meisten Stimmen.

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Auch bei den diskutierten Inhalten am lauschigen Lagerfeuer haben die Macher Fantasie bewiesen. In Australien lebten die Möchtegern-Promis ihre hypochondrischen Neigungen aus und debattierten ihre Erkenntnisse lautstark vor den Kameras, egal ob es jemand interessierte oder nicht. In Davos hingegen wurden intellektuelle Themen wie Klimaerwärmung, Raffgierfetischismus und injizierte Seuchenverbreitung diskutiert. Das sind alles wichtige Themen für den Durchschnittszuschauer, denn so kann er sich auf zukünftige Möglichkeiten des Ablebens einstellen, im Optimalfall aussuchen.

Als Sondereinlage hatten die Verantwortlichen noch eine einheimische Spezies aus der Ukraine eingeladen. Doch dieser propagandistische Schuss ging nach hinten los. Er präsentierte ein Stück löchrigen, blechernen Käse, den er allen Anwesenden als Kriegsfutter verkaufen wollte, aber von den meisten ignoriert wurde. Das war eigentlich abzusehen. Wer möchte sich schon an einem Stück Blech die Zähne ausbeissen wo nicht einmal bewiesen ist, dass dieses Stück wirklich aus der Ukraine stammt. Dabei hat dieses Land sehr viele kulinarische Spezialitäten, welche man dem Ungeziefer vor die Klauen hätte setzen können. Da haben die Dschungelmacher wirklich am Ziel vorbeigeschossen.

Es wäre interessant zu sehen, wie sich die Zuschauerzahlen aufgrund der Verlegung des Dschungelcamps nach Davos entwickeln konnte. Einen persönlichen Eindruck vor Ort konnte man sich selber nicht machen. Das war in Australien schon so und hat sich in den Bündner Bergen nicht geändert. Hier blieben die Macher ihren Vorgaben treu. Eigentlich wäre es wünschenswert, einen detaillierteren Einblick in die Abläufe des Camps zu bekommen. Viele Zuschauer kennen sich mit Insektenspezies wenig aus, zum Beispiel wieviel sie zum Leben brauchen, was ihre bevorzugten Territorien sind oder welche Schäden sie unter Umständen an Land und Leute anrichten können. Bei Heuschrecken sind die Auswirkungen bekannt. Überall wo die waren, bleibt nur noch ausgebeutetes Brachland liegen. Die Auswirkungen von übermässig auftretenden anderen Arten liegen noch völlig im Dunkeln. Selbst die Wissenschaft tut sich schwer, einzelne Exemplare zu studieren, denn sie verstecken sich äusserst clever in den Gebäuden der City of London oder Wall Street.

Die zukünftigen Austragungsorte des Dschungelcamps sind noch ungewiss. Die Macher haben diverse Anfragen nach Washington, Berlin, Brüssel, Vatikan und dem Bilderbergerverein geschickt. Eine offizielle Antwort steht noch aus. Dass das Dschungelcamp weitergeführt wird, steht eigentlich außer Frage. Zu gross ist das Medieninteresse an niveauloser Unterhaltung. Zudem hat der Fernsehkonsument dank staatlicher Nötigung bereits das jährliche TV-Ticket bezahlt und man will schliesslich etwas für sein Geld haben. Egal wie widerlich, abartig und menschenverachtend das Programm daher kommt. Hauptsache man kann sich von den Medien vorbehaltslos sedieren lassen.

Wünsche weiterhin gute Unterhaltung.

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