in Another View

In der Schweiz hat sich ein SVP-Politiker wieder einmal weit aus dem Fenster gelehnt. Diese Schweizer Partei erinnert in vielen Belangen an die FIFA. Kapitalistisch orientiert, verfilzt strukturiert und ideologisch amputiert. Diese Partei stellt sich mit ihrem Gehabe in eine Reihe mit den anderen politischen Gesellschafts-Schmarotzern oder Steuergeld-Parasiten. Aber es geht hier einmal nicht um die Ansammlung politischer Verirrungen, sondern um ein ganz anzügliches Problem.

Der SVP-Politiker Marco Kiefer prangerte die Kleidungsmentalität der Kolleginnen und Kollegen an. Er bezeichnete die Bekleidung als „Schlampenlook“. Die Antwort aus fremden und eigenen Reihen kam prompt in Form eines Shitstorms. Anscheinend hat er den Nerv optischer Selbsttäuschung getroffen, denn wer von sich überzeugt ist, reagiert gar nicht auf so eine Aussage. Aber die Schweizer Politiker sind, wie es aussieht, nur in ihrer Rudelheulerei gefestigt und nicht in ihrer Anzieherei.

Wenn man den politischen Catwalk der Eitelkeiten auf den deutschen Raum ausweitet, ist die Aussage des Herrn Kiefer eher untertrieben. Was einem heutzutage an modischen Entgleisungen in der Politszene geboten wird, ist gleich unansehnlich, wie die politischen Entscheidungen der unförmigen Models. Schauen wir uns doch mal im Modeverständnis der einzelnen Parteien und deren Vertretern um.

Die Spitze optischer Nötigungen ist einhergehend mit dem politischen Rang. Daher fällt die Kanzlerin Merkel immer wieder auf. Ihre Hosenanzüge haben, wie ihr politischer Führungsstil immer den gleichen Schnitt. Einzig die Farben variieren. Entweder besitzt die Kanzlerin nur einen Anzug und schmeisst ihn jeden Abend mit einer Farbpackung in die Waschmaschine oder ihr Kleiderschrank ist grösser als das Brandenburger Tor. Auf alle Fälle wählt sie die Farben anhand ihrer politischen Aktivitäten. Bei Verkündungen von irgendeinem Schwachsinn erscheint sie in Weiss. Die sprichwörtliche Unschuld vom kommunistischen Lande. Engelshaft aussehend und tief schwarz im Handeln. Je dunkler ihre Farbwahl ist, umso teurer wird es für den Steuerzahler. Bei dunkelbrauen Anzügen schmeisst sie die Steuermilliarden den Nazis in Kiew in den Rachen und wenn der zweibeinige Anzug in dunkelblau vor die Kamera tritt, wird Griechenland gemästet. Sobald ein Date mit ihrem Spatzerl Obama ansteht, gibt’s mit rosarot eins auf’s bürgerliche Auge. In Brüssel hingegen erscheint sie in allen möglichen Tarnfarben. Hauptsache unerkannt, unfassbar und unspektakulär. Da soll einer noch sagen, Mode hat nichts mit Politik zu tun.

Bei den Herren sieht es nicht besser aus. Die tragen immer nur Anzüge. Bei Gruppenfotos sehen die aus wie Schüler in ihren Uniformen bei einem Klassenausflug. Einzige Farbpunkte stellen die hängenden Genitalverlängerungen dar. Man will sich die dazugehörenden Unterhosen gar nicht vorstellen. Dazu kommen die diversen Kollektionsgrössen. Bei Sigmar Gabriel wundere ich mich immer wieder, wieviel in einem Anzug Platz hat. Seine modische Erscheinung erinnert mich an ein überdehntes Fixleintuch. Einzig seine Krawatte besitzt ab Bauchnabelhöhe etwas Bewegungsfreiheit. Dasselbe Schicksal erleiden die Textilien bei Dr. Frankensteinmeier.

Da macht es sich der Horst Seehofer leicht. Sein Garderobenwechsel ist gleichbedeutend mit seinen Meinungsumschwüngen. Wenn man wissen will, nach welchem Wind er heute pfeift muss man nur seine Krawatte und deren Musterung beachten. Diagonale Farbstreifen heisst, er will keine Meinung haben, einfarbig bedeutet er besitzt gar keine und gepunktet verspricht, er sucht sich eine. Das hat er dem Auslaufmodell aus dem Hause Gauck abgeschaut. Dieser Ladenhüter mit Ablaufdatum wird andauernd ins mediale Schaufenster gestellt, nur haben will ihn immer noch keiner. Bei der Farbe des Anzuges denkt er vorausschauend. So wie er deutsche Soldaten in fremden Ländern verheizen will, so kleidet er sich. Hauptsächlich schwarz. Ist praktisch, man kann jederzeit beim Friedhof vorbeischauen und muss sich nicht erst umziehen, wenn wieder ein paar Metallsärge aus dem Ausland heimkommen.

Etwas legerer kommt die Lara Croft der deutschen Landesverteidigung daher. Nicht so zugeknöpft in der Meinung und beim Anziehen, wagte sie sich auch schon mal ins Bizarre. Fehlt nur noch die Peitsche. Wenn sie in lederner Erhabenheit über den Truppenübungsplatz stolziert, stehen nicht nur die Soldaten stramm. Der Horst seehofiert sie über den roten Teppich und kann seine Augen nicht unter Kontrolle halten, was einige Pressebilder bezeugen. Zusammen geben sie jedoch ein harmonisches Bild ab. Schwarz in Schwarz. Sei es der Anzug oder die Gesinnung.

Es ist mittlerweile den meisten klar, dass sich die Politiker hinter ihren Kleidern verstecken. Bei manchen steht nur noch der Anzug am Rednerpult. So inhaltslose Reden kann kein Mensch von sich geben. Deshalb wählen sie auch keine grünen oder grauen Anzüge. Der von sich gegebene Müll müsste sonst augenblicklich im entsprechend farbigen Container entsorgt werden. Wenn sie derart farbige Anzüge an hätten, könnte dies zu Verwechslungen führen. Oder gelten politische Aussagen als Sondermüll?

Ich plädiere dafür, dass die Politiker in ihrem Home-Dress im Bundestag zu erscheinen haben. Der Anblick könnte zwar für viele Bürger gewöhnungsbedürftig sein, aber dafür wären sie als Mensch erkennbar, politisch eher fassbar und optisch vielleicht einmal geniessbar. Auf jeden Fall ehrlicher als das textile Wachsfigurenkabinett, welches jeden Tag nahtlos in den Medien erscheint und das man als zwangsbeglückter GEZ-Zahler über sich ergehen lassen muss. Der Herr Glööckler hätte sicher ein paar ausgeflippte Dress-Tipps.

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