in Another View

Anti-rassistischer Widerstand an den Hochschulen hat (inter)national Konjunktur. Rechtzeitig zu den Protesten erscheint eingeschrieben: Zeichen setzen gegen Rassismus an deutschen Hochschulen. Mit diesem Buch wird eindrucksvoll den Mythos der ‚progressiven‘ Hochschulen aufgedeckt sowie die systematisch fehlende Gleichberechtigung in der Akademie angeprangert. Eine Rezension.

Es rumort weltweit an den Universitäten, von Kanada über Ecuador bis England. An der Universität von Kapstadt brachten neulich schwarze Studierende nach wochenlangem Protest die Statue des Kolonialherren Cecil Rhodes zu Fall. In Amsterdam gründeten Studierende die University of Colour, die das bestehende Curriculum als eurozentrisch kritisiert. Beide Beispiele zeigen: Anti-Rassismus und Dekolonialisierung stehen auf der Tagesordnung des globalen Aktivismus an den Hochschulen.

Eingeschrieben trifft somit den Nerv der Zeit. Die mutige Verfasserin, die promovierte Neurowissenschafterin Emily Ngubia Kuria, ist sich dessen bewusst: sie wolle mit dem Buch die Proteste von People of Colour (POC) an deutschen Hochschulen dokumentieren, sowie das Schweigen über den akademischen Rassismus durchbrechen.

Und die Autorin weiß, wovon sie redet: sie forscht und lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin und führte in den vergangenen Jahren zahlreiche Interviews mit Studierenden. Emily Ngubia Kuria erzählt diese Geschichten hauptsächlich nach. Dabei wird ein verheerendes Bild über „die Gegenwärtigkeit eines tief verwurzelten Rassismus“ an den Universitäten gemalt, die als einer unter vielen sozialen Orten ins Visier genommen werden.

Rassismus spiegelt sich nicht nur in der personellen Zusammensetzung des Lehrpersonals wieder, in den Curricula, in der Uni-Architektur oder in der Studierendenschaft, sondern auch in den Alltagserfahrungen von POC und schwarzen Studierenden. Im Buch werden haarsträubende Schikanen sichtbar gemacht. Mittelmäßige Noten trotz Bestleistung seien Gang und Gäbe. Monatelange Hängepartien bei den Ausländer_innenbehörden und ungerechtfertigte Ablehnungen zu Studienzugängen erschwerten das Studieren bis zur Unmöglichkeit. Diskriminierende Übergriffe seitens des Lehrpersonals und der Studierenden seien alltägliche Kost.

Das Gesamtbild dieser Geschichten ist zwar bedrückend und macht an manchen Stellen ein wenig hilflos, Hoffnungslosigkeit kommt aber nicht auf. Das Buch, mit viel Sinn für Ästhetik durch den Verlag für antidiskriminierendes Handeln w_orte und meer gestaltet, wirkt dieser zum Schluss der Publikation durch konkrete Hilfestellungen und Vorschläge entgegen. Ein düsterer Nachgeschmack bleibt allerdings, da die Auswege aus der rassistischen Dauerkrise kaum erkennbar sind: konkrete, strukturelle Änderungsvorschläge sind eher eine Rarität.

Trotz der Perspektivenvielfalt der Zeugnisse, bleibt das Buch insgesamt stark in Gegenüberstellungen von Schwarz vs. Weiß, Minderheit vs. Mehrheit verhaftet. „Keine weiße Person würde jeweils auf die Idee kommen, eine andere weiße Person auszusortieren“ ist ein beiläufig formulierter Satz, der stutzig macht. Besonders vor dem Hintergrund der massiven Unterrepräsentation etwa weißer Arbeiterkinder oder angesichts der vielen Steine, die auch Studierenden aus europäischen Ländern wie Rumänien und Serbien in den Weg gelegt werden. Eine etwas differenziertere Annäherung wäre hier gewinnbringend gewesen.

Trotz des pauschalisierenden Begriffsapparats ist das Buch eine aufmerksame Lektüre mehr als wert. Eine Empfehlung für alle, die von Weitem und Nahem mit den deutschen Universitäten zu tun haben.

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Kommentar

26 Kommentare

    • Ist nicht auf meinem Mist gewachsen, das habe ich mal irgendwo gelesen. Ein Akademiker hat über seine Berufsgruppe eine Statistik geführt und festgestellt…. das Akademiker rassistischer sind als andere Berufs-/Volksgruppen ! ! !

      Daher erklärt sich wahrscheinlich warum es unter Stalin Akademiker waren, die den Mord an Millionen in Auftrag gegeben haben ! ! !

      Ist wahrscheinlich die einzige Berufsgruppe die auf andere Berufs-/Volksgruppen, von oben herab drauf starrt ! ! !

  1. Naja, ich habe eher den Eindruck, dass der Begriff „Rassismus“ von Minderheiten und politisch „korrekten“ Gutmenschen mißbraucht wird, um Reaktionen auf Fehlverhalten oder Minderleistung von Minderheiten zu diffamieren.

    Ähnliches Verhalten kann man ja bei den Grünen beobachten, die laufend die Interessen der Ausländer artikulieren, jedoch mit keinem Wort auf deren Kriminalität und asozialem Verhalten eingehen.

    „Rassismus“ als Schlagwort politisch „korrekter“ links-grüner Demagogen.

    Hirsi Ali sagte mal es ist eine Schande für die Afrikaner, dass sie hier, wo sie beste Studiermöglichkeiten haben kriminell werden und sich obendrein noch als diskriminiert beschweren.

    Die Gastfreundschaft war groß – allein die Gäste taugen…

      • Ihr Kommentar strotzt gerade zu vor Fremdenhass und Unwissen.
        Mit Sicherheit gibt es „Ausländer“ die sich asozial Verhalten und kriminell sind. Aber Sie können nicht alle über einen Kamm scheren.
        So gibt es auch 100-tausende asoziale, kriminelle, faule Deutsche die sich nur auf HartzIV ausruhen. Sind deshalb alle Deutschen so ? Nein

        iVm mit Schlagwörtern wie „links-grüne Demagogen“ entlarven Sie sich und ihren beschränkten Horizont von selbst. Bleibt zu Hoffen das Sie an ihrem (Fremden)-Hass (nicht) ersticken.

        Die Gastfreundschaft gab es Ihnen nie – ob die Gäste taugen oder nicht

        • 90% der Gefängnisinsassen in Deutschland sind asoziale Ausländer. In manchen Gefängnissen ist der Prozentsatz sogar noch höher.

          Laut Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wird der Drogen-Straßenhandel fast ausschließlich von Afro-Asylanten abgewickelt, während der Drogen-Großhandel in der Hand von Türken ist.

          Links-grüne Negerfreunde möchten aber gerne verharmlosen und faule oder kriminelle Deutsche erfinden, um vor der Realität asozialer Ausländer abzulenken. „Rassismus“ und „Ausländerfeindlichkeit“ sind da die üblichen unsachlichen Diffamierungs-Schlagworte.

          Deutschland braucht keine Asi-Ausländer und keine Asi-Asylbetrüger, die laufend beleidigt sind und sich dauernd diskriminiert fühlen.

          • Rischard… noch höher als 90%?

            Gibt es denn überhaupt keine Kriminellen Rischrads???

          • Rischrad…. isch hobe do eunö Idööö für disch.

            Nimmst du eu Gefängnis mit 100 Zellen und schmeißt pro Zelle 50 Verurteile Ausländer rein. So kommst du nischt uff 90%, sonder uff 4500% ! ! !

          • Ich empfehle Ihnen drigend zum Arzt zu gehen und sich therapieren zu lassen.
            Ich sehe die Gefahr, dass Sie zu einer Bestie mutieren! Sie sind auf dem besten Weg!

        • Rischrad ist ein Full-Time-Rassist ! ! !

          mit 90% liegt Rischard richtig, aber nur im Ostteil Deutschlands… und es sind nicht Ausländern, sonder viele kleine Kriminelle Rischard. In Westdeutschland sind es 73% viele kleine Kriminelle Rischard ! ! !

          Verteilung nach Nationalität im Jahr 2013:
          http://de.statista.com/statistik/daten/studie/223/umfrage/verurteilte-straftaeter-nach-nationalitaet/

          Das mit den Drogen, muss du deine Bundesregierung verantwortlich machen… Drogengroßhandel ist nicht in der Hand von Türken, sondern in der Hand von Pädophilen PKK-Terroristen. Diese Pädophilen PKK-Terroristen kaufen auch ganze Siedlungen in Deutschland auf… und der Deutsche Staat tut gar nöchts (gab mal ein Doku darüber…) ! ! !

    • Die herrschende Lügen-Lehrmeinung ist die „Leer-Meinung“ der Herrschenden in der aus ihrer Sicht artgerechten Menschenhaltung. Man könnte es auch plumpe Volksverdummung nennen, wie das Märchen von irgendwelchen verordneten Rassismus-Märchen.

      “Wenn ihr weiterhin die Sklaven der Banken sein wollt und für eure eigene Versklavung bezahlen wollt, dann lasst die Banken weiterhin das Geld erschaffen und die Kredite kontrollieren.” Sir Josiah Stamp, Direktor der Bank of England, 1928 bis 1941.

      Natürlich sollte man mal schauen, wer hinter den Banken steht, die selbst nur ein Werkzeug sind.

  2. Drogenhandel ist eher in der Hand von Großkonzernen. Ich beziehe mich hier auf das Wissen von guten Bekannten, die so einiges in Bezug dazu erlebt haben. Auf Details möchte ich hier verzichten.

    Bin etwas traurig, dass unser Homophilen-Hasser, selbst Homo-Sexueller, Pseudo-Intellektueller Richard noch in diesem Forum ist. NEOpresse, wie könnte Ihr Menschen mit diesem Niveau nur zulassen?

    • RISCHTISCH… Großkonzernen !!!

      England bezieht seine Drogen über Afghanistan und Deutschland… über die PKK ! ! !

      Heroin kann man nur durch „Chemikalien“ herstellen die man nur über westlichen Staaten (hauptsächlich Deutschland/EU) beziehen kann. Soll mal ein Antrag bei der UNO? gestellt wurden sein, man soll diesen Chemikalien mit Barcode versehen… wollten die Konzerne „Deutschland“ nischt hoben ! ! !

  3. Wir leben in einer Gesellschaft,die Quote über Eignung stellt und nationale Herkunft über Können,Fähigkeit und Kompetenz!
    Akademiker sind wie Politiker vor allem auf ihren eigenen Status und ihr Fortkommen bedacht und deshalb rigide,wenn sie sich darin bedroht fühlen.
    Dies “ Rassismus“ zu nennen, ist weder korrekt,noch Ziel führend. Das universitär-akademische System in Deutschland, ist wie das politische, als “ Kastensystem“ aufgebaut,das insbesondere einer Kaste entgegen kommt-der der Alteingesessenen und Herrschenden!

    • Her Dr. … diese Akademiker sind weit weg vom normalen Volk. Sie pfeifen beim sprechen und benutzen Vokale… die kaum ein normaler Bürger ausspricht ! ! !

      Seien wir doch ehrlich… wir verstehen eure Vokale nischt und ihr benutzt Vokale die kaum ein normaler Bürger kennt, damit wir euch nischt verstehe ! ! !

      • Wenigstens versteht es der „gemeine Akademiker“ gemeinhin Diagramme zu lesen und wenn er schon Statistik nutzt,um seinem Standpunkt ins Recht zu setzen,benutzt er der Sache angemessene…Deshalb sollte „Volk“ sich in personam weinigstens ein wenig akademisch betätigen.
        Apropos Osten-da gab es mal eine „Arbeiter-und Bauernakademie“ und für Schwätzer wenig Platz.
        In diesem Sinne…

      • Werter Herr Hove,

        wofür? Für den Umgang mit Akademikern,Sozialismusapologeten und die „Wertschätzung des gemeinen Akademikers“ in der DDR?!? Ich bin zwar der Meinung das Zeitzeugenhistorie und -historiker a la J.Kopp überschätzt und die bloße Ableitung historischen Geschehens aus derlei Meinungsäußerung nichts mit wissenschaftlicher Geschichtsschreibung zu tun haben,
        aber:
        die Stellung von Abitur,Studium,Akademikern im Alltag der DDR vor dem Hintergrund der historischen Überlegenheit der Arbeiterklasse läßt sich sicherlich an Hand 1000er Erlebnisberichte verifizieren. Schon die bloße Anzahl der Abiturienten,Studenten und Akademiker im Verhältnis sagt dazu eine Menge aus.
        In der BRD der 80er dürfte übrigens das Verhältnis zu Abitur…

        • Danke für die Erörterung…würden Sie auch noch etwas über die Idee des „Kastensystems Universität“ sagen? herzlich, Johnny Van Hove

  4. und Studium ein wesentlich „skeptischeres“ gewesen sein als heute. Und im Umfeld der körperlichen-handwerklichen Arbeit haben bloße Worte nie genügt. Diese Art der Arbeit läßt sich nicht weg reden oder an den nächsten Dummen delegieren. Insofern ließen sich bloße Maulhelden ganz schnell als das darstellen,was sie waren!
    Ich hoffe damit einige Anregungen zur Recherche gegeben zu haben,
    freundlichst Dr.H.Zetsche

  5. Heute ist „Antirassismus“ ein Konzept der Kolonialisierung und der Zerstörung regionaler und staatlicher Gemeinschaften zugunsten der Herrschaft des internationalen Kapitals , zugunsten der NWO .

    Während vorgeblich Diskriminierung (Rassismus) bekämpft wird , wird die radikale Form der Diskriminierung durch Kapital durchgesetzt , weltweit durchgesetzt .

  6. In Zusammenhang mit der heute verwendeten Liturgie kann ich meinem Vorschreiber nur beipflichten-Schlagworte mit ihrer Bedeutung völlig zuwider laufenden Bedeutungen zu belegen, um politische Ziele zu erreichen und eine Ideologie zur Wahrung der Macht begrifflich zu unterlegen hat heute wieder Hochkonjunktur. Dieses Phänomen ist vergleichbar den Propagandamitteln der Naziherrschaft und der der SED Diktatur um mißliebige Meinungen zu diskreditieren,kriminilasieren und zu unterdrücken.
    Als Beleg für den Machtanspruch einer akademischen Elite soll das universitäre System Deutschlands dienen-eine schulische Bachelorausbildung und der Masterabschluß sind in keinster Weise in Anspruch und Fähigkeiten dem ehemaligen Diplom zu vergleichen….

  7. …,doch allein die Absolventenzahlen sprechen für sich!
    Auf einen Masterabschluß kommen über 10 Bachelorabschlüsse. Weiter gehend zur Promotion verschlechtert sich diese Verhältnis noch einmal drastisch-obwohl im heutigen Studium vielfach auch für die Masterstudiengänge die selbstständige wissentschaftliche Arbeit als Qualifikationsmerkmal nicht relevant-aber für eine akademische Arbeit unerläßlich ist!
    Vergleichen Sie dann die Zahl der vorhanden Promotionsstellen mit den Bewerberzahlen und mit den bzw. schließlich die der Postpromotionstellen mit dem Bewerbungsverfahren und Bewerberzahlen,wird ganz schnell deutlich,daß hier ein Engpaß zum Einstieg in die akademische Berufswelt besteht!!!
    Wenn Sie nun noch den Schwund des s.g…

  8. …akademischen Mittelbaus in den letzten 20 Jahren betrachten,wird klar,daß sich hier ein elitärer Abschottungsprozeß und eine Selektion vollzogen haben,die die Dominanz einer kleinen Elite von Professoren und event. Dozenten bzw. Privatdozenten dient.Da diese Heren über Ausbildung,Lehre und Qualifikation sind,schließt sich der Kreis!
    Und das alles ganz ohne Recherche…;)
    Grüße

  9. Eines habe ich noch vergessen zu erwähnen, Herr Hove.
    Die Berufung eines Lehrstuhlinhabers erfolgt auf Lebenszeit. Die Vergabe-und Prüfungsgremien der DFG als maßgeblichem Financier der akademischen Forschung sind von eben diesen Professoren besetzt…alles in allem führt dieses System m.E. zur Entstehung einer kleinen abgeschotteten Elite,die Aufstiegs-,Karriere- und Erfolgschancen kontrolliert,redigiert und in ihrem Sinne manipuliert.
    Ich denke,daß das als „Rassismus“ beschriebene Phänomen quasi eher eine Unsicherheitsreaktion des Systems darstellt, auf neue Konkurrenten und Mitbewerber,die eventuell schwerer zu kalkulieren sind als die deutschen Studenten. Finanziell unanbhängig,über Reputation und den Willen der Politik…

  10. …in ihrem „Studentsein“ gestärkt,mit Anspruch und Willen zum Studium und guten Voraussetzungen seitens ihrer Vor(aus)bildung. Zumindest von Seiten des Lehrpersonals also eine Herausforderung an diesselben. Wenn Sie so wollen,ein Angriff auf die eingefahrenen Pfade und die (oft selbsternannte) Autorität…
    Danke für Ihr Interesse und Ihren Artikel herzlichst
    H.Zetsche