in Another View

Moskau, 7. September 2014

Sehr geehrter Kollege!

Ich kenne weder Ihren Namen und Ihr Alter, noch Ihren Beruf oder andere spezifische Details. Trotzdem habe ich mich entschlossen, Ihnen diesen Brief zu schreiben. Denn ich habe kein Vertrauen mehr zu den Politikern, die unser Schicksal bestimmen, – insbesondere nachdem ich gesehen habe, wie die ukrainische Krise inszeniert worden ist. Ich hoffe aber, dass Sie nicht dem Druck von Machtorganen oder diesen zu Dienste stehender Me­dien ausgesetzt sind und danach streben, sich selbst ein Bild davon zu machen, was um uns herum geschieht.

Ich denke besonders an die gegenwärtige internationale Lage und glaube, dass ein Deutscher für einen Dialog auf diesem Gebiet besonders prädestiniert ist. Warum? Ich bin schon sehr alt, und ich war Zeuge davon, wie sich die Beziehungen zu Deutsch­land verschlechterten und dies allen, sowohl uns als auch Ihnen, nur zum Schaden gereichte. Am Vorabend des Zweiten Weltkrie­ges war ich noch ein Junge. Ich erinnere mich gut, wie viele Men­schen in der UdSSR den Mitteilungen in Presse und Rundfunk über die Gräueltaten der Nazis, anfangs nicht glaubten. Man sagte, die Deutschen seien eine Kulturnation und zu derartigen Grausamkei­ten nicht fähig. Bald begann der Krieg und unsere Gegend (der Nordkaukasus) wurde von den deutschen Truppen okkupiert. Da haben wir mit eigenen Augen gesehen, was für eine „Kultur“ die deutschen Faschisten mit sich brachten. Da war von der früheren Einschätzung nichts mehr übrig geblieben. Das Gegenteil war ein­getreten. Als unsere Truppen in das Territorium Deutschlands einrückten, veröffentlichte der Schriftsteller Ilja Ehrenburg in der bekanntesten sowjetischen Zeitung, der „Prawda“, einen spekta­ku­­lären Artikel, in dem die sowjetischen Soldaten aufgerufen wurden, den „Deutschen totzuschlagen“. Zuerst fand dies Zu­stimmung. Doch dann schätzte die sowjetische Führung diese Losung als einen Fehler ein, und sie wurde geändert: Nicht den Deutschen gelte es totzuschlagen, sondern den Faschisten.

Trotzdem hielt die Antipathie gegen die Deutschen noch lange an. Erst Jahre später begann das Eis unserer Feindschaft dank der Existenz der freundschaftlich mit uns verbundenen DDR zu tauen. Als an die Stelle der alten Generation eine neue trat, veränderte sich auch das Bild des Deutschen. Dazu haben auch Willy Brandt und Helmut Schmidt beigetragen. Jetzt ist Angela Merkel an der Regierung, und die alten Spannungen sind – durch ihre Initiative oder auf Geheiß der USA – wieder aufgelebt. Ich bedauere dies, und ich möchte meine Ansicht über diese verbor­genen Riffe, die unsere Beziehungen zerrütten, zum Aus­druck bringen.

Wie sich die Welt auch immer verändert hat, die Beziehun­gen zwischen Russland und Deutschland waren und sind eine Achse des Friedens und der Sicherheit in Europa. Es ist doch kein Zufall, dass es gerade unsere Völker waren, die sowohl im Ergeb­nis des Ersten als auch des Zweiten Weltkriegs die größten Opfer gebracht haben. Der Nutzen der dadurch entstandenen Verände­rungen der internatio­na­len Beziehungen ist Anderen zu Gute ge­kommen. Die Sowjet­union, durch die die Welt vor der faschisti­schen Pest gerettet wurde, hat lange Zeit und große Mühen benötigt, um unter den Bedingungen des ihr aufgezwungenen Kalten Krieges aus den erlittenen Verwüstungen wieder aufzu­erstehen. Deutschland wurde geteilt und zu einem Vasallen einer internationalen Super­macht gemacht. Wenn ich mit dieser Be­haup­tung Ihr nationales Ehrgefühl verletze, so kann ich mich zur Rechtfertigung auf eine Karikatur beziehen, die in einer englischen Zeitung während des Kampfes der englischen Öffentlichkeit gegen die Teilnahme des Landes am Krieg in Iran veröffentlicht wurde. Ein Onkel, in den Farben der USA-Flagge hüllt, führt einen Pudel mit dem Ge­sicht des damaligen Premierministers Tony Blair an der Leine. War Amerika einstmals Kolonie Englands, so war es nun umge­kehrt. Die Zeitungen schrieben, Blair sei sehr beleidigt gewesen und ha­be den Karikaturisten zur Verantwortung ziehen wollen. Wenn ein deutscher Karikaturist Angela Merkel in ähn­licher Weise darstellen würde, fände ich dies scharfsinnig. Was meinen Sie?

Es ist natürlich nicht meine Sache, darüber zu urteilen, wel­che Beziehungen die Deutschen zu den USA haben wollen, mit wem sie in freundschaftlichen Beziehungen stehen wollen und mit wem nicht. Doch Sie und ich müssen etwas Anderes im Auge haben: Wohin führen die Beziehungen zwischen unseren Ländern, zum Wohl oder zum Schaden unserer Völker? Im Atomzeitalter sehe ich die Hauptgefahr in einem möglichen und nicht sofort er­kennbaren Hineingleiten in eine Katastrophe, in der es nach Über­schreiten des kritischen Punktes kein Zurück mehr geben wird. Dies fürchte ich sehr, denn ich weiß, dass es in der Geschichte des Öfteren Fälle gab, bei denen die Politiker bestimmte Erwar­tungen hatten, wobei dann aber etwas ganz Anderes heraus kam. Keiner von jenen, die den Ersten Weltkrieg ausgelöst hatten, hat vorausgesehen, dass er selbst schließlich hinweg gefegt würde. Auch Hitler hat den Krieg im Glauben an den Sieg begonnnen, und was ist dabei herausgekommen?

Ich habe Beispiele gewählt, die uns zeitlich nahe stehen, doch in der Geschichte gibt es ihrer unzählige. Warum sollen wir glauben, dass die Politiker unserer Zeit besser sind als frühere? Ich denke, es ist gerade umgekehrt, und das versetzt mich in große Unruhe. Gestatten Sie mir, an einem uns sehr nahe lie­genden Beispiel zu zeigen, dass man von ihnen weder Logik noch Moral erwarten kann.

Zu einem Ihnen bekannten Zeitpunkt ist die sowjetische Führung mit Gorbatschow an der Spitze ausgehend von der Illu­sion eines „gesamteuropäischen Hauses“ und ohne die Bürger der DDR zu fragen, darauf eingegangen, diesen Staat zu liquidieren und ihn mit der BRD zu vereinen. In der Folge hat Jelzin die Trup­pen Russlands demonstrativ und ungeschickt aus Deutschland ab­gezogen. Und wohin hat das geführt? Zu Dankbarkeit der Deut­schen und zu freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland? Nein, im Gegenteil, zur Einbeziehung der frühe­ren DDR und anderer osteuropäischer Länder in den ge­gen Russ­land gerichteten Block der NATO. Kürzlich war Obama in Tallin und hat mit dem Finger auf Russland zeigend zu drohen begon­nen: Hier werden wir die Basis unserer Seestreitkräfte er­richten, und wenn Ihr Euch nicht entsprechend benehmt, werden wir zuschlagen. Ich habe nicht bemerkt, dass es ihm etwas aus­machen würde, wenn darauf ein Gegenschlag erfolgen würde, durch den nicht nur die Esten vom Erdball verschwänden.

Ich will Ihnen sagen, dass nach derartigen Drohungen – und deren gibt es nicht wenige – die Bürger Russlands zu der Meinung gelangt sind, die Preisgabe der DDR und der Abzug unserer Truppen aus Ostdeutschland sei ein Akt nationalen Verrats gewesen. Dieses Gefühl hat sich besonders verstärkt, nachdem die Regierung Deutschlands (ich weiß nicht, was die Durchschnittsbürger dazu sagen) die Vereinigung der Krim mit Russland, die in Übereinstimmung mit einem dem freien Willen des Volkes entsprechenden Referendum erfolgte, als „Annexion“ bezeichnet hat.

Wie kann das sein: der willkürlich durch Regierende vollzo­gene Anschluss der DDR an die BRD wird als gesetzlich betrach­tetet, die Rückkehr von Russen nach Russland im Ergebnis eines in freier Willensäußerung erfolgten Referendums dagegen als „Annexion“. Weist diese Ansicht Logik und Moral auf? Was den Deutschen gestattet ist, wird den Russen verwehrt. Praktisch bringt Angela Merkel doch eben dies zum Ausdruck.

Um Unklarheiten in dieser Frage zu vermeiden, gestatten Sie mir, an Hand der Geschichte zu zeigen, wie die heutige Ukra­ine entstanden ist. Auch wenn dies manch einer nicht hören möch­te, man sollte sie richtiger „Sowjetische Ukraine“ nen­nen. Zum Beweis füge ich meinem Brief eine Landkarte bei, aus der deutlich ersichtlich ist, wie die Ukraine nach der bolschewi­stischen Revolution angewachsen ist. Das, was Süd-Ost-Ukraine von Char­kow bis Odessa genannt wird – das industrielle Herz des Landes mit russischer Bevölkerung –, gehörte vor 1920 zum Ter­ritorium Russlands. Im Prozess der Gründung der UdSSR wurde dieser Teil von Russland abgetrennt und im Interesse der Sowje­tisierung an die Ukraine angeschlossen. Dies ist mit dem Namen Lenins ver­knüpft. Mit dem Namen Stalins ist verbunden, dass der heutige westliche Teil auf Kosten Polens, Rumäniens und Ungarns zur Ukraine kam, – der eine Teil in Überein­stimmung mit dem Sowje­tisch-deutschen Pakt von 1939 und der andere Teil durch Verein­ba­rung der Siegermächte 1945. Schließ­lich wurde die Krim 1955 – den Verfassungsnormen der UdSSR zuwider – auf persönlichen Wunsch Chrustschows an die Ukraine über­geben.

Die Vereinigung der verschiedenen Territorien und Ethnien (Ukrainer, Russen, Polen, Ruthenen, Un­garn u.a.) zu einem organischen Ganzen wurde im Weiteren durch solche Klammern des Sowjetsystems wie die ökonomische Integration, die politi­sche Macht einer Partei und deren Ideologie sowie den Staat zusammen gehalten. Die Auflösung der UdSSR und der Verzicht auf das Sowjetsystem in Übereinstimmung mit der bekannten Białowieser Vereinbarung von 1991 bedeutete nicht nur den Wegfall dieser Klammern, sondern auch den Verlust der recht­lichen Grundlage für die Einbeziehung der nichtukrainischen Ter­ritorien und der Bevölkerung in das Gebiet, das Sowjetukraine genannt wurde.

Umso mehr als nach der Auflösung der UdSSR eine andere Entwicklung der Ereignisse begann. Mit der Idee der Unabhängig­keit kam es zu einem Wiedererstehen nationalistischer Gefühle bei jenen Ukrainern, die zu Nachfolgern der Kollaborateure gewor­den waren, die während des Zweiten Weltkrieges an der Seite der deutschen Nationalsozialisten gestanden hatten. Dies löste natür­lich bei der russischen und einem bedeutenden Teil der ukraini­schen Bevölkerung eine negative Reaktion aus, obgleich dies nicht sofort in scharfer Form zu Tage trat.

Die Situation änderte sich jäh zu Beginn der 2000-er Jahre, als in den USA Bush jr. zur Macht gekommen war. Er nahm die neokonservative Ideologie und Strategie zur Errichtung der direk­ten Weltherrschaft auf der Erde in sein ideologisches Arsenal auf. Wann und warum geschah dies?

Licht in diese Frage brachte seinerzeit ein so weitsich­tiger Weiser des 20. Jahrhunderts, wie es Andrej Sacharow war. Wäh­rend der Krise im karibischen Raum 1962, als die Welt am Rande einer Atomkatastrophe stand, hatte er als Experte die sowjeti­sche Führung beraten und erkannt, dass nur ein Gleichgewicht der Kräfte hemmende Wirkung haben konnte. Einen Sieg konnte es für keinen geben. Jede der Seiten wusste, dass wenn die ver­häng­nisvolle Linie überschritten würde, eine vernichtende Antwort erfolgen würde. Was aber würde sein, fragte sich Sacharow, wenn eine der Seiten der anderen gegenüber im Vorteil wäre. Dann, so antwortete er, würde die Seite, die sich im Vorteil wähnt, mit einem Erfolg rechnen und versucht sein, los zu schlagen. Keiner weiß aber, wie sich in einem solchen Fall die Ereignisse entwickeln würden. Man konnte nur das Eine an­neh­men: dann würde derje­nige der Atomwaffenbesitzer, der eine Niederlage erleiden würde, die Atomwaffe anwenden; was bedeuten würde, dass nur ein Gleichgewicht im Untergang errungen werden könnte.

Diese Lehre hatten sowohl die Mitglieder der NATO als auch des Warschauer Paktes verstanden, und keiner hat mehr gewagt, die verbotene Linie zu überschreiten. Doch zu Beginn der 90-er Jahre zerfiel die Sowjetunion, und mit ihr hörte auch der War­schauer Pakt auf zu existieren. Die USA wurden zum alleinigen Beherrscher der Welt. Ein Faktor der Veränderung des Kräftever­hältnisses zu Gun­sten der USA wurde die Aufnahme früherer so­zialistischer Länder in die NATO. Ein weiterer wurde der Nieder­gang der Wirtschaft Russlands auf der Grundlage der US-ameri­kanischen Vorschläge der Marktreformen. Das führte dazu, dass Russland geschwächt wurde und sich in ein Roh- und Brennstoff-Anhängsel anderer Länder verwandelte. Die dadurch erzielten Gewinne legten die Oligarchen nicht in der Wirtschaft ihres Landes an, sondern ver­brachten sie in die USA. Nicht nur Jelzin, sondern auch Putin hat in der ersten Periode seiner Präsidentschaft in der illusorischen Hoffnung auf Gegenseitigkeit eine Politik einseitiger Zugeständ­nisse an den Westen betrieben.

Anstelle von Gegenseitigkeit nutzten die USA ihren Vorteil jedoch für andere Zwecke: Russland sollte zu voll­ständiger Kapi­tulation gezwungen werden. Zunächst setzten sie hauptsächlich auf den ukrainischen Nationalismus, dessen Banner auf ihr Geheiß in der Periode der Präsidentschaft von Justschenko aufgepflanzt wurde. Unter dem üblichen Vorwand der „Unterstützung der De­mo­kratie“ – was in Wirklichkeit Bestechung der entsprechenden Personen bedeutete – schickten sie riesige Finanzmittel dorthin. Mit „Unterstützung der Demokratie“ war Entfesselung nationa­listischer und russophober Stimmungen gemeint. Als sie glaubten, der gegen Russland gerichtete Prozess habe seinen Höhepunkt erreicht, haben sie im Februar dieses Jahres mit Hilfe von Deutsch­land, Frankreich und Polen in der Ukraine einen Staats­streich (Demokraten!) organisiert und den gesetzlich gewählten Präsidenten (ob er gut oder schlecht war, sei dahin gestellt) in die Flucht geschlagen und ihre Marionetten an die Macht gebracht.

Die sich unter der neuen Macht vollziehende Verstärkung der Russophobie, der Betrug an der russischen Bevölkerung und die Abschaffung der russischen Sprache als zweite Staatssprache lösten bei der viele Millionen zählenden russischen und russisch orientierten Bevölkerung große Unzufrie­denheit aus. Umso mehr, als diese hauptsächlich in der industriell höher entwickelten süd-östlichen Region wohnt, wo der Hauptteil des Nationalprodukts entsteht. Und der bereits zuvor in der Gesellschaft existierende Konflikt wurde durch den von den USA, Deutschland, Frankreich und Polen inspirierten Staatsstreich in einen Bürgerkrieg verwan­delt, der riesige Zerstörungen und den Tod Tausender völlig unschuldiger Menschen zur Folge hatte. So beachtet der Westen im Osten der Ukraine die „Menschenrechte“.

Ich will objektiv sein. Der auf den Westen orientierte Teil der Ukraine hofft durch den Eintritt der Ukraine in die Euro­pä­i­sche Union ihre unabhängige Situation zu verbessern. Deshalb haben sie auch die Machtorgane, die ihnen dies versprochen hatten, unterstützt. Das ist ihr Recht. Der süd-östlichen Teil je­doch, wo – ebenso wie auf der Krim – ein bedeutender Teil russischsprachiger Bevölkerung lebt, hat die antirussische Staatsmacht nicht akzeptiert. Die Bevölkerung dieses Teils, auf jeden Fall in den Gebieten Lugansk und Donezk, hat sich von Kiew unabhängig erklärt. Sie hat sich den Namen aus der vorsowje­ti­schen Zeit „Noworossija“ gegeben und den Kampf für ihre Selb­ständigkeit aufgenommen.

Hat sie das Recht dazu oder nicht? Ich würde gerne wissen, welche Meinung Sie dazu haben. Ich bin der Ansicht, dass die Be­völkerung das Recht dazu hat. Viele patriotisch gesinnte Bürger Russlands sind dorthin gefahren, um für Noworossija zu kämpfen. Wahrscheinlich erhalten die Aufständigen auch noch andere Hilfe. Das wird im Westen „Einmischung in die inneren Angelegenhei­ten“ genannt. Doch der andere Teil der Ukraine wird in weit grö­ßerem Maße von Ländern der NATO unterstützt. Dennoch wird versucht, Sie glau­ben zu machen, dass jene, die den Staatsstreich inspiriert haben, eine reine Weste haben, jene aber, die den Kampf des Volkes für seine Befreiung von der ihm aufgezwun­genen Junta unterstützen, „Terroristen“ seien.

Folgt man dieser Logik, so müsste man Washington, Jeffer­son, Franklin und andere Begründer der amerikanischen Unab­hängigkeit auch zu Separatisten und Terroristen erklären. Denn mit dem Kampf für die Unabhängigkeit ihres Volkes haben sie die „territoriale Einheitlichkeit“ des Britischen Imperiums zerstört. Ich bin der Ansicht, dass die Süd-Ost-Ukraine auf derselben mora­lisch-rechtlichen Grundlage für ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpft, wie es die amerikanischen Staaten für die ihre gegen die englische Herrschaft getan haben.

Leider trägt der Unterschied im Verständnis des Statthaften und des Unstatthaften keinen akademischen Charakter. Vom Praktischen her gesehen trägt er aber eine große Gefahr in sich. Aus allem ist ersichtlich, dass die USA, solange sie über den strategischen Vorteil verfügten, Russland in die Ecke zu drängen und es ihrer Kontrolle zu unterstellen suchten. Die ökonomische Sanktionen, die der Hauptregel der Marktwirtschaft (Laissez faire, laissez passer oder Business as usual) widersprechen, kündigen gröberen und direkteren Druck an. Nehmen wir die empfohlene Kapitulation an oder werden wir sie mit einer maßstabgerechten Konfrontation beantworten, deren Folgen sich als schlimmer er­wei­sen könnten als sie irgend jemand vorauszusehen imstande wäre? Ich kann sie auch nicht exakt voraussagen, fürchte aber Letzteres sehr.

Sie und ich sollten nicht glauben, dass Höhe der Macht mit Höhe der Weisheit identisch ist. Eher ist es umgekehrt: Niemand macht so viel Dummheiten wie die Politiker unterschiedlicher Zeiten und Völker [In dem letzten Wort ist im Russischen durch eine angedeutete Streichung eines Buchstabens ein Wortspiel entstanden, das auf das alte Brettspiel Nardy bzw. Backgammon Bezug nimmt, in dem Strategie und Glück eine bedeutende Rolle spielt.]

Ein Beispiel dafür sind der Erste und der Zweite Weltkrieg. Die Geschichte entwickelt sich nicht nach dem Willen der Men­schen, sondern nach der Logik der Dinge. Daher lassen sich die Folgen eines Weltkonfliktes nicht voraussehen. Die ukrainische Krise ist für mich ein solcher Konflikt wie die Balkankriege für den Ersten und der Spanienkrieg für den Zweiten Weltkrieg. Dabei sind die beruhigenden Reden der Politiker der verschiedenen Länder völlig bedeutungslos. Diese Politiker wissen über die Zukunft nicht mehr als Sie und ich.

Ein anschaulicher Beweis dafür ist die kurzsichtige Be­trachtungsweise des Staatsstreichs in Kiew. Man hatte dies­be­züglich bestimmte Vorstellungen, aber es kam ganz anders, – zu einem Kampf im Südosten der Ukraine gegen ein aufgezwun­genes Regime. Anstatt zuzugeben, dass man sich verrechnet hat, gibt man jetzt Putin dafür die Schuld. Dieser ist natürlich nicht ohne Mängel und Fehler, doch das ist ein anderes Thema. Was zum Beispiel die Krim betrifft, so hat er sich nichts zuschulden kom­men lassen. Er hat mit großer Genauigkeit die möglichen Folgen seines Handelns berechnet, und ein Konzept verwirklicht, durch das die Bewohner der Krim vor zu erwartenden Unannehm­lich­keiten bewahrt wurden. Ohne einen einzigen Schuss, in Über­einstimmung mit dem in einem Referendum klar formulierten Wil­len der Einwohner hat er die Rückkehr der Halbinsel zu Russland in die Wege geleitet. Wenn dies nicht gewesen wäre, so wäre auch dort dasselbe Feuer des Bürgerkrieges entstanden wie im Osten der Ukraine.

Mir scheint, die Welt müsse erkennen, dass die westlichen Länder eine gefährliche Situation herbeigeführt haben, um Russ­land in einen Konflikt hinein zu ziehen und zur Annahme nichtak­zeptabler Bedingungen zu zwingen. Heute wird die Ukraine, der angeblich „eine Aggression von Seiten Russlands“ drohe, zu die­sem Zweck ausgenutzt. Morgen wird man uns sagen, die Gefahr habe einen solchen Charakter angenommen, dass Russland be­stimmte Bedingungen erfüllen müsse, sonst … Wie reagiert Russ­land dann auf eine solche Drohung? Das weiß heute niemand. Die Antwort wird von konkreten Umständen abhängen. Angesichts der Tatsache, dass unser Land nun aber einmal eine Atommacht ist, muss man mit einer beliebigen Antwort rechnen. Eine derartige Entwicklung der Ereignisse fürchte ich sehr. Hoffnungen auf Poli­tiker hege ich nicht. Mehr Hoffnungen habe ich in Bezug auf Menschen wie Sie es sind. Vielleicht gibt es in Ihren Kreisen je­manden, der sagt, was getan werden muss, um eine so schick­salhafte Entwicklung der Ereignisse abzuwenden.

Diese qualvollen Gedanken und Gefühle bewegen mich. In der Hoffnung mehr Klarheit gewinnen zu können, habe ich Ihnen diesen Brief geschrieben und wäre für Ihre Meinung dankbar.

Mit Hochachtung

Soltan Dzarasov, Prof. Dr. oec. habil.

Institut für Ökonomie der Akademie der Wissenschaften Russlands

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34 Kommentare

  1. Der moralische Appell ist gut. Aber er geht von den falschen Voraussetzungen aus, daß in DEUTSCH das Volk zu irgendeiner wichtigen Frage gehört wurde, weder zum Euro, weder zur EU und es wird auch nicht gefragt, wenn Kriege vom Zaun gebrochen werden. Die Menschen werden wie Vieh in die Kriege getrieben. Von beiden Seiten. Die Herrschaft in DEUTSCH unterscheidet sich von der in Rußland nicht. Es gibt überall die private Rotschild-Zentralbank, die die Politiker als Puppen tanzen läßt und uns ein bipolares System darstellt. Wie das auch im kalten Krieg als Schauspiel für die Menschen aufgeführt wurde. Es wird nicht helfen, an die Moral der Menschen zu appellieren. Zu viel geschieht im Geheimen. Wieso hat Deutschland keinen Friedensvertrag?

    • Wieso gibt es in der „gleichberechtigten“ UNO Vetomächte, die übrigens von den gleichen privaten Zentralbanken beherrscht werden. Der Gegensatz zwischen den russischen Menschen und den deutschen Menschen existiert nicht. Wir sehen nicht nur gleich aus, wir fühlen und denken gleich. Wieso man jetzt den dritten Weltkrieg unbedingt erzeugen will, das liegt wohl an der Programmierung der Elite, die bis August 2017 unbedingt den im Brief von Albert Pike an Mazzini 1871 beschriebenen 3. Weltkrieg stattfinden lassen will. Dazu werden seit langem die Moslems mit den gleichen Mitteln, wie im 2. Weltkrieg die Juden, diskreditiert und Kriegshetze betrieben. Die Versuche, durch die Probleme im Außen zu produzieren, um im Innern die Probleme nicht…

    • zu müssen, ist auch bei den Menschen zu sehen. Diese psychologischen Entwicklungsprobleme auf die soziale Ebene zu heben, ist immer ein Anzeichen, daß Diktaturen an der Macht sind. Nur die haben die Macht, Menschen in Kriege zu zwingen.

  2. von einem „Head of economical Theory“ hätte ich mehr erwartet. Wenngleich sich ab und zu ein Blick in die Vergangenheit lohnt um die Gegenwart zu verstehen, so sollte man sich gleichzeitig davor in Acht nehmen die Vergangenheit stur zur Begründung der Aktionen in der Gegenwart heranziehen zu wollen. Von einem Ökonomieprofessor hätte ich erwartet mehr auf die aktuellen geopolitischen Vorgänge und die verschiedenen wirtschaftlichen Interessenslagen einzugehen. Wie es Kissinger einmal ähnlich formulierte: Länder haben keine Freunde, nur Interessen.

    • Kissinger – ein verurteilter Kriegsverbrecher, den würde ich nicht unbedingt zum Kriterium der Wahrheit nehmen. Zumal der auch zu den Namenswechslern gehört.

    • Nochmals meine Kritik etwas verständlicher: Der Prof. argumentiert ähnlich wie unsere Propagandisten: Mit Idealen anstelle mit handfesten Fakten. Fakt sind die internationalen Interessenslagen. Mit „Idealen“ füttert man UNS, damit wir unsere „Leader“ unterstützen oder gegen sie aufbegehren. Das war schon historisch nicht anders. Wir mögen noch so lange über „Ideale“ philosophieren, aber wenn wir die zugrundeliegenden Konfliktursachen nicht sehen und begreifen wollen, bleiben wir eine desinformierte, manipulierte Masse. Deshalb lese ich als Europäer die Meinung eines Russen genauso kritisch wie die eines Amerikaners und bilde mir am liebsten eine eigene. Wenigstens verbindet uns alle der gemeinsame Wunsch nach Frieden und Prosperität!

      • Wenn die These und die Antithese von den gleichen Leuten organisiert werden, sind die Leute immer die Dummen, egal, wo sie sich engagieren.
        Das ist das Spiel.

      • Leader ist die Übersetzung für Führer. Niemand war vorher Führer ! Es scheint eine direkte Übersetzung aus dem Englischen zu sein, wie auch die Pistolen der SA nagelneue Remington-Pistolen, Made in USA, waren. Ebenfalls exportiert?
        Wer hat da für wen gedacht?

  3. Bäh. Dieses Geschleime ist ja widerlich. Ich möchte mich auch nicht von meinen Regierenden und den Medien verarschen lassen und vor allem gefällt mir die derzeitige politische Tendenz nicht und ich möchte auch lieber Völkerverständigung und Zusammenarbeit, aber wenn ich das lese wird mir schlecht.

  4. Herr Beta ,

    Ihr Beitrag ist unterste Schublade.
    Was Sie wollen müssen sie auch machen.
    Schauen Sie sich doch in Deutschland um.
    Die Grünen wollen Krieg.Angfeuert von einem Grünschnabel.Meinen Sie das Sie mehr als 10% unserer Bevölkerung auf die Strasse bewegen wegen der zeitlichen Zustände.Mal ist Weihnachten,Ski fahren,Urlaub,Ostern–Brückentage.
    So ist es.Ihre Vorredner haben den Beitrag fairer beurteilt.

  5. Der Brief des Herrn Professor bringt die Sache auf
    den Punkt.
    Ich wäre froh, wenn sich unsere Mmitbürger über diesen Brief Gedanken machen würden und sich
    nicht an den Verleumdungen gegen Rußland beteiligen.
    Ich bin selbst ein Kriegskind und habe den Krieg heute noch in den Knochen. Ich kann nichts vergessen. es verfolgt mich bis auf den heutigen Tag.
    Die Kriegshetzer gegen Rußland sollten dann als Erste an die Front und sich den Kugelhagel, resp.
    Kanonensalven, resp. das Bombardement um die
    Ohren fliegen lassen. Und hinterher die Toten mit
    den zerstückelten Körper aufsammeln.
    Es leiden ja nicht nur dieMenschen, sondern die
    gesamte Kreatur und Natur, darüber muss auch
    gesprochen werden.
    Diesen Brief werde ich publizieren…

  6. An den Verfasser:

    Ich wuerde mich ueber eine Quellenangabe freuen. Ich konnte leider nicht rausfinden, wo der Brief zuerst erschienen- oder an wem er adressiert ist?

    • @Bonobo zur Quelle des Briefes

      Der Brief ist ein Rundbrief, den Herr Soltan an einige Wissenschaftler schickte, mit der Bitte, ihn gen Westen weiter zu verteilen und möglichst weit zu verbreiten.
      Ich habe ihn direkt von einer Professorin aus Berlin und die ihn von einem Professor aus Rom erhalten, der ihn aus Russland bekam.
      Wir sind wohl damit das 3. oder 4. Glied in der Rundbrief-Kette.

      Er wurde nicht in einer anderen Zeitschrift publiziert und ist somit auf Neopresse.com und Nachgerichtet.is eine exklusive Erstveröffentlichung.

      Wir bitten ihn weiter zu verbreiten. Der Brief soll an Moral/Emotionen appellieren und will diskutiert werden. Er soll keine Lösungen bieten.

      Für die Korrektheit verbürgen wir uns.

  7. 1. Deutschland, die EU und die NATO haben in der Ukraine nichts verloren. Es ist das alleinige Recht der Ukrainer zu entscheiden, welchem Volk / Nation sie sich zugehörig fühlen.
    2. Merkel inklusive gesamte Bundesregierung verhaften. Wann wacht die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der BRD-GmbH endlich auf und bringt die Kriegspsychopathen hinter Gitter?
    3. Massenmeditationen für den Frieden helfen, da wir bewusste Schöpfer sind. Verfügungen sind sehr wirkungs- und kraftvoll. Hier eine Anleitung vom Lichtweltverlag: http://www.lichtweltverlag.com/de/downloads/die-waffen-nieder-verfuegung-fuer-diese-welt-0.pdf
    4. Benjamin Fulford lesen: US-Militär macht Krieg nicht mit: http://bm-ersatz.jimdo.com/startseite/neues-wissen/fulford/
    5…

  8. 5…Die Galaktische Föderation des Lichts lässt keinen Atomkrieg mehr zu! Sie können Atomsprengköpfe, Panzer und anderes Kriegszeug unschädlich machen und verschwinden lassen und haben dies in der Vergangenheit auch schon mehrfach getan.
    http://erst-kontakt.jimdo.com/home/galaktische-f%C3%B6deration-des-lichts/
    6. Lasst euch von den paar verzweifelten Repräsentanten der Obama-Regierung keine Angst mehr durch die gekauften Massenmedien einjagen. Sie liegen längst am Boden mit ihrem Petrodollar und bäumen sich noch ein letztes Mal auf! Selbst die Erdbeben-Manipulationsmaschine HAARP ist nicht mehr unter ihrer Kontrolle. US-Geheimdienste und Militär sind längst bereit die sogenannten Kabale (Bush, Rothschild, Rockefeller) zu entsorgen.

  9. 7. EU, NATO, BRD-GmbH und EZB sind internationale, rechtswidrige Terrororganisationen und gehören in den Mülleimer der Geschichte. Sie dienen keinem außer sich selbst. Indem man ihnen und ihren Vorschriften KEINE Aufmerksamkeit schenkt, schaffen sie sich selbst ab und lösen sich in Wohlgefallen auf!

  10. Der Brief ist schlicht eine Unverschämtheit und Geburt russischer Arroganz!

    1. Der Schreiber führt an, die Deutschen hätte man zu kultiviert für die Nazigreuel gehalten. Ach – aber von den russischen- bzw. Sovjetgreuel wie dem in dieser Zeit verübten Holodomor kein Wort, hm? Welch Heuchelei!

    2. Der Schreiber nennt den jüdischen Rassisten Ilja Ehrenburg, unterschlägt aber, dass dieser zu Menschenrechtsverbrechen wie Massenvergewaltigungen aufrief, die die russichen Soldaten dann tatsächlich begingen. Kein Wort von diesen Russengreuel, kein Wort von der Straffreiheit des Ehrenburgs in der Sovjetunion. Welch Dekadenz!

    • 3. Er bezeichnet die Sovjetunion als „Befreier“ – also die Welt soll der Sovjetunion vielleicht noch dankbar sein? Dabei unterschlägt er, dass eben diese damals wie ein Monster mordend -Stichwort Massaker von Katyn- über seine Nachbarn herfiel: Finnland, Letland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Tschechei. Von den Folterlagern der Sovjetunion noch gar nicht gesprochen. Befreier? Schande!

      4. Er beruft sich bzgl. der Südukraine auf die Verhältnisse vor 1920 – ach, aber die völkerrechtswidrige Anektion von Ostpreußen und den Kurilen ist nicht sein Thema, hm? Heuchler!

      Auf das verheuchelte Moralisieren eines selbstverliebten Altstalinisten kann ich gut verzichten! Kehr vor Deiner eigenen Tür!

  11. Was sind heir bitte für dreckige Nazi-Schweine unterwegs? Wollt ihr ernsthaft den Angriffskrieg gegen die SU rechtfertigen?! Euch sollte man an euren fehlednden Eiern aufhängen. Abschaum!

  12. Das Wichtigste fehlt – wie meistens in der bekanntermaßen (selbst-)entfremdeten zivilisierten Gesellschaft:

    WAS ist die wahre, tiefere, erste, Ursache für die kritisierten Zustände / Verhältnisse und
    WIE können wir sie zum Besseren verändern?

    Das bedeutet: Wir müssen der – vollen, ganzen! – WAHRHEIT die Ehre geben; dürfen NICHTS außen vor lassen, NICHTS ausblenden / verdrängen.

    Und genau DA liegt der „wunde Punkt“.
    Die „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“ – läßt den Blick auf unser Innerstes, Unbewußtes, nicht zu.

    ZUERST muß diese Neurose grundlegend überwunden / geheilt werden.
    DANN sind wir in der Lage, über die WIRKLICHKEIT zu reden – UND, sie zu gestalten.

    Vorher NICHT.

    Herzlichen Gruß!
    W. Heuer
    Projekt…

  13. Sind wir uns alle einig darüber das keine Nation der Erde sich, aufgrund seiner eigenen Vergangenheit, in der Position befindet eine andere Nation ob derer Verfehlungen(Kriege und damit verbundene Greul) zu verurteilen oder gar zu maßregeln?

    Jeder möge sich bitte um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein(metaphorisch).

  14. Herr Dr. Soltan hat da sicher eine große Sicht der Dinge über die Entwicklung und Hintergründe bei der Entstehung neuer Staatsgebiete aus der früheren Sowjetunion.
    Aber die Grenzen sind gezogen und dies ist nun mal amtlich.
    Wir haben in Deutschland auch Bevölkerungsgruppen, die am Rande des Landes wohnen, die Verwandte in angrenzenden Ländern haben, deren Sprache sprechen und sich auch hingezogen fühlen zu diesen angrenzenden Ländern.
    Sie würden aber deshalb nicht verlangen, dass das Hoheitsgebiet von Deutschland abgetreten wird an das Nachbarland.
    Z.B. sprechen viele Dänen im südlichen Dänemark die deutsche Sprache. Es wird sogar in der Schule gelehrt. Sie fahren oft über die Grenze, um in Deutschland einzukaufen oder besuchen…

  15. Aber keiner würde darauf bestehen, dass Teile vom nördlichen Deutschland an Dänemark abgetreten werden.
    Ich denke, man muss da unterscheiden zwischen einem geteilten Land und Gebiete eines Landes, die Verbindungen zum angrenzenden Nachbarland haben.
    Es war nie die Rede von einer geteilten Ukraine oder einem geteilten Russland, wohl aber einem geteilten Deutschland.
    Und die Krim gehörte nicht zu einem geteilten Staat, sondern war eindeutig ukrainisches Hoheitsgebiet.

    • Sehe ich ähnlich.

      Eine Minderheit, deren Volk eigentlich in einem anderen Land wohnt, kann nicht das Land in dem sie zu Gast ist für sein Heimatland abspalten. Das ist Landdiebstahl.

      Aber die Russen biegen sich die Dinge aus Opportunismus zurecht, der Briefschreiber ebenso. Ihre eigenen Fehler wollen die gar nicht reflektieren.

      • @Richard: Das scheint mir nun doch schon religiöse Eiferei, die lebt von Pseudoargumenten. Sie wissen doch inzwischen um den BEITRITT der Krim zu Russland. Warum also immer weiter diese kruden Vorwürfe an Russland?

        Die Krim hatte innerhalb der Ukraine den völkerrechtlichen Status einer autonomen Region mit eigenem Parlament, eigener Verwaltung und eigener Polizei.
        Und die Krim hat sich das unbestrittene Recht genommen, eine Abspaltung vom bisherigen Mutterland vorzunehmen.
        Entsprechend dem Völkerrecht wurde im Parlament für eine entsprechende Volksabstimmung gestimmt.
        Die überwältigende Mehrheit der Bürger stimmte für die Loslösung von der Ukraine, was ja nun auch kein großes Wunder ist.

      • @Richard: Sie verwenden also den Begriff „Minderheit“ zum wiederholten Male und wissentlich in einem falschen Kontext. Auf der Krim – und um die geht es – hat also eine große Mehrheit für die Abspaltung entschieden.

        Die nun unabhängige Krim führte eine zweite Volksabstimmung durch, nämlich zum Anschluss an Russland. Auch das ist völkerrechtlich völlig legitim und weit weg von einer Annexion.
        Das kann man zwar gut oder schlecht finden, aber es ist in Ordnung und deshalb zu akzeptieren.

        Richard, und schließlich unterstellen Sie den Russen Opportunismus und Nicht-Refelktion. Ohne irgendeinen auch nur halbwegs schlüssigen Beweis zu bringen.

        Wissen Sie, wie man das nennt, Richard?
        PROPAGANDA.

    • > Und die Krim gehörte nicht zu einem geteilten Staat,
      > sondern war eindeutig ukrainisches Hoheitsgebiet.

      Und ist es jetzt nicht mehr. So ist das, wenn sich die Bürger eines Landesteils nicht mehr durch den Staat vertreten sehen, dem sie bisher angehörten.
      Mehr noch, wenn der Staat in dem Sinne gar nicht mehr existiert, denn er wurde ja schließlich weggeputscht.
      Das Recht Tschüss zu sagen, erlaubt das Völkerrecht ausdrücklich.

      …. War da nicht vor kurzem auch was mit Schottland?…

  16. Ich finde das der Professor Recht hat. Es geht immer nur um Macht. Leider wird vergessen wieviele Menschen durch das Weltmachtstreben der Amerikaner seit dem 2. weltkrieg umgekommen sind (Vietnam,Irak,Kuwait,Afghanistan,Ukraine) . Dabei war die USA mal ein fortschrittliches Land. Das man die Nationalisten und Oligarchen der Ukraine durch diesen Putsch an die Macht gebracht hat, macht für mich alle dazu beteiligten zu Kriegsverbrechern. Man läßt eine Millionenstadt wie Donezk mit eigener Bevölkerung bombardieren wegen Abtrünniger. Wenn ich mir vorstelle man würde Dresden wegen Abtrünniger bombardieren lassen, dann wird mir Angst und bange und zwar nicht wegen friedlicher Demonstranten sondern wegen der Regierung.

  17. Ich würde mir wünschen, das das Nobelkomitee Barack Obama den Friedensnobelpreis aberkennt, damit die Welt erkennt, das wir nur eins wünschen und das ist Frieden.
    Die ganzen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern sollen zu Hause in Frieden leben können. Wenn die USA statt Billionen Dollar in den Krieg gegen den Irak und Afghanistan zu investieren einen Bruchteil für den Aufbau dieser Länder geben würde, wären wir dem Frieden ein Stück näher. Alle wären reicher außer die Rüstungsindustrie.