in Another View

In einem beispiellosen Artikel in der Onlineausgabe der „Welt“ suggeriert die Springer-Zeitung eine russische Ebola-Verschwörung. Hinter der Provokanten Überschrift: „Biologische Kriegsführung: Russland hat Ebola zur Waffe gemacht“ versteckt sich ein Artikel mit wirren Theorien, kranken Anschuldigungen und einem großen Haufen journalistischen Verfolgungswahn. – Eine persönliche Medienkritik von Wilhelm von Pax.

Russland, Ebola und Elvis Presley

Provokant, reißerisch und eindeutig: „Russland hat etwas mit Ebola zu tun!“. So ungefähr beginnt der Artikel – Nicht wörtlich, aber sinngemäß. Liest man die ersten zwei Absätze des Artikels weiter, bekommt man ein anderes Bild. Es geht um Verträge aus dem 20. Jahrhundert und ehemalige Biowaffenlabors in Russland. Dem Titel wird das nicht gerecht und der Leser überlegt schon wegzuklicken. Doch dann scheint die unschöne Wahrheit ans Licht zu kommen:

„Mitte der 80er-Jahre begann „Biopreparat“ damit, das Ebola-Virus waffenfähig zu machen. Das bedeutete, das Virus stabil, transportfähig, unempfindlich gegen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen zu machen und nach Freisetzung möglichst lange im Zielraum wirksam zu halten.“

Also doch? Russland hat den Ebola-Virus erst so gefährlich gemacht? Der Leser liest gespannt weiter und wird offenbar mehr als enttäuscht:

„Zwar gab es eine Reihe von Tierversuchen – auch an Primaten –, die Ergebnisse waren jedoch nur begrenzt verwertbar. Als Erkenntnis lagen nur die Erfahrungsberichte der Ärzte und medizinischen Institute aus den Gebieten vor, in denen das Virus sich – insbesondere in Afrika – über eine begrenzte Zeit ausgebreitet hatte“

Nachdem der Anfangsverdacht widerlegt wurde, folgt die nächste Anschuldigung. Brutaler, ernster, konkreter:

„Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Anfang der 80er-Jahre begann in der sowjetischen Biowaffenforschung ein neues Zeitalter, das der Genmanipulation. Mit der Möglichkeit, bekannten Krankheitserregern fremde Gene einzupflanzen und dadurch ihre Eigenschaften einschließlich der Resistenzen zu verändern, eröffnete sich in diesem Bereich ein nahezu unbegrenztes Aktionsfeld.“

Es folgen ein paar verschwörungstheoretische Absätze über Milzbrand in den USA und ein paar langweilige Gedankenspiele des Autors. Doch dann die nächste grausame und erschreckende Wahrheit: von  „Irgendeinem ultra-mega-super Virus“ ist die Rede:

„Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis Genmanipulation auch am Ebola-Virus versucht wurde. Die Verbindung von Ebola und Pest wurde in der Sowjetunion und später in Russland zunächst umfassend untersucht, darauf haben russische Emigranten vielfach hingewiesen. Der vorläufige Endpunkt dieser Entwicklung ist jedoch nicht nur die Einfügung fremder Gene in ein Bakterium oder Virus, sondern die komplette Verschmelzung der Genome von verschiedenen Viren zu einer völlig neuen Art, einem hybriden Virus, den Alibek als „Chimäre“ bezeichnet hat.“

Eine Art „Super-Virus“ sollen die Russen da entwickelt haben – so die Quintessenz. Aber das war noch nicht alles: Das ganze soll immer noch laufen, so die vermeintlich spannende Ankündigung des Autors:

„Was die russische Forschung und Entwicklung biologischer Kampfstoffe bisher erreicht hat, ist nur begrenzt nachvollziehbar. Fest steht einstweilen nur, dass auch diesbezüglich die Hoffnung auf ein Ende der sowjetischen Kriegswaffenforschung sich nicht erfüllt hat. Zwar gab es Anfang der 90er-Jahre eine kurze Phase, in der auf politische Weisungen hin Labors und Kampfstofffabriken geschlossen wurden. Der gegenwärtige Stand der Erkenntnis besagt jedoch, dass die Aktivitäten – wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau – weitergehen.“

Aber nicht nur das. Die Russen haben anscheinend auch nicht alles preisgegeben was zur Bekämpfung des Virus helfen könnte. Rasant geht der Artikel weiter:

„Ob die Russen hierbei bezüglich der Bekämpfung von Ebola ihr gesamtes Wissen offenbart haben, bleibt ihr Geheimnis. Man sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass Russland durch seinen Vorläufer Sowjetunion die größte Erfahrung im Umgang mit Ebola hat. Das gilt auch für Ergebnisse aus klinischen Krankheitsverläufen von Menschen.“

Mysteriös: Haben „die Russen“ das ultimative Ebola-Heilmittel? Geben „die Russen“ es nur nicht Preis weil sie den Westen hassen? Wer sind überhaupt „die Russen“? Sind sie Aliens? Oder doch Nachkommen von Elvis Presley? Die Antwort scheint nur Hans Rühle – der Autor des erleuchtenden Artikels – zu kennen.

Nach einigen Recherchen meinerseits, konnte übrigens keine einzige Behauptung des Autors in irgendeiner Weiße belegt werden. Weder der „Super-Mega“ Virus der Russen noch eine russische Gen-Übereinstimmung mit Elvis Presley wurde im Netz gefunden. Komisch: nicht mal Verschwörungstheoretiker scheinen auf solche Gedanken zu kommen.

Journalistischer Tiefpunkt

Der Artikel ist ein neuer journalistischer Tiefpunkt aus dem Hause Springer. Es werden zahlreiche wirre Behauptungen in einem Artikel geworfen, das ganze einmal geschüttelt und mit einer provokanten Überschrift versehen. Die Thesen des Autors stützen sich auf keine einzige konkrete Primärquelle oder irgendeinen historischen Fakt. Es geht von einer Behauptung zur Nächsten. Das einzige was wohl irgendwie korrekt dargestellt wurde, sind die extremen Biowaffen-Forschungen im Laufe des 20. Jahrhunderts , die vor allem von den Mächten des West- und Ostblocks betrieben wurden. Ansonsten: Fehlanzeige.

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Dein Kommentar

Kommentar

22 Kommentare

  1. Da ich meinen Geist nicht mit jedem Schrott vergifte lese ich den Artikel von der „Zwischenwelt“ erst garnicht.
    Ebola aus Russlands geheim Laboratorien in Irkutsk wahrscheinlich. Wäre eine „coole“ Kampagne für einen Call of Duty Shooter oder eine James Bond Ausgabe. Für die Wahrheit wäre es wahrscheinlicher das der Super gute Club der elitären Windelträger wieder einmal einen Plan hatte, Egon hat einen Plan. Super Plan aus Chemie Labor LV 426. Und aus Afrika kommt ja scheinbar… eigenartiger Weise jeder auch noch sehr üble Kampfbazilus daher und von Quarantäne spricht man erst nachdem in aller Welt überall einzelne Individien ihre tödliche Fracht verteilen… Jaja, Egon wars. Die Olsenbande aus Russland aber sicher nicht!

  2. Übrigends bei den modernen Verfahren der WHO und UNO und etc. wäre eine Pest, eine ECHTE Pest heute schlimmer als ein 3 Weltkrieg. Erst überall den Infizierten einreisen/ ausreisen lassen und dann schnell Quarantäne brüllen. Echt überzeugend was da geleistet wird. Da schläft es sich richtig ruhsam bei dem Gedanken an einen Nuklearen Fall out. Der ist unwahrscheinlicher als das so eine Schrottpest und alle trifft!

  3. War wohl kein Phantomkonvoi aufzutreiben heute.
    Ich krieg ja viel runtergelesen, aber dieser Artikel war eine echte Qual. Wer den fabriziert hat, kann kaum beruflich was mit schreiben zu tun haben.

    Sowas auf dem Niveau findet man normalerweise in den Schmuddelecken des Internets gleich neben den Chemtrails…

  4. Es spielt gar keine Rolle ob „Ebola“ oder „Krebs“.Beide sind (Lebendige) Parasiten (siehe Dr.Alfons Weber:Der Krebs Bankrott) die sich durch Elektrische Felder aufrechterhalten (müssen) und sich somit auch durch Überladung von geringen Elektrischen Feldern von aussen Zerstören lassen.

    Panik ist alles wovon die Pharmasiten und ihre Sprachrohre die Tintenklekser Leben…Niemand sollte sich an deren Panik beteiligen.Information ist alles… :)

  5. „Medienkritik: “Die Welt” wittert russische Ebola-Verschwörung“

    Hat Rußland etwa AUCH Ebola-Virenstämme patentieren wie unsere „Freunde“ überm Teich?

    Dann können sie sich ja gegenseitig mit Virenkanonen beschei…, nein: beschießen. Die sollen wirksamer als das primitive Dummgeschreibsel sogenannter Schm.ierfinken sein.

  6. Folgendes:

    Ich hatte an einem Planspiel bei der Bundeswehr teilgenommen. Spielfläche – die Welt, Glücksfaktor(Würfel etc.)? – Keiner, Ziel – …der Weg sei das Ziel !!?!

    Ablauf: Jeder Teilnehmer zieht aus einem Hut(Stahlhelm ;o) ) 2 Zettel, Zettel 1 – Das Land zu dem Du gehörst, Zettel 2 – Deine Position in diesem Land
    Die Position kann sein: Befehlshaber Militär, Staatschef, Wirtschaftsboss

    Es ergibt sich also ein „bunt“ zusammengewürfelter Hauffen. Die Welt wie sie eben (Anm.: „fast“ Sprachbarrieren und Mentalitäten sind hier ausgeklammert) ist.

    Das Ziel – klar kommen. !
    Was man im Land „zur Verfügung“ hat sieht man auf der Spielfläche. Z.B. geht es um mangelnde Bodenschätze oder viel Ackerland oder eine große…

  7. Militärmacht oder oder oder. Ergo – ein Land hat Bedarfe oder Waren oder Sonstiges anzubieten, zu tauschen. Man muss einfach klar kommen – in der Welt. Ziel war wahrscheinlich das man erkenen sollte – ohne Armee geht es nicht. Um einfach „mitzumischen“ oder ernst genommen zu werden in der Welt.

    1 hab ich noch vergessen(deswegen schreibe ich hier!) – es gab auch 2 Positionen(Eine hatte ich inne) – Presse!

    Das Unglaubliche: Die Führung hatte mir zur Aufgabe gesagt: Die Presse kann überall einfach mal „reinhören“ sich Notizen machen und in der Presserunde dann allen Beteiligten erzählen was sie so aufgeschnappt hat an News und sie kann dabei einfach auch Lügen erzählen um zu manipulieren. !!!
    Da hat man uns die Macht der…

  8. Informationen beigebracht!

    Die Länder untereinander konnten nur aus dem heraus handeln was sie selbst sahen, vermuteten oder selbst vereinbarten. (Nicht-Angriff-Pakt, Tausch von Bodenschätzen gegen Nahrungsmittel etc.)

    Ich die Presse hatte eben meine Möglichkeit der Manipulation.

    Und es hat gewirkt!

    Jetzt stelle man sich vor alle Beteiligten kommen nicht aus dem selben Land mit ähnlicher Mentalität und sprechen nicht die selbe Sprache!!

    Die Macht der Medien.
    :o

  9. Zahlreiche Kommentatoren reagierten derart kritisch auf den o.g „Artikel“, dass man nach kurzer Zeit die aus dem Ruder laufende Kommentarstrecke nach folgender öffentlichen Antwort an einen User schloss:

    Zitat

    „Aufgrund von Unterstellungen Ihrerseits, die wir in Ihrem Kommentar vorfanden, haben wir ihn nicht freigegeben (Beispiele „und schon wird der nächste Kasper aus der Wundertüte der gegen Russland gerichteten Negativkampagnen gezaubert“ oder „Hallo ? Für wie dumm hält man uns Leser eigentlich ?“

    Zum Verständnis: es handelt sich um die redaktionelle Antwort auf die Frage, warum man als Journalist nicht in Sachen Flugschreiber / Sattelitenbeweise weiterbohrt statt solche Storys zu konstruieren.

    Die Reaktion darauf…

  10. Ist es vorstellbar, dass ein Drohnenmörder im Weißen Haus bereit sein könnte, Menschen mit Bakterien zu töte?

    Ist es vorstellbar, dass ein KGB-Offizier im Kreml, dessen Organisation systematisch über Jahrzehnte hinweg Christen verfolgte, totknüppelte, vergewaltigte und folterte Bakterien gegen Menschen einsetzt?

    Ist eine monolithische Gruppierung, die Atombomben und Napalm auf Frauen und Kinder wirft, in der charakterlichen- wie ethischen Verfassung, um Bakterien frei zu setzen?

    Ich ahne, das Ende des Mobs wird in seiner Ignoranz begründet sein. Sei noch ein wenig angepasst, ein wenig politisch Korrekt, ruchloser Mob, dann wirst du sicher erhalten, was dir gebührt, Sokratesmörder!

  11. Interessant, dass die Medien jetzt so eine Behauptung aufstellen. Denn außer Russland – zu Recht oder zu Unrecht – zu diskreditieren, befördern sie doch das Interesse der Leser zu dieser Thematik.

    Und das könnte durchaus nach hinten losgehen. Durch die Diskussionen zu Ebola angeregt, recherchierte ich erst vorgestern zu Seuchen. Und traf auf etliche Berichten über ein israelisches Institut, welches mittlerweile sogar in der Lage sein soll, Keime zu entwickeln, die nur bestimmte Ethnien („Rassen“) infizieren.

    Weitere Einzelheiten will ich gar nicht aufführen, allzu leicht wird einem bei Israel-Kritik der Vorwurf des Antisemitismus gemacht. Aber selbst meine israelischen Freunde äußern Bedenken zu manchen Vorgehensweisen der…

  12. Ebola – Ebola-Virus am 26. Oktober 2009 patentiert, Patentanmeldung Nr. US20120251502 – da kann jeder nachsehen. Auch AIDS wurde ja bekanntlich mit der Pockenschutzimpfung der UNO-Gesundheitsorganisation über Afrika ausgekippt. Siehe die Bücher des ermordeten Miltion William Coolman „Die apokalyptischen Reiter“ (z.B. auf Seite 214).

  13. Aber die Bio-Waffenforschung ist natürlich sehr verbreitet. England hat da früher sehr viel gemacht. Eingesetzt werden dürften Bio-Waffen erst nach der Beratung der Königin des Komitees der 300 mit dem Komitee, in dem zum Beispiel Kohl auch Mitglied war.
    Allerdings wurde zum Einsatz gegen die Bevölkerung eine Lugenkrankheit konzipiert, die die Lunge auf 50 Grad Celsius erhitzt und damit denaturieren läßt. So sind bei der „Spanischen Grippe“ auch alle geimpften gestorben, mit schwarzem Auswurf. Nichtgeimpfte Krankenschwestern überlebten. Es scheint, daß am Ende des ersten Weltkriegs alle zurückkehrenden Soldaten vorher geimpft wurden und dann starben.

  14. Die Russen, tststststs!
    Das soll kein Witz sein: Ich habe das Gefühl, das sich die Geschäftspolitik großer Pharmafirmen auf das folgende Gespräch reduzieren lässt: CEO:“Wir müssen Unmengen Geld und Zeit in die Forschung für ein Gegenmittel gegen Ebola stecken, aber das können sich die Menschen in Afrika nicht leisten!“ Dubioser Kerl in der Ecke sitzend, eine Zigarre rauchend und einen Scotch trinkend:“Aber die Amerikaner können es!“ CEO:“Erzählen Sie mir mehr……..!“

  15. Forderung nach Aufklärung über den wahren Ursprung von Ebola und Aids
    FOR AN INVESTIGATIVE INTERNATIONAL COMMISSION OF THE SECURITY COUNCIL OF THE UNITED NATIONS AND THE AFRICAN UNION ON THE ORIGIN OF EBOLA AND AIDS ! POUR UNE COMMISSION D’ENQUETE INTERNATIONALE DU CONSEIL DE SECURITE DE L’ONU ET DE L’UNION AFRICAINE SUR L’ORIGINE DU SIDA ET DE L’EBOLA !!!
    Proposed by Professor Pascal ADJAMAGBO with the collaboration of Doctors Guy Alovor and Kanyana MUTOMBO
    Bitte unterzeichnen Sie diese Eingabe von den Wissenschaftlern auf dieser Seite:
    http://www.petitions24.com/petition_on_behalf_of_science_to_the_african_union_on_ebola
    Danke!

  16. Besondere Bedeutung gewinnt der unsägliche Artikel der Welt unter dem Aspekt, dass Ebola unter dem Namen Marburg-Virus zum ersten Mal 1967 in Deutschland auftrat, nachdem es aus einem Labor der für Menschenversuche bekannten Behringwerke, den IG-Farben zugehörig entwichen war und erst neun Jahre später, 1976 zum ersten Male in Afrika auftrat.